Donnerstag, 2. Juli 2015

Licht und Schatten - Höhen und Tiefen - der Garten hat immer beides zu bieten

Ich sitze am PC und sortiere die Fotos für meinen neuen Beitrag hier. Ein schon gewohntes Unterfangen. Und wie eben immer gibt es zweierlei Fotos. Welche wähle ich diesmal? Bin ich überhaupt noch glaubwürdig?  Einmal redet er so dann wieder anders? Wie geht es mir mit der jeweiligen Auswahl?

Gemeint sind all die Fotos von  Krankheiten, Schädlingen und Mißlungenem und ebenso die wunderschönen Bilder und Szenen aus allen Ecken und Enden meines Gartens. Was stimmt denn nun? Ich muß mir selbst einmal darüber ins Klare kommen. Ehrlich!

Ich lese hier ja auch einige andere Blogs und sehe die Fotos. Wunderbare Gärten haben alle. Manche fotografieren eher professionell andere, wie ich, fotografieren einfach drauf los. Aber immer sind Gärten und Blüten in Saft und Kraft  zu sehen. Ich ärgere mich, weil bei mir so viel kaputt geht, kümmert, nicht angeht und von Schädlingen und Krankheiten zerstört oder geschädigt wird. Was mache ich falsch?

Um meinen Frust los zu werden habe ich vor langer Zeit damit begonnen, auch Bilder und Texte gerade zu dem nicht schönen Teil des Gartens zu veröffentlichen. Und immer wieder aber entstehen so schöne Aufnahmen in meinem Garten. Sie lassen mich bald selbst glauben, daß  ich einen wunderschönen Garten haben muß...

Also fotografiere ich eben so, daß nur das Schöne darauf zu sehen ist und schweige über all das Andere. Was aber, wenn jemand das liest, der vielleicht noch keine  oder wenig Gartenerfahrung hat und es gerade versucht. Den Einstieg zum Hobbygärtner wagt. Auf dem Balkon im Garten der Mutter oder im Schrebergarten? Er wird Misserfolge haben, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Dann schaut er oder sie sich im Internet um und sieht wie problemlos alles bei anderen und damit auch bei mir im Garten zu klappen scheint. Die Bilder sprechen ja für sich. Frustriert und oder hilflos gibt er oder sie auf.

Das könnte passieren, denn genau so fühle ich mich auch mit den Prachtgärten anderer. Sicher aber hat jeder so seine Probleme im Garten, er zeigt sie nur nicht. Und ich habe mich entschlossen einfach regelmäßig über beide Seiten zu berichten. Das hilft mir, zu sehen, wie schön es doch in meinem Garten zugeht. Schädlingsfrust zu beschreiben hilft mir  und vielleicht hilft das auch anderen, über so manche "Durststrecke" oder "Fruststrecke" in ihren Gärten. Einfach wissen, daß es anderen auch nicht anders geht. Und wenn ich für eines meiner Hauptprobleme einmal eine Lösung gefunden habe werde ich auch darüber berichten. Auch wieder um anderen vielleicht ebenfalls zu helfen.

All die schönen Fotos sind immer nur Momentaufnahmen (oft wären sie genau einen Tag, ja ein paar Minuten später nicht mehr möglich gewesen) und sie sind winzige Ausschnitte. Wer gärtnert, wird und muß das Ganze sehen. Das gilt für das Räumliche und für das Zeitliche. Und wer diese Arbeit, das Hobby, seine Leidenschaft dann noch immer liebt, der ist wahrhaft ein Gartenbesessener.

Das heißt, ihr dürft euch auch in Zukunft auf  schöne, verträumte oder nur dokumentarische Fotos hier freuen. Gleichzeitig werde ich aber auch über das berichten, was mir Kummer bereitet, mich frustriert. Und ich werde über Dinge schreiben, wo guter Rat teuer wäre. Ein ehrliches Bild über einen großen Garten am Land. Groß und intensiv bewirtschaftet. Und da denke ich gerade an die Aussage meines Mannes auf mein Gejammer:  "das ist halt so, wo viel ist, kann auch viel kaputt gehen".

Nach so viel Text muß ich jetzt wohl die Fotos des Tages ein wenig zusammenfassen und die Erklärungen klein halten.

Dennoch hier sind sie die Höhen und Tiefen des gestrigen Tages:

Juli Blüten im Landgarten (c) by Joachim Wenk
die momentanen Schönheiten im Garten


Begonnen haben die Tomaten, dann kamen erste Paprika (langsam erholen sich manche Pflanzen von einem Schädling oder Krankheit die ich nicht kenne. Alle Blätter irgendwie verkrüppelt und kaputt. Neue Triebe erstmal intakte gesunde Blätter). Die Ananaskirsche oder Erdkirsche hängt voller kleiner Lampions. Sie ist die kleine Schwester der Andenbeere und trägt aber sehr deutlich früher als die Andenbeeren, die selbst bei Aussaat im Februar oft erst spät im Herbst essbare Früchte haben. Meine (in der Collage oben rechts) wächst jetzt erst einmal während die Ananaskirschen (Bild oben links und unterste Reihe zweites von links) bereits prächtig fruchten. Das Basilikum hat ein ganz starkes und nach Sommer duftendes Aroma.
erste Früchte im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
im Gewächshaus


Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten


Die Kümmernisse und Krankheiten. Oben links und rechts im Bild meine schwarze Himbeere. Ich war so gespannt auf schwarze Beeren, die nach Himbeere schmecken. Sie hängt voll mit Früchten und nun stirbt sie ab.  So etwas ärgert mich und frustriert mich. Was ist das jetzt wieder? Ich habe noch ganz viele andere Himbeeren und wenn das nicht wieder so eine schnell umsich greifende Seuche ist, dann werden wir genügend Himbeeren ernten. Aber warum wird diese hier plötzlich krank, daß ich nach über einem Jahr warten wieder nicht sehe, wie schwarze Himbeeren sind?

Links oben zweites Bild. Ich berichtete schon. Der Knoblauch stirbt ab, irgendein Rost. Er hat mir schon den Berglauch mit getötet und mein Sommerlauch, der so schön ist wie noch nie ein Lauch bei mir, ohne Lauchfliege und prächtig im Wuchs, weil ich endlich früh genug im Jahr ausgesät habe, den hat er auch angesteckt. Wird die Arbeit am Sommerlauch für dieses Jahr auch umsonst gewesen sein? Das hätte das erste Jahr sein können, in dem ich überhaupt Lauch ernten kann. Hätte!

Naja die Walnuß hat entweder auch eine unbekannt Seuche oder es ist die unbeschreibliche Trockeneheit der letzten Jahr und jetzt noch die sengende Hitze. Alles hängt an dem Baum und viele tote Äste.

Die Ernte besteht mal wieder aus einer Notlösung. Bevor ich garnichts ernte dann lieber das kaputte Zeugs. Muß ich eben in der Küche sehen, was zu verwerten ist. Die weißen Kohlrabi haben riesige Krater, vernarbter Fraß ehemaliger Schnecken.  Die Blauen sind geplatzt als es letzte Woche einmal etwas (!) regnete. Und der Blumenkohl sieht immer so aus. Bevor er gänzlich schießt, wird er geerntet.

In der Küche habe ich die Kohlrabi dann eingefroren, getrocknet und gegessen. eine übrige Zucchini habe ich auch gleich mit getrocknet.  Der Blumenkohl ist auch eingefroren (mit noch so einem Kopf). Die Radieschen sind riesig aber nicht holzig. Sie gehören eigentlich gar nicht in diese Collage.

(c) by  Joachim Wenk
unschöne Momente im Garten


35 °C im Schatten unterm Sonnenschirm und die Steinsäge brummt. Mehr war bei der Hitze nicht zu schaffen. Aber immerhin, die Terrasse ist jetzt fertig mit Steinen verlegt. Also verlegt war ja am Samstag schon, jetzt wurden nur noch an den Rändern die Steine passend eingeschnitten. Gerade um die Rundung an den Stelen entlang ein rechtes Gefuzel. Ein Betonstein ist eben kein Brettel für die Laubsäge.

Samstag geht's weiter. Ein Stückchen Weg noch einschneiden, dann kann die Woche darauf alles fest gerüttelt und mit Sand eingekehrt werden. Und dann heißt es FERTIG.

neue Terrasse mit Granitstelen und Betonsteinen (c) by Joachim Wenk
auf der Terrasse sind alle Steine am Rand sauber eingeschnitten

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