Montag, 7. September 2015

Die durchgeknallte Dahlie und der Herbst im Garten

20°C Temperatursturz und kalte bis sehr kalte Nächte.   Da ist es doch kein Wunder wenn man anfängt zu spinnen. Oder?

Naja zumindest eine Dahlie weiß ganz offensichtlich nicht mehr ganz, was sie tut und wer sie ist.

Dahlien (c) by Joachim Wenk
Was ist mit dieser Blüte passiert?


Was sagt ihr dazu? Komisch oder?

Ach so, euch fällt nichts erwähnenswertes auf? Mein Fehler. Ihr könnt ja nicht wissen, daß ich meine Dahlien den dritten Sommer habe und ausschließlich rosa-farbene Dahlien besitze. Drei verschiedene Sorten, die sehr lange und reich blühen. Fällt euch jetzt etwas auf?

Woher kommt die - sehr hübsche - crèmegelbe Büte mit den aparten roten Streifen? Kann eine Knolle so mutieren, daß sie auf einmal andere Blüten ausbildet?

Ich weiß ja nicht, ob ich diese Frage einmal beantwortet bekomme. Eines aber weiß ich, wenn der Gartenstuhl morgens ohne Regen so aussieht, dann ist Herbst.

Herbst (c) by Joachim Wenk
es wird Herbst

Im Gemüsegarten hoffe ich, daß die Tomaten das feuchte und kalte Wetter nachts noch etwas überleben. Im Ziergarten aber kommt die Kühle und der Tau gerade recht. Es ist immer noch so unwahrscheinlich trocken, daß ich wieder überall ausgiebig gießen musste. Am Zaun der riesige Asternbusch mit über eineinhalb Meter Höhe und Durchmesser hing schlaff durch die Trockenheit. Und das ist ein uralter Busch mit großem Wurzelballen. Natürlich sind kleinere und jünger Stauden umso mehr betroffen und man sah ihnen den Wassermangel deutlich an.


Neben der durchgeknallten Dahlie hat wohl auch die weiße Jacques Cartier Schwierigkeiten mit der Blütenfarbe. Aber witzig sieht das aus mit den rot-rosa Punkten  überall in der Blüte.

weiße Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
weiße Jacques Cartier


Im großen Staudenbeet vor dem Haus geht es vielleicht nicht so opulent zur Sache, wie ich es gern hätte. Da muß ich wohl noch ein paar andere Stauden dazu setzen. Aber es ist so dicht bewachsen, daß ich so gut wie kein Unkraut rupfen muß. Und etliche von den Stauden blühen nun schon seit Monaten.  Es hört nicht auf zu blühen und so will ich es. 

So unermüdlich ist das Eisenkraut, die Katzenminze, Mutterkraut oder der Storchschnabel. Die Sonnenlbume macht sich prächtig hier und das blau-silberne Kleid der Wolfsmilch, die im Frühjahr sehr schön gelb blühte, passt sehr gut ins Gesamtbild. 


Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Herbst


Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Herbst 


Im Herbst brachte meine Schwägerin ein Pflänzchen mit. Weil ich schon länger einmal ein winterhartes Alpenveilchen wollte, kaufte sie in der Gärtnerei eines. Dann kam die Frage, wohin damit und so fand es schließlich seinen Platz zu Füßen der Rose de Resht. 

Es blieb auch bei starken Kahlfrösten im Winter schön grün. Im Frühjahr dann verlor ich es ein wenig aus den Augen. Die Rose de Resht begann zu wuchern, der Frauenmantel daneben auch. Zudem fand genau dort ja euch ein großer Bauabschnitt unseres Wege- und Terrassenprojekts statt. Irgendwann, als ich mich einmal wieder an das Veilchen erinnerte fand ich es nicht mehr. Monatelang über 35 °C und Dürre, ich dachte, dass es entweder eingezogen hat oder kaputt ist. 

Und schon vor einigen Tagen sah ich, daß es blüht. Und jetzt folgt Blütchen auf Blütchen. Süße weiße Alpenveilchenblüten. Blätter sind noch immer keine da. Aber die kommen sicher auch wieder. 

weißes winterhartes Alpenveilchen (c) by Joachim Wenk
weißes, winterhartes Alpenveilchen



Kaum zu übersehen hingegen ist die Cassia. Mittlwerweile meine Lieblingskübelpflanze. Sie blüht vom Sommer bis zum Frost unermüdlich und unbeschreiblich überschwänglich in diesem leuchtenden Dottergelb.
Cassia im Kübel (c) by Joachim Wenk
Gewürzrinde (Cassia)


Jetzt blüht auch die winterharte Form, der Gewürzrinde. Hätte ich sie nicht im Frühjahr ausgegraben, um sie vor den Schnecken zu retten, so wäre sie verloren gewesen. Jetzt wächst sie im Topf und hat das erste mal Blüten. Gleiche Form wie die Kübelpflanze, aber blasser. Ich werde sie im Herbst wieder auspflanzen. Ich habe ja nicht genug Platz für die wirklich frostempfindlichen Kübelpflanzen, da kann ich es mir nicht leisten, winterharte Pflanzen auch noch im Kübel zu halten. Und meist sind sie im Kübel nicht unbedingt so winterhart, als wären sie ausgepflanzt. Der Kübel friert eben mehr durch als der Erdboden. Nächstes Jahr im Frühjahr werde ich sie besser vor den Schnecken schützen. Vielleicht schmückt sie dann, wie eigentlich geplant, das Beet am Gartenzaun.

Winterharte Cassia (c) by Joachim Wenk
winterharte Cassia

Vorhin erwähnte ich bereits das Alpenveilchen und die Bauuarbeiten um es herum. Das betraf hier das Fliederbeet. Jetzt ist das Beet komplett eingerahmt von Granitsteelen und dem neuen Weg. Das Fliederdickicht versuchte ich im Sommer bereits auszulichten. Da muß ich aber nochmal mit der Schere ran. Immerhin haben wir ja jetzt endlich Zeit gefunden Erde zu besorgen. Das Beet ist aufgefüllt und der letzte Rest entlang des Weges ebenfalls. Dort ist bereits Gras gesät. Im Beet selbst habe ich endlich - und ich warte schon so lange darauf  - pflanzen können. Und nicht eine Staude habe ich dafür kaufen müssen.

Was habe ich dann gepflanzt?

Im Frühjahr bekam ich von Anna aus Wien Iris-Wurzelstücke. Einige sind schon längst gepflanzt und die anderen warteten bisher in einem Untersetzer mit Erde auf das, was kommt. Sie trieben schon prächtig aus.

Zwei kleinere Formen der StaudenClematis zogen aus dem zu trockenen und heißen Vorgarten hier ins Beet. Einmal kann ich sie hier besser bewundern, durch das erhöhte Bodenniveau des Beetes und zum andere ist es hier leichter feucht zu halten.

Berg-Flockenblumen habe ich etliche gepflanzt, weil sehr viele sehr gut entwickelte Sämlinge dort stehen, wo sie im Frühjahr geblüht hat.

Vorne an der ganz sonnigen Stelle könnten die gelben Färberkamillen gut passen. Hier habe ich ja auch unzählige Sämlinge, die wild aufgegangen sind zu Füßen der Mutterpflanze. Sie sind aber noch zu winzig zum Verpflanzen. Da warte ich noch ein wenig mit dem Umpflanzen

Meine Baum-Paeonie, gekauft im Mai oder Juni, konnte nun ebenfalls endlich ihren Standort im Beet hier beziehen.

Der Wurzelausläufer einer Rose, mitgebracht von Sabine bei ihrem Besuch in meinem Garten, kam ebenfalls ins Beet.

Drei Buchs-Baum-Stecklinge hatten gut Wurzeln entwickelt und stehen jetzt verteilt hier im Beet. Ich möchte aus ihnen Spirale, Würfel  oder Kegel formen. Etwas, das dem Beet direkt bei der Haustür auch im Winter etwas optische auffälliges gibt.

Ein Frauenmantelsämling steht noch hier, die herrlichen rosa Lilien, die ich zum Geburtstag bekam und ein paar Pflanzen von Vergissmeinnicht. Die kamen aus der Obi-Frühlingsgruß-Aktion, bei der ich einige Samen zum Testen bekam.

Somit ist das Beet alles andere als leer. Sicher kommt noch einiges dazu, aber ich bin froh, nicht gleich wieder den Geldbeutel habe zücken  zu müssen, um an Pflanzen zu kommen. Jetzt schweben mir noch ein paar Lenzrosen vor, die wollte ich von Anfang an im Beet haben. Da muß ich mich einmal noch umsehen.



Staudenclematis (c) by Joachim Wenk
Staudenclematis




frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder


frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder 


Rosenableger (c) by Joachim Wenk
Sabines Rosenableger
Rechts oben im Bild die Rose de Resht und rechts unter ihr, sogar als weißer Punkt zu erkenne, die Blüten vom winterharten Alpenveilchen.
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder 

frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder

frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder


Von den Herbstanemonen, gepflanzt letzten Herbst existiert nur diese hier noch. Und eine Pflanze vom Jahr davor. Leider mögen sie offenbar meinen Garten nicht. Man soll sie auch im Frühjahr und nicht im Herbst pflanzen. Allerdings haben die bereits existierenden auch den Winter wohl nicht überlebt. Jedenfalls habe ich dieses Jahr nur zwei weiße und die rosa blühenden sind verschwunden. 
weiße Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
weiße Herbstanemone


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