Sonntag, 16. August 2015

Achim allein zu Haus...

Achim allein zu Haus. Es ist Wochenende und ich bin Strohwitwer. Also mal überlegen, was ich so anfangen könnte. 

Gartengießen schießt mir in den Kopf. Die einzige Gartentätigkeit oder überhaupt Tätigkeit, wenn ich daheim bin, in den letzten Monaten. 

Ach ne, denke ich. Am Montag hat es zwanzig Liter geregnet und jetzt am Wochenende soll es auch ganz toll regnen. Ich denke, das muß ohne Gießen gehen. Nur im Gewächshaus oder die Dahlien im Kübel werden versorgt. Am Samstag jedenfall, das wird mir bald klar, wird kein Regen kommen. Dafür ist es kalt geworden. Ich schwitze bei nur 26°C im Garten. Naja, immerhin 12°C weniger als ich gewöhnt bin. 

Trotzdem sieht mich der Garten erst am Nachmittag. Ich habe mir ein paar Experimente für heute vorgenommen und die finden in der Küche statt. 

Nach ein paar Stunden in der Küche zieht es mich dann doch hinaus in den Garten. Nur mal kurz schauen und ein wenig Ernten. Aber nur kurz Ernten geht eben im August nicht. Das dauert länger. Überall lachen einen die reifen Früchte der monatelangen Arbeit an. 

Der erste größere Schwung Tomaten muß abgenommen werden. Ich will ja noch Tomatensauce konservieren. Letztes Jahr hatte ich von den einzelnen geernteten Früchten nicht eine einzige gesunde dabei. Dieses Jahr alle wunderbar. Ein paar sind geplatzt, das liegt wohl am Temperaturrückgang verbunden mit dem Regen vom Montag und gestern Nacht (die üblichen ca. 700ml kamen vom Himmel). 


Tomatenernte (c) by Joachim Wenk
Tomatenernte


Wirklich überreich trägt die gelbe Wildtomaten. Hier kann man laufend ernten. Die Früchte sind etwa kirschgroß und süß. Leider platzen sie fast immer beim Abmachen vom Strauch, so dass man sie gleich essen oder kochen  muß, während man die normalen großen Tomaten auch einmal ein paar Tage in der Küche liegen lassen kann.

Ich habe den einen Strauch gepflanzt, weil die wirklich fast überhaupt nicht von der Braunfäule betroffen werden. So dachte ich, wenn es kommt wie vergangenes Jahr, daß ich alle anderen Tomaten genau vor der Ernte komplett entsorgen muß, so hätte ich mit dem Wildtomatenstrauch doch noch ein paar Tomaten zum Vespern. Also wenn jemand zum Beispiel am Balkon nur eine Tomatenpflanze halten kann, würde ich so eine Wildtomate empfehlen. Man muß sie nicht entgeizen, sie bekommt die Fäule nicht und liefert wirklich ununterbrochen ansehnliche Mengen der kleinen gelben Früchte.

kleine gelbe Wildtomaten (c) by Joachim Wenk
kleine gelbe Wildtomaten


Im Gewächshaus hängen ja auch noch Tomaten. Die kommen  in die schwarze Kiste. Und das Basilikum kommt endlich zum eigentlichen Einsatz. Es wird mit in die zu konservierende Tomaten-Pulpa gekocht. Beim Herumstreifen im Gewächshaus fallen natürlich auch wieder eine Menge Ananaskirschen reif von der Pflanze. Die können auch noch ein paar Tage in der Küche liegen, bevor sie gegessen werden. Sie reifen noch nach.

Wieder im Freien, sehe ich die lila Bohnen am Bohnenzelt. Also hole ich mir die Leiter und ernte die Blauhilde. Dahinter steht eine Reihe Gurken, da sind natürlich auch wieder neue Früchte daran, die schon längst hätten geerntet werden müssen.

Ach und dann, im Beet nebenan die Zucchini und Ufokürbisse. Glück gehabt, im Moment keine Zuccchini, aber Ufokürbisse in allen Größen. Einer kommt gleich mit, den gibt es irgendwie morgen zum Mittag mit frischen Kartoffeln.

reiche Gemüseernte (c) by Joachim Wenk
schnell mal in den Garten zum Ernten gegangen

UfoKürbis (c) by Joachim Wenk
Ufo-Kürbis (warum der nur so heißt?)

Und immer wenn man  meint, man hat alles geerntet, sieht man wieder und wieder neue Ernteobjekte. Die Brombeeren beginnen zu reifen. Der Strauch ist wieder  über und über mit dicken Himbeeren behängt. Die reifen aber sehr zeitversetzt, so dass man oft ernten kann.

Brombeeren (c) by Joachim Wenk
Brombeerernte


Neben dem ganzen Gemüse gibt es auch wirklich noch einiges das blüht in meinem Garten. Das Gelb-Orange vom kalifornischen Goldmohn ist an Strahlkraft wirklich kaum zu überbieten. Ich habe ihn erst spät gesät. Ich kannte ihn nur von Bildern, hatte ihn aber selbst noch nie. Dann las ich, daß er Sonne und Trockenheit mag. Genau richtig für mein  Gelb-Lila-Staudenbeet. Und jetzt blüht er doch noch. Hoffentlich säht er sich auch schön selbst aus, wie es immer heißt.

kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn


Sicher wollt ihr nun auch wissen, was ich so alles in der Küche angestellt habe.

Zuerst mußte etwas mit der Zucchini geschehen. Die habe ich schon während der Woche geerntet. Wie das eben immer wieder vorkommt habe ich zwei Zucchinis übersehen und muß jetzt etwas mit den Monster-Zucchini anfangen. Eine davon habe ich wohl wirklich zu lange übersehen. Ihr Fruchtfleisch war schon ganz hart und trocken und leicht gelblich. Die war überreif und nicht mehr zum Verzehr geeignet. Die andere aber konnte noch gut verarbeitet werden.



Zucchini (c) by Joachim Wenk
riesige Zucchini
 Schon länger wollte ich Kuchen im Glas probieren. Was liegt also näher, Zucchini-Kuchen im Glas zu backen. In meinem Konservier-Buch habe ich auch gleich das passende  Rezept gefunden. 400g Zucchini sind hierfür schon einmal verarbeitet. Sechs Halbliter-Gläser ergab das Teigrezept. Es hat alles gut geklappt und nun habe ich einen kleinen Kuchenvorrat.

Zucchinikuchen im Glas (c) by Joachim  Wenk
Zucchinikuchen im Glas

Aus einem weiteren Kilo Zucchini habe ich Essiggurken-Ersatz gemacht. Dafür habe ich die Zucchini, wie sonst Essiggurken im Sud gekocht und dann in Gläser gefüllt. Die Zucchini ist somit verarbeitet. 

Zucchini wie Essiggurken eingemacht (c) by Joachim Wenk
Zucchini wie Essiggurken eingemacht
Was mache ich mit den Gurken? Eigentlich sind es kleine  Vespergurken. Weil wir aber so viele gar nicht gleich verbrauchen können, sind ein paar sehr groß geworden und die Schale verfärbt sich bereits gelblich. Sie haben ein sehr intensives Gurkenaroma. Geschält und entkernt habe ich sie zu Gurkensuppe gekocht, die in  Gläser eingefüllt und nochmal 30 Minuten eingekocht. Ein weiterer  Vorrat für die Speisekammer, wenn es einmal schnell gehen muß zum Mittagessen.

Glas öffnen, etwas Sahne dazu geben, heiß machen und ein angeröstetes Brot mit  Butter dazu, ist ein schnelles und leichtes Essen. Man könnte sich natürlich auch ein paar Garnelen in Knoblauch und Chili dazu anbraten....

Bleiben noch die Tomaten und Brombeeren.

Ein paar schöne Brombeeren friere ich ein. Erst einmal, wie bei den anderen Beeren auch, in einem flachen Behälter nebeneinander gelegt einzeln einfrieren und dann in gefrorenem Zustand umfüllen in den eigentlichen Gefrierbehälter. So kann ich sie einzeln entnehmen und jeweils eine in den Muffinteig drücken vor dem Backen oder die leckeren Hefeteilchen mit Puddingfüllung backen. Auf die kommen vor dem Backen auch ein paar  Beeren. Wie gut, daß schon Himbeeren, Erdbeeren und rote beziehungsweise schwarze Johannisbeeren dazu im Gefrierschrank bereit liegen.

Aus den restlichen Brombeeren habe ich mit den Ananaskirschen zwei Gläser Konfitüre gekocht. Weil für die kleine Menge es sich nicht gelohnt hätte, die Beerenpresse einzusauen habe ich gemeint, ich könnte die Früchte, wie oft für Erdbeeren oder Himbeeren beschrieben, vorher in den Mixer geben. Leider aber sind die  Kerne oder Nüsschen der Brombeeren derart hart, daß sie sich nicht zermixt haben und nun in der Marmelade sind. Die schmeckt zwar wirklich köstlich, aber die harten Kerne vermiesen dann doch etwas den Genuß.

Die Tomaten habe ich schließlich halbiert, mit Salz vermischt und etwas Essig im Topf gestampft. Dann wurden sie gekocht, bis sie alle zerkocht sind. Das dauert einige Zeit. Weil beim Kochen Flüssigkeit verdampfen soll, um die Sauce einzudicken, muß man den Deckel weg lassen. Tomatensauce hat aber die dumme Angewohnheit, beim Kochen ganz fürchterlich zu spritzen. Um den Topf sähe es dann ziemlich verspritzt aus. Mir ist da einmal eine gute Lösung eingefallen, die sich seither bestens bewährt hat. Es gibt diese runden feinmaschigen Gitter, die man auf die Pfanne beim Braten legt, um Fettspritzer zu vermeiden. Was bei Fett hilft, geht natürlich auch bei Tomatensaucenspritzern. Und der Dampf kann durch das Gitter entweichen.

Als die Tomaten dann zerkocht waren, kam das klein gehackte Basilikum und der Oregano dazu. Das wird noch einmal kurz mitgekocht und dann passiert. Übrig bleibt eine absolut köstliche Tomaten-Pulpa. Die könnte man nun noch weiter kochen.  Dabei dickt sie mehr und mehr ein. Ich koche sie aber nur nochmals auf  und fülle sie dann in Gläser. Gleich den Deckel verschließen und das Glas auf den Kopf stellen. Danach richtig herum stehend erkalten lassen. Dreieinhalb Liter feinste Tomatensauce habe ich nun fürs erste in unterschiedlich großen Schraubgläsern. Die halten locker bis zur nächsten  Ernte und im Winter habe ich für alles, bei dem Tomaten oder  Dosentomaten auf dem Rezept steht, meine eigene Tomatengrundlage. Wichtig ist es, wirklich alle möglichen Gläsergrößen zu befüllen. Für eine Hackfleischsauce braucht man eben mehr Tomatensauce als bei einem Braten oder den oben erwähnten gebratenen Garnelen.

Mittlerweile ist es Abend und habe Hunger. Ich werde die Bohnen dann wohl morgen eingefrieren. Dann soll es sowieso regnen und ich habe Zeit für weitere Küchenschlachten.

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