Montag, 2. November 2015

Heute einmal Vorher-Nachher-Bilder

So, nun ist es vorüber das markante Datum im späten Herbst, an dem sich einmal wieder die Geister schieden.

Halloween, Allerheiligen oder Samain sind ein paar Namen für den Beginn der dunklen und düsteren Monate. Monate die mit Tod und Dunkelheit,  mit mystischen Erfahrungen, Besinnung und Resümee verbunden sind. 

Egal, wie man es nennt. Egal ob man den 31.10 oder den 1.11. als Fixpunkt nimmt oder eben die beiden Wochen beim Wechsel von Oktober zum November. Eines ist immer wieder fest zu stellen. Es ändert sich draußen in der Natur etwas endgültig. Und das haben die Menschen schon immer wahrgenommen und dann zu deuten versucht. 

Die Kälte kommt. Frost hält Einzug und kehrt regelmäßig zurück. Die Bäume verlieren endgültig das Laub. Mit einem Mal war die Eiche dunkelorange, und die Walnüsse (fast) nackig. Mit einem mal sind etliche Stauden eingezogen oder ganz stark dabei. Alles, was noch grün ist hat ein ganz anderes, lebloses Grün. Das Licht wird anders.  Klar es blüht sogar hier und da noch wunderschön. Aber das sind Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Entweder sie sind zu verträumt und haben den Wechsel verpasst oder die Pflanze ist eine herbstliche Kämpfernatur und öffnet unerschrockendie letzten Blütenkronen um dem trotz allem doch gewissen Ende der Blühsaison entgegen zu wirken. 

Das Wachstum stockt, kommt nahezu zum Erliegen. Die Ernten sind fast alle eingeholt. Die Tage sind sehr kurz und oft nebelig. Man spürt wahrlich den ganzheitlichen Rückzug in sich zum Beispiel das Verfärben des Laubes, in dem der Baum die Kräfte zurück in seine Mitte holt. Man sieht die Rückkehr unter die Erde wenn Stauden "verschwinden", weil sie alles aus den oberirdischen Teilen abgezogen haben. Man hört den Rückgang sogar in andere Länder, wenn sich hunderte Stare vor dem Abflug in der alten Eiche versammeln. Der Garten leert sich, wird wieder flach und überschaubar, während er noch vor wenigen Monaten einem undurchdringlichen Dschungel glich. Also partiell natürlich nur. 

Viele Worte für das, was zwei Fotos auch ganz gut zeigen. Das obere Foto ist vom Wochenende (31.10.), Samain,  und das untere liegt gerade mal 3 Wochen zurück (11.10). 


Staudenbeet im Spätherbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet an Samain - Allerheiligen- Halloween

Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet 3 Wochen vor Samain - Allerheiligen- Halloween



Auch selbst fühlt man an sich  diesen Rückzug, das Besinnliche, das Langsamer werden, die Einkehr und das Resüme. 

Daher gibt es diesmal ein paar Vorher - Nachher-Fotos der anderen Art. Sie haben mit meinem Garten zu tun, mit dem Selbstversorger-Garten und dem was aus dem Geernteten so gemacht wird. 

Mein Ziel ist die weitestgehende Selbstversorgung mit Obst und Gemüse und das so gut es geht rund ums Jahr. Wenn man also mit so viel Mühe und Sorgfalt seine  Ernten selbst heranzieht, wird man achtsamer gegenüber seinen Nahrungsmitteln. Einen Rest vom Kohl der übrig ist wegwerfen, nachdem ich monatelang daran gerarbeitet habe? Kommt nicht in Frage. Dieses Bewußtsein überträgt sich zumindest bei mir auch auf käuflich erworbene Lebensmittel. Möglichst wenig oder garnichts verkommen lassen und wegwerfen ist hier das Ziel. 

Alte Semmeln und Brezeln fallen laufend an. Sie werden getrocknet und zwischengelagert. Eines, was immer sehr lecker ist und aus diesen Abfällen hergestellt wird, sind Semmelknödel. 

Ich bereite davon eine größere Menge zu. Sie werden dann roh eingefroren und wenn ich mittags schnell Semmelknödel als Beilage benötige, kann ich sie einzeln entnehmen und 20 Minuten im Dampfgarer zubereiten. 

Knödelgrundlage (c) by Joachim Wenk
Knödelgrundlage

Semmelknödel (c) by Joachim Wenk
Semmelknödel

Wenn man also eine Selbstversorgergarten zum Ziel hat, muß man natürlich auch so viel wie möglich konservieren, um in all den Monaten ohne frische Ernte aus dem Garten auch etwas für die Küche zu haben.

Meine Äpfel sind keine Lageräpfel. Bereits seit dem ersten Fallobst bereite ich Apfelmuß, Apfelgelee und Apfelsaft daraus zu. Der Rest wurde jetzt eingekocht. Das ist eine leckere Beilage für Süßspeisen oder als Apfelkuchenbelag und zwar im ganzen Jahr.

Äpfel am Baum  (c) by Joachim Wenk
Äpfel am Baum

Äpfel im Glas  (c) by Joachim Wenk
Äpfel im Glas

Neulich ging es wieder rund im Geschäft und ich brauchte dennoch für mich ein schnelles Mittagessen. Geschwind zum Metzger gehen und etwas fertiges auf die Hand einzukaufen mag ich nicht. Also habe ich schnell eine leckere Suppe aus Ufokürbis, Kartoffel und Lauch geöffnet und warm gemacht.
Suppengrundlage  (c) by Joachim Wenk
Suppengrundlage

Eingekochte Gemüsesuppe  (c) by Joachim Wenk
eingekochte Gemüsesuppe


Gewürzrotkohl bereite ich schon seit längerem selbst zu und friere ihn ein. Zu diesem Zwecke ziehe ich ab dem zeitigen Frühjahr mein Blaukraut im Garten. Dieses Jahr, in dem ich mich zum ersten mal mit dem Einkochen beschäftige, kam mir der  Gedanke, es nicht mehr einzufrieren.

Und ich kann nur sagen, daß hier das Einkochen viel einfacher ist. Das über Nacht marinierte Blaukraut kommt roh in die Gläser. Deckel drauf und ab in den Einkochtopf. Am Ende habe ich fertig portioniertes Rotkraut, fertig zum Verzehr. Kein rechtzeitiges Auftauen mehr. Und dann das Kochen des Krautes vor dem Einfrieren. Zwei meiner größten Töpfe voll, immer wieder rühren, daß nichts anbrennt. In den Weckgläsern muß ich nicht rühren und es brennt nichts an.

Wir haben es am Sonntag gleich probiert. Exakt gegart, nicht zu weich, nicht hart und köstlicher Geschmack. Die Tiefkühltruhe ist ohnehin schon fast voll. Außerdem kommt zum Beispiel hier ganz deutlich noch ein Vorteil des Einkochens dazu.

Am Herd koche ich das Kraut unter Energieaufwand weich. Dann fülle ich es in Gefrierbehälter und muß es bis zum Verzehr auf -18°C  heruntergekühlt halten. Ununterbrochen! Das kostet Energie. Beim Einkochen brauche ich nur die Energie beim Garen und gleichzeitigen Einkochen. Danach nie wieder, selbst vor dem Essen muß ich - einmal theoretisch gedacht - nicht von -18°C auf +50°C erhitzen, sondern nur von etwa +15°C auf +50°C. Wenn das nicht energiesparend ist.

Blaukrauternte (c) by Joachim Wenk
Blaukrauternte

Rotkohl eingekocht (c) by Joachim Wenk
Rotkohl eingekocht
An was man also nicht alles denken muß, wenn man umweltbewußt leben möchte. Gottseidank kann man ja aber ohnehin nie perfekt sein. Das Gewissen jedoch beruhigt es schon, wenn man hier und da bewusst zum Beispiel Energie und Ressourcen einspart.

So und nun ist lange genug sinniert. Der Frühnebel hat sich verzogen. Es wird Zeit, sich in den Garten zu begeben. Lange wird sie nicht da sein die Sonne, dann verschwindet sie wieder auf der anderen Dorfseite hinter dem Wald.

Erinnert ihr euch, wie ich vor ein paart Tagen hier geschrieben habe, daß es  halt momentan etwas unordentlich im Gemüsegarten aussieht. Grund sind die als Mulch liegenbleibenden Ernterückstände auf dem Beet.

Da mache ich mir Gedanken, ob das wohl verrottet oder wie das aussieht. Und jetzt? Schaut mal, da hat mir "jemand" so richtig Mulch aufs Beet gefeuert. Meine Ernterückstände sind da längst Schnee von gestern. Das Herbstlaub ist ja auch nichts anderes wie Bohnengestrüpp und Umblätter vom Kohl, die ich zum Verrotten auf dem Beet habe liegen lassen.

Herbstlaub im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Herbstlaub im Gemüsebeet


Hier allerdings kann das nicht liegen bleiben. Darunter ist Rasen, welcher im Frühjahr mit samt dem Laub verschwunden wäre. Schön ist der Moment trotzdem, in dem die flach stehenden Sonne das gelbe Laub zum Leuchten bringt. 

goldenes Laub im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
goldenes Laub im Gemüsegarten

Und immer dabei dieser wahnsinnig blaue Himmel. War denn der schon immer so? So wie in diesem Jahr ist mir das Blau noch nie aufgefallen. 

Spätherbst (c) by Joachim Wenk
Spätherbst


Mein Hausbaum, der Star einer meiner letzten Beiträge hier, hat auch bereits ohne großes Trara all sein Laub abgeworfen. Bislang hing es noch fest an den Ästen. Aber nun mit eben dem Eingangs angedachten Wechsel, der in der Natur stattgefunden hat, warf er mit einem Schlag alles ab. 

Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Hausbaum



Die Palmen stehen noch immer im Freien. Diese hier soll draußen bleiben und ich muß anfangen, sie einzupacken. Wenn der Test gelingt, übersteht sie den Winter im Freien. Als erstes habe ich jetzt den Stamm von Oben bis unten mit Heizkabel eingewickelt. In den nächsten Tagen kommt noch die Stammisolierung, die Topfisolierung und die Kronenisolierung dazu. 

Palme mit Heizkabel (c) by Joachim Wenk
Palme mit Heizkabel

Mit einem letzten Vorher-Nachher-Bild werde ich mich für heute wieder verabschieden. Im Frühjahr fiesele ich die vielen einzelnen Triebe des Hopfens Stück für Stück den Draht hoch zum Querbalken. Immer wieder werden Klammern gesetzt und alles vorsichtig in die richtige Richtung geleitet. Das muß beim raschen Wachstum des Hopfens mehrmals die Woche geschehen. Auch mit der Leiter oben am Dach lang. Und jetzt muß ich alles wieder entwirren und vom Rankdraht abwzirbeln. Die Klammen einsammeln und für das nächste Frühjahr verwahren, da geht dann das Spielchen wieder in die andere Richtung. 

Carport mit Hopfen im Herbst (c) by Joachim Wenk
Carport mit Hopfen im Herbst

Carport ohne Hopfen im Herbst (c) by Joachim Wenk
Carport ohne Hopfen im Herbst 

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