Donnerstag, 30. Juli 2015

Die Kartoffelernte beginnt, die nächsten Pflanzen warten schon auf den Platz im Beet

Kartoffeln ernten, ohne dreckig-braune Finger zu bekommen? Dieses Jahr geht so etwas.

Der Boden ist seit so vielen Wochen, fast Monaten ohne Regen derart ausgetrocknet und betonhart. Kaum, daß ich mit der Schaufel eindringen kann. Jedenfalls macht man sich diesjahr nicht dreckig bei dem Gewühle in der Erde. Das sah auch schon ganz anders aus.  Klar, dieses Jahr gibt es dafür kleine Kartoffeln. Die sehr frühen Kartoffeln (Duke of York) sind abgestorben und erntereif.

Die frühen Kartoffeln ( Galactica) sind eher vertrocknet als wegen der Reife abgestorben. Sie bräuchten auch von der Zeit seit dem Stecken her gesehen noch etwas.

Ich jedoch benötige den Platz im Beet und außerdem ist das Kraut schon so weit braun und welk, daß ich mir wirklich nicht sicher bin, ob da noch ein Zuwachs an den Knollen stattfinden kann. Also habe ich zumindest eine der beiden Reihen Galactica auch geerntet.

Klein sind dieses Jahr die Kartoffeln. Und noch kleiner sind sie, wenn schon die Sorte ansich nur kleine Knollen bringt. Das ist der Fal bei der Mayan Gold. Eine mittelfrühe Sorte, deren Laub noch weiter abgestorben ist, als das der Galactica. 2 Stauden mit ganz verschwundenem Laub habe ich einfach ausgegraben.

Die Kartoffeln sind allesamt eher klein bis sehr klein, aber sehr gesund und ohne Schorf. Zumindest die Duke of York habe ich auch schon ein paar mal gekocht und bin überaus begeistert. Herrlicher Kartoffelgeschmack mit eher mehliger als festkochender Tendenz. Die baue ich wieder an. Dieses Jahr war der Erstversuch. Die Galactica kenne ich seit einigen Jahren und nehme sie immer wieder. Sie hält auch wirklich gut im Lager, obwohl sie eine Frühkartoffel ist. Wie sie dieses Jahr schmeckt, werde ich die Tage testen.  Die Mayan Gold hatte ich letztes Jahr zum ersten Mal getestet. Sie war sehr gut, hielt aber nicht lange im Lager. Sie wird rasch schrumpelig. Dieses  Jahr sind es wirklich winzige Knollen. Der Ertrag ist also nicht sehr groß. Ich werde sie wohl nicht mehr anbauen und den immer zu geringen Platz lieber für ertragreichere Sorten mit größeren Knollen nutzen. Große Knollen halten auch länger im Lager.


Kartoffelernte, Galactica, Mayan Gold, Duke of York (c) by Joachim Wenk
Kartoffelernte : links mit roten Tupfen Galactica, rechts in Plastikwanne Duke of York und im Korb Mayan Gold




KartoffelernteGalactica (c) by Joachim Wenk
bröseltrockener Boden im Katoffelbeet


Kartoffelbeet Mayan Gold (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet Mayan Gold nach dem Gießen



Während der ganzen Graberei im Kartoffelbeet ist mir nicht ein einziger Regenwurm begegnet. Das ist schlecht. Im Frühjahr waren auf jedem Zentimeter - oder besser gesagt in jedem Zentimeter Erde Würmer. Sie haben sich sicher verkrochen und schlafen tiefer unten in der Erde. Später dann habe ich die Kartoffeln, die noch im Beet sind etwas gewässert. Vielleicht nützt es etwas. Gieße ich richtig, schwemme ich die Hügel fort. Hebe ich die Brause höher, damit sie nicht so auf die Erde sprüht und sie wegspült, so benetze ich zu viele Blätter. Ich habe Angst vor der Braunfäule. Vielleicht geht es ja gut und das zweite Gießen dieses Jahr beschwört nicht gleich den Pilz hervor.

Ich habe den trockenen Staub der abgeernteten Kartoffelreichen gewässert und gewässert und wieder gewässert. Hier werden bald die Grünkohlpflanzen hinkommen. Damit der Boden (wieder) belebt wird, kommt noch die  Ernte aus der Wurmfarmschale darüber. Ich verteile den Wurmhumus gleichmäßig und arbeite ihn mit der Gärtnerkralle oberflächlich ein. Wieder wird gegossen.

Schließlich decke ich alles mit der Pappe ab. Der Boden soll beschattet sein und feucht bleiben, damit die Mikroorganismen sich vermehren können. Auch kommen hoffentlich wieder Würmer in den Boden. Und da bin ich schon beim zweiten Grund für die Pappe. Das nützt mir und "schadet"anderen. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen oder Mitleid.

Wellpappe als Mulch auf frischem Beet (c) by Joachim Wenk
abgeerntetes Beet mit Wurmhumus und dann Pappe darüber

In den vergangenen Tagen hatte ich gründlich gewässert und dann über Nacht haben an den feuchten Stellen die Amseln ihr Unwesen getrieben. Ich habe mich schon oft beklagt, daß mir die Frühlingszwiebeln nicht keimen wollen. Jetzt keimten die gerade gesäten in zwei Beetabschnitten auf denen schon abgeerntet ist. Und die Amseln auf ihrer wilden Jagd nach Würmern haben sie einfach fast vollständig beseitigt. Das ärgert mich. Andererseits verstehe ich die armen Amseln, die gerade noch Junge haben mit versorgen müssen. In diesem steinharten und staubtrockenen Boden finden sie doch gar keine Nahrung. Und haben dabei Hunger ohne Ende sicherlich. Überall, wo es feucht vom Gießen ist scharren sie in ihrer verzweifelten Suche.

Die Frühlingszwiebelkeimlinge bekomme ich nicht wieder, dafür aber will ich jetzt fürs erste das frisch mit Kompost versorgte Beet schützen. Erstmal soll sich der Boden etwas erholen. Aber am Wochenende will ich pflanzen. Die Pflänzchen warten schon in der Topfplatte und müssen unbedingt ins Beet. Dann kommt die Pappe sowieso weg.


(c) by Joachim Wenk
Frühlingszwziebelreihe von scharrenden Amseln verwüstet

So wie die armen Amseln nichts zu Fressen im Boden finden, habe ich dieses Jahr nichts zum Mulchen zwischen den Reihen. Das wäre gerade jetzt wahnsinnig wichtig, weil es den Boden vor zu großer Austrocknung schützt. Im Frühjahr habe ich wegen der Schneckenplage nicht gemulcht und fühlte mich dabei schon unwohl. Dann kam die dürre und jetzt habe ich den Salat mit dem ungeschützten Boden. Einmal haben wir seither wieder gemäht und alles was ich bekam habe ich in die Reihen gelegt. Glaubt es oder nicht. Dort wo es etwas dicker liegt schaue ich immer vor dem Gießen einmal drunter: die Erde dort ist dunkler und somit feuchter, als die unbedeckte direkt daneben. Zudem kann unter der Mulchschicht das Bodenleben aktiver bleiben und findet im Mulch Futter. Und wenn es dem Bodenleben und da auch ganz besonders den Würmern gut geht, geht es auch den Pflanzen gut. Und den Amseln. 

Im Frühjahr packte ich den ganzen Rasenschnitte und Wiesenschnitt auf den Kompost. Gut vermischt mit holzigem Häckselmaterial und zerrissener Wellpappe. Das ist bei Rasenschnitt wichtig, damit er überhaupt verrotten kann und nicht einfach nur fault. 

Wegen der Dürre mußte ich nicht nur die Beete wässern, sondern auch die Kompostmieten. Oben auf lag immer noch das vertrocknete Gras.  Jetzt dachte ich mir, wenn es im Kompost nicht verrottet, dann lege ich es als Mulch und Futter für die Würmer und Mikroorganismen, auf den gerade eben beschriebenen Beetbereich. Aber nein, ich lasse es lieber als Schutzschicht auf dem Kompost. Darunter ist ja alles schon herrlich verrotet zu brauner Erde. Dann hat das Gießen des Komposts doch etwas genutzt!


(c) by Joachim Wenk
Kompost mit vertrocknete Gras als Schutzdecke oben drauf



Ansonsten wird überall das Gemüse erntereif. Morgen gibt es zum Mittag eine Tarte mit Lauch, Tomaten, Basilikum und Parmesan. Gut, den Parmesan musste ich kaufen, der Rest aber kommt ganz frisch aus dem Beet. Und ich freue mich wirklich über meinen tollen Lauch. Die Jahre davor hatte ich nie welchen ernten könnten, weil ihn immer die Lauchfliege dahinraffte. Dieses Jahr stehen die Stangen wie die Soldaten im Beet. Ich fange jetzt an mit der Ernte. Noch ist er zart. Es ist ein Sommerlauch, der sowieso glaube ich feiner ist, als der Winterlauch. Der ist noch immer im Bleistiftstadium. Ich habe ihm nochmal Brennnesseljauche gegeben. Es wird Zeit, daß er in die Puschen kommt. 

Lauch, Basilikum und Tomaten für die Quiche am Mittag (c) by Joachim Wenk
Lauch, Basilikum und Tomaten für die Tarte am Mittag


Für die Tomaten ist die Dürre wirklich gut. 

reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Tomaten 




Manche Physalis haben schon fruchtige Lampions. Allerdings bin ich am Überlegen nur noch Ananaskirschen ,die kleinen Verwandten der Andenbeere anzubauen. Die beernte ich schon einige Zeit, während manche Andenbeeren noch nicht einmal Früchte haben. Ich habe dieses Jahr drei Sorten im Anbauversuch. Wenn, dann werde ich im kommenden Jahr nur von der Sorte, die am ehesten trägt eine Pflanze anbauen. Ananaskirschen aber auf alle Fälle wieder. 

Lampions an den Physalis (c) by Joachim Wenk
Lampions an den Physalis



Die Buschbohnen habe ich dieses Jahr nicht gleich Mitte Mai gesteckt, sondern erst im Juni. Jetzt fangen sie an zu blühen. Hier die schönen blass-lila Blüten der Sanuguigno.

Buschbohnenblüte Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohnenblüte Sanguigno


Hier sind jetzt ein mal Bilder aus der direkten Umgebung meines Gartens. Heute morgen beim Gassigehen gemacht. 

Die Maisernte fällt dieses Jahr wohl eher gering aus. 

Mais Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Mais Ende Juli 2015

Mais Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Mais Ende Juli 2015


Mais Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Mais Ende Juli 2015 


Die Wiesen werden wohl so schnell auch nichts mehr abwerfen. Viel vertrocknete braune Stellen mit Büscheln von ganz hartnäckigem Gras. Das gibt kein gutes Silofutter oder Heu glaube ich. 

saftige Wiesen Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
saftige Wiesen Ende Juli 2015 

saftige Wiesen Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
saftige Wiesen Ende Juli 2015 


saftige Wiesen Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
saftige Wiesen Ende Juli 2015 



Aber schauen wir zurück in meinen Garten. Und hier auf die Teile, die ich bewässern kann in stundenlagen Gießeinheiten mit dem Schlauch. Vielleicht mache ich auch einmal ein paar Fotos von den Bereichen, die ich nicht bewässere. Ein Trauerspiel ist das. Hoffentlich erholen sich die Pflanzen wieder. Es ist nämlich noch immer kein Regen in Aussicht. Gestern hatte es wieder nachmittags, beim Besuch meiner Eltern und einer lieben Bekannten geregnet. Wir saßen im Hüttenzauber bei Hefewaffeln mit Sahne und frischen gezuckerten Himbeeren. Draußen sahen wir dem Regen zu. Der dauerte nicht lange. Im Regenmesser waren ein paar Tropfen drin. Zwischen 0,5 und vielleicht 0,7l/QM hatte es geregnet. Das geht nichtmal rein in den Boden und ich stand bis spät abends wieder mit dem Schlauch im Garten. Nehmt mal einen Meßbecher mit etwa einem halben Liter Wasser und veruscht damit einen ganzen Quadratmeter steinhart vertrockneten Boden feucht zu bekommen. Das macht Zisch und weg ist das Wasser und niemand sieht, wo es ist. 

Sogar meine Sonneblumen sind schon ganz braun und verbrannt....

Nein! natürlich nicht. Witzigerweise habe ich zwar gelbe und braune gesät und gepflanzt. Aber wohin ich sehe erblühen gerade nur überall braune. Das ist auch das erste Jahr, daß ich sie habe und nicht die Schnecken sie fraßen. Das sind ganz wundervolle Brauntöne. Einmal etwas ganz anderes. Wenn ich mir die Fotos so betrachte, sollte ich nächstes Jahr einmal brobieren, in einem Beet eine kleine Fläche nur mit den Sonnenblumen zu bestücken und dann wild gemischt, gelbe und braune. Das werde ich mir einmal vormerken. 



braune Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune Sonnenblume 

braune Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune Sonnenblume 



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