Mittwoch, 20. Mai 2015

Heute im Programm: Unkrautbeseitigung, bunte Blumen und der Moral-Apostel

Über neun Stunden habe ich heute im Garten zugebracht. Vormittags  habe ich wieder den ganzen Garten, oder zumindest das was es am nötigsten hat, gießen müssen. Die neu gepflanzten Gemüsesorten von letzter Woche, die gerade gesetzten einjährigen Sommerblumen, das Gesäte und die Kübelpflanzen. Regen ist weit und breit nicht in Sicht, also muß die Brause zur Hand genommen werden.

Kalt war es heute. Nur etwa 10°C, erst gegen Abend kam die Sonne heraus. Die habe ich aber nicht gesehen, weil ich da schon seit Stunden auf dem Boden herumkroch. Ich habe heute Unkraut gerupft. Im Gemüsegarten ging das schnell. Es gibt nichts Genialeres als meine Pendelhacke. Mit der ziehe ich regelmäßig zwischen den Gemüsereihen durch und weg ist das aufkeimende Unkraut. Und das für Boden und Pflanzen so wertvolle Hacken ist gleich mit erledigt.

Dann nahm ich mir die Staudenbeete vor. Das Staudenbeet, das Mäuerchenbeet, das Aroniabeet und da Zaunbeet nebst Kiesweg davor. Summa sumarum über 55m2 Staudenbeete. Gerade die Beete im vorderen Garten haben viele Gräser, Giersch und Winden gehabt. Daher habe ich eimerweise Unkraut in die Biotonne gestopft. Nicht, dass mir das am Kompost überlebt und ich es wieder fleißig verteile. Harmlosere Unkräuter aus dem Gemüsegarten und dem Staudenbeet landeten am Kompost.  Der füllt sich gerade recht rasch. Zwischen die Lagen Grünzeug streue ich jetzt immer ein paar Hände voll Hecken-Häcksel vom Frühjahr. Kohlenstoff zum Stickstoff aus frischem Grün. Das ist für die Rotte und das Endergebnis wichtig.

Meine Finger sehen nun aus, als hätte ich sie jahrelang nicht mehr gewaschen. Das dauert, bis die dunkle Färbung vom Saft mancher Unkräuter wieder verschwindet. Aber ich bin eben Gärtner.

Schön war die Rupferei dennoch. Konnte ich doch genau und in aller Ruhe hinsehen. Was wächst, wie weit ist welche Staude schon? Das Ergebnis beruhigt mich. Es wächst und lässt auf schöne Monate mit Blüten hoffen. Etliches blüht ja bereits jetzt schon.  Dazu gehören einige Storchschnäbel, die Färberkamille und natürlich die Akeleien.

Berg Flockenblume in Lila (c) by Joachim  Wenk
Berg Flockenblume in Lila

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
die erste Anthemis (Färberkamille) blüht in crème-weiß mit gelb

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
ein Storchschnabel
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
ein anderer Storchschnabel


Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
noch ein Storchschnabel

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
ein uralter verwilderter Storchschnabel

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel 

Akelei (c) by Joachim Wenk
blaue Akelei

blaue Blumen (c) by Joachim Wenk
Blau ist gerade die vorherrschende Farbe


Demnächst werden die Pfingstrosen blühen und auch die Weigelie oder meine Rosen.

Knospen weiße Pfingstrose (c) by Joachim Wenk
gespannt warte ich auf die ersten Blüten der
im Herbst gepflanzten weißen Pfingstrose

Weigelie (c) by Joachim Wenk
die Weigelien werden bald in voller Blüte stehen
Und die winterharte Banane kommt jetzt auch. Sie hat also den zweiten und härteren Winter ebenfalls gut im Freien überstanden.

winterharte Banane (c) by Joachim Wenk
winterharte Banane treibt aus


Auch das Brandkraut von Sabine hat mehrere Knospen. Weil sie es mir als schneckensicher anpries und anspruchslos mit der Wasserversorgung, wollte ich es haben. Eines habe ich mir schicken lassen und dann hat sie mir noch zwei zukommen lassen. Was meint ihr was passiert ist? Das gekaufte Brandkraut haben die Schnecken total weggefressen. Die Stauden von Sabine wachsen ohne nur einen einzigen Schneckenbiss und haben beide jetzt schon Blütenknospen. Da verstehe einer die Vorlieben von Schnecken.

Brandkraut (c) by Joachim Wenk
das Brandkraut rüstet sich zur ersten Blüte

Jetzt ist es bereits dunkel und ich sitze nach genossenem Abendessen am PC, um euch zu berichten. Da nutze ich doch gleich auch einmal die Gelegenheit, über mein Abendessen zu berichten. Nein ich werde kein Rezepteblog. Aber als Biogärtner, Selbstversorger und nachhaltig denkender Mensch ist es mir auch wichtig, einmal das geerntet zu verwerten, zu konservieren und daraus Gekochtes nicht bei übrig gebliebenen Resten wegzuwerfen, sondern zu verwerten. Resteverwertung liegt mir auch allgemein am Herzen. Essen wegwerfen ist einfach nicht gut. Weder moralisch, noch finanziell.

Ich habe heute einmal wieder aus all den steinharten, gesammelten, übrig gebliebenen Brötchen und Brezen Semmelknödelteig gemacht. Das machen wir regelmäßig. Aus dem Teig werden die Knödel geformt und dann nebeneinander in einen Gefierbehälter gelegt. Jetzt können sie eingefroren werden. Roh!

Für ein schnelles Mittagessen mit beliebigen Soßen oder als Beilage zu Fleisch braucht man jetzt nur die gefrorenen Knödel in den Dampfgarer geben und dort garen. Fertig.

Aus diesem Teig kann man allerdings auch, wie ich es heute mit dem Teigrest machte, leckere Pflanzerl oder Bratlinge machen. Einfach Laibchen formen, in Semmelbröseln wenden und in der Pfanne ausbacken. In den Teig kann auch noch übriges, gegartes Gemüse oder Wurst- und Fleischreste oder Käsestücke. Heute gab es einfach nur den Teig, würzig abgeschmeckt und knusprig gebacken. Dazu einen Quarkdip mit frischem Schnittlauch und Majoran, sowie eigenen Salat mit Hausdressing und Radieschen.

So lecker kann Resteküche sein. Also keine altbackenen Brezen oder Brötchen mehr wegwerfen!


Semmelknödelbratlinge mit Kräuterdip und Gartensalat (c) by Joachim Wenk
Semmelknödelbratlinge mit Kräuterdip und Gartensalat

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