Donnerstag, 26. November 2015

Winterruhe und reich gedeckte Tische

Ist das nicht schön? Draußen ist es kalt, schmuddelig und feucht. Mal nieselt es, dann kommt ein wenig Schnee. Ein Wetter zum Frösteln. Drinnen dagegen knacken immer wieder mal die Holzscheite im Ofen und mir genügt ein T-Shirt, ohne daß ich ans Frieren denke. 

Woran ich natürlich denke, sind  unter anderem die Vögelchen, die  draußen ausharren müssen. Als kleine Gewissensberuhigung, daß ich in der warmen Stube sitzen darf und sie nicht, gibt es natürlich auch wieder leckeres Futter. Das neue Vogelfutterhaus auf der Vogetränke wurde ganz selbstverständlich angenommen. 

Und jetzt fressen sie mir buchstäblich die Haare vom Kopf. Ich muß wirklich irgendein Maß an Futter finden, das ich ins Häuschen und den Schlot, der als Futtersilo dient, gebe. Wenn ich so viel auffülle, wie sie fressen, kann ich das nicht bezahlen. Je mehr ich rein schütte, desto mehr kommen. Und es ist so schön, sie alle so vergnügt zu sehen, am reich gedeckten Futtertisch. In der Hauptsache sind es Spatzen, viele Meisen und ein Kleiber war hinten im Gemüsegarten am Futterhäuschen. Ab und an hängt sich auch der Buntspecht an die Meisenknödel. 

Wer sich erinnert. Im August war der Rasen ja komplett verbrannt. Und wie man sieht, hat er sich bis heute nicht ganz erholt. 



Spatzen am Futterhaus (c) by Joachim Wenk
Vogel-Bande am Futterhaus

Ich finde, auf dem Video sieht man sie besser und ihr könnt euch in etwa vorstellen, wie das hier tagsüber zugeht.





Den Hüttenzauber fange ich auch schon am an herzurichten, sauber zu machen und einzudecken. Am Wochenende kommen über 25 Personen und sind dann unsere Gäste. Nach einem Weihnachtsmarktbesuch im romantischen Rothenburg ob der Tauber gibt es bei uns Kaffee und Kuchen und abends eigene Karpfen. Die Getränke stehen auch schon kühl. Gut dass es kalt ist, da muß ich sie nur in die Werkstatt nebenan stellen. Der Elektroofen soll nur den Raum etwas vortemperieren. Wir schüren am Samstag den Kaminofen und der macht dann richtig mollig warm.

der Hüttenzauber wird für die Feier hergerichtet (c) by Joachim Wenk
der Hüttenzauber wird für die Feier hergerichtet

der Hüttenzauber wird für die Feier hergerichtet (c) by Joachim Wenk
der Hüttenzauber wird für die Feier hergerichtet 

Auch zu den Weihern bin ich wieder gefahren. Der vor kurzem Abgefischte füllt sich erstaunlich schnell. Hier kommen sie her, die Karpfen für Samstag. 

Karpfenweiher  (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher



Wenn ich gerade so durch meinen Garten schlendere, finde ich ihn mittlerweile richtig unaufgeräumt. Oder besser ungepflegt? Naja überall liegt eben Laub, und Ästchen, das Unkraut wächst. Den ganzen trockenen Sommer kam keines, jetzt sprießt es quitschvergnügt, dicht an dicht bei den Beeren und im Kräuterbeet. So viele Stauden sind (absichtlich) nicht abgeschnitten. Mir graust fast ein wenig vor dem Frühjahr. Irgendjemand muß das ja alles irgendwann einmal wieder aufräumen, ordentlich machen und herausputzen. Und ich weiß, wer diese Person sein wird.......

Ne, jetzt bleibe ich lieber erstmal vor meinem Ofen und bereite das nächste Jahr vor. Gerade bin ich dabei die Gemüsesamen zu bestellen. Ich habe den neuen Katalog vom Bingenheimer Saatgut gesichtet und angekreuzt. Jetzt ist markiert,  was ich hatte und wieder will oder was ich Neues probiere, weil ich anderes rauslasse. Auch habe ich bereits meine Restsamenvorräte vom aktuellen Jahr mit dieser Wunschliste abgeglichen, so dass ich jetzt daran gehen kann, das Benötigte zu bestellen. Die Kartoffeln vom Biogartenversand sind dann als nächstes dran.

Und wer meint, daß ich einmal wieder alles überstürze, der sollte sich einmal die Aussaatzeiten in so einem Katalog ansehen. "Aussaat im Dezember für eine Pflanzung im März" steht da bei einem Gemüse, das dieses Jahr so gut gelang wie noch nie zuvor. Warum? Weil ich deutlich früher säte als die Jahre davor. Und jetzt, wo ich das so lese, werde ich wohl wirklich gleich im Januar einmal einen Saatversuch machen. Es handelt sich um Sommerlauch und der hat wirklich sehr sehr lange Vorlaufzeit gebraucht, bis ich ihn pflanzen konnte. Und danach dauerte es wieder lange, bis er gewachsen ist.

Ich will aber die Winterruhe bewusst genießen und so wird der Lauch im Januar und nicht im Dezember gesät und auch eher mal als ein Versuch, ob ich nochmals einen so deutlichen Unterschied in positiver Richtung feststellen kann wie in diesem Jahr mit früherer Aussaat als vergangenes Jahr.

Im März geht  es dann richtig los. Und ich erinnere mich, daß die Zeit nach Weihnachten und bis zur Tomatenaussat, wirklich die ruhigste im ganzen Gartenjahr war. Ich finde es im Moment jedoch auch gerade ruhig. Und das ist so schön. Ich genieße es.

So, jetzt muß ich aber Schluss machen, sonst geht das Feuer im Ofen aus. Nachlegen ist angesagt. Also macht es gut und kümmert euch um eure Vögelchen im Garten.

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