Donnerstag, 20. August 2015

Das Wunder der Natur oder, die Wüste lebt

Dieses Jahr ist weiß Gott kein einfaches Jahr.  Für den Garten nicht und schon gleich nicht für den zugehörigen Gärnter.

Oft hatte ich bereits Grund zum Jammern über die Unbilden der Natur.

Und jetzt, nach so viel Ungemach und den diversen Misserfolgen und umsonst hinter sich gebrachten Mühen, erlebe ich es wie ein Wunder. Ein Geschenk der Natur, das mich so glücklich macht, mir wieder Freude an meinem Garten gibt und wieder Hoffnung vermittelt, daß es doch alles gut ist oder wird.

Ich will euch ein paar Fotos zeigen, die meine Erleichterung und empfundene Freude vielleicht erklären können.

Fangen wir mit den Färberkamillen an. Sie lieben es warm und trocken und werden nicht von Schnecken zerfressen. So steht es im Katalog und so erlebte ich es vergangenes Jahr. Darauf hin habe ich mir mehr von diesen hübschen Stauden gekauft.

2015 dann sah das Ganze so aus. Wunderschön. Jeden Tag freute ich mich daran.

Färberkamille Ende Mai  2015 (c) by Joachim Wenk
Färberkamille Ende Mai 2015

Der Juni wurde wahnsinnig heiß und es regnete nicht. Das war's dann für meine Färberkamille(n). Denn so wie die hier gezeigte, ging es allen Pflanzen. Ich trauerte sehr um die schönen Stauden, habe ich sie doch zu allermeist erst im Herbst gepflanzt und das war die erste Blüte. Aber sie sind doch trockenen Standorte gewöhnt dachte ich...

Färberkamille Anfang Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Färberkamille Anfang Juli 2015 

Ich habe das dürre Kraut dann irgendwann abgeschnitten, als nichts Grünes mehr daran zu erkennen war.

Und jetzt, nach dem Regen vergangene Woche und am Wochenende, sehe ich das frische Grün, dort, wo die Färberkamille stand. Sie treibt wieder aus!

Färberkamille Mitte August 2015 
Und das gleiche Phänomen entdecke ich auch an etlichen anderen Färberkamillen, die ich längst abgeschnitten und auch aufgegeben hatte.

Leider mußte ich auch erleben, daß sie vor Schnecken nicht gefeit sind. Die Exemplare, welche von den Schnecken sehr stark geschädigt wurden, blühten dann auch an dünnen fast blattlosen Stängeln und sterben schließlich ab. Dort kann ich noch kein frisches Grün entdecken.







Die Berg-Flockenblume hat mich ja schon vor dem Regen freudig überrascht. Die intensiv gefärbten lila Blüten im Frühjahr waren einfach umwerfend.

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume
Dann kam der Juni, die Hitze und Dürre und das war's mit meiner Bergflockenblume....

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume 
Auch sie war längst abgeschnitten und emotional begraben, bis eines Tages...

Sie trieb neu aus, im Foto oben rechts und mit ihrem frischen Blattgrün sprossen rings um sie lauter kleine neue Bergflockenblumen aus der Erde. Ich trauerte um die verlorene Staude und die Natur zeig mir, was sie wirklich kann. Nicht nur daß die Staude nicht verloren war, nein sie hat sich sogar vermehrt und überall keimen neue Flockenblumen. Die werde ich sorgsam im Herbst versetzen und habe so ganz umsonst viele neue Stauden geschenkt bekommen. 

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume 

Auch eine weitere Flockenblume hatte ich abgeschrieben. Sie überlebte den Angriff der Killer-Schnecken nicht.






Die Schnecken waren im Mai und Anfang Juni wirklich die Pest im Garten. Sie haben enormen Schaden angerichtet.

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume
Dann kam noch der Juni und der Juli  mit der Hitze und..... Naja ihr wisst es ja.

Aber mit einem Mal regte sich was an der Stelle der abgefressenen Flockenblume.  Die feindlichen Schnecken lagen zu der Zeit sicher schon gut durchgegart und eingetrocknet irgendwo in der Erde, da wagte die tapfere Staude einen zweiten Versuch. Ein wunderschöner frischgrüner Blattwüschel steht nun im Beet.
Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume 





Und noch ein Beispiel will ich euch geben, von der Unberechenbarkeit und dem Überlebenswillen der Natur und der Pflanzen.

Von Sabine bekam ich zwei Stauden Brandkraut. Schneckenresistent sagte sie ist es und gelb blüht es. Das passt gut in das gelblila Staudenbeet und tatsächlich wuchs es rasch und blühte ganz apart. Beim Staudenkauf fand ich im Katalog eine rosa Form vom Brandkraut und bestellte es. Es trieb aus und wurde sofort von den Schnecken zerstört. Da war nichts zu machen. Alles was austrieb, wurde abgefressen und auch Stück für Stück die bereits vorhandenen Blätter.

Genau wie die Färberkamillen letztes Jahr nicht gefressen wurden und das gelbe Brandkraut ohne einen einzigen Schneckenbiß sich des Lebens freut, ist dann ein anderes Mal wieder alles ganz anders. Dieses Jahr fressen Schnecken Färberkamillen und scheinbar, wenn das Brandkraut rosa ist, mögen sie auch das.


rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut von Schnecken zerfressen
 Dann Dürre, Hitze....

Regen, und nun das. Ja! Es treibt doch tatsächslich ganz kräftig das rosa Brandkraut auch wieder neu aus. Welch eine Freude!

rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut


Wirklich ernsthaft sprachlos stand ich vor dem grünen Dickicht um die Forsythie. Die Blätter hingen und vielen und unten am Boden das Immergrün sah schlimm aus. Stellenweise waren die Blätter richtig grün-braun. Ich hätte allenfalls geglaubt, daß das im Frühjahr von unten wieder neu austreibt. Dass es aber möglich wäre, diese kaputten, vertrocknete Blätter noch einmal zum Leben erwecken zu können, hätte ich niemals gedacht. Zwischen den Fotos liegen gerade einmal 2 Wochen im August diesen Jahres. 

Immergrün (c) by Joachim Wenk
Immergrün

Immergrün (c) by Joachim Wenk
Immergrün 





Forsythie (c) by Joachim Wenk
Forsythie




Forsythie (c) by Joachim Wenk
Forsythie

Unfassbar hart im Nehmen, ist das Dachwurz. In der Hitze hat es wunderschön geblüht. Dann starben die Pflanzen mit den Blüten ab und doch lebt es noch. Viele kleine grüne neue Pflänzchen liegen nun auf dem Stein. Ohne Wasser bei der unvorstellbaren Hitze hat es überlebt.


Dachwurz (c) by Joachim Wenk
Dachwurz



Die mittlerweile 50l Regen pro Quadratmeter, die in den vergangen Tagen vom Himmel vielen zusammen mit den kühlen Temperaturen von nur knapp über 20 °C unter bedecktem Himmel, waren ein Quell der Erneuerung und Regeneration für den Garten.

Das Eisenkraut blüht seit vielen Wochen unermüdlich. Die fette Henne schickt sich an, den Hummeln ihr Herbstmahl zu liefern.

Eisenkraut und fette Henne (c) by Joachim Wenk
Eisenkraut und fette Henne


Die beiden Schmetterlingsflieder wucherten an ihrem neuen Standort auch stark und blühen ebenfalls seit Wochen.


Schmetterlingsflieder (c) by Joachim Wenk
Schmetterlingsflieder
Die vielblütigen Sonnenblumen haben eine deutlich längere Blütezeit, als Sorten mit nur einer einzigen Blüte. Ich habe sie in Braun und in Gelb und werde die auf jeden Fall wieder anbauen.
vielblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
vielblütige Sonnenlbume

vielblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
vielblütige Sonnenblume 


vielblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
vielblütige Sonnenblume 


Die Dahlien im Trog freuen sich auch darüber, daß das Wasser nicht mehr so schnell knapp wird und sie schlapp im Kübel hängen müssen.

Dahlie (c) by Joachim Wenk
Dahlie 

Dahlie (c) by Joachim Wenk
Dahlie
Die Cosmea ragt hoch hinauf, bis in die Baumkrone.

Cosmea am Hausbaum ( c ) by Joachim Wenk
Cosmea am Hausbaum

Bei all der Blütenpracht denke ich doch auch schon wieder an die Blüh-Saison 2016. Die Rose an meinem Rosenbogen hat begonnen zu wachsen. Und weil ich einmal gelesen habe, daß man die Triebe der Kletterosen nicht senkrecht nach oben leiten sollte um ein Verkahlen im unteren Bereich vorzubeugen, versuche ich es nun anders. Ich binde die noch weichen Triebe fast waagerecht und dann nach einer Kehrtwendung wieder waagerecht und so fort.

Ich hatte diese Kletterrose schon einmal an einem Pfosten und dann oben an einem gespannten Seil entlang. Bis zur Höhe von fast 2m waren nur kahle, Äste und oben als es horizontal am Seil lang ging kamen Seitentriebe und alle Blüten in sehr großer Zahl. Da bin ich mal gespannt, ob es etwas bringt, die Triebe gleich so spiralig noch oben zu führen. Einen Trieb ließ ich gleich senkrecht hoch wachsen, damit dann nächstes Jahr oben auch schon etwas los ist. Wenn das klappt, dann habe ich von unten bis oben Rosenblüten. Das wäre ein Traum.

Kletterrosen horizontal anbinden  (c) by Joachim Wenk
Kletterrosen horizontal anbinden 

Kletterrosen horizontal anbinden  (c) by Joachim Wenk
Kletterrosen horizontal anbinden 

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