Montag, 26. Oktober 2015

ein herbstlicher Samstag Nachmittag im Garten.

Ein milder Samstagnachmittag hat mich dazu verleitet, in den Garten zu gehen. Und tatsächlich gelangen mir ein paar kleinere Arbeiten. Die Gartenlust hängt halt doch vom Wetter ab. 

Auch wenn sich die Sonne am Himmel nur noch sehr selten sehen lässt, diese  Sonnenblume hier gleicht das doch auf ganz charmante Weise aus. So viele Blüten vom Boden bis hoch hinaus. 


Sonnenblume und Astern im Spätherbst (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume und Astern im Spätherbst



Mein Alpenveilchen hat mittlerweile zu seinen unentwegt neu erscheinenden Blüten auch wieder Blätter bekommen. Dieses kleine zierliche Pflänzchen ist verdammt hart im Nehmen. Im Winter friert dich Knolle durch. Im Sommer stand es in der glühenden Hitze und absoluter Trockenheit an einer gen Süden geneigten Böschung. Da war es dann auch verschwunden. Umso mehr überraschten mich im Spätsommer erste Blüten, die einzeln aus der Erde wuchsen. Es lebte! Und jetzt ist es wieder ein wundervolles Pflänzchen mit Blüten und Blättern.
Alpenveilchen (c) by Joachim Wenk
Alpenveilchen
Hier steht es, das Alpenveilchen. Wenn man so auf das Beet und die Rose de Resht blickt, steht es zu ihren Füssen vorne rechts. Ein winziger weißer Fleck ist im Foto dort erkennbar.
Terrasse, Weg und Beeteinfassung neu (c) by Joachim Wenk
neuer Weg zur neuen Terrasse mit neuer Beeteinfassung. 

Ja die Rose de Resht. Sie blüht nun schon den ganzen Sommer. Eine tolle Rose mit eben so tollem Duft.
Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Bildunterschrift hinzufügen


In den letzten beiden Jahren habe ich einige Herbstanemonen gepflanzt. Leider haben nur zwei weiße Exemplare überlebt. Eine davon steht unterm Khakibaum im neuen Staudenbeet unter der Terrasse. Sie blüht wirklich ausdauernd und sehr hübsch.

Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone 


Nicht mehr ganz so prächtig sind die Dahlien in ihrem Trog. Hier haben sie vor den Schnecken Zuflucht nehmen müssen. So richtig gut gefallen hat ihnen das Quartier nicht. Jetzt warte ich noch auf die ersten Fröste und räume sie dann ein. Sonst hatte ich sie immer vor dem Frost ausgegraben und im Überwinterungsraum aufgestellt. Weil man aber immer wieder liest, daß sie mancherorts den ganzen Winter draußen bleiben kam ich zu dem Entschluß, daß die ersten Fröste sie nicht umbringen werden. Ich bin froh wenn nicht alles auf einmal in das ohnehin immer zu kleine Palmenhaus gebracht werden muß. Also dürfen sie ihren morbiden Charme noch ein wenig verstrahlen.

morbide Schönheiten Dahlien im Herbst (c) by Joachim Wenk
morbide Schönheiten - Dahlien im Herbst


So langsam werden meine Staudenbeete so, wie ich es mir vorstelle. Sie sehen nicht mehr so neu bepflanzt aus. Wie hier, wenn die einzelnen Stauden sich selbst vermehren und dann dann ihre Blüten durchs Laub der anderen Pflanzen schieben, gefällt es mir am besten. Die Katzenminze mag ich besonders. Sie blüht den ganzen Sommer und Herbst, säht sich offensichtlich selbst aus und die Blütenfarbe passt sehr schön zu den anderen Stauden in Rosa, Rot, Pink, Blau oder Weiß.


Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Katzenminze hat sich selbst ausgesät


Vorne rechts im Bild ist die Ecke des Staudenbeetes, in dem die Katzenminze sich ausgesät hat. Schön, wie sich nun, da die Blüten weniger werden die Blätter so schön bunt verfärben und damit die Farbe im Beet wieder beleben.

Das Laub hier unterm Nußbaum und auf der Terrasse habe ich übrigens auch schon mal weggekehrt. Das wird nicht das letzte mal sein, wie mir schon klar ist. Aber ich habe tatsächlich Lust gehabt etwas Ordnung zu machen.

Herbst im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Staudenbeet


Wenn die Sonne nicht scheint, wird es doch rasch trist im Garten. Dennoch eine schöne Stimmung, wie ich fand.
Herbst im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Herbst im Landgarten


Die Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum. Mächtig gewachsen ist sie, üppig geblüht hat sie. Schöne Erinnerungen an den Sommer ruft sie jetzt hervor, wenn ich auf dem Bänklein im Gemüsegarten sitze und sie anschaue. Dann erinnere ich mich gern an die Fliederfarbene Blütenpracht bis hoch in die Krone des Baumes. Wer Lust hat, die gleichen Bilder wie ich vor meinem inneren Auge zu sehen, der kann gerne einmal hier klicken. Die Rose im Juni, ein toller Anblick.

Rose Marie Vieaud (c) by Joachim Wenk
Rose Marie Vieaud




Herbst ist es auch in unserem "Obstgarten". Die vier Säulen-Obstbäume sind im ersten Jahr zwar mächtig gewachsen, haben aber nur wenig geblüht und bis auf drei Birnen und einen Apfel nichts getragen. Meines Erachtens sind sie sogar zu sehr gewachsen. Und die Birne hatte schwarze Läuse. Ein Spritzmittel mit Spülmittel war zu stark und so verlor sie vor der Dürre im Sommer einen Großteil der Blätter. Kein gutes Jahr für die vier. Ich muß mich nächstes Jahr besser um sie kümmern. Die Ramblerrose an der Scheunenwand hatte schön geblüht und ist nochmal schön gewachsen. Besonders gespannt bin ich nun auf die Rose, die ich zwischen die Ramblerrose und den ersten Baum pflanzten. Parfum de l'Hay heißt sie und soll auch den ganzen Sommer blühen. Der Strauch soll den Platz dort gerne ausfüllen. Sicher passt das Bild, wie ich es mir vorstelle, ganz toll in einen Landgarten. Ein kräftiger Rosenstrauch, überhängende Triebe über dem grünen Rasen vor der Scheune. Und dann besetzt mit ganz vielen locker gefüllten roten Blüten die einen starken Duft verströmen.


die vier Säulen-Obstbäume (c) by Joachim Wenk
die vier Säulen-Obstbäume




Im Gemüsegarten sieht es, wie schon einmal erwähnt gerade unordentlich aus. Daher wollte ich die Bilder erst gar nicht zeigen. Ich sehe es aber wirklich als Test, ob das gut ist oder nicht und werde daher in regelmäßigen Abständen mit aktuellen Fotos davon berichten.

Anstatt alle Ernterückstände auf zu klauben und zum Kompost zu tragen, lasse ich sie an Ort und Stelle liegen. Die Bodenlebewesen sollen sie zersetzten und in Nährstoffe verwandeln. Genau wie am Kompost auch, aber mit dem Nebeneffekt, daß der Boden im Beet nicht schutzlos den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Zudem muß ich nicht erst alles zum Kompost schleppen, diesen dann mindestens einmal umzuschaufeln um dann den fertigen Kompost wieder in die Beete karren zu müssen. Für den Boden hat ja eine Mulchschicht immer enorme Vorteile.

Jetzt lasse ich mich überraschen, wie das über den Winter zerfällt, wie im Frühjahr die Bodenbeschaffenheit ist und wie es dort wächst. Ich halte euch am Laufenden, auch wenn es unordentlich aussieht.

Ihr könnt auch den noch keimenden Roggen erkenne. Das ist die andere Art der winterlichen Bodenbedeckung im Gemüsegarten, die ich ausprobiere.

Erntereste als Mulch im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Erntereste als Mulch im Gemüsegarten

Erntereste als Mulch im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Erntereste als Mulch im Gemüsegarten 

Wie man hier sehen kann, gibt es trotzdem sehr wohl Kompostbehälter bei mir. Gerade jetzt im Herbst fällt das organische Material für den Kompost in rauhen Mengen an. Drei Behälter sind voll, ein Vierter füllt sich gerade und in einem sackt der reife, im Sommer umgeschlichtete Kompost in sich zusammen, bevor er im Frühjahr verteilt wird.

Das ganze ist sozusagen meine Düngerfabrik mit unzählbaren fleißigen Helfern, die im Hintergrund - oder besser Untergrund - rackern.


Kompostmieten - die Düngerfabrik im Biogarten (c) by Joachim Wenk
Kompostmieten - die Düngerfabrik im Biogarten


Eine weitere Düngerfabrik steht im Überwinterungshaus. In ihr geht die Produktion rund ums Jahr von statten. Meine Wurmfarm produziert am laufenden Band frischen Wurmhumus. Dieses System mit den übereinander gestapelten Schalen ist super. In dem alten Bokashieimer, den ich mit Luftlöchern für die Würmer durchbohrte klappt die Produktion nicht. Es ist zu feucht, die Entnahme umständlich bis unmöglich. Eine sehr unschöne Angelegenheit. Für mich ist diese auch in der Literatur beschriebene Methode mit nur einem Behälter als Wurmkiste nicht praktisch. Daher nehme ich jetzt die Eimer um den geernteten Wurmhumus zwischen zu lagern. Unter das Gitter lässt den immer entstehenden Wurmtee, die Flüssigkeit aus dem Humus, gut abtropfen und die Luftlöcher lassen Sauerstoff für die Organismen hinzu. Den am Wochenende geernteten Wurmhumus werde ich beim Pflanzen meines Zwetschgenbaumes verwenden. Bestellt ist er, mal sehen, wann die ihn liefern. 
Wurmfarm und frisch geernteter Wurmhumus (c) by Joachim Wenk
Wurmfarm und frisch geernteter Wurmhumus

Im Palmenhaus, dem Überwinterungsraum haben schon etliche Kübelpflanzen ihr Quartier bezogen. Jetzt kommen noch zwei sehr große Palmen, die Banane und die große Feige hinein. Der Oleander steht ebenfalls noch im Freien, wie der Rosmarin, die Zitronenverbene oder die Schmucklilie. Gerade die großen Kübel sind jedesmal ein mortz Aufwand sie zu transportieren. Gut dass wir jetzt so schöne Wege haben und  mit dem Sackkarren oder Möbelroller direkt auf die Terrasse fahren können. Ich lasse diese weniger empfindlichen großen Gewächse,  so lange wie irgend möglich draußen. Sobald sie eingeräumt sind, wird es unsäglich eng im Palmenhaus, man kommt zu Gießen nirgends mehr hin und die Luftfeuchte steigt, daß die Wände nass werden. Daher ist jeder Tag gut, an dem sie noch draußen bleiben können. 

Die ganz riesig große Palme mit über 3,50m Höhe bleibt jetzt draußen. Heizkabel um den Stamm, das Herz und den Kübel werden mit spezieller Isolierung umwickelt und der ganze Schopf kommt in einen Vlies-Sack. So soll es klappen. Wir werden sehen. Das ist das erste Jahr. Wenn es nicht klappt ist es auch das letzte Jahr. Aber im Haus hat sie keinen Platz mehr. Sie ist jetzt endgültig zu hoch um selbst in das extra umgebaute Palmenhaus hinein zu passen. 

Kübelpflanzen im Palmenhaus  (c) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen im Palmenhaus

Kübelpflanzen im Palmenhaus  (c) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen im Palmenhaus 

Weil es jetzt schon wirklich zeitig dunkel und kalt wird, komme ich eher dazu in der Küche meine Vorräte weiter aufzustocken. Die restliche Apfelernte habe ich eingekocht. Leider ist der Apfel zum Lagern nicht geeignet und muß rasch verarbeitet werden. Saft und Muß habe ich schon. Das Kompott schmeckt sehr gut zu Griesbrei, Milchreis oder Pfannkuchen. Und es hält sich sehr gut.

Äpfel eingekocht (c) by Joachim Wenk
Äpfel eingekocht




Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die unbändige Lust zum Gärtnern - wenn sie jemand gefunden hat, bitte bei mir melden

Also mich würde doch wirklich einmal interessieren, wie es euch in der Hinsicht so geht. 

Ich habe meine bestimmten wöchentlichen Gartentage. Das sind meine freien Tage, die ich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Garten rackernd verbrachte. So weit so gut. Aber im Moment gibt es zwar eben auch diese Tage aber ich stehe im Garten, schlorche hier hin und dort hin und irgendwie wird nichts so richtig erledigt. Ja, ich mache sogar dann einfach Feierabend und gehe rein ins geheizte Wohnzimmer und setze mich aufs Sofa. Ich habe gerade tatsächlich keine rechte Lust im Garten etwas zu machen. Sie ist weg die  Gartenlust!

Wenn ich dann schauen möchte, was die anderen so treiben und ich bei Google und Co. herum lungere, stelle ich fest, daß auch hier tote Hose ist. Kommentare, Fotos, Blogbeiträge, Posts. Egal wo ich hinsehe, sehe ich Flaute. Also geht es euch wohl so ähnlich wie mir gerade. 

Also wenn da draußen noch jemand ist und das hier liest, berichte mir doch mal über deine momentane  Gartenlust, und Aktivitäten oder hast du auch eher Sofalust und Passivität. 

Jedenfalls geht es dem Garten wie mir, es geht alles recht langsam. Langsam aber stetig. 

Im Gemüsegarten sind fast alle Flächen abgeerntet. Der Gründünger steht schön saftig im Beet und auf den leeren Flächen keimt er gerade noch. 


Gemüsegarten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Herbst

Im Winter werden dann je nach Witterung hier die Platten ausgetauscht. Die zusammengewürfelten Wegeplatten unterschiedlichen Formates werden durch die alten Waschbetonplatten von der Terrasse ersetzt.

Gemüsegarten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Herbst



Meine zuletzt gepflanzten Kohlrabi stehen herrlich gesund und kräftig im Beet. Sie kamen zu spät an Ort und Stelle wegen Dürre und Hitze. Vielleicht werden die Kohlrabi noch etwas. Sie wachsen wirklich noch. Es ist ja auch eine Herbstsorte.

Etliche Kohlrabi haben aber nicht einmal Knollenansatz. Wäre  auch verwunderlich, denn das waren dann, wie ich jetzt glaube, doch eher Brokkoli- oder Blumenkohlpflänzchen. Die sahen beim Auspflanzen alle so elend und kläglich aus. Ich habe sie einfach in die Erde gesetzt und regelmäßig gegossen. Wären sie doch nur zur rechten Zeit auch so toll gesund und ohne Schädlinge.

Kohlrabi und anderer Kohl (c) by Joachim Wenk
Kohrabi und anderer Kohl


Im Schneckenzaunbeet stehen noch Rosenkohl und Endivien, ein paar Winterrettiche und Asiasalat sowie Lauch. Manchen mag es verwundern, wie es dort aussieht. Ich versuche dieses Jahr einmal die Ernterückstände gleich an Ort und Stelle als Mulch liegen zu lassen. Sie sollen hier verrotten. Meine Kompostbehälter waren alle übervoll. Platz, noch den Letzten aufzustellen hatte ich nicht, da der an dieser Stelle liegende, reife Kompost hätte verteilt werden müssen. Erwähnte ich schon, daß mir gerade die Lust zur Gartenarbeit fehlt? Jedenfalls bezeichne ich das Durcheinander jetzt einfach als Test und werde sehen, ob es zerfällt und vielleicht verrottet und wie es im Frühjahr sein wird, wenn ich neu pflanzen will.

Herbst im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Ernteabfälle als Mulch im Gemüsegarten


Ein wenig  Platz habe ich frei gelassen. Hier sollen Spinat und Feldsalat wachsen. Gesät habe ich rechtzeitig allerdings, wie alles was ich in meinen Gartenboden direkt sähe, ging das Zeugs nicht auf. Jetzt keimt es endlich. Zwar lückenhaft aber man erkennt die Reihen. Wächst das wohl noch?

Herbst im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
da kommt er also doch , der Spinat

Herbst im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
der ist früher gesät und daher schon größer


 Endivien, Asiasalat "Green in Snow" (c) by Joachim Wenk
links ein Endivien, rechts Asiasalat "Green in Snow"

Endivien (c) by Joachim Wenk
Endivien



Der Hopfen sollte auch abgeschnitten werden.

Herbst im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Hopfen und Palme am Carport


Und natürlich die Stauden. Aber die sind ja fast alle noch saftig grün. War das vergangenes Jahr auch so? Wann habe ich sie abgeschnitten? Jetzt jedenfalls finde ich es einen unpassenden Zeitpunkt zum Abschneiden. Die sollen erstmal ihr Laub  verfärben und die Kräfte daraus zurückziehen.   So lange warte ich mal lieber auf dem Sofa...

Herbst im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Herbst im Landgarten


Neben ein paar Stauden versuchte ich auch eine Rose und zwei Sträucher vom Bauernjasmin zu pflanzen. Was soll ich sagen, es müsste halt endlich einmal regnen. Unter der Grasnarbe ist der Boden leicht feucht. Wenn man aber einen Strauch oder eine Rose pflanzen möchte, sticht man natürlich mit dem Spaten in den Boden. Der ist steinhart und total trocken da unten. Super, schon wieder gießen, gießen, gießen. Hört das denn gar nicht auf? 

Herbst im Landgarten (c) by Joachim Wenk
in der Bildmitte die neue Rose "Parfum de l'Hay"  - was bin ich gespannt, wenn sie das erste mal blühen wird



Etwas das dieses Jahr auch nicht aufhören will, ist das Blühen überall im Garten. Juchhu. Endlich vom Frühjahr bis fast zum Winter Blüten. Auch wenn es mir  den Eindruck macht, als ob so manche Farbe jetzt im Herbst irgendwie schräg ist, anders als im Sommer.

Auf alle Fälle  interessant ist die Farbkombination hier in der einen Ecke des Staudenbeetes. Schrill könnte man es schon bezeichnen. Bescheiden  ist jedenfalls anders, eher aufmerksamkeitsheischend. Schön farbig und bunt eben, so mag ich es.

Herbst im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Blütenpracht Ende Oktober



Die Stauden und Büsche im Mäuerchenbeet, dem heißesten und trockensten Teil des Gartens, haben sich wirklich erstaunlich erholt und stehen im Beet, als wäre nichts gewesen. Welch ein Erleichterung für mein besorgtes Gärtnerherz. 

Und wie üppig das schon die ganze Zeit hier wächst. 

Herbst im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
üppiges Wachstum im Staudenbeet, aber  von Unkraut keine Spur


 Und wisst ihr, was super ist, mindestens so gut, wie die vielen noch blühenden Gewächse? Hier im Mäuerchenbeet und im Staudenbeet wuchern die Stauden derart, daß Unkraut gar kein Thema ist. Es kommt einfach nicht hoch. Was habe die Jahre zuvor hier und im oben gezeigten Staudenbeet viele  Male in der Saison eimerweise das Unkraut entfernt. Dieses Jahr zupfe ich mal hier und da ein Pflänzchen raus. Das war's. Genial oder? Da müssen die anderen Staudenbeete auch noch hinkommen. Dieser Zustand ist super. Schon gleich jetzt mit meine akuten Unlust zum Gärtnern....


Herbst im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Herbstastern geben den Ton an


Gleicher Blickwinkel andere Jahreszeit. Das Foto entstand vor 3 Monaten im Juli. 

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Juli



Montag, 19. Oktober 2015

Unser Hausbaum - erst eineinhalb Jahre bei uns und schon so viel erlebt

Eineinhalb Jahre steht er jetzt bereits bei uns im Garten. Der Hausbaum, eine Baumhaselnuß.

Für die kurze Zeit ist er schon wirklich deutlich gewachsen. Wir sind richtig stolz auf ihn und unsere Idee, überhaupt einen Hausbaum zu pflanzen.

Am Wochenende habe ich einmal wieder etwas bei ihm verändert. Klar, daß ich darüber hier schreiben will. Und wie ich so überlege, was ich schreiben werde oder wie ich ihn in Szene setzen könnte, merke ich, daß der kleine Baum ja schon wirklich viel in den letzten Monaten bei uns erlebt hat.

Also werde ich nicht nur vom vergangenen Wochenende berichten, sondern ihm einen eigenen Beitrag gänzlich widmen.

Begonnen hat es im Mai 2014. Wir haben uns schon länger entschieden, daß in der großen Wiese ein freistehender Baum wachsen soll. Als Nachfolger für die riesige, uralte und vor etlichen Jahren durch einen Sturm gefällte Birne.

Wir wußten nur noch nicht so ganz, was es für ein Baum werden soll. Ein Obstbaum? Ein anderer Laubbaum? Jedenfalls kein Nadelbaum! In irgendeinem Gespräch am Stammtisch sagte ein  Freund uns, daß bei Ihm noch ein ausgegrabener Sämling einer Baumhaselnuß am Hof stehe. Er selbst hat nun doch keine Verwendung dafür. Schade wäre es auch um das Bäumchen, wenn er im Kübel kaputt ginge.

Wir haben riesige Haselnußsträucher überall am Gelände, auch Walnußbäume und ich weiß auch, daß es von der Haselnuß eine Baum-Art gibt. Warum also kein Haselnußbaum? Nach ein paar Recherchen über deren Wuchsform und Standortansprüche beschlossen wir, das Bäumchen zu nehmen. So ist die Entscheidung gefällt und der Hausbaum kommt in den Garten.

In seinem Kübel darf er erst einmal  hier und da in der Wiese "probestehen", damit wir das von allen Seiten und aus allen Perspektiven begutachten können.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß



Das wird immerhin eine Entscheidung für immer. Dort, wo wir ihn eingraben, wird er den Rest seines Lebens stehen.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Fertig. Er steht. Der Stützpfahl ist jedenfalls nicht unterdimensioniert und im Vergleich zu den anderen Bäumen ist es noch ein süßes kleines Bäumchen.



Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




 Auch von oben macht er eine gute Figur

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Ja wo ist er denn? Ach ja, da ist er ja. Man muß schon genau hinsehen, um das Bäumchen zu entdecken.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Der erste Sommer geht zu Ende. Es wird herbstlich im Garten. 


Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Auch unser Hausbäumchen färbt seinen Kittel....
Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



... und verliert ihn schließlich. Ganz nackig steht er da im grünen Rasen.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Und kaum ist er nackig, geht das Schmuddelwetter los. Schnee und Eis regnen auf ihn herab.


Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk


Der erste Winter mit Hausbaum.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Jetzt im Schnee sieht man ihn wieder ganz gut.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Viel Schnee gibt es im Winter 2014/15 nicht. Es wird Frühjahr. Zumindest werden die Tage länger, aber leider bleibt lange, lange, sehr lange die nötige Wärme aus. 

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Klar das gehört auch dazu, noch einmal Schnee, wo ihn niemand mehr haben möchte.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Mittlerweile ist es April und die Maschinen halten Einzug im Garten. Hier wird mächtig gehämmert, wahrscheinlich kribbeln dem Bäumchen die Wurzeln nach dem Tag so, wie uns die Finger.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Spätestens jetzt wird dem Hausbaum sicher Angst geworden sein. Was wird das wohl alles?

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




 Man erkennt, was da gemacht wird und es wird wieder ruhiger.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Oh nein, gerade will er genüsslich austreiben, schmückt sich mit frühlingshaftem Grün, da kommen schon wieder diese Monstergeräte. Und dann stellen die auch noch so hässliche Boxen neben ihn.


Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Der erste Geburtstag am neuen Standort ist vorüber. Im Juni sind die Wege ganz schön weit voran geschritten. 

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



"Hilfe, jetzt fangen die an meine Füßen an zu graben."

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Ach so, nichts Größeres nur ein schmückender Ring aus Granit, damit der Rasen in seinen Schranken gehalten wird.
Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Ein ganz besonderes Foto. Das war der letzte Regen im Sommer 2015.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Er wächst und ist prächtig grün.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Und er steht  den ganzen lieben langen Tag in der prallen Sonne. Da muß regelmäßig gegossen werden. Seine Wurzeln sind ja noch nicht so richtig groß im Boden umhergekommen.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Damit der olle Stützpfahl nicht so dominant herüber kommt, erhält eine Kappe. Ein Gockel nimmt auf ihm Platz.
Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk



Es ist August. Seit Monaten steigen die Tagestemperaturen weit über die 30°C. Viele Tage erreichen sie 35 °C und mehr. Der Himmel strahlend blau. Nicht eine Wolke liefert willkommenen Schatten. Es regnet niemals. Alles verbrennt. Der Rasen ist kaputt und selbst die großen Freunde vom kleinen Hausbaum haben welke Blätter - wie die Walnüsse - oder bekommen gelbe Blätter - wie die Esche und Eiche und Birken oder die Haselsträucher.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Schön ist das alles nicht und fühlt sich auch nicht schön an. Bekäme er nicht mehrmals die Woche viel Wasser, wie sähe dann wohl das Bäumchen aus.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Ein typisches Bild für den Herbstgarten in den ersten......Nein nicht Oktobertagen, es ist Anfang August. Der Garten liegt voller Herbstlaub und ein Haselnußstrauch steht schon nackig da.
Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Im September beruhigt sich das Klima langsam. Es hat ab und an einmal 1-2 l/qm geregnet. Der Boden ist nur ganz oben feucht. Aber die Tage werden kürzer und so brennt die Sonne nicht mehr so viele Stunden unerbärmlich auf den Garten herunter.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Was bleibt, ist der blaue Himmel.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Mitte Oktober  färbt sich auch der Hausbaum nun zum zweiten Mal an seinem Standort in herbstlichen Farben. Die Cosmea unterstreicht das in schrillem Pink.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk





Schon drei Tage später ist Schluß mit Sonne. Es ist kalt, sehr kalt und der blaue Himmel ist verschwunden.
Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




Da der Boden mittlerweile bis in etwa 10cm Tiefe feucht (keineswegs nass) ist, beginne ich zu pflanzen. Im Juni beim Schneiden der Buchskugeln im Gemüsegarten nahm ich einige Ästchen als Stecklinge. Sie haben mittlerweile mehr oder weniger gut Wurzeln ausgebildet. Jetzt kommen sie an den für sie angedachten Platz. Das wird einmal ein ganz niedrige Buchshecke auf der Baumscheibe.

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk




In dem vom Buchs gebildeten Ring sollen niedrige, langeblühende Geraniums uns den ganzen Sommer über mit kleinen Blüten erfreuen. So ist der Plan und ich bin gespannt auf den nächsten Sommer und die Fotos, die ich euch dann vom Hausbäumchen und dem, was um ihn herum passiert, zeigen kann. 

Unser Hausbaum, die Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanzte Baumscheibe unseres Hausbaumes

Zum Vergleich seht ihr hier das Foto kurz nach dem Pflanzen und ein Foto von vor wenigen Tagen.


Hausbaum im Mai 2014 (c) by Joachim Wenk
Mai 2014

Hausbaum im Oktober 2015 (c) by Joachim Wenk
Okober 2015