Donnerstag, 23. Juli 2015

saftige Himbeeren, frischgrünes Gemüse und überall bunte Blüten - dafür stehe ich stundenlang und tagelang gießend im Garten

Alles raschel-dürr und vertrocknet. 

Genau die richtige Zeit zum Ernten. Die ersten Schoten platzen schon am Strauch und das muß vermieden werden. Ich will die Erbsen schließlich im Topf und nicht im Beet haben. 

Wie praktisch die lila Schoten sind. Auf einen Blick sieht man, wo sie hängen und kann ernten. Was vergesse ich bei den grünen Erbsen, die grün geerntet werden, die Schoten an den Pflanzen. Egal wie genau ich schaue, immer wieder entgehen mir welche. Anders ist es hier bei der Blauwschokker Palerbse. 




erntereife Blauwschokker-Erbsen (c) by Joachim Wenk
erntereife Blauwschokker-Erbsen


Die Ausbeute ist nicht überwältigend. Ich freue mich trotzdem. Ende März gesteck,t wollten sie über so viele Wochen nicht keimen. Dann kamen sie doch. Aber unter dem Walnußbaum wächst einfach nichts. Auch Erbsen nicht so, wie sie sonst könnten. Und ich habe sie zu dicht gesät, zu viele in der Reihe. Insofern ist es doch schön, überhaupt etwas zu ernten.

Jetzt muß ich jedenfalls, wenn sie noch ein wenig nachgetrocknet sind, die Erbsen noch aus den Schoten befreien. Viele werden beim Trocknen schon von ganz allein aus den sich spiralig öffnenden Schoten kullern. Ein paar kommen in den Vorrat zum Sähen im nächsten März und die anderen in die Speisekammer. Im Winter ist ein Erbseneintopf ein leckeres Mittagsmahl.

Palerbsen Ernte (c) by Joachim Wenk
Palerbsen-Ernte 2015


Als nächstes kümmerte ich mich um meine Lieblingsbeeren. Eines allerdings kann ich gleich verraten. So macht Gärtnern keinen Spaß mehr.

Die Sonnte knallt vom blauen Himmel, das Thermoter im Schatten ist deutlich über die 30°C-Marke geklettert. Das in der Sonne zeigt 45 °C an. Weiter reicht die Skala nicht. Und da stehe ich vor, in und unter der Himbeerhecke. Von Oben die Sonne, von unten überall  Ameisen, Fliegen, stechende Insekten aller Größe (von kaum wahrnehmbar bis Bremsen-Größe) und dann stehen auch noch Brennesseln in den Beeren. Nein, ein Spass ist das nicht.

Die Ernte ist allerdings dann schon ein Spaß.  Einige werde ich am Abend einfrieren und aus den anderen mache ich Konfitüre. Schöne weiche, glatte, himbeerige, dunkelrote, duftende Himbeerkonfitüre ohne Kernchen. Ein Traum zum Hineinlegen.

Die dunkel-violett-rote Beere ist die Sorte Glen Coe. Eine kleine runde Beere ist das Ergebnis der Kreuzung einer roten mit einer schwarzen Himbeere. Sehr aromatisch und optisch ein Hingucker durch die dunkle Farbe. Und wieder keine  Würmchen in den Beeren. Juchuuu.



Die hellroten Beeren sind sehr große Beeren mit ebenso großem  Aroma. Ich habe vor sehr vielen Jahren einmal ein paar Ableger geschenkt bekommen. Über etliche Jahre pflegte ich sie in meinem Feldgarten. Sie tragen jedes Jahr überreich, haben nie Würmer oder Krankheiten. Sie schmecken, wie Himbeeren schmecken sollten. Diese Beere, das war klar, muß auch in meinem neuen Hausgarten wachsen. Also nahm ich wieder ein paar Ableger und siedelte sie im Garten an. Mit Erfolg. Wie die Sorte allerdings heißt, weiß ich leider nicht und wußte es auch noch  nie.



Himbeerernte (c) by Joachim Wenk
Glen Coe vorne rechts (eine Pflanze) und die unbekannte Sorte in rot (die ganze Hecke)

Hier seht ihr die Hecke.Sie ist über 6m lang. Jetzt habe ich die Triebe im Winter schon deutlich gekürzt. Sie wachsen dennoch unbändig und sind wieder über 2m hoch.
Himbeerhecke (c) by Joachim Wenk
die Himbeerhecke
Nach der Tortour mit der Ernte in der prallen Sonne verzogen wir uns erst einmal ins Haus - mein Hund Max, der dauernd in seiner Badewanne mit kaltem Wasser steht, und ich.

Jetzt wird erst einmal Mittag gemacht. Das frische Pesto muß probiert werden und ein Glas Kräutersuppe ist schnell warm gemacht.

Dann geht es wieder raus. Bis zum Kaffee muß die Wasserpumpe im Brunnen wieder Höchstleistungen vollbringen. Gießen ist angesagt. Man sieht es dem Gemüse an, dass man gießend geholfen hat in den letzten glühend heißen Wochen mit noch immer ohne Regen. (Halt, in der Nacht nebelte es wieder einen knappen Liter pro Quadratmeter auf die Landschaft. Und das war's, mehr gönnt man uns nicht).

Die Kohlreihen lichten sich. Die Buschbohnereihen schließen sich. Diesjahr sähte ich das erste mal nicht in Reihe sondern in einzelnen Nestern. Die Bohnen wachsen gut und werden bald blühen. Die später gesäten Bohnen im Gemüsebeet sind beinahe größer, als die einige Zeit vor ihnen gesteckten Bohnen unterm Walnußbaum. Ich habe die Sorte Sanguigno, über die ich kürzlich schon berichtete.

Buschbohne Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno



Buschbohne Sanguigno Winterwirsing (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno unterm Walnußbaum, daneben Winterwirsing



Und das hier mittig im Bild ist der Sommerwirsing. Er ist schnellerwachsend als sein später Kollege der Winterwirsing. Ein herrlicher Blick ins Gemüsebeet, oder?
Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet


Drüben im Gemüsegarten ist viel Grün und zum Teil auch reges Wachstum bei der Hitze. Man kann sagen, den Tomaten tut es gut. Kürbis und Zucchini kämpfen bei der größten  Hitze mit welken  Blättern. Sie wachsen aber und tragen ein paar Früchte. Dem Blaukraut gefällt die Hitze nicht. Die Kartoffeln liegen total welk am Boden. Frühkartoffeln sind jetzt auch schon erntereif, da ist kaum mehr Kraut zu erkennen. Melde und Baumspinat lassen sich von Trockenheit und Hitze nicht beeindrucken. Bei den Stangenbohnen muß man aufpassen wie ein Lux. Die brauchen jetzt viel Wasser. Kommt zu wenig, welken die Blätter und sind gleich unwiderruflich geschädigt. Das passiert mir nicht nochmal. Jetzt gieße ich mehr auf die Bohnen. Die Gurken wachsen jetzt richtig. Sie gieße ich nur mit der Kanne. Das Wasser schöpfe ich aus dem Max seiner Badewanne. Das muß ich ohnehin mindestens einmal täglich wechseln, damit er zur Abkühlung wieder frisches Wasser hat und kein heißes. Ich habe gelesen, daß Gurken auf kaltes Wasser gern mal mit Bitterwerden als Abwehrreaktion reagieren. Das soll mir nicht passieren mit dem warmen Gießwasser.


Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsesgarten

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten 
 Lauch und Sellerie stehen schön kräftig in den Reihen. Hier im Bild der Sommerlauch, der bereits geerntet werden kann.

Sommerlauch (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch
 Der Rosenkohl ist kräftig, hat aber irgendwie mißgebildeten Blätter. Keine Raupen, keine weiße Fliege mehr und keine Läuse. Ich wette, das geht auch auf das Konto der mistigen Erdflöhe.

Rosenkohl (c)  by Joachim Wenk
Rosenkohl


Und weil sie ja mittlerweile regelmäßig Wasser bekommen, blühen sie nun auch langsam, die Stangenbohnen. Die Blauhilde hat mittlerweile mehr als 3m Höhe erreicht. 
Stangenbohnenblüte der Blauhilde (c) by Joachim Wenk
Stangenbohnenblüte der Blauhilde



Aber nicht nur im Gemüsegarten blüht es, sondern auch noch in den Staudenbeeten. 

Bevor ich mich aber den weiteren Blüten im Garten und diversen, sommerlichen Arbeiten hingab (Tees trocknen, Bewässerungsanschlüsse ummodeln, Verblühtes abschneiden, Stockrosen anbinden und so einiges  mehr) , kam die Kaffeepause im Hüttenzauber. Ich mußte wieder nach drinnen gehen, einfach um der Glut der Sonne zu entkommen. 

Morgens backte ich ein Blech "Franzbrötchen", die jetzt äußerst willkommen zum Kaffee passen. Mein Laptop nahm ich ebenfalls mit, so dass ich nebenher über die Pestoherstellung vom Vormittag berichten konnte. 

Nach der Pause geht es erfrischt und erholt weiter.

Hier sieht man meine zweite Wiesenraute in Blüte. Sie hat nicht das pink mit grün-gelb sondern ein sehr zartes Farspektrum in blassestem Rosa mit durchsichtigem Grün.

hellrosa Wiesenraute
 Kräftig und knallig dagegen sind die Blüten der Cassia.

Cassia in Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia in Blüte

Gleich daneben ein Klee in schrägem Pink.

Klee in pink (c) by Joachim Wenk
Klee in Pink
 Kräftig lila und stark duftend bei der Hitze ist der Schmetterlingsflieder im Staudenbeet.

Schmetterlingsflieder (c) by Joachim Wenk
Schmetterlingsflieder 



Die Samen bekam ich hier von einer lieben Blog-Bekanntschaft. Ich dachte schon, daß da nichts keimt und dann erschienen super-winzige Pflänzchen. Als ich sie auspflanzte waren sie nur noch winzig und mittlerweile sind es kräftige Pflanzen in voller Blüte. Das echte Eisenkraut ist prächtig gelungen.
Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
Eisenkraut


Zum ersten mal habe ich sie in Blüte. Braun ist das neue Gelb. Seit Jahren sähe ich verzweigte braun-orange und gelbe Sonnenblumen und nie wurde es etwas mit den Pflanzen. Die Schnecken waren schneller. Dieses Jahr zog ich in Töpfen vor. Keine gute Idee, weil sehr gakelige schwächliche Pflanzen dabei heraus kamen. Aber sie haben dann im Freien doch schneller wachsen können, als die Schnecken fressen. Vor allem weil mittlerweile die Trockenheit und Hitze kam. Durch fleißig Gießen erholten sie sich rasch und sind jetzt schöne kräftige Pflanzen. Welche nun gelb und welche braun ist, weiß ich nicht mehr. Ich lass mich überraschen.


braune Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune Sonnenblume
 Geranien und Disteln im wärmsten Gartenabschnitt.

Geranien und Disteln (c) by Joachim Wenk
Geranien und Disteln

Hummeln, Hummeln und nochmal Hummeln. Wenn ich in den Garten gehe meine ich, ich wandle in einem Hummelnest. Aber ich freue mich, daß so viele da sind, wo sie doch auch gefährdet sind.

Hummel auf Distelblüte (c) by Joachim Wenk
Hummel auf Distelblüte
Ein paar meiner Stockrosen kennt ihr ja bereits. Ich freue mich so über die vielen Blüten in unterschiedlichen Farben überall im Garten. Im Herbst ließ ich mir vom Gärtner auch noch zwei Park - Hybriden mit gefüllteren Blüten schicken. Sie waschen zierlicher, als die selbst gesäten normalen Stockrosen. Sie ähneln im Blattwerk eher dem Eibisch und sind angeblich zuverlässig mehrjährig.  Jetzt blühen auch sie beide. Ein in gelblichem Ton. Sie steht logischer Weise im gelb-lila Beet. Die andere in Rosé. Sie steht im Staudenbeet.

Stockrosenhybride Parkallee(c) by Joachim Wenk
Stockrosenhybride Parkallee in gelblichem Weiß


Stockrosenhybride Parkallee(c) by Joachim Wenk
Stockrosenhybride Parkallee
Die rosafarbene Hybride ist auch aus der Park-Reihe. Kann es die Park-Rondell sein? Ich muß da nochmal nachsehen.
Stockrosenhybride Parkrondell (c) by Joachim Wenk
Stockrosenhybride Parkrondell


Neben Parkrondell steht eine selbst gesäte Stockrose und nimmt die  Schaufel-Eule als Halt.
Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose
 Aus der Distanz sieht man hinter der Stockrose mit Eule noch einen Verwandten. Der Eibisch in voller Blüte.
Stockrose und Eibisch (c) by Joachim Wenk
Stockrose und Eibisch
 Und wieder nahe ran. Auch die Blüten des Eibisch sind ein Foto wert mit ihrem reinen Weiß und in der Mitte den lila Staubfäden.
Eibischblüte (c) by Joachim Wenk
Eibischblüte



Schließlich unterm Walnußbaum erfreut mich diese kleine Szene mit Stockrosen.

Stockrosen unterm Walnußbaum (c)  by Joachim Wenk
Stockrosen unterm Walnußbaum
Hier noch einmal alle im Überblick. Links hinter der rosa Rose die Stockrose Parkrondell. Noch nicht arg erblüht, daher kaum zu erkennen. Dann nach rechts kommt die Stockrose mit Eule, daneben der Eibisch und schließlich die Stockrosenszene unterm Walnußbaum.


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