Montag, 23. November 2015

Wie viel Jahre Gartenarfahrung braucht man wohl?

Wie viel Gartenerfahrung ist eigentlich notwendig, bis man dem Lauf der Dinge vertraut? 

Eine gute Frage. Für mich ist das jetzt der fünfte Winter in diesem Garten. Und jeden Herbst aufs Neue überkommt mich diese Ungewissheit und innere Unruhe. Schaffe ich es, die Ernte vor den Frösten einzuholen und doch all  das lange genug draußen zu lassen, was erst spät im Jahr geerntet wird? Bringe ich die Kübelpflanzen rechtzeitig ins Haus? Und jetzt: brrr ist das kalt, meine armen Pflanzen, die erfrieren ja ..... 

Dabei hatte ich in all den  Fragen und Sorgen doch noch nie ein Problem. Es hat immer geklappt und sollte auch dieses Jahr klappen. Wann geht das endlich in mein Bauchgefühl hinein? 

Den letzten Wirsing habe ich vergangene Woche geerntet und eingefroren. Es ist keine Überwinterungssorte und er wird bis Dezember geerntet. Der toskanische Grünkohl ist konserviert. Das waren die letzten Ernten. Winterlauch und Rosenkohl bleiben ohnehin im Beet stehen über den Winter. Der prächtige Endivien verträgt auch leichten Frost. Dennoch habe ich ihn am Samstag ausgegraben und ins Gewächshaus gepflanzt. Ein Vlies darüber sollte zusätzlichen Schutz geben. So bleibt er jetzt bis zur Ernte. Das ist im Moment regelmäßig. Ein Kopf langt für zweimal Mittagsbeilage und am Samstag haben wir viel Besuch. Also dem Endivien wird die Salatschüssel eher zum Verhängnis, als der Frost, der ihn schädigen könnte. 



Endivien im Beet (c) by Joachim Wenk
Endivien im Beet


Endivien im Gwächshaus (c) by Joachim Wenk
Endivien im Gewächshaus


Ebenfalls am Samstag bekam die Palme noch ihre Mütze aus einem dicken Vlies. Somit ist sie auch für den Winter verpackt. Alle anderen Kübelpflanzen stehen im Palmenhaus bei 10°C. Nur die beiden Seerosen sind noch draußen. Je nachdem wie kalt und wie lange frostig der Winter wird, besteht ja jetzt die Möglichkeit, die große Seerose im neuen Seerosenbecken auch den ganzen Winter draußen zu lassen. Die Schmucklilie, Agapanthus muß im Winter mehrere Wochen unter 10°C haben. Daher steht deren Kübel in der unbeheizten Werkstatt, bis Dauerfrost kommt. Durch diese Kälteanwendung habe ich jetzt jedes Jahr schöne Blüten im Gegensatz zu den Jahren davor.

Palme mit Winterschutz (c) by Joachim Wenk
fertig verpackte Palme

Vergangene Woche hat es ja nun auch endlich einmal bei uns geregnet. Es kam an zwei Tagen mehr Flüssigkeit vom Himmel, als in den etwa sechs Monaten zuvor und insgesamt. Herrlich. Der erste Regen, den ich auch Regen nennen kann.

Seht den Teich, hier steigt der Wasserspiegel auch schon deutlich. Und das ausschließlich durch Grundwasser und den Regen von Oben.

Karpfenteich (c) by Joachim Wenk
der Karpfenteich füllt sich nach dem Regen langsam wieder



Trotz all meiner inneren Sorgen und Befürchtungen habe ich es also wieder genau rechtzeitig geschafft. Alles Nötige zur Wintervorbereitung, dem Pflanzen-Schutz und zur Sicherung der Ernte ist erledigt. Alle Ängste waren unbegründet. Die Antwort auf meine bangen Fragen lautete wie jedes Jahr: "du schaffst das (rechtzeitig)".

Ebenso unbegründet sollten die Ängste um die "frierenden Pflanzen" sein. Ich habe bis auf drei Pflanzen (die auch schon etliche Winter im Freien überlebt haben) nur winterharte und robuste Sorten und Arten. Die sind geschaffen für unser Klima, also sind Bedenken hier doch Fehl am Platze. Lediglich bei zwei Geranium-Sorten, die ich vor ein paar Wochen pflanzte, stand am Etikett, daß sie im ersten Winter geschützt werden sollten. Dann macht ihnen Kälte im Winter nichts mehr aus. Die beiden habe ich mit Laub bedeckt und das mit Hasendraht gesichert. Schlechte Erfahrungen mit Herbstanemonen, die eher im Frühjahr als im Herbst gepflanzt werden sollten, ließen mich diesmal auf den Rat der Gärtnerei hören. Die Anemonen sind in beiden Jahren nicht über den Winter gekommen. Dann schütze ich die Storchschnäbel lieber mit einer warmen Laubdecke und freu mich auf sie im Frühjahr.

Staudenbeet im November (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im November (gleiches Beet wie im Blog-Titelbild!)


Der Rosenkohl ist hart genug, auch ohne Schutz über den Winter zu kommen. Jedenfalls wenn es nicht ganz extrem lange extrem kalt wird.

Rosenkohl im November (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl mit Schneehaube




Gleiche Stelle, gleiche Besucher, anderer Grund. Vor vielen Wochen badete hier ausgelassen bei Temperaturen weit über 30°C die Spatzenbande mit deren Freunden, den Meisen.

Jetzt bei Temperaturen um die 0°C sind sie immer noch da, aber jetzt schlagen sie sich den Bauch voll mit leckerem Futter. Unzählige sind es die immer wieder aus der Hecke ins Häuschen und vom Häuschen in die Hecke fliegen.

Vogelfutterhäuschen (c) by Joachim Wenk
Vogelfutterhäuschen

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