Mittwoch, 4. März 2015

Wenn Zwerge einfach immer weiter wachsen

Da habe ich doch heute morgen einen mächtigen Schreck bekommen, als ich, noch mit verschlafenen Augen, aus dem Fenster gesehen habe. Alles war weiß!

Das kann ja wohl nicht sein. Weiß ist doch gerade die letzte Farbe, welche zur Zeit im Garten willkommen ist. Außer Schneeglöckchen natürlich.

blick in den Garten (C) by Joachim Wenk
der Schreck am Morgen - alles weiß


Zwei Stunden später war dann aber die Welt wieder in Ordnung. Gut, das Grün kommt noch recht kränklich und in weiten Teilen eher als braun oder ocker daher. Aber die Sonne schien bei blauem Himmel und hat den ganzen Schnee sofort weggeleckt.

blick in den Garten (C) by Joachim Wenk
alles wieder gut- alles grün
Die Sonne wärmt bereits deutlich spürbar. Nur der Wind ist noch sehr kalt. In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen weiter steigen. Dadurch erwärmt sich auch der Boden. Die Auswirkungen der neuen Erdwärme werden wir bald in Form von weiteren Frühlingsblühern mit eigenen Augen wahrnehmen können. Immens wichtig für all die Pracht ist aber auch das, was unter der Erde geschieht. Auch das Bodenleben wird nach und nach wieder erwachen. In einem biologisch gepflegten Garten haben die Mikroorganismen und die Regenwurm-Heinzelmännchen dann alle Hände voll zu tun. Das restliche Herbstlaub wird verarbeitet und was sonst noch an abgestorbenem Pflanzenmaterial herum liegt. Daraus entsteht dann Nahrung für eben unsere so heiß ersehnten Frühlingsblüher und ein gesunder Boden.

Mir fehlt noch immer die benötigte Menge Kompost, um Staudenbeete, Obstbäume, Sträucher und natürlich die Gemüsebeete damit zu versorgen. Also nehme ich biologischen, organischen Dünger in Pelletform und streue ihn auf die noch kahlen Flächen im Ziergarten. Der Gemüsegarten wird demnächst mit Kompost versorgt.

Aus dem Baumarkt habe ich einen pelletierten Rinderdung und zum Testen bestellte ich Beckhorn Phytoperls. Beides sind organische Dünger, die nun vom Bodenleben verarbeitet werden müssen, bevor die Nährstoffe dann den Pflanzen zur Verfügung stehen. Jetzt ist der Boden noch feucht. Damit können die Pellets und das Granulat gut aufweichen und verrotten.

Gut, daß ich mir einmal die Mühe gemacht habe, die Quadratmeterzahl der einzelnen Beete zu ermitteln. So war es heute einfach, die richtige Düngermenge auszubringen. Auf den Tüten stand immer, welche Menge etwa Stauden benötigen. Die habe ich abgewogen und dann gleichmäßig über das Beet verteilt. So etwas kann man nicht "frei Schnauze" machen. Sicher käme dann viel zu viel Dünger auf den Boden. Bei organischem Dünger verbrennen zwar nicht gleich die Wurzeln , wenn zuviel gedüngt wird. Für den Geldbeutel allerdings ist es allemal schlecht, mehr Dünger auszustreuen als benötigt wird.

Im Laufe der kommenden Saison werde ich vermehrt Pferdemist auf den Kompost geben. So verrottet er mit den restlichen Grünabfällen. Ich hoffe dann mehr Kompost zur Hand zu haben und mir früher oder später das Zukaufen  von teurem Dünger ersparen zu können.

Mittags fahren wir in den Baumarkt. Das Bad wird renoviert und wir brauchen Materialien. Klar, daß ich da mit muß. Nichts kommt mir gerade gelegener als ein Besuch in der Gartenabteilung.

Von den Frühlingsblühern nehme ich noch Abstand. Die können jetzt im Freien noch erfrieren, wenn es Frost gibt.  Sie sind meist nicht abgehärtet. Anderes steht heute auf der Einkaufsliste.

Aussaaterde und Flüssigdünger. Beides wird in den nächsten Wochen in größeren Mengen benötigt. Die Aussaaterde ist klar, aber wofür den Flüssigdünger? Auch für die jungen Gemüsepflanzen.

Folgender Gedanke steht dahinter. Gesät wird in Aussaaterde. Die enthält ganz bewusst so gut wie keine Nährstoffe. Zu viel Dünger im Boden könnte die zarten Pflänzchen und Wurzeln eher schädigen, als er ihnen zuträglich ist. Pikeiern kann man dann in gedüngte Erde. Aber was ist mit den Pflanzen, die direkt in die Topfplatte gesät werden? Und was ist mit den noch lange nicht ausgepflanzten Gemüsen wie Frühkohl, Sellerie oder Lauch. Beide brauchen sehr lange an Wachstumsphase, bis sie ins Beet kommen. Wenn sie nun in der Aussaaterde stehen, kann kein Wachstum stattfinden, weil kein Dünger da ist. Im vergangenen Sommer habe ich Brennesseljauche stark verdünnt genommen. Die ist aber ja noch lange nicht zur Verfügung. Daher wanderte eine Flasche bio-Flüssigdünger, der laut Aufschrift auch für Biopflanzenerzeuger zugelassen ist, in den Einkaufswagen.

frisch gekeimter Frühkohl (c) by Joachim Wenk
Samstag gesät, Mittwoch schon da - der Frühkohl


Schließlich, nach einiger Suche und Nachfragen beim hilfsbereiten Personal, fand ich auch die Pflanzkörbe für Teichpflanzen und Teicherde. Meine Aufgabe für den Nachmittag.


Pflanzkörbe für Teichpflanzen und Spezialerde (c) by Joachim Wenk
Pflanzkörbe für Teichpflanzen und Spezialerde

Es ist wieder einmal an der Zeit, die wild wuchernden Zwergseerosen um zu topfen. Vor wirklich vielen Jahren, damals noch im Hinterhofgarten, keimte der Wunsch nach einem Teich im Kübel mit einer Seerose. Die Freude war groß, dass es tatsächlich für den Balkon- und Kübelgärtner spezielle Zwergseerosen gibt. Sie kommen  bereits mit einer Wassertiefe von 15cm aus. So eine mußte her.

Sie wuchs ganz munter und auch wenn der erste Teich-Behälter schon etwas tiefer als 15cm war, so wucherte sie doch bald über die Wasseroberfläche hinaus. Im nächsten Jahr kam sie dann in ein größeres Gefäß. Und Sommer für Sommer schenkt sie uns die leuchtend gelben Blüten.

Daran hat sich in den bestimmt schon 15 Jahren nichts geändert. Auch nichts an ihrer Wuchsfreude. Das einzige, das sich geändert hat, ist die Größe ihres Teich-Behälters. Mittlerweile steht sie in einem Regenfaß und hat einiges über 100cm Wassertiefe.

Alle paar Jahre schneide ich die Wurzeln stark zurück. Sie sind dann immer schon mehr außerhalb des Pflanzgefäßes, als in ihm. Dann kommt sie in neue Erde und in ein neues Gefäß. Bei dieser Arbeit können auch immer einige Ableger abgetrennt werden. Einen habe ich mir einmal gemacht, um wieder in einem kleinen Gefäß eine Seerose zu haben. Diesmal wird wieder einer abgemacht. Den bekommt die Frau meines Cousins. Das habe ich ihr im Herbst versprochen. So erklärt sich auch die witzige Topf-Parade meines heutigen Einkaufs.

Zwergseerose vor dem Umtopfen (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose vor dem Umtopfen

Zwergseerose nach dem Umtopfen (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose nach dem Umtopfen

Zwergsseerosen in den Teich-Behältern  (c) by Joachim Wenk
Zwergseerosen in ihren Teich-Behältern
Über Winter kommen die Seerosen immer in einen frostfreien Raum. Seerosen sind zwar winterhart, aber nicht in einem Kübel. Der würde in den ganz kalten Monaten durchfrieren. So etwas überleben sie nicht. Jetzt besteht keine Gefahr mehr, daß die Kübel sich in Eisklötze verwandeln und damit sind die Seerosen die ersten Kübelpflanzen der Saison, die ausgeräumt wurden.

So sieht das dann im Sommer aus. Ist doch die Mühe wert, oder?

blühende Zwergseerose im Regenfaß (c) by Joachim Wenk
blühende Zwergseerose im Regenfaß

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