Donnerstag, 16. Juli 2015

Viele unterschiedliche Blüten und der Schreck zum Feierabend

"Wann wird's mal wieder richtig Sommer?"

Also wem dieser Sommer nicht Sommer genug ist, dem ist glaube ich nicht mehr zu helfen, der muß auswandern. Seit Wochen diese Hitze, jetzt wieder zunehmend und dann immer ohne Regen. Woche für Woche für Woche.

Also fies ist ja, daß ich lüge, wenn ich sage, daß es bei uns noch immer nicht geregnet hat. Am Sonntag Nacht hatte es geregnet. Ein knapper Liter/pro Quadratmeter kam herunter. Diejenigen unter euch mit Gartenerfahrung werden mich verstehen, wenn ich das aber nicht bereit bin, als Regen zu bezeichnen, angesichts der Jahrhundertdürre gerade hier in Franken. Ein Liter Wasser, und das verteilt auf eine Fläche von ein mal ein Meter. Da wird noch nicht einmal die Oberfläche richtig feucht!

Und dann kam ich gestern spät von der Arbeit heim und bekam gleich einen mächtigen Schrecken zum Feierabend. Beim Weg zur Haustüre ist mir zwar aufgefallen, daß die Feige etwas die  Blätter hängen lässt. Aber ich nahm es nicht sonderlich war. Dann ging ich in den Garten und wollte mir eine Kanne voll frischen, kühlen Brunnenwassers herauslassen. Aber was war das? Ein kurzes Zischen, heiße Luft und mehr nicht!

Das konnte doch nicht war sein. Ist schon wieder die Pumpe nicht in Ordnung. Rasch laufe ich in den Keller und stelle fest, daß im Kessel kein Druck mehr ist und die Pumpe sich ausgeschaltet hat. Oh nein! Beinahe genau vor einem Jahr hatte ich ebenfalls Händel mit der nicht mehr funktionierenden Wasserversorgung für die Tropfbewässerung meiner Kübelpflanzen.

Mit klammen Fingern schalte ich die Pumpe wieder ein. Wird sie laufen?

Ja! Sie läuft. Also wieder raus in den Garten und Wasser aufdrehen. Es läuft und, was genauso wichtig ist, es hört nicht wieder auf.  Die Versorgung ist wieder da. Sollten wir die alte Technik doch einmal austauschen? Der Brunnen kann nicht leer gepumpt sein. Dass wir mit so einem Brunnen gesegnet sind, haben wir im letzten Jahr erfahren. Warum aber war die Pumpe aus?

Erst einmal wird gegossen. Etwas im Garten und dann die dürstenden Kübelpflanzen.

Später, wieder im Haus, komme ich drauf, was der Grund für das Pumpen-Aus war. Die Mikrowelle blinkt und auch am Herd die Anzeige steht auf 0:00 Uhr und blinkt. Aha, es war einmal wieder Stromausfall. Und in diesem Zusammenhang muß die Sicherung der Pumpe herausgesprungen sein.

Beruhigt mich das jetzt oder ängstigt es mich eher? Beruhigend wirkt die Tatsache, daß dann ja alles noch intakt ist. Beängstigend ist, dass bei uns immer wieder einmal der Strom weg ist. Bisher war mit der Pumpe dabei nie etwas. Aber was, wenn ich ein paar Tage weg bin und dies passiert wieder? Bei der Hitze? Das ist keine schöne Vorstellung. Ich denke, da müssen wir bei Gelegenheit einmal unseren Elektriker des Vertrauens um Rat fragen.

Da ja aber doch noch alles - für's Erste - gut ausgegangen ist, blieb mir noch Zeit und Muße ein paar Blütenbilder zu schießen. Abends gegen 21 Uhr ist im Moment das Licht am besten und die Blüten kommen wunderbar raus auf den Bildern. Manche Bilder musste ich dann heute Mittag machen und da knallt die Sonne vom Himmel. Das gibt immer ganz andere Fotos. Manchmal werden die dann dennoch schön, ein anderes Mal sieht man kaum das um was es mir im Foto geht, vor lauter grellem Licht.

 Hier zum Beispiel schien die Sonne, aber das Motiv war im Schatten des Feigenbaumes. Herrlich diese Farben. Nach 2 Jahren Pause habe ich endlich wieder diese wundervolle Wiesenraute. Sie wird über 2m hoch und hat viele kleine Blütchen mit gerade eimal nur 1cm Durchmesser. Die Farbkombination begeistert mich jedes mal aufs Neue.

Wiesenraute (c) by Joachim Wenk
Wiesenraute
Eine ähnliche Farbe, aber unbeschreiblich größere Blüten, hat die Dahlie. Ich könnte die Blüte, ohne sie drücken zu müssen, nicht mit beiden Händen umschließen. So groß ist sie.

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey


Nun, zur Farbe dieser Blüten sage ich nichts. Ich denke ihr habt es gemerkt. Mir gefallen dies Pink-Rosa-Lila-Töne. Hier seht ihr meine beiden Cystus-Pflanzen. Also diese kleinen Sträucher sind ja wirklich ideal für sehr trockene und heiße Standorte. Zumindest stehen sie an einem solchen bei mir und blühen den ganzen Sommer unermüdlich. Der kleine ist ein "ganz  normaler"   Cistus incanus ssp. tauricus (das habe ich gerade nachgeschlagen)

Der größere ich ein richtig kräftiger Strauch, den ich im Topf im Baumarkt damals erstand. Er ist deutlich größer und kräftiger. Die Blüten halten immer nur einen Tag. Weil aber so viele nachkommen, sieht er jeden Tag voll erblüht aus. Und der Duft des harzigen Laubes, wenn die Sonne darauf scheint, ist etwas ganz Besonderes. 

Blüten und Blätter sind ja für einen angeblich sogar wohlschmeckenden Tee zu gebrauchen. Ich habe es noch nicht probiert. Vielleicht ernte ich diesjahr welche. 


Cistus incanus ssp. tauricus , Cystus (c) by Joachim Wenk
der kleine Cistus incanus

Cystus (c) by Joachim Wenk
der große Baumarkt Cystus

Irgendwie fällt es mir in diesem  Moment, da ich meinen neuen Beitrag hier schreibe, gerade selbst erst wie Schuppen von Augen. Ich muß diese Blütenfarbe wirklich sehr lieben....

Hier jetzt wieder eine winzige Pflanze. Also wenigstens die Höhe deutet auf eine kleine Pflanze hin und auch die Blüten. Aber die Fläche, die sie einnimmt ist erstaunlich. 50cm lange Triebe erkunden die Umgebung. Soll sie sich ruhig ausbreiten. Ich habe nichts dagegen. Storchschnäbel sind mir immer willkommen. Sie vertragen auch Trockenheit (also dieser zumindest, während andere im Garten schwächeln) und werden von Schnecken verschont. Auf dem Schildchen ist es zu erkenne, falls einer auch so einen besorgen möchte, es ist ein Geranium sanguineum mit dem eigenartigen Namen "Dilys".

Storchschnabel , Geranium sanguineum Dilys  (c) by Joachim Wenk
Geranium sanguineum Dilys


So und jetzt haben wir den Salat. Wie erkläre ich jetzt diese Blütenfarben? 

Ganz einfach. Im Frühjahr säte ich von Neudorff eine Wildblumenmischung für Wildbienen aus. Ich bekam sie als einer von glaube ich 500 Gärtnern in der Aktion im Frühjahr zum Testen.  Boden vorbereiten, Unkraut rupfen und dann zwei Wochen feucht halten. Letzteres war das Schwierigste, da es bereits im Frühjahr im Garten bröseltrocken war. Fertig. 

Fertig? Ja das war's. Die bunten Blüten, die ich den Wildbienen schenken wollte konnten nicht erscheinen, da alles, bis auf ein paar Phacelia, die  Schnecken weggefressen haben. Alles! Die Arbeit war umsonst. 

Später im  Jahr, erhielt ich in der  Frühlingsgruß-Aktion von Obi diverse  Samen. Dabei wieder eine Wildblumenwiesen-Mischung. 

Die auszusähen konnte ich mir ja sparen. Ich hatte die Idee, sie in Flache Schalen zu sähen und wenn sie aus dem gröbsten raus sind, auszupflanzen. Dann kam so viel Arbeit, der Boden wurde immer trockener und nicht mehr zu bearbeiten. Die Fläche, wo die erste Mischung hätte wachsen sollen ist dürr und mit Unkraut besiedelt. Jetzt kann ich nicht auspflanzen. 

Die Wildpflanzen blieben winzig, da ja die Nährstoffe in dem bisschen Erde bald aufgebraucht waren. Dennoch setzten sie Blüten an. Ich hatte Mitleid und gab ihnen ein wenig hochverdünnte Brennesseljauche. Sie blühen doch schon so schön. Weil ja auch Mehrjährige darunter sind, werde ich sie in den Schalen weiter pflegen und dann doch noch so als komplette Wildblumenwiesen-"Kachel" in die Erde bringen. 



Wildblumenwiese (c) by  Joachim Wenk
Wildblumenwiese

Wild ist ein sehr gutes Stichwort. Letzten Herbst ergatterte ich ein paar Samen dieser Pflanze am Waldrand. Leider habe ich schon wieder vergessen, wie sie heißt. Ich hatte euch danach gefragt und kompetente Antwort erhalten.  Das Einzige, das ich mir merkte, war der Hinweis, daß sie weiße Fliege vertreiben soll. Nun die plagt mein Gemüse wirklich arg und so versuchte ich es. Es wirkt....nicht! Aber die Blüten sind wirklich hübsch und bringen Farbe ins Gemüsebeet.

Wildblumenwiese (c) by  Joachim Wenk
wie heißt sie nur noch? habe es vergessen

Zum Schluß des Blütenreigens noch ein paar Stockrosen - Impressionen aus meinem Landgarten.

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose 



Taraaa. Und hier ist sie, die hübsche kleine Garnitur an Gartenmobiliar. Jetzt können wir auf unserem mediterranen Platz, in Träumen schwelgend, ein Tässchen Kaffee schlürfen. Die Möbel haben mich auf den ersten Blick begeistert.  Die Farbe und das Material. Komplett aus Metall, kann sie den ganzen Sommer draußen bleiben. Die Sitz- und Rückenlatten sind so fragil, weil eben nicht hölzern sondern aus Metall. Das verleiht eine sommerliche Leichtigkeit.

mediterraner Platz mit sommerlichen Gartenmöbeln (c) by Joachim Wenk
mediterraner Platz mit sommerlichen neuen Gartenmöbeln


So und nun ist auch endlich der  Gemüsegarten wieder von allen Seiten eingezäunt. Das Stück Zaun, das dem Wegeprojekt weichen musste ist endlich wieder dran. Wieder ein Stück Arbeit abgeschlossen. Für diejenigen unter euch, die den Grund noch nicht wissen, einen Gemüsegarten im Garten einzuzäunen. Schaut mal im Bild oben mit den neuen Gartenmöbeln. Rechts neben den Möbeln erkennt ihr etwas schwarzes. Und das Schwarze ist männlich. Und Männer haben den angeborenen Drang, alles, von dem sie meinen, es gehört ihnen, markieren zu müssen. Keine so gute Vorstellung bei Kohlköpfen oder Erdbeeren!


(c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten wieder eingezäunt



So und das Bild konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. Schocktherapie, für alle die die neuen Wege sehen und sich vorstellen können, das im eigenen Garten auch einmal zu machen. Dieses Bild gehört auch dazu. Das muß man dabei immer bedenken!

ein Gartenweg wird geboren.... (c) by Joachim Wenk
ein Gartenweg wird geboren....


Und das Schock-Bild ist vom April. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass gerade erst Mitte Juli ist. Du meine Güte haben wir da wieder gerackert.

Das macht hungrig. Gut, daß jetzt der Garten langsam etwas zu Essen bietet.

Die Zucchini habe ich einmal wieder übersehen. Jetzt muß sie aber  weg vom Strauch sonst muß ich sie dann mit dem Schubkarren ins Haus fahren.

Mein früher Weißkohl ist auch erntereif. Sehr schöne Köpfe sind es. Einer kommt morgen auf den Tisch. Selbstgemachte  Spätzle (andere gibt es bei uns nicht) mit Kohlgemüse.

Gemüseernte (c)  by Joachim Wenk
Gemüesernte


Leider nicht satt werde ich von den schwarzen Himbeeren. Ein prächtige Strauch und über und über mit Beeren behängt. Mit einmal alles verdorrt, auch neue Triebe beginnen zu sterben. Das muß eine Krankheit sein. Diese paar hier konnte ich kosten, bevor der Ast auch hinüber ist. Leider kann man den Geschmack nicht gut beurteilen., da sie auch sehr trocken sind. Aber definitiv, man schmeckt Himbeere.
schwarze Himbeere (c ) by Joachim Wenk
schwarze Himbeere


Erinnert ihr euch noch, als ich das Bohnenzelt aufstellte. Sie sind schon bei gut 2,5 m Höhe angekommen. Schöne Pflanzen und erste Blütenknospen habe ich auch entdeckt. Bald gibt es dann wieder Blauhilde auf dem Teller.

Stangenbohne Blauhilde (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne Blauhilde
 Hier kann es auch nicht mehr lange dauern.
reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Tomaten 

reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Tomaten 


So, das war es für heute. Jetzt freue ich mich auf den Gartenbesuch, der sich für Samstag angekündigt hat. Ich hoffe ich bekomme den Garten am Samstag Vormittag noch etwas aufgeräumt und die Wege gekehrt, damit mein Besuch nicht meint, wir wären unordentlich. Aber zuerst wird ein leckerer Kuchen gebacken. Wenn dann die Wege nicht aufgeräumt sind, ist es eben so. Lieber unter der Haselnuß sitzen, plaudern und Kuchen essen. Eine schöne Vorstellung. Ich freue mich jedenfalls auf das Wochenende. 

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