Montag, 7. Dezember 2015

Das Malheur mit der Lichterkette, Mist im Garten und künftig neue Sorten im Beet

Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Und dieses Jahr, es ist eben allüberall ein komisches Jahr, habe ich wirklich das Gefühl, daß mich alles überrumpelt. Es geht ja dann immer schnell vor Weihnachten und plötzlich ist alles vorüber. Aber so schnell wie dieses Jahr habe ich es noch nie erlebt.

Umso mehr freut es mich, daß ich doch bereits ein paar eigene Plätzchen gebacken habe und Stollen und Lebkuchen. Ich denke die Menge genügt jetzt. Man bekommt ja immer auch etwas geschenkt und wegwerfen möchte ich schließlich nichts Essbares.

Jetzt ist sie also da,  die Zeit, auf die ich mich jedes Jahr im Sommer, wenn es glühend heiß und hektisch ist im Garten, so freue. Man sitzt auf dem Sofa, hat seinen Nachmittagskaffee vor sich, der Ofen knistert und es gibt ein paar selbst gemachte Plätzchen. Dieses Jahr endlich auch einmal ein paar Plätzchen mit ganz vielen Nüssen darauf und die sind aus dem eigenen Garten. Sonst ist ja der Hobby-Selbstversorger nicht so gut ausgerüstet für die Weihnachtsbäckerei. Hier muß man einfach zukaufen.

Weihnachtlich dekoriert habe ich  auch schon. Für mich sind innen und außen immer ganz viele Lichter wichtig. Kerzen, Lichterketten in Form von Sternen aus Weinreben, kleinen orientalischen Metallkugeln die mit schönen Mustern durchlöchert sind, ein großes Glas voll mit bunten Christbaumkugeln und darin eine normale Mini-Lichterkette oder weiterer Lichterkram in jedem Zimmer und Raum oder im Garten. Das fasziniert mich einfach. Diese zeitige und  tiefe Dunkelheit für so viele Stunden am Tag und dann in der Dunkelheit die heimeligen Lichter.

Mit meiner Außenbeleuchtung, im Fliedergebüsch vor der Haustür, habe ich großes Glück gehabt. Als sich der Besuch für Samstag vor einer Woche ankündigte, wollte ich noch rasch die Beleuchtung installieren, damit es abends etwas heller vor dem Haus ist. Die Lichterkette war rasch angebracht und leuchtete dann   Abend für Abend. Leider nicht im Schnee, aber im strömenden Regen.

Und genau dieser Tatbestand lässt mich von Glück reden. Als ich am Wochenende darauf vom Dachboden die Weihnachtsdeko-Kartons holte, fand ich in einem Karton auch die Lichterkette für draußen!

Du meine Güte, fuhr es mir durch die Knochen. Was bitte hängt denn da im Flieder, wenn ich die Außenkette gerade in meinen Händen halte?

Ich eilte sofort vor das Haus und sah mir die leuchtende Kette genauer an. Da war sogar noch ein Zettel von der Verpackung beim Stecker. Man darf die Lichterkette nur innen verwenden und nicht außen! Na ich kann euch sagen, die war aber schnell wieder abgebaut. Was für ein Glück, daß nichts passiert ist. Jetzt hängt die Richtige in den Zweigen und erleuchtet den Platz vor dem Haus sehr schön.



(c) by Joachim Wenk
nächtlicher Lichterzauber, jetzt sogar mit der richtigen Lichterkette....

Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsdekoration, Aufräumen nach der ersten Weihnachtsfeier, weitere Weihnachtsfeiern und Treffen. Wie gut, daß an Weihachten im Garten ohnehin nicht viel zu tun ist. Meine Gartenlust schläft zudem noch immer.

Dennoch entdeckte ich auf dem Heimweg vom Gassigehen, daß auf dem Misthaufen draußen auf der Wiese wieder schöner frischer Pferdemist lag. Im Aufgabenbuch steht schon länger, daß ich noch Mist holen will. Jetzt bei dem herrlichen Wetter machte ich das dann auch wahr und schipperte ein paar Schubkarren Pferdemist in meinen Garten.

Vergangen Herbst verteilte ich ihn, allerdings schon deutlich früher im Jahr, auf den Gemüsebeeten. Das war keine gute Idee. Weil alles auch im Winter so trocken war, verrotteten die Bollern nicht. Ja sie zerfielen nicht einmal und lagen noch bis weit in den Sommer auf den Beeten.

Jetzt werde ich sie gleich über den Kompost umwandeln in wertvollen Biodünger. Auf jede Miete habe ich eine Schicht Mist ausgebreitet und den restlichen als Vorrat neben die Behälter gelegt. So kann ich, nachdem wieder Grünmaterial aufgeschichtet wurde oder abgestorbene Stauden, danach wieder Mist aufbringen. Somit ist der Mist dann schon von Anfang an im Kompost etwas verteilt. Beim Umschichten mische ich den Kompost zwar auch automatisch noch etwas durch, was aber nicht sehr gründlich ist.




frischer Pferdemist am Kompost (c) by Joachim Wenk
frischer Pferdemist für den Kompost




frischer Pferdemist am Kompost (c) by Joachim Wenk
frischer Pferdemist am Kompost 

 Am Wochenende habe ich dann noch eine wichtige Aufgabe erledigt. Ich habe mich  gemütlich an meinen Laptop gesetzt und den Samenvorrat für die kommende Saison bestellt. Darüber hinaus die Steckwziebeln, Knoblauch und Saatkartoffeln. 

Welche Sorten sich als gut erwiesen und wieder genommen werden, von welcher Sorte noch Samen da sind und wo neu bestellt werden  muß, habe ich bereits vor einiger Zeit ermittelt. 

Ein paar Sorten begleiten mich nun schon etliche Jahre und ich bin sehr überzeugt von ihnen. Woanders wird neu probiert oder es gibt überhaupt neue Sorten im Sortiment. 

So zum Beispiel einen ganz frühen Wirsing. Er hat lockere Köpfe , ähnlich Butterkohl, und wird schon im Juni und Juli geerntet. Da der Wirsing bei mir besser wuchs als das Weißkraut, werde ich den gerne probieren. Geschmacklich ist mir Wirsing oft auch lieber als Weißkohl.

Neue Salatsorten, Batavia-Salate, werde ich probieren. Mit Salat war ich noch nie so recht zufrieden. Der Maikönig in diesem Jahr war gigantisch, aber ansonsten kam nichts recht hoch. Jetzt probiere ich einmal Batavia-Salate, weil die nicht so ein enges Anbaufenster haben wie etwa der Maikönig und das ganze Jahr gepflanzt werden können. Auch sollen sie reif länger stehen bleiben können. Das ist im Hausgarten immer sehr sinnig, wenn nicht sofort geerntet werden muß. Schließlich hat man oft  genau dann nicht den Bedarf dafür. 

Winterheckenzwiebeln will ich jetzt einmal probieren. Ob sich da wirklich ein paar Jahre immer wieder Grünes ernten lässt? Eine neue Kartoffelsorte wird probiert. Schließlich lasse ich eine andere Sorte, die dieses Jahr noch angebaut wurde, weg. Also kann ich neues Probieren. Oder? Gut, Platz habe ich wahrscheinlich wieder keinen, aber die Beschreibung klingt so passend zu meinen Vorstellungen und Gartenbedingungen. Die muß ich ich einfach testen. 

Ein paar Blumensamen sind auch wieder dabei. Die herrlichen reich verzweigten Sonnenblumen in gelb und braun kommen wieder in den Garten. Diesmal wird eine schrill-bunte Zinnien-Mischung im Garten blühen. Die begeisterten mich schon in Mutters Schrebergarten immer. Färberdistel hat mir gefallen und wird ausprobiert. Immerhin ist sie ja nicht nur Zierpflanze sondern eigentlich auch eine Nutzpflanze. 

Ja, ich liebe es eben bunt und darum werden auch einmal Sommerastern gesät. Vielleicht blühen sie ja so schön, wie auf dem Foto im Katalog. Die Farben würden mir schon sehr zusagen. 

Also ihr seht, erste Vorbereitungen sind getroffen. Jetzt aber werde ich mich  auf alle Fälle bis Weihnachten, erstmal weiter der Garten-Abstinenz hingeben. Und ich finde es tatsächlich noch immer schön, nichts im Garten tun zu müssen. Der Sommer war einfach zu heftig und anstrengend. 


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