Donnerstag, 8. Oktober 2015

Erntedank

Am Sonntag war ja Erntedank, was aber  nicht heißen muß, daß die Ernte bereits vorüber ist.

Im Gegenteil, da steht noch so viel im Garten und nach der letzten recht ruhigen Zeit im Garten werde ich gerade wieder etwas hektisch.

Kommende Woche sind wohl die ersten richtigen Nachtfröste von bis zu -2°C angesagt.

Davor würde ich gern noch einiges abernten und auch die ersten Kübelpflanzen reinholen. Bei manchen bin ich mir da nie sicher, wie weit sie Frost aushalten. Das macht aber garnichts. Ich fange immer mit den empfindlicheren an. Das heißt,  das "Palmenhaus" den Überweinterungsraum vorbereiten. rauskehren, aufräumen, Platz schaffen. Und heute habe ich die Zitrusgewächse, das Zitronengras, den Jasmin und die Strelitzie reingestellt.

Somit ist ein Teil der Arbeit erledigt und ich muß dann nicht, wenn noch mehr oder auch Tags Frost kommt auf einmal alles erledigen. Das geht schon auch wegen der Berufstätigkeit ja zeitlich nicht.

Die genannte Hektik kommt dabei auf, weil ja auch im Gemüsegarten noch viel zu tun ist.

Im  Freiland die Tomatenpflanzen sind bereits entfernt und die Früchte reifen in der Speisekammer nach.

Im Gewächshaus wird jetzt auch Ordnung geschaffen. Wieder eine Kiste mit Tomaten zum Nachreifen. Es wird wohl noch eine Weile Mittags "irgendwas mit Tomaten" geben.

Die Paprika lasse ich noch stehen, lasse die  Tür im Gewächshaus zu. Sie sind dieses Jahr so üppig mit Früchten besetzt, die aber noch unreif sind. Wohl wegen der übergroßen Hitze im Sommer sind sie nicht gewachsen.

letzte Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
jetzt werden die Tomaten im Gewächshaus abgeerntet und die
Pflanzen entfernt
letzte Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
über Tomatenmangel konnte ich mich dieses Jahr wirklich nicht beklage

letzte Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
reife Paprika werden geerntet, die anderen bleiben noch ein wenig
stehen. Ob die noch was werden?




Glockenpaprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
auch die Glockenpaprika trägt überreich, aber noch nicht ein einzige reif. Und das trotzt Pflanzung im Mai und sehr heißem Sommer, wahrscheinlich einfach zu heiß zum Wachsen

Tomaten und Paprika aus dem  Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
die reifen Tomaten und Paprika aus dem Gewächshaus


Nach der Ernte im Gewächshaus, hatte ich Lust, weiter zu ernten. Und diese Lust wurde mehr als befriedigt. Das kann ich euch sagen!

herbstliche Ernte im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
herbstliche Ernte im Gemüsegarten - der Lohn für monatelanges ausdauerndes Gießen!


Im Beet konnte ich den Sellerie ernten. So herrlichen und , für mich, großen Sellerie hatte ich noch nie. Leider ist eine weitere Reihe, die ich etwas später gepflanzt habe noch nicht so weit.

Sellerie Ibis (c) by Joachim Wenk
Sellerie Ibis


Aus dem Laub der Sellerie mache ich Würzpaste. Pro  100 Gramm Grün mit 10g Salz und etwa 100 ml (oder mehr) Öl zu einer grünen Masse mixen. In Schraubgläser gefüllt hält sich das bei mir im Kühlschrank über Monate und wird zum Würzen verwendet.

Die kleinen Knollen habe gleich fein gehackt und getrocknet. So langsam habe ich alles für meine Gemüsebrühe getrocknet ein einem Behälter. Wenn nichts mehr dazu kommt, gebe ich Salz dazu und verarbeite das trockene Gemüse im Mixer zu groben Pulver. Meine selbstgemachte Gemüsebrühe zum Würzen bis zum nächsten Ernten im Sommer und Herbst.



Die Roten Rüben sind im Beet nicht aufgegangen. Ich habe sie dann vorgezogen, aber da war es schon so heiß und nichts wuchs mehr richtig. Ein paar konnten ins Beet umgepflanzt werden. Jetzt sind sie erntereif. Eine ist schon verarbeitet und die anderen kommen  ebenfalls raus. Auch hier habe ich von einigen das Laub aufgehoben. Das kommt die nächsten Tage in den grünen Smoothie.

rote Beete (c) by Joachim Wenk
Rote Beete




Auch die Möhren keimten ja einmal wieder überhaupt nicht. Was habe ich  seit Anfang März Möhren gesät. So lange es nach Packungsaufschrift  eben bis in den Sommer möglich war. Immer wieder und wieder eine Reihe angelegt und gehofft. Jedesmal vergebens. Nichts kam. Nur eben hier und da ein  Möhrchen. Das ließ ich dann stehen, pflanzte noch anderes in die leeren Reihen. Die Möhren wuchsen, so nebenher. Das Laub blieb klein und ich sah keine Möhrenschulter aus dem  Boden blinzeln.

Möhren (c) by Joachim Wenk
Möhren 

Aber ich habe die letzten Tage hin und wieder schon mal daran gezogen und schöne Möhren geerntet. Heute war der Rest dran. Wahnsinn. Davon war überirdisch nichts zu sehen!  Weil sie schon viel zu lange in der Erde waren, sind manche geplatzt. Die kleinen und geplatzten werden sofort küchenfertig eingefroren und die größeren kommen in feuchten  Sand.

Das ist dieses Jahr Prämiere. ich habe mir Behälter zum Stapeln besorgt und mit Sand gefüllt. Mit etwas Wasser wurde er jetzt leicht befeuchtet und die Möhren eingelegt. Wenn es gut geht, dann wird das künftig vermehrt gemacht. Auch der Sellerie und die Roten Rüben liegen jetzt im Sand.  Leider habe ich keinen kühlen Keller und schon gleich keinen Erdkeller, der ja mein Traum wäre. So steht das nun in der Garage, die kühler ist, als der Keller.


Walnüsse. Wie schön, daß man die nicht vom Baum pflücken muß. Allerdings ist es auch wieder unpraktisch, wenn sie überall am Boden herum liegen. Klaubt man sie nicht täglich auf, zertritt man sie in der Wiese und auf den Wegen und das ist auch nicht schön. Also fange ich das große Walnuß-Klauben an.

Die vom letzten Jahr haben wir alle entsorgt. Sie waren einfach nicht zu knacken und wenn man sie aufbekam, gelang es nicht, das Innere ordentlich aus den Schalen heraus zu fieseln. Nur winzige Bruchstücke, so als hätte man sie schon fertig gehackt für den Kuchen, waren das Ergebnis der abendlichen Nußknackbeschäftigung beim Fernsehen. Weil ich ja ungern etwas entsorge, habe ich damit dann doch weihnachtliches Gebacken. Bei der Knackerei mit anschließendem Pulen mit dem Messer gelangten aber so viele Schalenbrösel mit in die fertigen Nüsse, dass das Gebäck eher kein Genuß war. Also ließen wir es. Das Backen und das weitere Knacken.

Damit ich mir nicht wieder die Mühe mache mit dem Aufklauben der Nüsse, dem Trocknen und dem hin und herschleppen der Säcke und Körbe,  um sie dann nur  den Wildschweinen zu verfüttern, machte ich einen Test. Die ersten Nüsse von diesem Jahr wurden gleich über der Heizung getrocknet und geknackt. Immerhin waren oder sind die Bäume durch die Sommerhitze und Dürre fast am Vertrocknen (hoffentlich überleben sie den Winter) . Wie wirkt sich das wohl auf die Nüsse aus? Jedenfalls sind sie recht klein. Etwa die Hälfte der geknackten Nüsse war hohl, oder nur eine getrocknete Mumie steckte in ihnen. Die andere Hälfte aber war wohl gefüllt und ich habe den Inhalt leicht in großen Stücken, ja sogar manchmal in kompletten Hälften entnehmen können. Das sieht gut aus. Also wird wieder gesammelt und getrocknet. Immerhin sind die Nüsse doch so wertvoll und schmecken köstlich.


Walnüsse zum Trocknen (c) by Joachim Wenk
die Walnußernte beginnt

Die Walnußernte wird wohl noch  ein paar Tage andauern.

Was dringend gemacht werden sollte, bevor der Bodenfrost kommt, ist die Kartoffelernte.

Im Sommer beinahe vertrocknet, fast kein Laub mehr und bei den Frühkartoffeln winzige Knöllchen. Wie wird es mit den Lagerkartoffeln aussehen?

Der Boden ist nur etwa 2cm tief feucht. Die Knollen selbst liegen in trockenem Boden und lassen sich daher noch leicht ernten. Also ran an die Grabegabel und weg mit dem Kartoffeldickicht.


Kartoffelernte im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Kartoffelernte im Gemüsegarten

Kartoffelernte im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
das Laub ist noch super

Kartoffelernte im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
wirklich? jetzt wo sie so erholt und frisch grün aussehen, soll ich sie ausgraben?

Kartoffelernte im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Ja! Wat mut dat mut oder wie sagt man da?

Kartoffelernte im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
also zu früh war ich jedenfalls nicht dran mit der Ernte
Ich habe mir wirklich keine großen Hoffnungen gemacht. Die Frühkartoffeln lecker aber sehr klein. Der irre Sommer und diese schlechten Bedingungen zum Wachsen und gedeihen.

Und dann diese Überraschung. Viele Kartoffeln waren es nicht. Aber so große, wie noch nie. Herrliche Kartoffeln von jeder der drei Sorten, die noch im Beet standen. Was für eine Freude.

Kartoffel  Sarpo Mira (c) by Joachim Wenk
Kartoffel  Sarpo Mira 

Kartoffel  Setanta (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Setanta

Kartoffel  Cara (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Cara

Normaler Weise hätten die drei Kisten jeweils zu dreiviertel gefüllt sein müssen. Aber bedenke ich, wie der Sommer war, bin ich wirklich so stolz über diese wunderbaren Kartoffeln. Ich freue mich schon auf all das Leckere, was ich davon zubereiten werde. Pellkartoffeln (meine Lieblingsbeilage), Kartoffelbrei, Gratins, Pommes, Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer, Kartoffel-Hefezopf, Kartoffel-Waffeln, Kartoffel-Pfannkuchen, Kartoffelsuppe, Klöße, Eintöpfe, mit Möhren und mit Sellerie und....

Wißt ihr was? Ich verabschiede mich für heute, ich muß jetzt dringend in die Küche! Bis die Tage, denn.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen