Montag, 13. April 2015

Das Gerät arbeitet alles und alle auf. Erst die Betonplatten und dann uns....

Am Wochenende ging es los. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Einmal war es relativ mild, wenn der kalte  Wind einmal kurz inne hielt. Die Wetteraussichten sagen in etwa das gleiche  Wetter für die nächste Zeit voraus. Also konnten weitere Kübelpflanzen aus dem Überwinterungsraum ins Freie. Endlich wird wieder Platz im Palmenhaus. Den brauche ich, um meine fürchterlich mickrigen und krummen Tomatenpflänzchen mit den eingerollten Blättern ans Fenster zu stellen. Wenn das so weiter geht mit der Gemüseanzucht dieses Jahr, darf ich mir noch Pflanzen kaufen, anstatt selbst Gezogene verwenden zu können.

Die Palmen haben das Carport verlassen müssen. Damit ist Platz für die nun ans Freie zu gewöhnenden Pflanzen. Die Geranien, Schmucklilie, Lorbeer, Olive, Feigenkaktus, Rosmarin und Zitronenverbene müssen sich jetzt an Sonne gewöhnen.



(c) by Joachim Wenk
Die Palmen sind raus, jetzt gewöhnen sich andere Kübelpflanzen
an Wind und Wetter und Sonne

Die Palmen haben wir, bevor es nicht mehr geht,  nach Vorne geschleppt, gerollt und transportiert. Auf der Terrasse vor dem Hüttenzauber bezogen sie Zwischenquartier. Ab jetzt ist ein befahren der Wege nicht mehr möglich.

Die Wege waren, neben dem Frühling, das Zweite, was an diesem Wochenende begann. Das Projekt Gartenwege ist gestartet.  Von der Terrasse haben wir bereits ein paar Platten enfernt. Das Beet hinter dem Mäurerchen wird grundlegend umgebaut, ausgebaggert und von einem Weg gerahmt. Das bedeutet, ich muß alle jetzt gerade mit Wachstum beginnenden neuen Stauden wieder ausgraben. Sie kommen in Töpfe und müssen irgendwie die nächsten Wochen überleben. Die Arbeit im Herbst hätte ich mir auch sparen können.



(c) by Joachim Wenk
Die im Herbst gesetzten Stauden müssen das Beet schon wieder verlassen...

(c) by Joachim Wenk
...und einzeln in Töpfen untergebracht hier am Gewächshaus der Dinge harren, die da kommen

Mit einem Kompressor vom Baugeschäft machten wir uns an die Arbeit. Loch für Loch für Loch wurde in die  Betonplatten gemeißelt. Der Pressluftmeißel geht rein in den Beton wie durch Butter. Aber wieder raus geht der Kram dann nicht. Man muß in jedem Loch herumnuckeln und das schwere Teil nach oben ziehen. Die Hammerschläge lassen jede Zelle im Körper vibrieren. Beinahe habe ich Angs,t mir das Gehirn weich zu klopfen.

Volker beginnt mit dem Löchern, während ich versuche, das Beet baggerfertig zu machen.


Kompressor mit Presslufthammer (c) by Joachim Wenk
Kompressor zum Durchlöchern der Betonplatten


(c) by Joachim Wenk
Loch an Loch werden die Betonplatten, der alte Wegbelag, mürbe
und brechen. So können sie dann ausgebaggert werden


Nach etlichen Stunden dieser höchst belastenden Arbeit versagen seine Kräfte und er kann nicht einmal mehr das Gerät halten. Von Bedienen kann keine Rede mehr sein. Jetzt muß ich ran. Die Stauden müssen also warten.

Jetzt, wo ich die Fotos sehe, wird mir auch klar,  warum ich seither so Probleme mit dem Rücken habe. Dieses Spielzeugmeißelchen - wie es eben aussieht - ist ja der Witz an Ergonomie am Arbeitsplatz. Schnell merke ich, was Volker die Stunden zuvor geleistet hat. Es hilft nichts. Das Gerät ist nur für heute geliehen. Unter der Woche ist keine Zeit und am Freitag früh steht der Bagger vor der Tür. Wie müssen heute fertig werden, die ganzen Platten zu perforieren. So kann sie der Bagger dann ausheben und beiseite legen. Die brauchen wir als untersten Untergrund, für all die neuen, noch anzulegenden Wege.


ich mit Pressluftmießel (c) by Joachim Wenk
eine ergonomische  Arbeitshaltung war leider nicht möglich...

Mit letzter Kraft schaffen wir gemeinsam die übrigen Zentimeter an Betonplatten vor dem Haus. Dann wird der Stammtischfreund  wieder antelefoniert. Rasch ist er mit dem Bulldog im Garten und wir können das laute und hämmernde Monster, als das wohl der Hund das Ding den ganzen Tag angesehen hat, wieder zur Baufirma zurück bringen.

ich beim Presslufthammer (c) by Joachim Wenk
vorne beim Haus, unser letztes Stück, waren sogar 2 Schichten Beton übereinander. Das war dann wirklich fies!


Laufen kann man jetzt nicht mehr richtig auf dem Weg. Aber immer noch besser als das, was dann am Freitag daraus wird.

(c) by Joachim Wenk
sieht jetzt ziemlich herunter gekommen aus das Ganze



Die reine Gartenarbeit oder das, was eben Spass mach,t blieb liegen und ich konnte Sonntag, bei noch besserem Wetter einiges an Gruscht abarbeiten. 

Ich habe meine Dahlienknollen in frische Erde und treibe sie vor. In den schwarzen Kübel habe ich ein paar leicht angetriebene, ganz frühe Kartoffeln gesetzt. Im Freien brauche ich so schnell noch nichts stecken, weil es  Nachts noch immer sehr kalt ist. Aber gottseidank frostfrei. Vor 6 Wochen habe ich das Kartoffelbeet mit Gründünger Ackerbohnen eingesät. Die sollten dann vor dem Kartoffestecken abgehackt werden. Nun ist es jetzt so, daß sie im Moment gerade erst an ein paar Stellen anfangen zu keimen. Ein paar ganz wenige spitzen aus der Erde. nach 6 Wochen, wer rechnet denn damit? 

Ich befürchte, daß ich dann die Kartoffelreihen ziehe, die Kartoffeln stecke und Kartoffeln mit noch übrigen Bohnen zusammen groß werden. Dann wird es eben so sein. Als Mischkultur wird das ohnehin empfohlen. 

Mörtelkübel mit Frühkartoffeln im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Mörtelkübel mit den ersten  frisch gesteckten Kartoffeln


Eine witzige Entdeckung machte ich im Gewächshaus. Vergangenen Herbst war es wieder so, daß meine Pflanzen nicht mehr wuchsen und die Lust mich verlassen hat. Ich hatte ein paar Salat und eine Kohlpflanze übrig. Die setzte ich ins Gewächshaus, wo sie viele Wochen verharrten. Im Winter dann begannen sie zu wachsen. Den Salat haben wir tatsächlich essen können. Die Kohlpflanze begann jetzt im Frühjahr zu wachsen. Ein paar Blätter habe ich mir für grünen Smoothie bereits abgezwackt. Jetzt erkenne ich, welcher Kohl es ist. Seht ihr es auch? So lange dauert es also bei mir im Garten, bis ein Blumenkohl eine Blüte entwickelt. Über 8 Monate! Wann ich den wohl ernten kann?

Blumenkohl nach 8 Monaten Standzeit im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blumenkohl nach 8 Monaten Standzeit im Gewächshaus

Blumenkohl nach 8 Monaten Standzeit im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blumenkohl nach 8 Monaten Standzeit im Gewächshaus 

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