Donnerstag, 16. April 2015

Es kommt im Leben nicht darauf an, Glück zu haben, sondern glücklich zu werden.

Manchmal ist es eben das Glück, das einen glücklich macht.

Bei mir war das gestern und heute so. Ich hatte zwei freie Tage und es war das tollste Wetter, das man sich nur wünschen kann.

Zwei Tage von Früh bis Abend im Garten. Da schafft man was! Und es gab ja auch genügend zu tun. So manches wächst nun endlich. Anderes gelingt einfach nicht. Einiges habe ich voller Hoffnung neu begonnen.

So viel gäbe es zu erzählen. Ich werde es ein wenig zusammenfassen, damit der Text nicht all zu lang wird.

Fangen wir doch damit an, was im Frühlingsgarten nun alles zu meiner Freude gedeiht.

Begeistert bin ich von der Kaiserkrone. Sie gehören eigentlich zum Pflichtprogramm in einem Landgarten. Bisher hatte ich aber noch keine. Irgendwie habe ich im Hinterkopf, daß sie wählerisch sind und nicht überall gelingen. Bei meinem Glück mit solchen Gesellen habe ich mich erst garnicht um eine bemüht. Im Herbst bekam ich eine Zwiebel und steckte sie dann doch. Sehr tief sollen sie gesteckt werden. Ich hatte mit dem Zollstock nachgemessen, ob das stimmen kann. Scheinbar hat es gestimmt. Sie war eine der ersten, die durch die Erde spitzte. Seither ist ihr Wachstum ungebremst und schon blüht sie.

Kaiserkrone (c) by Joachim Wenk
meine erste Kaiserkrone




Ebenfalls neu im Herbst gepflanzt sind zwei Pfingstrosen. Sie sollen meine bereits bestenden, im Garten verteilten Rosafarbenen ergänzen. Weiß gefüllt werden sie blühen. Eine weiße Pfingstrose hatte ich noch nicht. Sie treiben beide bereits wunderschön aus und sind schon weiter, als die alteingesessenen.

weiße Pfingstrosen (c) by Joachim Wenk
weiße Pfingstrosen - ob sie dieses Jahr schon blühen?




Im Blog  meiner Gartenfreundin Sabine sah ich vergangenen Sommer ihr blühendes Brandkraut. Sie berichtete, daß es absolut sicher ist vor Schnecken. So hart und derb sind die Blätter. Die Blüten sahen wirklich ungewohnt aus. Auch die Samenstände sind dann im Wintergarten noch ein Hingucker. Sie war so lieb und hat mir Ableger geschickt. Beide treiben kräftig durch. Guten Appetit ihr Schnecken. Beißt euch die Zähne aus daran!


Brandkraut (c) by Joachim Wenk
Brandkraut



Wo noch vor ein paar Tagen gerade in paar grüne  Blättchen zu sehen waren, thronen jetzt ganze Horste an Laub. Die Färberkamillen sind über Nacht gewachsen. Ein paar scheinen es leider jedoch nicht geschafft zu haben. Nur das weiße "Etikett" vom Gaissmayer steckt noch in der Erde an den Stellen, wo es hätte jetzt treiben sollen. Ansonsten aber sind das wirklich dankbare Blüher. Auch von Schnecken gemieden und für meine  trockenen und heißen Beete gerade richtig.

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Färberkamille 





Oh und seht doch hier, mein Hopfen. 2013 im Baumarkt in der Ramschkiste zum Schleuderpreis mitgenommen. In dem Jahr hatte er einen einzigen Trieb, der mir nie über den Kopf wuchs. 2014 wuchsen zwei Triebe fast vier Meter hoch und nochmals bestimmt drei Meter weiter. Sie verzierten das Carport und lieferten eine große Menge Dolden. Hopfensalz, Hopfentee (unvergoren, wenn ihr wisst, was ich meine) und Hopfentinktur für die  erholsamen Nächte habe ich daraus gemacht. Dieses Jahr nun kommen sehr viele kräftige Triebe. Das sieht dann sicher richtig nach Urwald aus, am Carport im Sommer.

Hopfen (c) by Joachim Wenk
der Hopfen treibt




Zwei Bestände Buschwindröschen haben sich auch etabliert im Staudenbeet. Sind sie nicht hübsch die weißen Blütchen. Ja! Sie sind gefüllt und daher für die Bienen nicht sehr nahrhaft. Aber ich finde, man kann sich doch auch einmal so eine Besonderheit gönnen, wenn man sonst darauf achtet, daß die fleißigen Helfer Nahrung finden. Dazu lest ihr später noch etwas.

gefüllte Buschwindröschen (c) by Joachim Wenk
gefüllte Buschwindröschen im Staudenbeet





Am weitesten sind die Pflanzen im Mäuerchenbeet am warmen Hang vor dem Haus.

Mäuerchenbeet (c) by Joachim Wenk
an der wärmsten Stelle im Garten ist alles auch am weitesten fortgeschritten



Hier blüht auch die Walzenwolfsmilch in einem wirklich frühlingshaften gelb-grün.

Walzenwolfsmilch (c) by Joachim Wenk
Walzenwolfsmilch

Das also waren die ersten Erfolge vergangener Arbeiten. Nicht nur erfreut an Bestehendem habe ich mich, sondern auch wieder Neues gesät und gepflanzt. The show must go on....





Vor einigen Wochen, als es endlich los gehen sollte im Garten, habe ich die ersten Gemüsesorten gesät. Kohlrabi, Salat, Blumenkohl und frühes Weißkraut zählten dazu. Heute ist es nun so weit, daß die  jungen Pflänzchen ins Freie kamen. Im Gewächshaus habe ich vor ein paar  Tagen schon Kohlrabi davon gepflanzt.

Im Gartenbuch steht, daß die ersten Pflanzungen noch mit Vlies geschützt werden sollen. Ob das jetzt, Mitte April auch noch gilt, weiß ich nicht. Gleichwohl habe ich sie mit Vlies bedeckt. Die Sonne scheint heute wieder kräftig und ich möchte nicht, daß die Blättchen verbrennen. Sind sie doch nur das gefilterte Licht im Gewächshaus gewöhnt. Zudem sollen ab Sonntag wieder Nachtfröste kommen. Sicher ist sicher meine ich. Nicht, daß mir die lange Wartezeit seit der vorsichtigen ersten Aussaat im Jahr umsonst war. Jetzt hoffe ich, daß die Schnecken ihre Finger davon lassen.


Gemüse unter Vlies (c) by Joachim Wenk
erste Gemüsepflanzung im Freiland - noch unter Vlies


Man beachte hier auch den neuen "Weg" im Schneckenzaunbeet. Die alten Platten von der Terrasse habe ich heute auch verlegt, die Reihenlänge von über 5m war mir doch zu umständlich. So komme ich jetzt leichter an das  Gemüse beim Pflanzen, Hacken, Pflegen oder Ernten.

Kohlrabipflanzen (c) by Joachim Wenk
die selbst gezogenen Kohlrabipflanzen sind am schönsten bis jetzt




Liegt es an mir? Am Boden? An der Trockenheit. Möhren gehen einfach nicht auf. Vor etlichen Wochen gesät, ist nicht eine einzige Pflanze in der Reihe zu sehen. Ich habe nachgesät. Es ist mir ein Rätsel, wie andere es schaffen Möhren zu ziehen. Die Petersilie ist auch noch nicht zu sehen. Weder Wurzel- noch Blattpetersilie. Ob die Haferwurzeln aufgehen bezweifle ich auch noch. In der Saatschale sind sie gleich gekeimt. Diese habe ich  bereits pikiert. Ich finde deren Blüten so schön, die dann im zweiten Jahr erscheinen. Und kosten möchte ich die Wurzel auch einmal, um beurteilen zu können  ob es mein Geschmack ist.  Also ein paar Pflanzen wären schon schön, wenn die etwas werden würden.



Und weil eben fast nichts keimt, das ich in den Gartenboden direkt sähe, weiß ich nicht ob das nächste Projekt etwas wird. Ich habe vor kurzem in einer Verlosung von Neudorff eine Packung Bienengarten gewonnen. Ein bunte Mischung heimischer Wildblumen. Einjährige und mehrjährige Blühpflanzen, speziell ausgesucht, um Wild-Bienen und Insekten Nahrung zu liefern. Diese Mischung habe ich heute auch, verteilt auf zwei Flächen, gesät. Beide Standorte sind direkt im Gemüsegarten. Hier benötigt man eben auch die Bienen und Insekten zur Bestäubung manch einer Gemüsepflanze. Finden sie ausreichend Nahrung in der Nähe, siedeln sie sich auch an und sorgen für eine gelungen Ernte. Klar den Salat und die Kohlrabi ernte ich auch ohne Bienenbesuch. Aber denkt an Tomaten, Zucchini und Kürbis oder gar die leckeren Erdbeeren oder Johannisbeeren. Ich habe es so gemacht, wie es auf der Packung stand und muß nun nur dafür sorgen, daß die Flächen nicht austrocknen. Kein leichtes Unterfangen im April. Oder sollte es ganz im Gegenteil im April eher leicht sein, Bette feucht zu halten? Ich habe jedenfalls gestern und heute den ganzen Gemüsegarten und einen Teil der Staudenbeete intensiv gießen müssen. Es herrscht Wüstenzustand in meinem Boden.


Bienengarten von Neudorff  Wildblumen für Wildbienen und Hummeln (c) Joachim Wenk
Hier entsteht der "Bienengarten" von Neudorff - Wildblumen für Wildbienen und Hummeln

Bienengarten von Neudorff  Wildblumen für Wildbienen und Hummeln (c) Joachim Wenk
Hier entsteht der "Bienengarten" von Neudorff - Wildblumen für Wildbienen und Hummeln



Als Noch-Neueinsteiger in die Gemüseselbstversorgung weiß ich noch nicht, welche Sorte eines Gemüses zu meiner Arbeitsweise, meinem Boden und meinem Geschmack passt. Daher muß ich noch viel probieren. Welche Sorte keimt bei mir und welche nicht? Eine Salatsorte ist für nächstes Jahr schon gestrichen. Sie keimt nicht während der Maikönig sofort keimte und jetzt herrlich wächst. Bei der Vielzahl an Sorten und Gemüsen kann ich mir das allerdings nicht bis zum nächsten Jahr merken. Papier ist da gottseidank gedulgig und so mache ich mir zu jeder Sorte Notizen, wann und wie und wo gesät und pikiert und gepflanzt. Wann und ob überhaupt etwas geerntet wurde und ob sie uns schmeckt. Bei den Kartoffeln gibt es bereits eine Stammauswahl. Bei den Tomaten ist eine Sorte letztes Jahr positiv aufgefallen. Von ihr hatte ich eine  Ernte! Und so werde ich mir nach und nach mein Sortiment zusammenstellen. Es gibt auch Gemüse, das erfolgreich geerntet werden konnte. Trotdem fand es einfach nicht den Weg in die Küche. Keinem von uns beiden schmeckte es. Das wird dann einfach nicht mehr angebaut. Ich sage da nur Mangold und Topinambur oder Mairüben.

Für die ganze Schreibarbeit bietet es sich natürlich an, ein Päuschen im Hüttenzauber zu machen. Eine Tasse Kaffee darf dabei natürlich nicht fehlen.


Kaffeepause zur Gartendokumentation (c) by Joachim Wenk
Kaffee-Pause um das Geschaffte zu dokumentieren




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