Montag, 28. September 2015

Sonnenhut - Bewässerungschläuche und die Frage, wie man einen Igel füttert

Am Freitag fuhren wir spät abends, nach der Arbeit, noch in den Baumarkt. Ein Strahler für's Geschäft musste noch besorgt werden.

Klar daß ich auf alle Fälle noch kurz in die Gartenabteilung musste. Draußen war es beinahe dunkel aber trotzdem sah man eine Staude in der Außenanlage noch immer ganz deutlich. Es waren die gelben Sonnenhüte. Also im allgemeinen kaufe ich ja meine Stauden bei den Fachgärtnereien. Wenn ich aber so hier und da beim Einkaufen einmal an einer vorbei komme, die ich eh schon längst hätte besitzen wollen, dann nehme ich sie eben dort vor Ort gleich mit. 

Ich schmökere ja in den verschiedensten Magazinen die irgendwie im Titel das Wort "Land" enthalten. Und da gibt es viele, ja sehr viele, von der Sorte. Die jeweils beschriebenen Gärten haben es mir angetan. Wie sind sie gestaltet? Wie sehen die Stauden aus? Sieht man Unkraut in den Beeten? Sind die Gärten aufgeräumter als meiner? Was wächst dort und wie kommt es am Foto rüber? Das sind so in etwa die Fragestellungen, die mich beschäftigen. 

Jedenfalls haben irgendwie alle Gärten immer (so kommt es mir jedenfalls vor) den Sonnenhut irgendwo in den Beeten stehen. So einen muß ich auch noch haben, war schon seit Monaten mein Beschluss. 

Jetzt habe ich einen. Am Samstag sofort in mein Staudenbeet im Vorgarten gepflanzt - und für sehr gut befunden.



Sonnenhut (c) by Joachim Wenk
Sonnenhut

Das war dann auch schon beinahe alles gärtnerische, das ich am Wochenende erledigt habe. Samstag Nachmittag ein Geburtstag und Sonntag Essen gehen mit der Familie. Da blieb gerade nur noch die Zeit zum Gießen. 

Es ist doch verrückt, ich stehe nun schon seit 4 Monaten im Garten und gieße, was der Brunnen her gibt um wenigstens in den Beeten einigermaßen die Bepflanzung am Leben zu erhalten. 

Der Rasen im Vorgarten hat sich noch immer nicht erholt. Die Rasenfläche im oberen Garten hingegen ist bereits wieder grün. Die  Fliederbüsche haben noch immer eingerollte Blätter, die der Forsythie hängen schlapp herunter. Die Stauden, auch sehr alte gut eingewachsene große Stauden hängen wie verwelkte Blumen in der Vase ohne Wasser. 

Rasen Ende September (c) by Joachim Wenk
der Rasen im September


Im Gemüsegarten unter den Pflanzen ist steinharte Trockenwüste und wenn man einen Lauch aus dem Boden holt rieselt die Erde wie Sand und Staub von den Wurzeln. Ernte ich hier und da eine Möhre, so ist diese biegsam und nicht knackig. 


(c) by Joachim Wenk
welker Winterrettich

Der Winterrettich oder Rosenkohl, die Agastache und der Brokkoli lassen die Blätter hängen. Es hilft nichts. Ein wenigen Tagen ist Oktober und ich muß noch immer meine Zeit im Garten mit Gießen verbringen. Ich habe das wirklich so satt mittlerweile. Aber die Gemüsepflanzen stehen zu schön im Beet, als dass ich sie jetzt noch vertrocknen lassen könnte. Nein, die werden jetzt eben noch gegossen und dann geerntet und gegessen. 

Palmkohl (c) by Joachim Wenk
ohne mehrmaliges Gießen pro Woche - auch Ende September - wäre das nicht möglich
In den Staudenbeeten liegen seit ein paar Jahren Schwitzschläuche. So muß ich nicht überall mit der Brause selbst da stehen und wässern. Dazu fehlt mir einfach die Zeit. Die Erfahrung zeigt aber, daß die Schläuche nicht lange halten. Ich kann nicht sagen, wie viele Löcher es dieses Jahr gab. Mit den Gartenschlauchverbindungsstücken habe ich sie gestopft. Also das Loch herausgeschnitten und den Schlauch wieder verbunden. Mancher Schlauch besteht mehr aus Schlauchverbindungsstücken als aus Schwitzschlauch. Die müssen also nächstes Jahr erneuert werden. Weil sie aber nicht lange halten und auch zu wenig Wasser heraus kommt, versuche ich gerade Beregnungsschläuche. Also Schläuche mit in regemäßigem Abstand eingestanzten Löchern, aus denen dann Wasser spritzt. 

Auch hier konnte ich bereits Erfahrung sammeln. In ein voll bewachsenes Staudenbeet im Sommer bekommt man so einen Bewässerungsschlauch einfach nicht mehr ordentlich verlegt. Das muß im Frühjahr geschehen, so lange die Stauden noch nicht da sind. Mein Schlauch liegt nicht überall am Boden ist verdreht und spritzt oft mehr in die Nachbarschaft, als ins Beet. Ich werde nächstes  Jahr einmal schauen, ob es die von mehreren Firmen und vielleicht in unterschiedlicher Ausführung gibt. Mein jetziger Testschlauch ist vom Extrem-Billig-Ramschmarkt. Ich wollte mir das einfach einmal anschauen und sehen wie es funktioniert. Es ist ein flaches Band und die Löcher alle von Oben nach Unten hinein gespickt. Es würde aber fast mehr Sinn machen, es wäre ein runder Schlauch und die Löcher rings herum hineingebohrt. So würde dann das Wasser nicht nur in dünnem Strahl senkrecht nach oben spritzen sondern eine breitere Fläche um den Schlauch bewässern. Mal sehen, was es da so alles gibt. Wenn also jemand von euch damit Erfahrung hat und auch eine Marke besonders gut findet oder empfehlen kann, bitte meldet euch mal bei mir. 



Ich bin wirklich gespannt, wie der Winter in diesem verrückten Jahr voller Extreme wird. 

Diese Woche sollen die Nacht-Temperaturen ja bis auf 1°C absinken. Mal sehen was danach die Tomaten machen. Jedenfalls sind bereits drei große Kisten voll grüner und halbroter Tomaten im Haus. Mit je einer Banane oder einem Apfel bestückt können sie nun nachreifen. Ich komme doch sicher noch zu meinem Ketchup, den ich einmal probieren möchte. 

Kürzlich habe ich gegen Mittneracht, als ich den Hund noch einmal zum Pinkeln hinaus ließ, zum ersten Mal für 2015 den Igel im Garten gesehen. Ein sehr kleines Kerlchen. Zu klein. Wie sollte er auch wohlgenährt sein, da er doch seit Monaten kein Essen findet. Ich habe einmal von einer Igel-Frau gehört, daß man Katzen-Naßfutter als Ergänzung hinstellen soll. 

Das habe ich auch gemacht. Leider habe ich ihn persönlich aber nicht mehr gesehen, auch wenn ich mehrmals im Abend dort hinschaute, wo er beim letzten Mal saß. Das Futter ist jeden Früh dann doch restlos weggefuttert. Jetzt habe ich aber stark bis sehr stark die Katzen in Verdacht. Schließlich leben wir am Land und im Garten  und darum herum wimmelt es natürlicher Weise von Katzen. Das sind keine Wildkatzen sondern gut genährte Hauskatzen. Die bräuchten mein Futter also nun wirklich nicht. Hat jemand eine Idee, was ich machen kann, dass der Igel zwar ans Futter ran kommt, die Katzen aber nicht?



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