Dienstag, 23. Juni 2015

Wo ist denn nur mein Garten hingekommen?

Heute komme ich nach  Feierabend beizeiten Heim und mache meinen Rundgang durch den Garten.

Aber was muß ich feststellen? Das ist kein Rundgang, das ist ein Hindernislauf. Wo ist denn nur der Garten geblieben?

Der ist einfach fort, der Garten. Überall nur noch Gemüse, Blumen und Stauden. Die haben ihn einfach zugedeckt mit wildem Gewucher und Geblühe....




Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
der Gemüsegarten - und wo sind meine Wege?

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
ahhh da sind ja noch welche...


Zucchini, Rosenkohl und der Ufo-Kürbis fangen jetzt richtig an zu wachsen. Links sieht man Tomaten und darunter wuchert etwas. Das Etwas habe ich schon im zeitigen Frühjahr gesät. Leider keimte es wochenlang nicht. Irgendwann kam es dann doch und nun ist es in seinem Element. Es ist ein Gründünger der viel Trockenheit verträgt und sehr tiefreichende Wurzeln hat. Eine Leguminose, Esparsette, die den Boden mit Stickstoff anreichert. Alles wie geschaffen für meine Bedürfnisse. Das Ganze ist ein Versuch und hat noch einen vorrangigen anderen Grund. Ich habe es dort gesät, wo die Tomaten hin kamen. Die Esparsette soll den Boden unter den Tomaten bedecken, daß bei Regen der Boden nicht durch die Tropfen nach oben auf die Tomatenblätter gespritzt wird. Angeblich ist das der Hauptgrund für den Ausbruch von Braunfäule. Was man nicht alles probiert! Wenn sie die Fäule nicht eindämmt, so hat die Esparsette auf alle Fälle für den Boden selbst eine gute Wirkung.

Zucchini Ufokürbis (c ) by Joachim Wenk
Zucchini und Ufo-Kürbispflanzen

Zucchini (c) by Joachim Wenk
die erste Zucchini sind bald verzehrfertig


So schöne Tomaten hatte ich lange nicht mehr. Und so früh getragen haben sie auch schon lange nicht mehr. Toi toi toi, daß das gut geht dieses Jahr mit der Braunfäule!
Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten


Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten
Tomaten sollen durch ihren  Geruch den Kohlweißling vom Kohl abhalten. Naja, bisher habe ich da noch nie eine Wirkung gemerkt. Ich versuche es aber immer wieder.
Kohl und Winterlauch (c) by Joachim Wenk
Kohl und Winterlaug

Kartoffeln, Erbsen, Buschbohnen, Ackerbohnen, Wirsing, Blumenkohl, Inkagurken (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln, Erbsen, Buschbohnen, Ackerbohnen, Wirsing, Blumenkohl, Inkagurken

Erbsen, Baumspinat, Meerrettich, Melden und Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk
Erbsen, Baumspinat, Meerrettich, Melden und Stangenbohnen hinterm Staudenbeet

Stangenbohne Blauhilde Rankzelt (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne Blauhilde an ihrem Rankzelt



Zinien (c) by Joachim Wenk
Zinien


 Gemüsegarten in Mischkultur. Und ich habe wieder alle Pflanzen selbst ziehen können. Nichts ist zugekauft.
Gemüsegarten Mischkultur (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten in Mischkultur



Auch im Ziergarten wuchert und blüht es nach den Regentagen, daß es eine wahre Freude ist.
Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
so schön hat diese Staude glaube ich auch noch nie geblüht

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet
Spornblume und Zierlauch (c) by Joachim Wennk
jetzt blüht er der zierliche Zierlauch


Das Mäuerchenbeet von einer anderen  Seite. Das ist das Beet mit der rosa Rose "Empress Josephine" die ich vor kurzem hier so aufwändig zu fotografieren versuchte. Die weiße Pfingstrose ist verblüht. Dafür blühen jetzt Geranien, Brandkraut, Storchschnabel und das lila-rote Kraut mit silbrigem Laub, dessen Name mir nicht bekannt ist. Rechts steht die winterharte Banane, die ihren dritten Sommer im Beet vorbereitet.
das Mäuerchenbeet

Die Iris und die Färberkamille erholen sich langsam von den Schnecken- Attacken. Die Iris wird dieses Jahr nicht mehr blühen denke ich. Ihren Blütenstängel haben die Schnecken total abgefressen. Die Färberkamille blüht länger und daher schmückt sie jetzt das Beet am Zaun.

Färberkamille und Iris (c) by Joachim Wenk
Färberkamille und Iris



Der Moosrose "Captain John Ingram" hat der Regen nicht gut getan. Zumindest nicht den dicht gefüllten Blüten. Der erste Schwung Blüten war vor dem Regen schon abgeblüht. Ich habe die verblühten Blüten heraus geschnitten. Wenn es jetzt  wärmer wird und trocken, sieht sie wieder besser aus. Auch die gelbe Rose "Golden Celebration" hat die erste Blüte hinter sich. Sie blüht aber ununterbrochen bis spät in den Herbst hinein. Dazwischen wuchert noch etwas ganz mächtig. Ein echt fieses Kraut! Aber ich bin gespannt auf die Blüten. Knospen sind überreich vorhanden. Die Farbskala in diesem Beet ist gelb-lila. Gut, die Geranien passen nicht dazu und ich werde sie auch nicht überwintern. Sie erleben  bereits mindestens ihren sechsten Sommer und man merkt, daß sie nun zu alt sind. Manche haben überhaupt keine Blüten und die anderen sehen nicht unbedingt frisch und munter aus. Außerdem nehmen sie im Überwinterungsraum viel zu viel Platz ein. Ich werde künftig jedes Jahr neue Pflanzen kaufen. Weil ich nicht täglich gießen kann und hier in ihrem Steintrog keine automatische Bewässerung, wie bei den anderen Kübelpflanzen, angeschlossen ist, sind Geranien für diese Stelle allerdings die erste Wahl. Sie vertragen Trockenheit.

Mossorose Captain  John Ingram (c) by Joachim Wenk
Moosrose, Geranien, gelbe Rose


Ach so ja, ich bin abgeschweift. Manch einer möchte sicher wissen, was das für ein fieses Kraut mit ach so vielen Knospen ist. Lila wird es blühen, passend zum Beet. Hier seht ihr eine der drei Pflanzen, die ich im Herbst aus Samen gezogen habe. Ein Versuch und ich hoffe, dass ich es nicht bereue. Ich habe fest vor, alles Verblühte abzuschneiden, bevor es in Samen geht. Drückt mir mal die Daumen, daß ich es auch mache. Sonst kann ich nächstes Jahr das Beet vergessen. Aber die Blüte wird sicher prächtig.

Habt ihr es schon erkannt? Genau, es sind ganz normale Disteln mit wirklich fiesen Stacheln. Ich habe sie letztes Jahr beim Gassigehen am Wegrand  blühen sehen.

Im Demeter Gartenrundbrief las ich vor ein paar Monaten dann auch noch schmumzelnd, wie toll diese Pflanzen sind und dass man sie eigentlich mehr schützen sollte und nicht einfach ausreißen. Sie liefern Nahrung für so viele Tiere. Also, wer sagt es denn.

Disteln (c) by Joachim Wenk
wilde Disteln 
 Im Beet mit dem Wurmhumus wuchert es weiter. Der Lavendel war in den Jahren davor nie (!) so prächtig, ganz zu schweigen von dem Kissen griechischen Oreganos. Beides Überbleibsel vom ursprünglichen Kräuterbeet hier.

Lavendel, griechischer Oregano, Zitronenmelisse, Natternkopf und Spornblume unterm Khaki-Baum (c) by Joachim Wenk
Lavendel, griechischer Oregano, Zitronenmelisse, Natternkopf und Spornblume unterm Khaki-Baum


Ein Ableger meiner Seerose wächst auch mal bestens. Auch ihn habe ich im Frühjahr umgetopft. Das tat ihm wohl gut. So klein kann sie auch sein,die Zwergseerose.

Zwergseerose im Blumenkübel (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose im Blumenkübel 
 Wenn man ihr aber mehr Platz gibt und einen größern Gitterkorb für die Wurzeln, so wächst sie und wächst und wächst. Dann nimmt sie auch schnellstens ihr neues Becken ein. Unser extra für sie in die neuen Wege integriertes Seerosenbecken am halbrunden Platz vor dem Gärtnerzimmer mit Palmenhaus.

Zwei große Kanalrohre wurden extra in die Erde eingelassen. Sehen tut man nur eines, das andere ist unter der  Erde. Vorne ist der Überlauf ersichtlich. Überschüssiges Regenwasser kann so ins Gulli fließen. Im Herbst brauche ich nur das Rohr nach oben weg zu ziehen und dann läuft das Becken leer. Die Seerose kann zum Überwintern frostfrei gestellt werden. Weil sie hier jetzt richtig viel Wasser um sich hat, brauche ich sie wohl erst sehr spät im Jahr heraus zu holen. So schnell friert das Becken nicht zu. Und weil es eben heute bedeckt und regnerisch ist, sind die schönen gelben Blüten auch geschlossen. Die macht es besser als die Moosrose. Sie lässt sich ihren Blütenschmuck nicht so einfach verregnen.

Seerose im Kanalrohrbecken (c) by Joachim Wenk
Seerose im Kanalrohrbecken 


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