Donnerstag, 6. August 2015

Wasser! Der Garten mit Wasser und ohne Wasser

Jetzt hätte ich fast gedacht, dass sie dieses Jahr die Glücklichste im Garten ist. Einen Meter Wassertiefe hat sie und immer Sonne. Wie sehnen sich all ihre Kollegen im Garten nach nur ein paar Tropfen des köstlichen, wertvollen Wassers. 

Warum sie nun braune Blätter bekommt, weiß ich momentan auch nicht. Ist das Wasser zu warm? Ist zu wenig Sauerstoff darin und es droht "umzukippen"? Also ich habe da einfach mal den ganzen Tag einen Teichsprudler vom Komposttee-Set blubbern lassen. Hat sie zu wenig Dünger oder zu viel? Oder knallt die Sonne auch ihr einfach zu unbarmherzig vom Himmel? Na mal sehen, wie sie sich weiter entwickelt. 

Allerdings sind doch sieben Blüten auf einmal, kein Zeichen dafür, daß es ihr schlecht geht, finde ich. Sieben Blüten! So viele hat sie glaube ich noch nie gehabt. Und sie blüht ja jetzt auch schon wieder so viele Wochen. Diesjahr waren vier Blüten das Maximum. Bis jetzt eben! 



Seerosenblüten im Kanalringbecken (c) by Joachim Wenk
Sieben auf einen Streich!

Den Winzern in Franken geht es dieses Jahr wirklich schlecht. Oder besser gesagt ihren Reben. Sie müssen die Trauben abschneiden und wegwerfen, damit die Weinstöcke überhaupt eine Chance haben, zu überleben. Das liest sich so dahin, die Trauben abschneiden und wegwerfen. Ist doch gut, wenn sie eine Lösung haben. Oder? Ach du meine Güte, man muß schon mit Bedacht lesen. Das bedeutet für so einen Winzer, er hat dieses Jahr keine Ernte und damit kein Einkommen. Und dann noch die Sorgen, daß die Rebstöcke nicht überleben und er neu bepflanzen muß. Da ist schnell die Existenzgrundlage verschwunden!

Ich habe meine sechs Reben auch mit einer Tropfbewässerung versorgt. Die Schläuche waren noch übrig vom Gewächshaus. Der Boden hier am Hang ist wie überall derart hart und trocken, so daß das Wasser nicht einsickern kann. Dazu kommt die Hanglage. Das Gießen ist dadurch schwierig und zeitaufwendig. Also probiere ich den Boden tröpfchenweise etwas aufzuweichen, damit ich dann mit dem Schlauch gießen kann. 

Die Reben habe ich ja erst im April gepflanzt und da war es schon trocken. Jetzt sehen sie nicht gerade quicklebendig aus, das Laub eher gelblich und tagsüber zusammen gekringelt. 

Tropfbewässerung als Gießunterstützung für die Weinreben (c) by Joachim Wenk
Tropfbewässerung als Gießunterstützung für die Weinreben
 Weiter oben am Hang steht diese Haselnuß. Wie Ende September werden die Blätter gelb und fallen ab. Und das seit Ende Juli.  Auch sie geht also geschwächt in den Winter.


Laubfall mitten im Sommer (c) by Joachim Wenk
Laubfall Ende Juli/Anfang August


Wie sollte die Haselnuß auf diesem Boden auch Wasser bekommen? Hier wächst normalerweise im Sommer Rasen und Moos, weil es an der Nordseite des Hauses schattig und feucht ist.

 (c) by Joachim Wenk
ausgetrocknet bis zum Geht-nicht-mehr

Über 12 Stunden liefen gestern alle Wasserhähne mit den Regnern, Schwitzschläuchen, Tropfbewässerungen und mir mit der Brause in der Hand. Dann mußte ich ins Haus, weil es bereits nach 21  Uhr war. Und so viel war wieder nicht gegossen und es wird nicht mehr gegossen, weil es nicht leistbar ist vom Arbeitsaufwand. Gestern hatten wir übrigens, wie die ganze Woche auch,  deutlich über 30°C und nicht eine Wolke am Himmel. Bis zum Wochenende werden es wieder 38 -39 Grad sein und Regen ist nicht in Aussicht in den Vorhersagen. Und das seit Anfang Juni! Ich habe gehört, daß der Norden von den Temperaturen gerne etwas ab hätte und ich kann euch versichern, wir wären froh um etwas von eurem Regen!

Immer gegossen wird der Gemüsegarten. Man sieht glaube ich ganz deutlich den Unterschied. 

Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blick ins Gewächshaus


Da wären also im Gewächshaus zur Rechten die Tomaten, Basilikum, Glockenpaprika, Wildchili und Ananaskirschen.
Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus
 Und zur Linken grüßen die Paprikas, das Basilikum und der Rucola. Oh das Basilikum. Herrlicher dieser Duft im  Gewächshaus und das frische Basilikum zu den Tomaten, im Pesto oder.... Ja gestern habe ich über die Mittagszeit, weil ich ins Haus mußte vor Hitze, schnell mal probiert selbst Mozzarella zu machen. Das hat tatsächlich funktioniert. Also zum Abend für Tomate, Basilikum, Mozzarella mit Balsamiko und Olivenöl war er fantastisch. Das ist Sommerfeeling!

Ausserdem habe ich noch restliche Frühlingszwiebeln im Gewächshaus geerntet. Die waren über der Zeit und ich wollte sie schon lange ernten, brauchte sie aber gerade nicht. Heute viel mir ein, sie auch zu trocknen. Klein gehackt kamen sie in den Dörrapparat. Das ganze Haus riecht jetzt nach Zwiebel, aber sie sind schön getrocknet und eingetuppert. Mit Salz und Sellerielaub getrocknet im Mixer vermischt, müsste das ein ganz aromatisches Kräutersalz geben. Außerdem bin ich schon  die ganze Zeit am Sammeln. Etwas übriges Lauchgrün, geschossener Blumenkohl, zu viel abgeerntetes Basilikum. Alles wird klein gehäckselt und getrocknet. So sammle ich schon einmal für meine selbst gemachte Gemüsebrühe, die dann im Herbst komplettiert wird. Ich kaufe seit Jahren keine Gemüsebrühe instant mehr. Das ist alles aus dem eigenen Garten und ohne zugesetzte Aromen oder Kunst-Salz oder oder oder. Und ich verwerte damit möglichst viel aus dem Garten, das mit viele Mühe angebaut wurde.


Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus
 Was meint ihr? Man sieht aber doch keine Paprika? So, und was ist dann das hier?

Paprika Liebesapfel (c) by Joachim Wenk
Paprika "Liebesapfel"
Oder das?

Paprika Sommergold (c) by Joachim Wenk
Paprika Sommergold (die werden noch schön orange)

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus
 Und dann die Tomaten im  Freien am neuen Rankgestell. So tolle Tomaten hatte ich, jedenfalls hier in diesem Garten noch nie. Wahrscheinlich überhaupt gar noch nie. Und die waren im Frühjahr, wegen des dunklen kalten Frühlings so spießig, so mickrig. Ich topfte sie in der 1. Maiwoche sogar noch mal um in größere Töpfe, damit sie nochmal Kraft sammeln vor dem Freiland. Und dann kam eben die Dürre und Hitze. Das heißt es gibt noch keine Braunfäule. Sie begannen auch sofort zu blühen im Freiland. Auch das war die letzten Jahre nicht so. Letztes Jahr fingen sie erst so spät an zu blühen, daß die Früchte kaum noch ausreifen konnten. Ich war ohnehin alle weg, weil die Braunfäule sie tötete. Nur im Gewächshaus konnte ich letztes Jahr ernten.

Aber dieses Jahr genieße ich einfach den Anblick und die Tomaten. Wie gemalt würde ich sagen.

Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
Freilandtomaten 

Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
Freilandtomaten



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