Montag, 11. Mai 2015

bunte Blumen, ungwisses Gemüse und harter Beton - mein Gartenwochenende zwischen all dem Kuchen und Feiern

Also mal ehrlich. Würden alle Wochenenden so  verlaufen, wie das vergangene, dann hätten wir wohl lauter tolle, aufregende und spannende Wochenenden. Aber gleichzeitig würden wir wohl bald am Zahnfleisch daher kommen. Es schlaucht doch schon ein wenig das Ganze.

Samstag war Großeinsatz zum Pflastern der  Wege und ich war für's Catering zuständig. Als alle Helfer weg waren,konnten wir uns dann noch um die allernötigsten Arbeiten im Garten und an den Weihern kümmern, bis die Sonne unterging.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Volker's Geburtstag. Mittagessen mit den Familien im Gasthof, Gartenbesichtigung der Wege und dann Kaffeetrinken bei der Schwägerin.

Dann Heim und auf Montag früh vorbereiten, beziehungsweise den Garten nochmals kurz pflegen, bevor es zum Sonntagsabendstammtisch ging.

Bei alledem bin ich gerade selbst überrascht, wie viele Fotos ich vom Garten machte und nun hier zeigen kann und möchte. Dabei hatte ich doch kaum Zeit, mich um ihn zu kümmern.  Um ein wenig Struktur zu erzeugen, gibt es drei Themen.


  • Bunte Blumen trotz und mit Schnecken
Das ist e,s worauf ich dauernd warte. Die Stauden beginnen zu blühen. Die Bergflockenblume habe ich durch meine Staudenneupflanzaktionen für mich kennen gelernt. Sie hat mir vergangenes Jahr mit den ersten Blüten so gut gefallen, daß ich mir noch mehr davon zulegte. 

Ich finde sie hat ein wunderbares Blau. So dunkel und intensiv, jedoch überhaupt nicht kalt. 

Sie wurde in der ersten Schneckenattacke arg in Mitleidendschafft gezogen. Jetzt ist sie rasch gewachsen und damit den Schneckenangriffen wohl ausgewichen. Ich fürchtete sehr um die schönen Blütenknospen. Jetzt freue ich mich um so mehr darüber, daß sie aufgeblüht sind.


Bergflockenblume blau (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume blau
Meine zugekaufte Flockenblume hat wieder einen anderen Farbton. Den sieht man glaube ich nicht so oft. Jedenfalls in unserem Dorf nicht. Eine Wucht an lila!



Bergflockenblume lila (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume lila
 Ein Stückchen weiter links neben der duneklblauen Flockenblume steht das weiße Tränende Herz. Ungemein grazil und edel kommt es daher mit den filigranen Herzchen.

Tränendes Herz weiß (c) by Joachim Wenk
Tränendes Herz weiß

Wieder einen Schritt nach links steht das klassische Tränende Herz. Rosa und Weiß sind gleich alt, aber das Weiße blüht etwas mehr als das rosafarbene. Das ist das erste Frühjahr für beide hier im Beet. Die werden sicher noch um einiges üppiger. Und sie haben bislang noch keinerlei Schneckenschaden.

Trändendes Herz rosa (c) by Joachim Wenk
Tränendes Herz rosa
Und für dieses Beet machen wir jetzt den letzten Schritt nach links. Wir sind vorbei an der frisch gepflanzten Clematis und stehen vor den herrlichen Tulpen.

Tulpen im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Tulpen im Staudenbeet
 Richten wir jetzt den Blick einmal nicht nach links, sondern nach unten, so sehen wir das Laub der lila Tulpen. Schnecken lieben offensichtlich Tulpenblätter. Und Narzissenblätter. Und Zierlauchblätter. Und.....

Schneckenfraß an Tulpenblättern (c) by Joachim Wenk
Schneckenfraß an Tulpenblättern

Die Hasenglöckchen hatte ich vorletzten Herbst gesteckt und mußte sie jetzt  mitten im Austrieb umpflanzen. Sie standen im Fliederbeet, das auf Grund des Wegebaus fast vollständig verschwunden ist. Die ich ausgraben konnte, habe ich versetzt. Sie blühen weiß, blau und wie hier in gedecktem Altrosa.

Hasenglöckchen rosa (c) by Joachim Wenk
Hasenglöckchen rosa


Im Mäuerchenbeet wuchern diese blauen Genossen hier und werden von Frühjahr zu Frühjahr mehr. Sie blühen sehr üppig. Aber was sind das für welche? Sie sehen genau aus wie meine Hasenglöckchen, sind aber bedeutend größer und kräftiger. Da sie schon im Garten waren, weiß ich jetzt wirklich nicht, um was es sich hier handelt.

Aber ganz erschrocken bin ich beim betrachten des Fotos für die Bilderauswahl des heutigen Tages. Seht ihr auch, was ich sehe? Beabsichtigt war es nicht, aber es zeigt um so deutlicher das unerhörte Ausmaß der Plage. Findet ihr die ganzen Nacktschnecken auf dem Bild? So kann man nirgends sein und stehen oder treten ohne auf diese Viecher zu treffen oder zu treten.

blaue Glocken im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
blaue Glocken im Staudenbeet - was ist das?


Wenn man frei sein will, von Schnecken, muß man seine Blick nach oben richten. Und in diesem Falle auch die Nase. Es ist wieder so weit, der Weißdorn blüht. Diesmal absolut zeitgleich mit all dem Flieder im Garten. Das ist die absolut umwerfendste Zeit im Garten. Diese Geruchsexplosion, die den ganzen Vorgarten und Teile des Gartens hinterm Haus erfüllt ist einfach unbeschreiblich. Gerade wenn es warm ist. Optimal ist dabei feuchte Luft und Windstille. Aber auch am Sonntag mit Wind und trockener Luft atmete man ständig Frühlingsduftluft pur.

blühender Weißdorn (c) by Joachim Wenk
blühender Weißdorn

Unterstützt im Duft wird der Weißdorn vom Flieder. Was für eine Pracht. Vor und hinter dem Haus. Überall stehen Fliederbüsche.

Fliederblüte im Mai (c) by Joachim Wenk
Fliederblüte im Mai


Bescheidener und ruhiger präsentiert sich die fränkische Hausquitte. Sie blüht dieses Jahr das erste Mal. Darum liebe ich die Quitten. Sie blühen nach dem Laubaustrieb. Genau das finde ich so hübsch, die zarten, rosa, an Wildrosen erinnernden Blüten, vor dem dunkelgrünen Hintergrund des Laubes. Vielleicht bekomme ich diesen Herbst die ersten eigenen Quitten von diesem Bäumchen.

Fränkische Hausquitte in Blüte (c) by Joachim Wenk
Fränkische Hausquitte in Blüte

Quittenblüte (c) by Joachim Wenk
Quittenblüte

Quittenblüte (c) by Joachim Wenk
Quittenblüte



  • Gemüsevielfalt mit ungewisser Zukunft
Bereits die Quitten waren ja nur zu einer Hälfte Zierde des Gartens für das heutige Thema "bunte Blumen2. Zur anderen Hälfte dienen sie den Gaumenfreuden. 

Die nun folgenden Pflanzen dienen vor allem den Gaumenfreuden. Dennoch sind sie, wenn gesund und vital, auch immer etwas für's Auge. 

Die Tomaten sind wesentlich größer als im vergangen Jahr. Allerdings sind sie mir zu gakelig geworden. Umtopfen hätte man sie auch noch einmal müssen. Da verpasste ich den passenden Moment. Dann dachte ich mir immer, daß sie in wenigen Tagen ins Beet kommen und ein Umtopfen so kurz davor auch nicht weiter hilft. Ich versorge sie gut mit Dünger in den winzigen Topfplatten-Töpfchen und hoffe, sie bald auszupflanzen.
Jungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten, Paprika, Chilies, Andenbeeren, Sellerie, Salat,  Blumen und vieles mehr


Sehr schön ist der Lauch. Sommer- und Winterlauch.  Bei den Tomaten war ich im März fast ein wenig zu früh mit der Aussaat dran. Den Lauch habe ich genau richtig gesät im März. Er braucht wirklich furchtbar lange, bis er wächst. Die Kohlrabi und der Salat müssen dringend ins Beet.

Wenn das aber so endet, wie in der ersten Auspflanzaktion dieses Jahr, dann bleiben von 5 dieser herrlichen Pflanzen vielleicht 2 oder 3 am Leben und die hören auf zu wachsen und stehen wochenlang ohne Wachstum im Beet. Beim Blumenkohl warte ich noch immer auf sein erstes Wachstum.  Er steht seit etlichen Woche im Beet und ist noch immer nicht gewachsen, seit dem Auspflanzen. Die bei mir typischen Wachstumsstockungen.

Vorne links seht ihr meine Kartoffelkübel. Der eine Kübel ist schon bis oben mit Erde gefüllt, im amderen, später bepflanzten, beginnt jetzt das Wachstum. Nach den Eisheiligen kommen sie raus an eine warme und geschützte Stelle. Dort sollen sie  sicher vor Regen (Braunfäule!) und warmen Fußes schnell vor sich hin wachsen und Knollen bilden. Meine Kartoffeln vom Herbst sind aufgebraucht. Der Rest ist so verschrumpelt und hat bis zu einem halben Meter lange Triebe, daß ich sie nicht mehr verwenden mag. Ich warte also auf neue Kartoffeln. Mit dem "Duke of York" einer ganz frühen Sorte und der Vortreiberei und der Kübelkultur sollte es rasch gelingen. Ich denke Ende  Juni kann ich ernten.

Kartoffeln im Kübel und Gemüsepflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Duke of York-Kartoffeln im Kübel und große Gemüepflanzen, fertig zum Auspflanzen

Sie müssen dringend raus. Ich wollte aber jetzt noch ein wenig warten, bis die  Nemathoden gegen Schnecken ein wenig ihr  Werk verrichten konnten, so es denn überhaupt funktioniert. Wir werden sehen . Neben den Kohlrabi steht Seidenmohn. Den habe ich zum ersten mal. Er soll schön bunt blühen und die Blüten für die Vase geeignet sein. Schöne Pflänzchen sind das.  Aber mögen Schnecken den Mohn? Kann ich es wagen die prachtvollen Pflanzen ins Beet zu setzen? Oder soll ich sie einfach gleich so wie sie sind auf den Kompost kippen? Im letztgenannten Fall würde ich mir einiges an Pflanzarbeit sparen und hätte vielleicht nicht einmal weniger Mohn, als wenn ich ihn zu den Schnecken pflanzte. Was für unschöne Gedanken, die einen in Zeiten so großer Schneckenplage befallen.


Kohlrabi Seidenmohn (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi und Seidenmohn

Porreejungpflanzen (c) by Joachim Wenk
Porre, fertig zum Auspflanzen
Die soeben gezeigten Gemüsepflanzen und Blumen sind noch aus der ersten Aussaat im Gewächshaus.

Inzwischen ist einiges davon ausgepflanzt, abgefressen oder wächst im Freien. Die zweite Aussaat ist bereits pikiert in eine größere Topfplatte.

Hier eine bunte Mischung an Kohl (Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi) und Zinnien.


selbstgezogenen Jungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
verschiedene Kohlsorten und Zinnien im Gewächhaus

Schließlich gibt es tatsächlich schon die dritte Aussaat. Vor wenigen Tagen habe ich darüber berichtet und schon treibt es grün und rot in der Topfplatte.

frisch gekeimte Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
frisch gekeimte Gemüsepflanzen




Und was ist das für ein Durcheinander? Klar der Kopfsalat Maikönig, aus der ersten Gemüesaat in diesem Jahr, ist eindeutig zu erkennen. Man sieht auch, daß er keinen Schneckenschaden hat. Daneben in der Reihe den Blumenkohl haben sie fast völlig gefressen und im selben Beet die Kohlrabi auch. Warum verschonen sie den Salat? Also nicht falsch verstehen, das freut mich wirklich wahnsinnig. Aber dennoch wüsste ich gern warum. Vielleicht kann man sich diese Wissen zu nutze machen? Es muß doch einen Grund geben. Den ich aber wohl leider nie erfahren werde. Also freue ich mich einfach unwissend weiter.

Das Gewusel um den Maikönig herum sind Baumspinat und Melden. Beides habe ich auch vor langer Zeit im Gewächshaus vorgezogen. Die Pflanzen habe ich verpasst auszupflanzen. Dann bemerkte ich, daß sie hier überall wild aufgehen und natürlich da viel kräftiger und robuster sind, als die im Gewächshaus. Mittlerweile habe ich die vorgezogenen auf den Kompost geworfen und werde jetzt in den kommenden Tagen hier von den wild Aufgegangen schöne kräftige und abgehärtetet Pflanzen aussuchen und ordentlich dort hin verpflanzen, wo sie bis zur Ernte wachsen können.


Maikönig mitten in Baumspinat und Melde
 Nicht nur den Salat im Schneckenzaunbeet habe die Biester verschont, sondern auch den frühen Weißkohl. Toi toi toi.
früher Weißkohl (c) by Joachim Wenk
früher Weißkohl


Die Stockrose hier neben dem Schneckenzaunbeet kämpft hart ums überleben. Sie wächst jetzt und kann so den Schnecken vielleicht davon wachsen, bevor sie diese ganz abmähen.

Stockrose mit Schneckenfraß (c) by Joachim Wenk
Stockrose mit Schneckenfraß



Die Stockrose hier steht wieder im Schneckenzaunbeet und ist überhaupt nicht zerfressen. Aber im Beet sind noch eine Menge Schnecken. Das merke ich beim Umdrehen der Holzbretter darin. Sie sitzen drunter und werden von mir dann neutralisiert. Ich merke es natürlich auch am abgefressenen und zerstörten Kohlrabi und Blumenkohl.

Eigentlich soll dieses Foto aber weniger die Stockrose zur Schau stellen, sondern den gigantischen Knoblauch, den ich in diesem Jahr habe. Im Herbst gesteckt, wächst er nun schon viele Wochen munter vor sich hin. Das wird eine Ernte!

Knoblauch im Beet (c) by Joachim Wenk
Knoblauch im Beet
Das Schneckenzaunbeet im Überblick. Links hinten der Maikönig mit den Melde- und Baumspinatsämlingen. Rechts hinten in der Ecke die nicht zerfressene Stockrose. Rechter Beetrand mit Erdbeeren und dem Knoblauch. Ganz links am Zaun, neben dem Maikönigsalat,  der seit vielen Wochen dort stehende Blumenkohl. Nicht gewachsen und nicht zu sehen, nur aus ganz kurzer Distanz. 


Schneckenzaunbeet (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaunbeet




Der Wein am Hühnerhaus könnte diese Jahr theoretisch zum ersten mal tragen. Die Triebe, die neu kommen, sind einjährige Triebe aus zweijährigem Holz. Ich warte schon ungeduldig auf die ersten Blüten und dann Trauben, die sich an ihnen entwickeln werden.

Weinrebe am Hühnerhaus (c) by Joachim Wenk
Weinrebe am  Hühnerhaus 
Die Kartoffeln sind mittlerweile alle in der Erde. Angefangen mit den ganz frühen Mitte oder Ende Aprl. Hier im Bild auch wieder Duke of York. Die letzten späten Lagerkartoffeln habe ich vergangen Donnerstag gesteckt. Ich mache das immer stückweise, je nach freier Zeit. 

Frühkartoffel Duke of York (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffel Duke of York
 Und zum Schluß noch einmal den Gemüsegarten als Panorama. Rechts neben dem Gewächshaus das Schneckenzaunbeet. Im Beet unterm Apfelbaum zum Beispiel die Kartoffeln. Das, was jetzt dort schon grün ist, sind die Anfang März gesteckten Ackerbohnen, die als Gründünger VOR den Kartoffeln wachsen sollten. Ich dachte 8 Wochen sind eine lange Zeit, da können sie wachsen und vor dem Kartoffelstecken hacke ich sie ab. Nun mußte ich sie stehen lassen, weil sie ja noch so  winzig waren oder sind. Jetzt wachsen sie eben MIT den Kartoffeln. Wenn ich die Beete anhäufle werden sie dann abgehackt.

Gemüsegarten-Panoramafoto (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten-Panoramafoto







  • und schließlich noch grauer, massiver und harter Beton
Sicher warten einige von euch auch auf Fotos vom weiteren Fortschritt im Wegeprojekt. 

Hier sind sie nun endlich. Am Samstag rackerten hier acht Mann und verlegten die Betonpflastersteine. Wir haben alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Ich selbst war nicht dabei. Ich sorgte für Frühstück, Mittagessen bis hin zu Kaffee und Kuchen. Den fleißigen Helfern sollte ja nicht mitten in der Arbeit die Kraft ausgehen. 

Als nächstes werden wir uns die Maschine zum Schneiden der Betonpflaster ausleihen. Dann müsssen überall entlang der Randsteine die Pflaster zugeschnitten und eingepasst werden. Danach wird gerüttelt und Sand eingekehrt. 


neue Gartenwege (c) by Joachim Wenk
neue Gartenwege

neue Gartenwege (c) by Joachim Wenk
neue Gartenwege

neue Gartenwege (c) by Joachim Wenk
neue Gartenwege


Vor dem abschließenden Rütteln allerdings muß hier noch einiges geschehen. Die Terrasse vor dem Haus wird mit den gleichen Steinen gepflastert und die zerbröselnde  Stützmauer zwischen dem Fliederbeet und der Terrasse wird erneuert. Granit-Stelen kommen an ihre Stelle.

neue Gartenwege (c) by Joachim Wenk
hier geht es dann weiter mit Pflastern und neuer Stützmauer




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