Mittwoch, 27. Mai 2015

Miraculix macht sich mit seiner Sense auf den Weg um Zutaten für den Zaubertrank für die Kohlköpfe zu holen

Mein langer und schöner Gartentag geht  zu Ende und ich muß gerade wirklich überlegen, was ich alles heute wieder vollbracht habe. So viel ist es, daß ich Stift und Papier dazu benötige. Dann gleiche ich die Liste mit den Bildern auf meinem Handy ab. Schon steht, fest, was ich heute alles schreiben will. 

Morgens bei Zeiten brach ich auf zu unseren Weihern. In meiner Ausrüstung eine alte Sichel. Spontan muß ich an Asterix und Obelix denken. Hier besonders an den, mir so sympathischen, Miraculix. 

Allerdings stieg der immer auf Bäume und schnitt Misteln. Ich bleibe am Boden und schneide ebenalls ein Kraft-Kraut. Die Brennessel. Es ist Zeit, Jauche für den Garten  daraus zu machen. 

An Brennesseln jedenfalls mangelt es uns nicht. Die Böschungen zum Bach sind dicht damit bewachsen. Links im Bild seht ihr einen solchen Hang. Auf dem Weiher rechts am Bildrand nisten, wie schon berichtet, Wasserhühner. Jedesmal, wenn ich zu den Weihern komme, schaue ich neugierig nach dem Nest. Es ist noch immer da und mittlerweile zieht eine Schar von vier winzigen Wasserhühner im Weiher ihre Runden. Ich hätte sie euch gern fotografiert. Sie waren aber durch mein Erscheinen in Aufregung und paddelten ganz wild in Richtung Ufer. Um sie nicht noch mehr zu verschrecken gab es heute keine Fotojagd auf sie. Also kann ich nur von deren Existenz berichten und ihr müsst mir glauben.  Aber süß waren sie die Kleinen. 


Brennesseln für Jauche (c) by Joachim WEnk
Grundlage für den Zaubertrank sind Brennesseln




Brennesseln für Jauche (c) by Joachim WEnk
meine "Kessel" für den Zaubertrank sind gefüllt


Zurück im Garten werden die beiden 60l Fässer noch mit Wasser gefüllt. Dann kommt ein Deckel darauf, damit nichts hinein fällt. Jetzt heißt es warten und regelmäßig rühren. Bald wird sie starkt schäumen und dann noch viel stärker stinken. Wenn sie ganz arg stinkt und überhaupt nicht mehr schäumt, ist es eine braungrüne Brühe und damit fertig. Das dauert sicher zwei Wochen oder länger, da es im Moment nicht sonderlich warm ist. Sie wird dann mindestens 1:10 verdünnt mit Wasser als Stickstoffdünger gegossen.

Ich mache sie immer sehr stark. Die Fässer sind fast voll mit Brennesseln, bevor ich Wasser einfülle. Daher verdünne ich etwas mehr. Lieber zu viel verdünnt, als zu stark konzentriert. Die zu starke Jauche kann den Pflanzen schaden.

Brennesseln für Jauche (c) by Joachim WEnk
rühren und warten ist ab jetzt die Devise


Und das sind sie ja auch schon. Ein paar der Kandidaten, mit Heißhunger auf solch eine schmackhafte Jauche. Hier im Bild zweierlei Wirsingsorten, Rosenkohl,Weißkraut und Blumenkohl. Ein paar Zinnien sind auch dabei. Die brauchen nicht unbedingt die Jauche, bekommen sie aber ja, da sie im Gemüsegarten gepflanzt werden, sowieso hier und da etwas ab davon.

verschiedene Kohlpflanzen (c) by Joachim Wenk
die Kohlpflanzen warten schon auf ihr Beet und die Jauche

Bevor ich meine prächtigen selbst gezogenen Gemüsepflänzchen aber setzen kann, habe ich ein Problem. Ein Problem, das ich schon länger bemerke, und für das ich keine Lösung habe.

Nein, es geht jetzt nicht schon wieder um die Nacktschnecken! Es geht um den Platz im Gemüsegarten. Davon habe ich zu wenig! Und ich kann den Gemüsegarten auch nicht mehr erweitern.

Für ein paar der Pflänzchen gibt es eine Lösung.

Der Spinat ist erntereif. Also rasch ein paar Körbe geholt und auf geht's. Schließlich sind es 1500g herrlicher frischer Spinat. Eine Portion gibt es gleich heute Mittag mit einer Sauce aus Sahne und darin geschmolzenem Gouda. Lecker.  Die Gewürzmischung meiner Wahl ist Garam Marsala. Ich liebe sie. Dazu weich gekochte Eier und junge Kartoffeln.

Der Rest wird blanchiert und eingefroren.


reifer Spinat (c) by Joachim Wenk
der Spinat ist erntereif

frischer Bio-Blattspinat (c) by Joachim Wenk
1500g frischer Bio-Blattspinat


Ein weiteres Eckchen Gemüsegarten muß erst wieder reanimiert werden. Darauf lag der Erdhügel vom Baggeraushub. Beim abtragen des Hügels und auch so wurde immer wieder über die Erde hier gelaufen und der Schubkarren geschoben.

So kann ich nicht pflanzen. Sauzahn und Grabegabel und Pendelhacke und Rechen müssen her.

Och nee. Irgendwie ist mir das aber gerade zu heftig. Ich probiere mal, ob die Motorhacke anspringt.

Nein, tut sie nicht. Kein Benzin drin. Und schon wieder nein. Es ist keines mehr vorrätig. Das gibt es doch nicht. Da waren immer zwei 10l Kanister mit Benzin im Schuppen. Jetzt ist keiner mehr da. Ob in den kleinen Kanistern noch etwas drin ist? Immerhin brauchen wir für die Rasenmäher inklusive Aufsitzmäher, Motorsense, Wasserpumpe, eben die Motorhacke oder die Kettensäge immer Benzin, pur oder dann im Gemisch, zu Hause.

Glück gehabt, da ist noch ein Schluck. Na super, toller Tag heute. Der Kanister hat diesen aufschraubbaren Auslaufstutzen nicht daran. Den brauche ich aber, so dumm wie die Tanköffnung an der Hacke angebracht ist. Wahrscheinlich hätte ich schon längst mit der Grabegabel....

Nein, ich werde die Motorhacke benutzen! Da stehen noch gefühlte 50 andere Kanister, da wird doch einer so einen Stutzen haben. Ha, tatsächlich, da ist einer. Also jetzt die Hacke tanken und los geht's.

Der heutige Tag ist doch nicht so schlecht. Sie springt wirklich nach wenigen Zügen am Anlassseil an. Wie durch Butter geht sie durch die Erde.

Super. In etwa 2 Minuten Hack-Zeit ist alles erledigt und ich habe wunderbaren lockern Boden.

Jetzt wird gepflanzt. Hier kommt der ganz späte Wirsing hin. Der kann dann bis Dezember oder länger dort stehen. Je nachdem, wie der Winter wird.


später Winterwirsing Winterfürst (c) by Joachim Wenk
später Winterwirsing Winterfürst


Daneben stelle ich das Bohnenrankzelt auf. Für Stangenbohnen ist es viel (!) zu niedrig. Ich nehme es für meine Blauwschokker-Erbsen. Die sind dieses Jahr aber wo anders und so ist es frei. Es wird den Inkagurken eine Stütze sein und dem Malabarspinat. Die Samen habe ich von Anna aus Wien bekommen. Ich habe beides noch nie gehabt und probiere einfach einmal aus, ob es bei mir wächst und ob ich küchentechnisch damit etwas anfangen kann.

Die Inkagurken müssen dringend raus aus der Topfplatte. Mal sehen, wie das mit den Schnecken klappt. Der Spinat ist gerade gekeimt, der braucht noch etwas, um im Freien eine Überlebenschance zu haben.
Inka-Gurken (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Inka-Gurken


Auf eine Reihe des abgeernteten Spinates kommt der frühe Wirsing. Der bleibt nicht so lange im Beet, köpft schneller und wird im Herbst abgeerntet.
früher Wirsing  Smaragd (c) by Joachim Wenk
früher Wirsing Smaragd


Die Lagerkartoffeln kommen so langsam auch.  Ich hacke sie und fange an, etwas Erde anzuhäufeln.


späte Kartoffeln frisch gehackt (c) by Joachim Wenk
späte Kartoffeln frisch gehackt



Das sind die etwa vierzehn Tage früher gesteckten Frühkartoffeln. In der Reihe vor und hinter dem Baum haben die Schnecken in den vergangenen Tagen großen Schaden angerichtet. Zwei Kartoffeln haben sie gar total weggefressen, was daher natürlich auf dem Bild auch nicht zu erkennen ist....

frühe Kartoffeln frisch gehackt (c) by Joachim Wenk
frühe Kartoffeln frisch gehackt


Auch wenn man so in das Beet mit dem Blaukraut und Weißkraut, dem Lauch und der Sellerie, dem Salat und der schönene einjährigen Beere blickt, sieht es aus wie im Gartenbilderbuch.

Natürlich nicht zu sehen sind die total abgefressene Kohlpflanze, die wegrasierten beiden Sellerie und die absolut zerfletterte Beerenpflanze , hier versteckt hinter einem Blakraut. Vier Salatpflanzen standen da auch einmal mehr im Beet. Jetzt kämpft noch eine Letzte ums Überleben. Aber es ist schön zu sehen, daß die Pflanzen, die nicht gefressen werden, schön zu wachsen beginnen.

Kraut, Sellerie und  Lauch im Beet (c) by Joachim Wenk
Kraut, Sellerie und  Lauch im Beet



Es ist wirklich eigenartig. Im  selben Beet mit manchmal nur 40 oder 80cm Entfernung werden manche Pflanzen total abgefressen oder skelettiert und andere nicht. Hier steht Weißkraut. Zur gleichen Zeit pflanzte ich zwei Reihen weiter Blumenkohl. Davon steht nicht einmal mehr die Hälfte und die müssen sich erst noch von dem Fraßschaden erholen. Das Weißkraut hier ist unberührt. Ich habe in die Reihe Spinat mit gesät. Der soll es vor den so lästigen Erdflöhen bewahren, so habe ich gelesen. Das teste ich ich. Unter dem Blattdickicht könnten doch Schnecken wunderbar leben und den Kohl fressen. Aber sie beißen nicht einmal hinein. Der Blumenkohl stand und steht allein in der Reihe, den haben sie gefressen genau wie einige der Kohlrabi.



Weißkraut mit Spinat (c) by Joachim Wenk
Weißkraut mit Spinat

zerfressene Kohrabi (c) by Joachim Wenk
zerfressene Kohrabi


Während die andere Reihe Kohlrabi  vollkommen intakt ist und nicht eine Fraßspur aufweist.

Auch der Salat hier, wächst von Anfang an prächtig.

Kopfsalat Maikönig (c) by Joachim Wenk
Kopfsalat Maikönig


Und im gleichen Beet, dem Schneckenzaunbeet, in dem ich schon tüchtig aufgeräumt habe mit Schnecken hat es an anderer Stelle den Anschein, daß Schnecken auf Salatpflanzen  stehen.

zerfressener Kopfsalat (c) by Joachim Wenk
zerfressener Kopfsalat


Dieses Phänomen macht auch im Staudengarten keinen Halt.

Angeblich werden Färberkamillen nicht von Schnecken gefressen. Daher setzte ich ein paar. Sie gediehen absolut prächtig und blühten so üppig und schön, dass ich weitere pflanzte.

Manche blühen jetzt schon über und über und haben herrliches Laub. Kein einziger Schneckenbiss.

Färberkamille "Susanna Mitchell" (c) by Joachim Wenk
Färberkamille "Susanna Mitchell"


Färberkamille "Susanna Mitchell" (c) by Joachim Wenk
Färberkamille "Susanna Mitchell" 

Färberkamille "Sauce Hollondaise" (c) by Joachim Wenk
Färberkamille "Sauce Hollondaise"


Andere Anthemis, wie die Färberkamillen heißen, waren in den Regentagen derart mit Schnecken übersät, daß ich kaum mir der Schere ihrer Herr wurde. Sie haben großen Schaden genommen. Nein, leider nicht nur die Schnecken durch die Schere, sondern auch die Färberkamillen durch die Schnecken.

zerfressene Färberkamille "Anthemis tinctoria" (c) by Joachim Wenk
zerfressene Färberkamille "Anthemis tinctoria"


Gleiches passiert auch mit dem Brandkraut. Das Phlomis von Sabine wächst,  hat keinen einzigen Biss einer Schnecke  und blüht die nächsten Tage. Das Brandkraut aus der Gärtnerei schiebt gerade wieder Blätter, da die anderen ja weggefressen waren. Und die Neuen  sind ebenfalls schon wieder angebissen.

Es muß doch einen Grund haben, warum die Schnecken ein und die selbe Pflanzenart einmal zerstören und bei einem anderen Exemplar nicht einmal daran lecken.


Niemals lecken oder reinbeißen tun Schnecken scheinbar in Storchschnabel. Egal welche Sorte, da weiß ich ganz sicher (toi toi toi), daß ich keine Angst wegen der Schnecken haben muß.

Der hier ist irgendwie der Hammer. Leider blüht er nur einmal. Aber er ist riesig. 50 cm hohe dichte Büsche sind nach zwei oder mehr Standjahren die Regel. Er war schon im Garten, als wir ihn übernahmen. Er und die Astern waren alles, was noch an Blühendem im Garten wuchs. Sonst war nur noch Rasen. Ich habe ihn schon ein paar Mal durch Teilen vermehrt. So schön ist er.

einmalblühender großer Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
einmalblühender, großer Storchschnabel

Sicher vor Schnecken sind auch die Rosen. Unser Hochzeitsgeschenk, die Golden Celebration hier ,blüht bald wieder. Ganz wundervoll. Eine gelbe Rose mit viel Feuer in Form von rot-orange in der Knospe und in der Blüte.
Knospen der Austinrose "Golden-Celebration" (c) by Joachim Wenk
Knospen der Austinrose "Golden-Celebration"

Auch die Sträucher überleben die Schnecken. Eine unserer beiden Weigelien seht ihr hier. Sie blüht gerade auf.
Weigelie (c) by Joachim Wenk
Weigelie am Aufblühen


Montag, 25. Mai 2015

Roter Mohn und die blaue Pille - mein Pfingsten im Garten

Ja gibt es das denn auch noch? Jetzt mußte ich doch glatt mit dem täglichen Gießen des Gartens aufhören, weil ich sonst pitsch naß geworden wäre, so regnet es auf einmal...

Ist das herrlich, es schüttet wie aus Kübeln. Das war sehr nötig. Ich habe gerade die Kübelpflanzen noch gedüngt und dann im Gewächshaus gegossen, als es plötzlich anfing.

Jetzt sitze ich an meinem kleinen Sekretär vor dem PC und blicke hinunter in meinen Garten und freue mich über den Gewitterschauer. Die Zeit nutze ich gleich, um die Entwicklung im Garten der letzten Tage niederzuschreiben.

Wer erkennt diese ganz wundervollen Blüten? Es sind die ersten von sehr vielen, die in den kommenden Tagen noch aufgehen werden. Der Strauch ist über und über mit ihnen bedeckt.

Stimmt, es ist tatsächlich eine ganz normale Brombeerblüte. Sie steht aber den Blüten von Ziersträuchern in nichts nach, finde ich.

Brombeerblüte (c) by Joachim Wenk
Blütenschmuck eines Strauches im Gemüsegarten

Ebenfalls die ersten Blüten vom Mohn sind aufgegangen. Diese Staude blüht wirklich atemberaubend. Einmal ist die Größe der Blüten mit mindestens zwanzig Zentimetern Durchmesser ungewöhnlich groß. Zum Anderen ist das Rot der Blüten mit einem Feuer erfüllt, wie ich es sonst auch nicht im Garten habe. Die Farbe ist so schräg und grell, daß ich mit meiner Handykamera- und leider habe ich keine andere - immer etliche Versuche brauche, die dann auch wieder vom Tageslicht abhängig sind, um die Farbe originalgetreu wiedergeben zu können. Hier ist sie ganz genau getroffen.

Staudenmohn (c) by Joachim Wenk
der Mohn beginnt sein Flammenspiel im Staudenbeet

Und so sieht es aus, wenn das Handy meint zu wissen, wie die Farber rüber kommen sollte, aber keine Ahnung hat, von der richtigen Farbe...

Staudenmohn (c) by Joachim Wenk
Fehlfarben im Handyfoto


Jedenfalls ist das Mäuerchenbeet recht vielversprechend. Die kommenden Wochen müssen ein Blütenrausch werden. Die Stockrosen legen mächtig zu. Die Pfingstrosen haben jede Menge Knospen und das, obwohl sie erst im Herbst gepflanzt wurden. Bald kommt der große blaue Storchschnabel und die rosa Rose "Empress  Josephine" oder die weiße Bodendeckerrose  Sternenflor. Fäberkamillen und Bertram sind übersät mit Knospen und die Purpur-Witwenblume ist erst noch am Wachsen. Sie wird wieder sehr groß. Eigentlich viel zu groß für ihren Platz im Beet. Dafür sind aber die vielen Blüten, die da noch kommen, der absolute Hingucker. Ach ja schließlich werden die lila-farbenen Sommerflieder zu beiden Seiten der Weigelie ihr erstes Jahr im Staudenbeet hoffentlich mit einem gebührendem Einstand feiern.

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet rüstet sich für das große Blühen demnächst


Gut angenommen ist inzwischen Volkers Geburtstagsgeschenk, die Vogeltränke. Erst gestern habe ich wieder einen Spatz beim Baden beobachten können. Kurz drauf kam ein Zweiter und sie planschten ausgelassen in ihrem Freibad.

Vogeltränke (c) by Joachim Wenk
gerne besuchte Vogeltränke


Ebenfalls die Freibadsaison eröffnet hat nun endgültig meine Seerose. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten haben wir jetzt endlich ihr neues Zuhause dicht bekommen. Sie stand die letzten Wochen dunkel unter der Haselnuß in ihrem alten Regenfass. Wegen der  Wegearbeiten haben die Kübelpflanzen heuer ganz allgemein ihren gewohnten Platz  nicht einnehmen können. 

Die Seerose ist die erste, die den endgültigen Sommerplatz bezogen hat. Beim Umsetzen des Topfes habe ich auch schon die erster Knospe entdeckt. 

Seerosenbecken aus Kanalrohren (c) by Joachim Wenk
endlich dicht! unser Seerosenbecken

Seerose (c) by Joachim Wenk
Seerose im neuen Quartier

Zwar ist der Weg noch nicht fertig. Er muß noch "gerüttelt" werden. Weil wir jetzt die Sonnenterrasse vor dem Haus neu machen und die Terrasse im Schatten unter der Haselnuß für uns gebraucht wird, kamen die Kübelpflanzen jetzt erst einmal aus dem tiefen Schatten ans Licht. Bis ihr eigentlicher Platz fertig ist.
Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
meine Kübelpflanzen 


Das war der Ziergarten zu Pfingsten. Lasst uns jetzt noch einen Blick in den Nutztgarten werfen. 

Gemüsegarten Ende Mai (c) by Joachim Wenk
Germüsegarten im Ende Mai


Am Samstag habe ich endlich die Tomaten gepflanzt. Sie hatten bereits erste Blüten und eine Höhe von 80-90cm. Es wurde Zeit für den Umzug. Das Gerüst steht ja schon länger und die Schnüre waren auch bereits gespannt. Ich habe entlang der künftigen Tomatenreihen eine Rille gezogen und frischen Wurmhumus etwas in die Erde eingearbeitet. Ich bin gespannt, ob ich Auswirkungen der Produkte aus meiner Wurmfarm feststellen kann. 

Dann kamen die Tomaten in die Erde. Schön tief, damit sich am Stängel unter der Erde neue und zusätzliche Wurzeln bilden können. 

frisch gepflanzte Tomaten (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Tomaten aus eigener Anzuch


Ebenfalls ausgepflanzt habe ich Zucchini und Pattison, den Ufokürbis. 


Zucchini und Ufokürbis frisch im Beet (c) by Joachim Wenk
Zucchini und Ufo-Kürbis frisch im Beet


Weil ich gerade so in Schwung war,  kamen die Gurken auch noch ins Freie. Mein Gemüsegarten hat ja leider einen begrenzten Platz zur Verfügung und so werden die Gurken auch in die Höhe geleitet. Ich versuche das dieses Jahr einmal. Das Gewuchere am Boden gefällt mir nicht und nimmt viel Platz in Anspruch.

Gurken und Rankgitter (c) by Joachim Wenk
aus Platzmangel müssen die Gurken dieses Jahr senkrecht wachsen


Die Stangenbohne "Blauhilde" von der ich im vergangen Jahr selbst Samen ernten konnte ist nun auch gesät. Immer wieder höre ich, daß man die Samen über Nacht vorquellen sollte. Weil gerade der Boden wieder sehr trocken ist und auch die Erbsen so langsam keimten in diesem Jahr, versuche ich  es zum ersten Mal mit Vorquellen. Als ich im Gartenbuch nochmal nachlese, wie tief sie nun genau gesteckt werden müssen, lese ich dort, daß man sie nicht (!) vorquellen soll. Na toll, das ist jetzt zu spät. Wie macht ihr das eigentlich? Steckt ihr sie direkt oder lasst ihr die Kerne über Nacht quellen? 


Bohnensamen vorgequollen (c) by Joachim Wenk
Bohnensamen Blauhilde vorgequollen

Bohnenzelt Marke Eigenbau (c) by Joachim Wenk
Bohnenzelt mit Haselnußstange und altem Rad-Reifen



Mein Bohnen-Tippi hatte sich im letzten Jahr bewährt. Eine etwas 5m lange Haselnußstange wird in den Boden gesteckt. Nein! zu hoch ist die nicht. Die Blauhilde geht da bis etwas 4m locker nach oben. Unten am Boden liegt ein alter metallener Ring, den ich im Schuppen gefunden habe. Das war wohl einmal der Reif eines Holzrades. Weil er ein Eigengewicht hat, brauche ich weiter keine Bodenanker. Ich befestige direkt an ihm die Schnüre nach oben. Gesät werden die Bohne im Kreisinneren. Die Erfahrung zeigte, daß es sinniger ist. Weil die Schnüre sich nach oben quasi verjüngen und die Bohnen vom Kreisinneren senkrecht nach oben wollen, treffen sie so eher auf eine  Rankhilfe. Sähe ich außerhalb des Kreises, und sie wachsen senkrecht nach oben, greifen sie zuerst einmal ins Leere. 

Weil im Gewächshaus endlich mehr Platz ist ohne Tomaten und Co. konnte ich hier  endlich die Paprika pflanzen. Drei Wildchili und eine Glocekenpaprika gesellen sich dazu. Vier Tomaten stehen schon länger darin. Das im März gesäte Gemüse ist abgeerntet oder ist bald weg. Der Salat bereichert beinahe täglich den Mittagstisch. Radieschen sind verzehrt und werden jetzt vom Rettich ersetzt. Bald stehen nur noch Kohlrabi, Kopfssalat und Frühlingszwiebeln in den Beeten. Hier müssen jetzt noch die Anananskirsche und eine Andenbeere ihren Platz beziehen. Und natürlich das Basilikum, das aber noch zu klein ist. 


Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blick ins Gewächshaus

Tomate im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomate im Gewächshaus

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus



Und dann ist da ja noch die kleine blaue Pille. Ja ja ihr habt schon richtig gehört. Nicht nur ältere Männer in der Fiat-Werbung haben die nötig. Da kann man ruhig darüber reden. Es ist doch nicht schlimmes dabei, finde ich. 




Schließlich kann das euch auch passieren, daß der Maulwurf plötzlich im Garten ist. Und wie sagt man ihm, daß er wieder raus soll. Bei mir hat er schließlich direkt daneben eine große Wiese, da könnte er hin. Also versuche ich diese wirklich streng riechenden  Pillen, die ich überall im Boden versenke. Ob die ihm auch so wenig zusagen, wie mir? 



Ich habe auch vibrierend  und summende Geräte. Eines vom Vorbesitzer ist das Uraltmodell mit vier Batterien und schwachem Sound. Zwei weitere haben Solarzellen und vibrieren. Eines davon gibt aber kein Lebenszeichen mehr von sich und das andere habe ich beim Herausziehen aus der Erde entzwei gerissen. Das war selbstredend nicht gut für seine Funktionsfähigkeit. Dann kamen jetzt ganz aktuell zwei solche Monster vom Discounter dazu. Wow so große Teile habe ich davon ja noch nie gesehen. Die machen so einen Terror im Beet, daß ich sie ausschalten mußte als ich in der Nähe arbeietet. 

Die Ruhestörung für mich und den Maulwurf erledigte sich aber zwei Tage nach dem ersten Gebrauch. Kein Ton kam mehr heraus. Vibieren und Summen war wohl zu viel für den Akku bei bewölktem Himmel. Jetzt summt es nur noch. Allerdings gibt das  zweite auch wieder keinen Mucks mehr von sich. Nach zweit Tagen im Einsatz. So ein Schrott!

Freitag, 22. Mai 2015

Liebster Award: eine feine Sache für uns neugierige Blogger



Der Liebster-Award, ein Begriff der irgendwie nicht passt, meiner Meinung nach. Immer wieder stoße ich darauf, in Artikeln anderer Blogs. Nun bin ich selbst einmal dazu nominiert worden und darf der Eva von gartensaison-gartentipps.blogspot.de ihre Fragen beantworten. Auch wenn der Begriff für meine Ohren nichts sagt, ist die Idee doch gut und für leidenschaftlich-neugierige oder sollte man sagen interessierte Blogger wie geschaffen.


Wenn man die Fragen beantwortet und sich selbst dadurch ein wenig vorstellt, darf man sich selbst Fragen einfallen lassen, die man von anderen Bloggern gerne beantwortet hätte. Dazu darf man wieder selbst nominieren. So erfährt man etwas von den Menschen hinter den Blogs. Eine feine Sache. Und ganz nebenbei ist es für den eigenen Blog auch gut, wird er doch durch die Verlinkungen wieder etwas bekannter. Vielleicht knüpft man auch neue Kontakte?


Ich mache da gerne mit und freue mich auf das was kommt.


Und das sind die Fragen von Eva an mich, die ich gerne beantworte:


  • Was verbindet dich mit deinem Blogthema? Warum liegt es dir am Herzen?


Seit ich denken kann bin ich absolut begeisterter, ja schon triebhafter Hobbygärtner. Ich wuchs mit einem großen Garten mitten in der Kleinstadt auf. Ich liebte alles, was mit Garten zu tun hat. Sogar die Tätigkeiten darin und einfach jede Pflanze. Was waren das für herrliche Einkaufsausflüge damals, wenn ich mit der Mutter in das Gartengeschäft (ja damals gab es solche Fachhandlungen noch!) ging. Der Geruch von Dünger, Torf und Erden weckt jetzt noch die Erinnerungen und die Freude und Leidenschaft, wenn er mir wieder in die Nase steigt. Torfquelltöpfchen, kleine Gewächshäuser und die Samen hatten es mir immer angetan.


Mit 14 zogen wir in ein anderes Haus, ganz ohne Garten. Der zugehörige Hinterhof mit Betonboden wurde aber schnell zur grünen Hölle. So auffällig, daß sogar die lokale Zeitung darüber berichtete. Die Leidenschaft muß ich von der Mutter haben. Sie pachtet dann einen Schrebergarten, in dem ich sehr viel Zeit verbrachte.


Später als ich beruflich in eine andere Stadt zog, wohnte ich in einer Dachwohnung mit Dachterrasse. Schnell war die eingewachsen und eine lebendige Oase mit ausgeklügelter automatischer Bewässerung, daß die Pflanzen die regelmäßigen Dienstreisen auch überstanden.


Wieder zurück in der Heimat fing ich an, ein Stück Feld zu bewirtschaften. Da musste der Gemüsegarten erst der Wiese abgerungen werden. Hier werkelte ich bis 2011. Ab da habe ich/haben wir das Haus am Land mit dem großen Garten direkt um das Haus. Jetzt konnte ich endgültig loslegen.


Und meine Leidenschaft hat sich über all die langen Jahre nie unterkriegen lassen. Ich muß Gärtnern. Das ist für mich das Paradies.



  • Warum hast du dich für einen Blog entschieden und nicht etwa für ein Buch oder YouTube?


Was ein Blog ist, wusste ich gar nicht. Ich habe mich damit auch nie sonderlich befasst, es nur manchmal gehört, daß es so etwas gibt.

Dann kam der große Garten. Ich werkelte auf Teufel komm raus und veränderte und verschönerte. Natürlich wollten Freunde und Familie immer wieder wissen, was ich gerade mache und was Fortschritte macht. Ich begann Fotos zu machen und per Mail zu verschicken. Auch an die, die es gar nicht so unbedingt wissen wollten. Aber ich fand einfach Spaß daran.

Einzelne, verstreute Mails waren mir bald zu wenig. Ich wollte auch für mich alles in einem Tagebuch festhalten. So kam ich zum Bloggen. Schnell gefiel mir die Möglichkeit, absolut unkompliziert seine Ideen und Meinungen oder Empfindungen veröffentlichen zu können.

YouTube ist mir zu kompliziert mit den Videos. Selbst wenn ich einmal ein Video vom Garten etwa veröffentlichen möchte mag es mir nicht gelingen. Und außerdem schaue ich selbst Videoblogs mit nur ganz wenigen Ausnahmen an. Ich selbst bin ein Mann der Worte und des Geschriebenen. Hier kann ich auch mal querlesen. Das, finde ich, geht bei Videos nicht. Daher schreibe ich auch selbst lieber Texte.

Ein Buch wäre natürlich einmal eine herrliche Sache, die mir viel Freude machen würde. Aber ich weiß nicht, wie man das angehen könnte. Außerdem habe ich so viel zu erzählen und zu zeigen, das ginge in ein Buch gar nicht hinein. Vielleicht fällt mir einmal ein Thema ein. Dann aber wüsste ich gar nicht wie das anzufangen ist, schließlich sollte das ja auch ein Buch sein, das verkauft wird, nicht nur ein Ausdruck meiner Texte. Kommt Zeit kommt Rat. Jedenfalls ist das Bloggen viel unkomplizierter, spontaner und freier. Daher wird es meinen Blog wohl auch noch eine ganze Weile geben.



  • Was sind deine ein bis drei wichtigsten Tipps, die du deinen Lesern mitgeben möchtest?



Tipps für was? Für einen eigenen Blog? Dann kann ich folgendes sagen:


Ein ganz wichtiger Tipp ist auf alle Fälle: einfach machen, anfangen zu schreiben und zu bloggen! Es gibt einfache und kostenlose Möglichkeiten, zum Beispiel hier bei blogger.com. Es kann ja nichts schief gehen. Schlimmstenfalls bekommt man keine Leser. Aber das geht eigentlich fast nicht, wenn man sich mal anschaut zu welchen Themen es Blogs mit Lesern gibt.


Und da ist der zweite Tipp. Wenn man selbst von etwas begeistert ist und auf seine eigene Art und Weise schreibt, findet man sicher auch Leser, die diese Begeisterung teilen und sich mit einem austauschen. Dabei sollte man schon auch ein wenig Freude am Schreiben und Veröffentlichen selbst haben. Schreiben um des Schreibens Willen. Nicht immer bekommt man Antworten und Rückmeldungen. Mir macht es einfach auch Spaß einfach meine Begeisterung zu teilen und zu schreiben. Ich weiß nicht immer, ob es gelesen wird und was davon gelesen wird. Meine ersten Rückmeldungen und Antworten bekam ich überhaut erst ein gutes halbes Jahr nach meinem ersten Blog.


Sind wir bei dem dritten Tipp. Durchhalten und regelmäßig schreiben. Ein Zeitungsjournalist schreibt auch, weil er schreiben will. Nicht zu jedem Artikel bekommt er sofort direkte Rückmeldung von den Lesern. Aber wer regelmäßig schreibt, wird auch erfahren, daß seine Texte gelesen werden.


Oder drei Tipps fürs eigene Gärtnern?


Oh weh ich bin doch selbst immer noch auf Tipp-Suche.

Vielleicht auch wieder: Anfangen, sonst wird es nie was. Als Tipp 1.

Dann fällt mir gerade ein, Tipp zwei könnt sein: Kaufe nie Billigpflanzen im Discounter oder Billigst-Discounter. Du wirst keine Freude daran haben, weil sie nicht wachsen und wenn sie wachsen, weil sie nicht lange überleben werden. Gerad Anfänger sollten gute Qualität kaufen. Fortgeschrittene lassen sich schon mal hinreißen ein Schnäppchen mit zu nehmen. Durch ihre Erfahrung gelingt es manchmal dieses aufzupeppeln. Aber oft nützt auch Erfahrung nichts, weil das Pflanzenmaterial genetisch so kaputt ist, daß es nichts werden kann.

Tipp drei: Bücher lesen, Blogs lesen, Magazine lesen und dann seinen eigenen Stil finden und kombinieren. Eigener Stil im Gestalterischen wie in den Arbeitstechniken, eigener Stil in der Pflanzenkombination und -auswahl, eigener Stil im Arbeitseinsatz und -rhythmus. In erster Linie machen die meisten, den Garten doch für sich selbst. Er spiegelt eigenen Geschmack und Persönlichkeit. Nur dann gefällt er einem selbst und man hat - wie jeder Gärtner, den schönsten Garten der Welt.


  • Wie findest du deine Schreibideen bzw. die Themen für deine Blogartikel?


Die Ideen kommen oft schon beim Gärtnern und Fotografieren. Oft habe ich ganz automatisch schon hier eine Idee für den neuen Text und die Geschichte. Dann mache ich vielleicht gleich noch Fotos, die genau dazu passen. Manchmal fällt mir auch ein Thema ein, über das ich schreiben könnte und ich mache dann die entsprechenden Fotos oder genau die Arbeiten, die dazu gehören. Manchmal sinniere ich auch über etwas, vielleicht schon jahrelang und schreibe auch hierüber.

Ab und an sehe ich in Magazinen oder anderen Blogs Sachen, die ich dann auf meine Art und Weise auch umsetze und darüber berichte.

Jedenfalls sind mir die Ideen und Themen noch nie ausgegangen. Manchmal kommen so viele auf einmal, daß ich sie einteilen muß, um meine Leser nicht zu überrennen mit Beiträgen.


  • Wo schreibst du? Zuhause im Arbeitszimmer? Unterwegs in der Bahn? Im Cafe? Im Garten?



Ich schreibe daheim. In unserem Häuschen ist im ersten Stock ein Treppenabsatz. Dort habe ich meinen Sekretär hingestellt und den Laptop darauf. Am Fenster stehen ununterbrochen blühende Orchideen und draußen vor dem Fenster liegt mir mein Garten zu Füßen. Das ist meine Kreativ-Schreibwerkstatt.

Im Garten habe ich auch schon geschrieben. In unserem Hüttenzauber, dem Partyraum, kann man es sich hierzu gemütlich machen. Aber wenn ich im Garten bin, habe ich fast immer dreckige Finger und bin am Arbeiten. Da habe ich keine Zeit zum Schreiben.


  • In welcher Stimmung schreibst du am liebsten und am besten?



Wenn ich eine Idee habe, will ich die immer so schnell wie möglich zu Papier beziehungsweise online bringen. Das kann dann auch spät nachts nach einem langen Gartentag noch sein. Dann bin ich wie in einem Rausch und die Worte fliegen mir so schnell in die Finger, daß ich mit dem Tippen nicht mehr hinter her kommen. Dann muß ich das auch durchziehen. Würde ich warten, wäre die Idee zwar noch da, aber die Worte blieben aus. Das jedenfalls hat die Erfahrung gezeigt.


Wenn ich gut gelaunt aus dem Garten komme und alles ist, wie ich es gern hätte - oder wenigstens annähernd so - dann schreibe ich freudig und leidenschaftlich drauf los. Aber auch wenn gerade wieder alles schief läuft (ich sag da nur Schnecken) schreibe ich an meinem Blog. Ich schreibe mir dann den Frust vom Laib. Und es tut auch einfach gut, wenn die Leser tröstende Worte parat haben oder es dem einen oder anderen ähnlich geht und man so dann weiß: ich stehe nicht allein da mit diesem Problem.


  • Ist dein Arbeitsplatz eher kreativ chaotisch und anregend oder klar strukturiert und Konzentration fördernd?



Klar strukturiert und konzentrationsfördernd sind Begriffe mit denen ich in dem Zusammenhang gar nichts anfangen kann. Mein Arbeitsplatz ist eher heimelig, schon aufgeräumt und organisiert, weil sehr klein, aber hübsch dekoriert und anregend zum Schreiben. Für mich jedenfalls. Das ist sicher bei jedem anders und man muß da seinen Stil finden.


  • Berücksichtigst du Suchmaschinenoptimierung oder schreibst du eher frei von der Leber weg, hauptsächlich auf die Inhalte konzentriert, künstlerisch kreativ und/oder witzig?



Ich glaube, diese Frage habe ich zwischen den Zeilen schon beantwortet. Ich stelle daher eine Gegenfrage. Sind Blogs die suchmaschinenoptimiert sind interessant und amüsant zu lesen? Für mich nicht. Das sind tote, unpersönliche und emotionslose Texte. Ich schreibe so, wie ich es schön finde, ich schreibe über die Dinge über die ich berichten möchte und ich schreibe was ICH denke und fühle. Das interessiert die Maschinen sicher nicht, aber meinen Lesern gefällt es. Und genau für die schreibe ich auch. Und für mich.


  • Gibt es ein oder mehrere Dinge, worüber du dich bei anderen Blogs schon oft geärgert hast?



Nicht dass ich wüsste. Was mir nicht gefällt sind Texte, denen man nicht anmerkt, daß sie ein Mensch mit Persönlichkeit und Leben geschrieben hat. Aber die lese ich dann auch nicht und so muß ich mich nicht ärgern.


Ausnahmen sind natürlich Blogs die ausschließlich zur Sachinformation dienen sollen, die sind eben sachlich verfasst. Aber für mich persönlich ist eben ein Blog ein Tagebuch und das ist persönlich geschrieben.


  • Was tust du, um Leser zu gewinnen und als Stammleser zu halten? Oder machst du dir darüber gar keine Gedanken?



Erst einmal musste ich überhaupt Leser haben. Jetzt habe ich einige, mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin. Ich lese und kommentiere ihre Blogs und sie die meinen. Dieser Kontakt ist wohl wichtig und macht das Bloggen dann wirklich wertvoll. Wir tauschen Erfahrungen und auch Pflanzen oder Samen aus, mal öffentlich, mal privat.


Ich scheue mich auch nicht in einem Bog deren BesitzerIn mir (noch) nicht bekannt ist zu kommentieren und meinen Senf dazu zu geben. Immer wieder finde ich Blogs oder Beiträge die mir einfach gefallen. Dann sage ich da auch etwas dazu. Ich warte nicht nur in meinem Loch, daß andere mich finden.


  • Wohin soll sich dein Blog entwickeln, was wünschst du dir, was wäre für dich persönlich und deinen Blog ein Riesenerfolg? Oder ist schon der Weg das Ziel?



Er soll sich weiter so entwickeln wie er es gerade tut. Ich freue mich über noch mehr Leser und lebhaften Kontakt und Austausch.


Ich hätte gern eine eigene Webpage, in der ich die vielen Teil-Themen dauerhaft darstellen könnte. Da sind einfach die Möglichkeiten hier bei google nicht darauf ausgelegt. Ich habe da auch Versuche laufen, aber bisher hat mich noch nichts überzeugt und dann kostet das sehr viel Zeit. Die fehlt dann für den Blog und vor allem fürs Gärtnern.


Schön wäre es auch wenn man mit einem Blog auch einmal Geld verdienen könnte, aber auch da fehlt es mir im Moment noch an Hintergrundwissen und Zeit und Ideen.


Daher bleibe ich beim Schreiben und Experimentieren im Blog. Vielleicht darf ich ja einmal für ein Magazin etwas schreiben. Das wäre doch auch schon einmal ein toller Erfolg und eine interessante Erfahrung.


Jedenfalls bin ich jetzt schon immer ganz glücklich, was aus meinem Familien-Mail-Ersatz bereits geworden ist.




Ich nominiere nun folgende BloggerInnen und ihre Blogs für den Liebster Award.

Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Ich überlege und benenne jetzt einfach einmal ein paar Bloggerinnen, von denen ich gern die Antworten auf meine Fragen wüsste. Ich würde mich freuen, wenn ihr mitmacht.



www.derkleineschrebergarten.blogspot.de
Nadja Mende vom Blog: neues-vom-Landei
Anna Kastlunger vom Blog: wundervollehobbies
Sara Mary vom Blog: mein-waldgarten
Heike Ackermann vom Blog: vonrosenunddornen
Ingo Wobig vom Blog: neues vom Birkenholm



Und damit die von mir angefragten Blogger wissen, was ich gerne von ihnen wüsste, kommen hier meine 11 Fragen, die ich an euch stelle:








  • Wie groß ist dein Garten/Balkon und wo liegt er?
  • Wie viel Zeit verbringst du im Garten und bearbeitest du ihn allein oder hast du eine Hilfe?
  • Hättest du gern mehr Garten und was würdest du auf der neuen Fläche anbauen?
  • Wie ist dein Kontakt zu und Austausch mit anderen Garteninteressierten, außerhalb der online-Welt? Freunde, Nachbarn, Familie?
  • Bist du in einem Gartenbauverein und wenn ja, was macht ihr da so? Gibt es Angebote, Veranstaltungen oder Austausch?
  • Nenne mir drei Bücher zum Thema Garten die dir besonders ans Herz gewachsen sind. Egal ob Nachschlagewerk oder Bildband oder Gartenliteratur. Was ist so toll daran?
  • Sitzt du auch einmal einfach so im Garten und genießt ihn, nutzt ihn für andere Hobbies wie zum Beispiel Lesen oder Malen? Oder bist du eigentlich nur am werkeln im Garten?
  • Warum hast du damals angefangen zu bloggen?
  • Schreibst du noch in anderen Online- oder Printmedien?
  • Was ist dir lieber, Videos zum Beispiel auf YouTube oder liest du eher geschriebene Texte mit Bildern. Was gefällt dir speziell an Videos oder eben Texten?
  • Du sitzt am Sommerabend mit ein paar Freunden in deinem Garten. Was trinkst du Bier oder Wein oder Wasser?







Regeln für den Liebster Award


Und das sind die Regeln, die ich bei Vorgängern übernommen habe.


  • Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Artikel.
  • Beantworte die 11 Fragen, die Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere bis zu 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.
  • Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Heute im Programm: Unkrautbeseitigung, bunte Blumen und der Moral-Apostel

Über neun Stunden habe ich heute im Garten zugebracht. Vormittags  habe ich wieder den ganzen Garten, oder zumindest das was es am nötigsten hat, gießen müssen. Die neu gepflanzten Gemüsesorten von letzter Woche, die gerade gesetzten einjährigen Sommerblumen, das Gesäte und die Kübelpflanzen. Regen ist weit und breit nicht in Sicht, also muß die Brause zur Hand genommen werden.

Kalt war es heute. Nur etwa 10°C, erst gegen Abend kam die Sonne heraus. Die habe ich aber nicht gesehen, weil ich da schon seit Stunden auf dem Boden herumkroch. Ich habe heute Unkraut gerupft. Im Gemüsegarten ging das schnell. Es gibt nichts Genialeres als meine Pendelhacke. Mit der ziehe ich regelmäßig zwischen den Gemüsereihen durch und weg ist das aufkeimende Unkraut. Und das für Boden und Pflanzen so wertvolle Hacken ist gleich mit erledigt.

Dann nahm ich mir die Staudenbeete vor. Das Staudenbeet, das Mäuerchenbeet, das Aroniabeet und da Zaunbeet nebst Kiesweg davor. Summa sumarum über 55m2 Staudenbeete. Gerade die Beete im vorderen Garten haben viele Gräser, Giersch und Winden gehabt. Daher habe ich eimerweise Unkraut in die Biotonne gestopft. Nicht, dass mir das am Kompost überlebt und ich es wieder fleißig verteile. Harmlosere Unkräuter aus dem Gemüsegarten und dem Staudenbeet landeten am Kompost.  Der füllt sich gerade recht rasch. Zwischen die Lagen Grünzeug streue ich jetzt immer ein paar Hände voll Hecken-Häcksel vom Frühjahr. Kohlenstoff zum Stickstoff aus frischem Grün. Das ist für die Rotte und das Endergebnis wichtig.

Meine Finger sehen nun aus, als hätte ich sie jahrelang nicht mehr gewaschen. Das dauert, bis die dunkle Färbung vom Saft mancher Unkräuter wieder verschwindet. Aber ich bin eben Gärtner.

Schön war die Rupferei dennoch. Konnte ich doch genau und in aller Ruhe hinsehen. Was wächst, wie weit ist welche Staude schon? Das Ergebnis beruhigt mich. Es wächst und lässt auf schöne Monate mit Blüten hoffen. Etliches blüht ja bereits jetzt schon.  Dazu gehören einige Storchschnäbel, die Färberkamille und natürlich die Akeleien.

Berg Flockenblume in Lila (c) by Joachim  Wenk
Berg Flockenblume in Lila

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
die erste Anthemis (Färberkamille) blüht in crème-weiß mit gelb

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
ein Storchschnabel
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
ein anderer Storchschnabel


Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
noch ein Storchschnabel

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
ein uralter verwilderter Storchschnabel

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel 

Akelei (c) by Joachim Wenk
blaue Akelei

blaue Blumen (c) by Joachim Wenk
Blau ist gerade die vorherrschende Farbe


Demnächst werden die Pfingstrosen blühen und auch die Weigelie oder meine Rosen.

Knospen weiße Pfingstrose (c) by Joachim Wenk
gespannt warte ich auf die ersten Blüten der
im Herbst gepflanzten weißen Pfingstrose

Weigelie (c) by Joachim Wenk
die Weigelien werden bald in voller Blüte stehen
Und die winterharte Banane kommt jetzt auch. Sie hat also den zweiten und härteren Winter ebenfalls gut im Freien überstanden.

winterharte Banane (c) by Joachim Wenk
winterharte Banane treibt aus


Auch das Brandkraut von Sabine hat mehrere Knospen. Weil sie es mir als schneckensicher anpries und anspruchslos mit der Wasserversorgung, wollte ich es haben. Eines habe ich mir schicken lassen und dann hat sie mir noch zwei zukommen lassen. Was meint ihr was passiert ist? Das gekaufte Brandkraut haben die Schnecken total weggefressen. Die Stauden von Sabine wachsen ohne nur einen einzigen Schneckenbiss und haben beide jetzt schon Blütenknospen. Da verstehe einer die Vorlieben von Schnecken.

Brandkraut (c) by Joachim Wenk
das Brandkraut rüstet sich zur ersten Blüte

Jetzt ist es bereits dunkel und ich sitze nach genossenem Abendessen am PC, um euch zu berichten. Da nutze ich doch gleich auch einmal die Gelegenheit, über mein Abendessen zu berichten. Nein ich werde kein Rezepteblog. Aber als Biogärtner, Selbstversorger und nachhaltig denkender Mensch ist es mir auch wichtig, einmal das geerntet zu verwerten, zu konservieren und daraus Gekochtes nicht bei übrig gebliebenen Resten wegzuwerfen, sondern zu verwerten. Resteverwertung liegt mir auch allgemein am Herzen. Essen wegwerfen ist einfach nicht gut. Weder moralisch, noch finanziell.

Ich habe heute einmal wieder aus all den steinharten, gesammelten, übrig gebliebenen Brötchen und Brezen Semmelknödelteig gemacht. Das machen wir regelmäßig. Aus dem Teig werden die Knödel geformt und dann nebeneinander in einen Gefierbehälter gelegt. Jetzt können sie eingefroren werden. Roh!

Für ein schnelles Mittagessen mit beliebigen Soßen oder als Beilage zu Fleisch braucht man jetzt nur die gefrorenen Knödel in den Dampfgarer geben und dort garen. Fertig.

Aus diesem Teig kann man allerdings auch, wie ich es heute mit dem Teigrest machte, leckere Pflanzerl oder Bratlinge machen. Einfach Laibchen formen, in Semmelbröseln wenden und in der Pfanne ausbacken. In den Teig kann auch noch übriges, gegartes Gemüse oder Wurst- und Fleischreste oder Käsestücke. Heute gab es einfach nur den Teig, würzig abgeschmeckt und knusprig gebacken. Dazu einen Quarkdip mit frischem Schnittlauch und Majoran, sowie eigenen Salat mit Hausdressing und Radieschen.

So lecker kann Resteküche sein. Also keine altbackenen Brezen oder Brötchen mehr wegwerfen!


Semmelknödelbratlinge mit Kräuterdip und Gartensalat (c) by Joachim Wenk
Semmelknödelbratlinge mit Kräuterdip und Gartensalat