Donnerstag, 3. September 2015

vom Beet auf den Teller - leckeres Essen für mich und meine Heinzelmännchen

 Was für ein schöner Tag im Garten. Die Temperaturen sind endlich wieder erträglich. Es hatte ein ganz klein wenig geregnet.

Ich habe eine schöne Ernte eingebracht und gleich ein leckeres Mittagssen daraus bereitet. Für meine fleißigen Helfer im Boden gibt es  auch zu Essen. Rasenmulch kam in die Beete  und Gründünger gibts demnächst auf der Speisekarte.

Nachmittags saßen wir mit den Eltern bei selbst gebackenen Süßteilchen und Kaffee zusammen und alle genossen es.

Hausbaum (c) by Joachim Wenk
herbstlicher Blumenschmuck am Hausbaum



Ich bin gleich früh am Morgen in den Garten und mußte überlegen, ob es die kurze Hose tut, oder ob eine lange her muß. So frisch war es. Bald kam aber die Sonne hervor und die Frage stellte sich nicht mehr.

Etliche Kilogramm Tomaten waren erntereif und die Paprika. Die knubbeligen Roten haben mich ganz besonders begeistert. Sie standen das erste Mal auf meinem Anbauplan. Also ich sie im Katalog sah und ihre Beschreibung las, war mir sofort klar, daß ich sie haben muß. Eine dickfleischige Feinschmeckersorte mit hervorragendem Geschmack sollte es sein. So robust, daß sie auch fürs Freiland geeignet sind. Dann werden sie im Gewächshaus wohl erst recht gedeihen, dachte ich mir. Liebesapfel heißt die  Sorte. Heute können sie zeigen, ob die Lobeshymne im Katalog gerechtfertigt ist.


reiche Ernte im  Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
die heutige Ernte

Feinschmecker Paprika Liebesapfel (c) by Joachim Wenk
Feinschmecker-Paprika "Liebesapfel"


Natürlich werden sie als gefüllte Paprika zubereitet. Denn dafür habe ich sie ja ausgesucht. Die runde abgeflachte Form macht sie in der Auflaufform auch in gegartem Zustand sehr standfähig. Was hat mich das immer geärgert, wenn die Paprika, schön gefüllt, in der Form nicht stehen wollten oder beim Garen umkippten. Diese Zeiten sind jetzt vorbei.

gefüllte Paprika (c) by Joachim Wenk
gefüllte Paprika


Sie kippen nicht einmal am Teller um, wenn man sich ein Stück abschneidet. Und der Geschmack. Ein Traum. Paprika pur uns so süß, auffallend süß und mild. Wirklich sehr dickwandig für so kleine Früchte. Das Kerngehäuse ließ sich sehr leicht entfernen. Absofort mein absoluter Paprikaliebling.

Die anderen werde ich für Gerichte verwenden, bei denen sie kleingeschnitten werden und zum Einfrieren. Gefüllt werden bei mir nur noch Liebsäpfel.

Natürlich gab es ein frisch gemachte Tomatensauce dazu. Von den anderen habe ich wieder Sauce konserviert.
gefüllte Paprika (c) by Joachim Wenk
gefüllte Paprika 

Konserviert werden auch die Buschbohnen. Sanguigno ist hier meine Lieblingssorte. Eineinhalb Kilogramm von einer Reihe. Sie sind schon recht groß, was aber nicht schadet. Sie werden nicht holzig oder fadig. Ich friere sie ein, als schnelle Beilage.

Buschbohne Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohne "Sanguigno"


Aber nicht nur in der Küche haben wir gewerkelt. Ein ganzer Anhänger voll Mutterboden wurde gekauft. Damit kann endlich das restliche Stück neben dem neuen Weg bei der Terrasse ordentlich mit neuer Erde angefüllt werden. Auch im neuen Beet hinter den Granitsteelen beim Haus ist nun Erde aufgefüllt und die ersten  Stauden konnten einziehen. Lange genug warten sie darauf. Am Wochenende werde ich im ganze Beet dort noch etwas Ordnung schaffen. Dann kommt auch der neue Rosenableger, der bereits schön treibt hinein und eine Baumpfingstrose, die seit etwa Mai in ihrem viel zu kleinen Topf auf diesen Moment wartet.


Mein Gründünger ist aus dem Keimstadium raus und fängt jetzt schön an zu wachsen. Im Foto zu sehen ist eine Mischung aus Buchweizen, Saatwicke und Phacelia. An anderer Stelle, habe ich auf deine leere Reihe nur Buchweizen gesät.

Gründünger (c) by Joachim Wenk
Gründünger


Warum mache ich das? Jetzt im Spätsommer und Herbst werden immer mehr Flächen in den Beeten abgeerntet und stehen dann leer. So unbewachsen bleiben sie oft lange lieben, bis dann im Frühjahr, vielleicht erst ab Mitte Mai, wieder Kulturen darauf gepflanzt werden. In all den Monaten ist der Boden Wind und Wetter, UV-Bestrahlung und Frost ungeschützt ausgesetzt. Humus wird in der Zeit abgebaut, der Gehalt verringert sich. Dabei ist Humus eine wichtige Voraussetzung für gesunde und wuchsfreudige Gemüsepflanzen und damit für eine reiche Ernte. Unkraut kann ebenfalls ungehindert wachsen.

Sät man nun aber eine Gründüngung auf den Boden, geschieht das Gegenteil. Der Boden ist geschützt, bleibt feucht und der Humusgehalt erhöht sich. Die auf dem Boden wachsenden Pflanzen fördern das Bodenleben durch ihre Wurzelausscheidungen und später ganz besonders durch das Verrotten der Grünmasse. Die Wurzeln der Gründüngerpflanzen reichen je nach Sorte zwischen 80cm und mehrere Meter tief in den Boden. Dort unten können sie Nährstoffe aufnehmen und wachsen. Später verrotten die abgemähten Gründüngungspflanzen an Ort und Stelle. Die aus tiefen Bodenschichten mobilisierten Nährstoffe gelangen jetzt in die oberen Bodenschichten, wo sie den Gemüsepflanzen zur Verfügung stehen.

Das Enorme Wurzelwerk mancher Gründüngungspflanzen (Luzerne, Lupine, Rot- oder Steinklee)  lockert beim steten Tiefen- und Breitenwachstum auch den Boden tiefgründig auf. Wenn die oberirdische Pflanze abgehackt wird und als Mulch verrottet, sterben auch diese Wurzeln ab und werden vom Bodenleben abgebaut. Zurück bleiben Unmengen kleiner und kleinster Kanälchen über die Luft und Wasser  in den Boden eindringen kann. Kulturpflanzen durchwurzeln einen so gelockerten Boden natürlich viel rascher. Sie haben damit schnell Zugang zu den für ihr Wachstum wichtigen Nährstoffen. Das Bodenleben profitiert vom lockern Boden mit den Kanälchen ebenfalls.

Manche Gründüngungspflanzen wie alle Leguminosen (Klee, Wicken, Erbsen, Bohnen, Lupinen) sind in der Lage, mit Hilfe von Bodenbakterien den Luftstickstoff im  Boden zu binden. Der steht dann den Folgekulturen zur Verfügung. Stickstoff, welcher sehr löslich ist und leicht ausgeschwemmt wird, muß aber immer zur Verfügung stehen für kräftige Blätter und Wachstum. Der Gründünger bindet ihn, hält ihn fest und vermehrt ihn sogar. Die Bodenlebewesen machen ihn verfügbar für die Pflanzen.

 Andere Pflanzen werden wegen wieder ganz spezieller Wurzelausscheidungen zur Bodengesundung eingesetzt.

Immer aber hilft Gründünger den Boden zu verbessern, in dem er die Heinzelmännchen im Boden, also die Mikroorganismen und besonders auch die Regenwürmer ernährt. So bekäme ich keine leckeren gefüllten Paprika zu essen, wenn ich den Bodenheinzelmännchen nicht ebenfalls ihr  Essen zugestehen würde. Düngen im BioGarten heißt eben nicht, den Pflanzen leicht lösliche "fertige" Nährstoffe zur Verfügung zu stellen (Kunstdünger), sondern das Bodenleben mit Nahrung zu versorgen. Die wandeln das organische Material und Mineralien dann so um, daß die Pflanzen es aufnehmen können. Nie in Massen, immer Portion für Portion, ganz nach Bedarf. Man düngt nicht die Pflanzen, sondern den Boden.

Den Gründünger wird schließlich abgehackt. Die Pflanzen bleiben an Ort und Stelle als Mulch auf dem Boden liegen, wo sie langsam von den Heinzelmännchen aufgegessen und zu Humus verwandelt werden.

Ist die bewachsene Fläche etwas größer, so nehme ich den Rasentrimmer oder die Motorsense zur Hand, Im Handumdrehen ist dann alles abgemäht und ich muß mich nicht anstrengen.

Ich habe die Wicken gewählt, weil sie den Boden mit Stickstoff anreichern. Buchweizen und Phacelia sind ganz allgemein sehr gute Gründüngerpflanzen. Sie gehören keiner Pflanzenfamilie an, die auch als Kulturpflanze im Beet steht. Der auch gern verwendete Senf gehört zur gleichen Familie wie Kohl und Radieschen und kann so auch deren Krankheiten bekommen und fortführen. Fruchtfolge einhalten! Phacelia und Buchweizen entwickeln eine saftige Grünmasse. Die Phacelia würde auch eine Bieneneweide sein. Jetzt, bei später Aussaat, kommt sie aber nicht mehr zum Blühen.

Es gibt Gründünger, die winterhart sind. Sie wären gut auf Flächen, die im Herbst abgeerntet werden und bis Mai oder Juni brach liegen. Dazu gehören Inkarnatklee, Luzerne, Roggen oder Ölrettich. Sie werden dann ein paar Wochen bevor die Tomaten, Gurken, Kürbisse oder Kartoffeln in die Erde kommen abgemäht.

Andere wiederum frieren im Winter ab und man braucht weiter nichts abhacken. Der Gelbsenf wird hier immer wieder genannt. Wobei ich in  milden Wintern und früher Herbstsaat schon erlebte, daß er im Frühjahr abgehackt werden musste, weil er nicht erfroren ist und sogar wieder austrieb.

Jetzt im September können übrigens noch gesät werden: Ackerbohnen, Platterbsen, Roggen, Spinat, Winterwicke, Phacelia, Gelbsenf, Ölrettich, Luzerne oder Inkarnatklee.

Ich selbst habe gute Erfahrungen gemacht mit Spinat, Phacelia, Gelbsenf, Ölrettich, Buchweizen und Saatwicke. Luzerne hatte ich im Frühjahr gesät. Da keimte sie über zwei Monate nicht. Es war ihr glaube ich zu trocken. Nicht einmal die Ackerbohnen keimten. Als sie dann schließlich wuchsen mußte ich sie schon mit 10cm abhacken, weil ja die Kartoffeln aufs Beet wollten.

Da fällt mir noch etwas zum Abhacken ein. Beim Gründünger gilt, dass man ihn lieber zu früh abhackt, als zu spät. Wenn die Pflanzen sehr groß und bereits verholzt sind, brauchen sie sehr lange zum Verrotten. Muß oder will man - wie ich mit der Ackerbohne-  in jungem Stadium abhacken, so ist vielleicht der Nutzen für den Boden nicht optimal ausgenutzt, aber immer noch besser, als hätte man gar nichts angebaut.

Vielleicht hat der eine oder andere noch Lust bekommen, seine Heinzelmännchen zu belohnen und fürs nächste Jahr in  Stimmung  zu halten. Gründüngungssamen gibt es in den Baumärkten zu kaufen oder man lässt ihn sich schicken. Ich selbst kaufe ihn dort, wo ich auch mein Gemüsesaatgut beziehe, bei Bingenheimer Saatgut.



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