Mittwoch, 27. Mai 2015

Miraculix macht sich mit seiner Sense auf den Weg um Zutaten für den Zaubertrank für die Kohlköpfe zu holen

Mein langer und schöner Gartentag geht  zu Ende und ich muß gerade wirklich überlegen, was ich alles heute wieder vollbracht habe. So viel ist es, daß ich Stift und Papier dazu benötige. Dann gleiche ich die Liste mit den Bildern auf meinem Handy ab. Schon steht, fest, was ich heute alles schreiben will. 

Morgens bei Zeiten brach ich auf zu unseren Weihern. In meiner Ausrüstung eine alte Sichel. Spontan muß ich an Asterix und Obelix denken. Hier besonders an den, mir so sympathischen, Miraculix. 

Allerdings stieg der immer auf Bäume und schnitt Misteln. Ich bleibe am Boden und schneide ebenalls ein Kraft-Kraut. Die Brennessel. Es ist Zeit, Jauche für den Garten  daraus zu machen. 

An Brennesseln jedenfalls mangelt es uns nicht. Die Böschungen zum Bach sind dicht damit bewachsen. Links im Bild seht ihr einen solchen Hang. Auf dem Weiher rechts am Bildrand nisten, wie schon berichtet, Wasserhühner. Jedesmal, wenn ich zu den Weihern komme, schaue ich neugierig nach dem Nest. Es ist noch immer da und mittlerweile zieht eine Schar von vier winzigen Wasserhühner im Weiher ihre Runden. Ich hätte sie euch gern fotografiert. Sie waren aber durch mein Erscheinen in Aufregung und paddelten ganz wild in Richtung Ufer. Um sie nicht noch mehr zu verschrecken gab es heute keine Fotojagd auf sie. Also kann ich nur von deren Existenz berichten und ihr müsst mir glauben.  Aber süß waren sie die Kleinen. 


Brennesseln für Jauche (c) by Joachim WEnk
Grundlage für den Zaubertrank sind Brennesseln




Brennesseln für Jauche (c) by Joachim WEnk
meine "Kessel" für den Zaubertrank sind gefüllt


Zurück im Garten werden die beiden 60l Fässer noch mit Wasser gefüllt. Dann kommt ein Deckel darauf, damit nichts hinein fällt. Jetzt heißt es warten und regelmäßig rühren. Bald wird sie starkt schäumen und dann noch viel stärker stinken. Wenn sie ganz arg stinkt und überhaupt nicht mehr schäumt, ist es eine braungrüne Brühe und damit fertig. Das dauert sicher zwei Wochen oder länger, da es im Moment nicht sonderlich warm ist. Sie wird dann mindestens 1:10 verdünnt mit Wasser als Stickstoffdünger gegossen.

Ich mache sie immer sehr stark. Die Fässer sind fast voll mit Brennesseln, bevor ich Wasser einfülle. Daher verdünne ich etwas mehr. Lieber zu viel verdünnt, als zu stark konzentriert. Die zu starke Jauche kann den Pflanzen schaden.

Brennesseln für Jauche (c) by Joachim WEnk
rühren und warten ist ab jetzt die Devise


Und das sind sie ja auch schon. Ein paar der Kandidaten, mit Heißhunger auf solch eine schmackhafte Jauche. Hier im Bild zweierlei Wirsingsorten, Rosenkohl,Weißkraut und Blumenkohl. Ein paar Zinnien sind auch dabei. Die brauchen nicht unbedingt die Jauche, bekommen sie aber ja, da sie im Gemüsegarten gepflanzt werden, sowieso hier und da etwas ab davon.

verschiedene Kohlpflanzen (c) by Joachim Wenk
die Kohlpflanzen warten schon auf ihr Beet und die Jauche

Bevor ich meine prächtigen selbst gezogenen Gemüsepflänzchen aber setzen kann, habe ich ein Problem. Ein Problem, das ich schon länger bemerke, und für das ich keine Lösung habe.

Nein, es geht jetzt nicht schon wieder um die Nacktschnecken! Es geht um den Platz im Gemüsegarten. Davon habe ich zu wenig! Und ich kann den Gemüsegarten auch nicht mehr erweitern.

Für ein paar der Pflänzchen gibt es eine Lösung.

Der Spinat ist erntereif. Also rasch ein paar Körbe geholt und auf geht's. Schließlich sind es 1500g herrlicher frischer Spinat. Eine Portion gibt es gleich heute Mittag mit einer Sauce aus Sahne und darin geschmolzenem Gouda. Lecker.  Die Gewürzmischung meiner Wahl ist Garam Marsala. Ich liebe sie. Dazu weich gekochte Eier und junge Kartoffeln.

Der Rest wird blanchiert und eingefroren.


reifer Spinat (c) by Joachim Wenk
der Spinat ist erntereif

frischer Bio-Blattspinat (c) by Joachim Wenk
1500g frischer Bio-Blattspinat


Ein weiteres Eckchen Gemüsegarten muß erst wieder reanimiert werden. Darauf lag der Erdhügel vom Baggeraushub. Beim abtragen des Hügels und auch so wurde immer wieder über die Erde hier gelaufen und der Schubkarren geschoben.

So kann ich nicht pflanzen. Sauzahn und Grabegabel und Pendelhacke und Rechen müssen her.

Och nee. Irgendwie ist mir das aber gerade zu heftig. Ich probiere mal, ob die Motorhacke anspringt.

Nein, tut sie nicht. Kein Benzin drin. Und schon wieder nein. Es ist keines mehr vorrätig. Das gibt es doch nicht. Da waren immer zwei 10l Kanister mit Benzin im Schuppen. Jetzt ist keiner mehr da. Ob in den kleinen Kanistern noch etwas drin ist? Immerhin brauchen wir für die Rasenmäher inklusive Aufsitzmäher, Motorsense, Wasserpumpe, eben die Motorhacke oder die Kettensäge immer Benzin, pur oder dann im Gemisch, zu Hause.

Glück gehabt, da ist noch ein Schluck. Na super, toller Tag heute. Der Kanister hat diesen aufschraubbaren Auslaufstutzen nicht daran. Den brauche ich aber, so dumm wie die Tanköffnung an der Hacke angebracht ist. Wahrscheinlich hätte ich schon längst mit der Grabegabel....

Nein, ich werde die Motorhacke benutzen! Da stehen noch gefühlte 50 andere Kanister, da wird doch einer so einen Stutzen haben. Ha, tatsächlich, da ist einer. Also jetzt die Hacke tanken und los geht's.

Der heutige Tag ist doch nicht so schlecht. Sie springt wirklich nach wenigen Zügen am Anlassseil an. Wie durch Butter geht sie durch die Erde.

Super. In etwa 2 Minuten Hack-Zeit ist alles erledigt und ich habe wunderbaren lockern Boden.

Jetzt wird gepflanzt. Hier kommt der ganz späte Wirsing hin. Der kann dann bis Dezember oder länger dort stehen. Je nachdem, wie der Winter wird.


später Winterwirsing Winterfürst (c) by Joachim Wenk
später Winterwirsing Winterfürst


Daneben stelle ich das Bohnenrankzelt auf. Für Stangenbohnen ist es viel (!) zu niedrig. Ich nehme es für meine Blauwschokker-Erbsen. Die sind dieses Jahr aber wo anders und so ist es frei. Es wird den Inkagurken eine Stütze sein und dem Malabarspinat. Die Samen habe ich von Anna aus Wien bekommen. Ich habe beides noch nie gehabt und probiere einfach einmal aus, ob es bei mir wächst und ob ich küchentechnisch damit etwas anfangen kann.

Die Inkagurken müssen dringend raus aus der Topfplatte. Mal sehen, wie das mit den Schnecken klappt. Der Spinat ist gerade gekeimt, der braucht noch etwas, um im Freien eine Überlebenschance zu haben.
Inka-Gurken (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Inka-Gurken


Auf eine Reihe des abgeernteten Spinates kommt der frühe Wirsing. Der bleibt nicht so lange im Beet, köpft schneller und wird im Herbst abgeerntet.
früher Wirsing  Smaragd (c) by Joachim Wenk
früher Wirsing Smaragd


Die Lagerkartoffeln kommen so langsam auch.  Ich hacke sie und fange an, etwas Erde anzuhäufeln.


späte Kartoffeln frisch gehackt (c) by Joachim Wenk
späte Kartoffeln frisch gehackt



Das sind die etwa vierzehn Tage früher gesteckten Frühkartoffeln. In der Reihe vor und hinter dem Baum haben die Schnecken in den vergangenen Tagen großen Schaden angerichtet. Zwei Kartoffeln haben sie gar total weggefressen, was daher natürlich auf dem Bild auch nicht zu erkennen ist....

frühe Kartoffeln frisch gehackt (c) by Joachim Wenk
frühe Kartoffeln frisch gehackt


Auch wenn man so in das Beet mit dem Blaukraut und Weißkraut, dem Lauch und der Sellerie, dem Salat und der schönene einjährigen Beere blickt, sieht es aus wie im Gartenbilderbuch.

Natürlich nicht zu sehen sind die total abgefressene Kohlpflanze, die wegrasierten beiden Sellerie und die absolut zerfletterte Beerenpflanze , hier versteckt hinter einem Blakraut. Vier Salatpflanzen standen da auch einmal mehr im Beet. Jetzt kämpft noch eine Letzte ums Überleben. Aber es ist schön zu sehen, daß die Pflanzen, die nicht gefressen werden, schön zu wachsen beginnen.

Kraut, Sellerie und  Lauch im Beet (c) by Joachim Wenk
Kraut, Sellerie und  Lauch im Beet



Es ist wirklich eigenartig. Im  selben Beet mit manchmal nur 40 oder 80cm Entfernung werden manche Pflanzen total abgefressen oder skelettiert und andere nicht. Hier steht Weißkraut. Zur gleichen Zeit pflanzte ich zwei Reihen weiter Blumenkohl. Davon steht nicht einmal mehr die Hälfte und die müssen sich erst noch von dem Fraßschaden erholen. Das Weißkraut hier ist unberührt. Ich habe in die Reihe Spinat mit gesät. Der soll es vor den so lästigen Erdflöhen bewahren, so habe ich gelesen. Das teste ich ich. Unter dem Blattdickicht könnten doch Schnecken wunderbar leben und den Kohl fressen. Aber sie beißen nicht einmal hinein. Der Blumenkohl stand und steht allein in der Reihe, den haben sie gefressen genau wie einige der Kohlrabi.



Weißkraut mit Spinat (c) by Joachim Wenk
Weißkraut mit Spinat

zerfressene Kohrabi (c) by Joachim Wenk
zerfressene Kohrabi


Während die andere Reihe Kohlrabi  vollkommen intakt ist und nicht eine Fraßspur aufweist.

Auch der Salat hier, wächst von Anfang an prächtig.

Kopfsalat Maikönig (c) by Joachim Wenk
Kopfsalat Maikönig


Und im gleichen Beet, dem Schneckenzaunbeet, in dem ich schon tüchtig aufgeräumt habe mit Schnecken hat es an anderer Stelle den Anschein, daß Schnecken auf Salatpflanzen  stehen.

zerfressener Kopfsalat (c) by Joachim Wenk
zerfressener Kopfsalat


Dieses Phänomen macht auch im Staudengarten keinen Halt.

Angeblich werden Färberkamillen nicht von Schnecken gefressen. Daher setzte ich ein paar. Sie gediehen absolut prächtig und blühten so üppig und schön, dass ich weitere pflanzte.

Manche blühen jetzt schon über und über und haben herrliches Laub. Kein einziger Schneckenbiss.

Färberkamille "Susanna Mitchell" (c) by Joachim Wenk
Färberkamille "Susanna Mitchell"


Färberkamille "Susanna Mitchell" (c) by Joachim Wenk
Färberkamille "Susanna Mitchell" 

Färberkamille "Sauce Hollondaise" (c) by Joachim Wenk
Färberkamille "Sauce Hollondaise"


Andere Anthemis, wie die Färberkamillen heißen, waren in den Regentagen derart mit Schnecken übersät, daß ich kaum mir der Schere ihrer Herr wurde. Sie haben großen Schaden genommen. Nein, leider nicht nur die Schnecken durch die Schere, sondern auch die Färberkamillen durch die Schnecken.

zerfressene Färberkamille "Anthemis tinctoria" (c) by Joachim Wenk
zerfressene Färberkamille "Anthemis tinctoria"


Gleiches passiert auch mit dem Brandkraut. Das Phlomis von Sabine wächst,  hat keinen einzigen Biss einer Schnecke  und blüht die nächsten Tage. Das Brandkraut aus der Gärtnerei schiebt gerade wieder Blätter, da die anderen ja weggefressen waren. Und die Neuen  sind ebenfalls schon wieder angebissen.

Es muß doch einen Grund haben, warum die Schnecken ein und die selbe Pflanzenart einmal zerstören und bei einem anderen Exemplar nicht einmal daran lecken.


Niemals lecken oder reinbeißen tun Schnecken scheinbar in Storchschnabel. Egal welche Sorte, da weiß ich ganz sicher (toi toi toi), daß ich keine Angst wegen der Schnecken haben muß.

Der hier ist irgendwie der Hammer. Leider blüht er nur einmal. Aber er ist riesig. 50 cm hohe dichte Büsche sind nach zwei oder mehr Standjahren die Regel. Er war schon im Garten, als wir ihn übernahmen. Er und die Astern waren alles, was noch an Blühendem im Garten wuchs. Sonst war nur noch Rasen. Ich habe ihn schon ein paar Mal durch Teilen vermehrt. So schön ist er.

einmalblühender großer Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
einmalblühender, großer Storchschnabel

Sicher vor Schnecken sind auch die Rosen. Unser Hochzeitsgeschenk, die Golden Celebration hier ,blüht bald wieder. Ganz wundervoll. Eine gelbe Rose mit viel Feuer in Form von rot-orange in der Knospe und in der Blüte.
Knospen der Austinrose "Golden-Celebration" (c) by Joachim Wenk
Knospen der Austinrose "Golden-Celebration"

Auch die Sträucher überleben die Schnecken. Eine unserer beiden Weigelien seht ihr hier. Sie blüht gerade auf.
Weigelie (c) by Joachim Wenk
Weigelie am Aufblühen


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