Montag, 30. März 2015

Modefarbe des Frühlings 2015: irgendetwas in gedecktem braun-grün

Letztes Märzwochenende. Die Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt. Das Wetter allerdings scheint endgültig wieder auf Spätherbst getrimmt zu sein.

Samstag haben wir noch ein wenig Sonne bei allerdings äußerst ungemütlichem und kalten Wind. Sonntag dann, nach dem lang ersehnten Regen, ist es noch ungemütlicher und an Gartenarbeit ist nicht zu denken.

Ich bin innerlich irgendwie stinkig und  bockig. Es nervt mich, daß ich so lange nicht richtig loslegen kann mit Sähen und Pflanzen. Und ich finde es einfach immer deutlich zu kalt. Selbst wenn wir in der Sonne tags bald 20°C hatten. War die Sonne weg, weil man um ein Haus herum ging oder hinterm Baum stand, war es sofort kalt.  Fröstelnd kalt mit nervigem Wind. Die Nächte natürlich waren erst recht sehr kalt und meist mit einigen Frostgraden behaftet. Es ist kein laues Frühlinglüftlein.

Wahrscheinlich ist das Ende März auch noch durchaus in der Norm und nichts außergewöhnliches. Mich jedoch macht es innerlich einfach unzufrieden.

Angesichts dieser Wetterverhältnisse sind meine wöchentlichen Berichte hier auch alles andere als farbenfroh, munter und aufmerksamkeitserregend.

Ich sehe an den Berichten aber,  daß es euch, den anderen Hobbygärtnern, ebenso geht.

Also was tat sich am Wochenende im Garten?

Heute fange ich einmal mit einem kleinen Video an. Das Plätschern eines Bächleins im Frühling.




Und weil so manches eben nicht so ist, wie es scheint, so ist eben das kleine muntere Bächlein ein Grund zur Sorge. Das Bächlein entspringt dem Damm eines unserer Karpfenweiher. Und, das ist das Schlimme daran, es gehört dort nicht hin! Jetzt dürfen wir im Sommer, wenn wir die Wege im Garten machen und ein Bagger zur Hand ist, hier draußen auch noch anfangen aufzugraben. Das Bächlein muß aufhören zu fließen!

Hier rechts im Bild seht ihr den Damm, aus dem das dumme Bächlein entspringt. Jetzt ist er schön voll der Weiher. Ich habe aber am Samstag probehalber den Zulauf gestoppt. Sonntag war dann der Wasserspiegel deutlich gesunken, so viel läuft aus dem Bächlein in den großen Bach.

Karpfenweiher im März (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher im März

Hier sieht man sogar am Foto schön, daß frisches Wasser in den Weiher hinein läuft. Um das gewährleisten zu können, verläuft über ca 30 m unterirdisch ein Rohr vom Bach zum Weiher.

Karpfenweiher im März (c) by Joachim Wenk
Zulauf im Karpfenweiher


Seht ihr hier das offene Rohr, halb unter Wasser? Da läuft das Bach-Wasser hinein und oben auf dem Bild ist das andere Ende des langen Rohres.  Da fließt es in den Weiher. Das hier halb versunkene Rohr wird einfach mit der Öffnung nach oben gedreht und schon ist der Zulauf für den Weiher wieder gestoppt.
Hierher kommt das Wasser für den Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
Hierher kommt das Wasser für den Karpfenweiher

Auf dem Panoramafoto sieht man direkt, wie kalt und ungemütlich es gerade ist. Links hinten im Bild ist der Teich mit dem Leck. Und da wo die Erlen stehen verläuft der "richtige" Bach. Auf Höhe des Steges am Mönch im vorderen Weiher, ist, unten im Bach, die  Zapfstelle für den leckenden Teich.

Teichlandschaft im März (c) by Joachim Wenk
Teichlandschaft im März


Im  Garten selbst habe ich mir für Samstag eine Arbeit ausgesucht, die körperlich anstrengend ist. So wurde es mir schon nicht kalt.

In unserem allerersten Jahr im neuen Haus und dem Garten haben wir sehr viel an Gestrüpp weggeschnitten. Efeu, Wildrosen und Stauden gaben einen ordentlichen Haufen. Der Garten war noch nicht eingerichtet, Priorität hatte die Renovierung des Hauses, damit wir rasch einziehen können.

Alles Abgeschnittene wurde im Garten einfach auf einen Haufen geworfen. Ich hatte vor, mir einen Motorhäcksler größeren Formates zu leihen und dann alles dort durch zu lassen.

Das ist jetzt über drei Jahre her. Den Häcksler habe ich mir nie geliehen. Geärgert dagegen habe ich mich immer wieder über den lästigen Haufen. Immer wieder kam Neues darauf. Das allerdings habe ich dann immer zeitnah mit meinen kleinen Häckslern zerkleinert. Der Grundhaufen allerdings blieb.

Am Samstag war es dann so weit. Der Zeitpunkt war gekommen, wo er endgültig verschwinden sollte. So habe ich dann Eimer für Eimer reifen Kompostes, locker und trocken und schön verrottet durch den Garten geschleppt und Sträucher, Obstbäume, Staudenbeete und Hecken damit versorgt.

Noch immer waren viele grobe Äste und Wurzelstöcke unverrottet in dem Haufen. Daher habe ich geschaufelt und geschleppt und der Volker hat das grobe Material gehäckselt. Was weder mir noch ihm passte, wurde kurzerhand am Lagerfeuerchen verbrannt.

verrotteter Gestrüpphaufen (c) by Joachim Wenk
Viel ist nicht mehr übrig vom einstigen Gestrüpphaufen

Nachdem ich mir die Füße wundgelaufen habe, kam irgendwann der schöne Augenblick.  Nach all den Jahren ist er endlich weg der Haufen. Jetzt kann ich da noch einen Kompostmiete aufstellen. Auch benötige ich immer wieder den Platz um weiteres Material zwischen zu lagern, bevor es gehäckselt oder verbrannt wird.
Kompostplatz im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Kompostplatz im Gemüsegarten
 Und so sieht das Ganze mit einem Blick entlang des Zaunes und der Haselnußhecke aus. Genug Platz, um all das Gartenmaterial zu verkomposten. An dem braunen Rohrgestell wächst übrigens mein Brombeerstrauch.
Kompostplatz im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Kompostplatz im Gemüsegarten 

Wieder sind es einige Fotos, die ich euch heute zeigen kann. Allerdings sind alle irgendwie Ton in Ton. Naja so richtig einen Ton kann man da nicht enmal ausmachen. Irgendein gedecktes Grün-Braun eben. Da brauche ich mich nicht zu wundern, dass ich schlecht drauf bin und einfach endlich Frühjahr haben will. Ihr versteht mich sicherlich.

Nach dem Regen am Wochenende fängt so einiges tatsächlich sofort an zu wachsen. Seht hier den Knoblauch und die Schwarze Johannisbeere, den Bärlauch, Waldmeister,  den Holunder oder den ewigen Kohl.

überwinterter Knoblauch und schwarze Johannisbeere (c) by Joachim Wenk
überwinterter Knoblauch und schwarze Johannisbeere

Bärlauch, Bärlauchsämlinge, Schnittlauch (c) by Joachim Wenk
oben Bärlauch, unten Schnittlauch und in der Bildmitte
 kleine Bärlauchsämlinge


Waldmeister (c) by Joachim Wenk
Waldmeister


Holunder (c) by Joachim Wenk
Holunder 


ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl


Wieder grün-braun, wohin das Auge blickt. Darum zum Schluß noch des Leberblümchen, damit wenigstens ein Farbtupfer hier und heute erscheint!

Leberblümchen (c) by Joachim Wenk
Leberblümchen

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