Mittwoch, 11. März 2015

Kompost in die Beete, Samen in die Erde und was dabei raus kommen wird, seht ihr hier in wenigen Wochen.

So langsam bin ich wieder im Geschäft. Das Sähen erfolgt laufend und die Beete sind immer besser vorbereitet. Die vergangenen Sonnentage haben auch viele Pflanzen und meine Saaten geweckt. Leben kommt in den Garten.

Nach dem abendlichen Nieselregen verlief die Nacht frostfrei. Morgens schon zeitig strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Nichts hielt mich mehr im Bett. Ich mußte raus, um so viel wie möglich von einem wahrscheinlich schönen Tag genießen zu können. Ein langes Frühstück mit Schmökern im Gartenbuch ist der perfekte Start in den Tag. Durch das Ostfenster im Wohnzimmer scheint hell die Sonne. Blicke ich aus dem Fenster neben meinem Tisch gen Westen, sehe ich die übliche Vogelbande am, im, auf und unterm Vogelhaus. Auch sie frühstücken. Die Wiese außen herum erwacht ebenfalls. Gelbe Krokusse und Schneeglöckchen blühen. Die Narzissen sind eine Hand breit aus der Erde und man sieht die Knospen. Die Tulpen schlafen wohl noch, Nur eine einzige ist bereits wach und räkelt sich mit erhobenen Blättern der Sonne entgegen. Weiter unten am Dorfweiher unterhalten sich die Enten lauthals.Sie fliegen auf, landen mit langer Bremsspur wieder am Weiher. Ja, es wird sicher ein schöner Frühlingstag hier auf dem Dorf, mitten in und mit der Natur.

Meine Paprika und Chilli sind nun endlich da. Mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Die selbst geernteten Samen von Glockenpaprika, Wildchili und Paprika "Sommergold" sind zahlreich gekeimt und können am Wochenende pikiert werden. Anfang Februar begann ich mit den ersten Aussaaten!

Paprika, Glockenpaprika, Wildchili (c) by Joachim Wenk
Paprika, Glockenpaprika, Wildchili - endlich!


Die neue Paprikasorte "Liebesapfel" aus gekauften Samen keimt nicht. Ein einziger Sämling ist aufgegangen. In den letzten Nachsaaten sehe ich noch nichts. Die Tüte ist jetzt leer und wenn der eine einsame Sämling nicht gelingt, werde ich nie erfahren, wie die Sorte ist. Dabei bin ich sehr gespannt auf sie. Rund, wie Fleischtomaten und somit gut zum Füllen geeignet. Sie kippt gefüllt im Topf nicht um, wie die länglichen oder spitzen Formen. Die Andenbeere ist noch garnicht gekeimt. Ich glaube da kommt auch nichts mehr.


Draußen im Garten stelle ich rasch fest, daß die Sonne von drinnen wärmer aussieht, als sie es draußen ist. Trotzdem mache ich mich an die Arbeit. Mir wird dann eben von innen warm.

Meine heutigen Arbeiten sind abermals weniger spektakulär und fotogen, als kräftezehrend.

Der seit Herbst fertige Kompost wird verteilt. Beetgröße und Literangaben pro Quadratmeter ergeben die nötige Menge. 30l feuchten Kompost im Eimer durch den ganzen Garten bis zum Beet am Zaun schleppen macht schlagartig warm. Auch wenn es nur 6°C draußen hat. Das Zaunbeet hat ganz schlechte Erde und ist viel zu sandig. Da hat jemand mit Sicherheit einmal Sand eingearbeitet. Bei der Trockenheit im Sommer ist daher mein Gießwasser schneller versickert, als ich nachgießen kann. Meine Rose dort wächst in 3 Jahren gerade mal auf 40cm. Dabei soll sie eine wild wuchernde Strauchrose sein.

fertiger Kompost (c) by Joachim Wenk
Kompost und Eimer zum Abmessen



Den weiteren Kompost bekommen die Baumscheiben des Säulenobstes, der Hausbaum in der Wiese, die Kletterrose an der Scheune und natürlich die  Gemüsebeete. Es ist windig und bei vollem Sonnenschein noch immer keine 10° warm. Trotzdem bin ich verschwitzt. Immer wieder dein Eimer füllen, herumschleppen und dann mit der Gärtnerkelle, wie Zimt-Zucker über den Milchreis, den Kompost über die Beete verteilen. Es ist wirklich nicht viel nötig und man muß ihn ganz schön verstreuen. Und jedes mal ist am Ende der errechneten Menge noch ein Stück Beet übrig. Also habe ich wieder zu viel ins Beet gestreut. Der Kompost reicht aber für alles, was ich damit düngen will. Gut. Jetzt gehe ich erstmal wieder ins Haus und mache mir eine warme Tasse Kaffee.

Am Laptop, immer mit der Welt und immer mit euch verbunden, erfahre ich, daß mein Seerosenableger heil in seiner neuen Heimat angekommen ist. Schön, daß alles gut gegangen ist.

Nach dem Mittag gehen wir, also mein Hund der Max und ich, wieder raus. Die Sonne ist nach wie vor da, nur die Kälte ist verschwunden. Jetzt ist es richtig schön warm.

Ich sähe in meinen Saatschalen noch frühen Rotkohl, Pepino, Haferwurzel und Stechapfel. Die anderen Saaten keimen (jetzt kommt der Sellerie) oder wachsen schon schön. Der Salat ist aufgegangen  und die Melde keimt gerade. Im Gewächshaus draußen keimt der Rukola und der Rettich.

Rucola und Rettich im kalten Gewächshaus (C) by Joachim Wenk
Rukola und Rettich im kalten Gewächshaus - so früh habe ich noch
nie etwas im Gewächshaus gesät. Und es klappt !


Dann mache ich mich wieder auf in die Gemüsebeete. Ich werde dieses Jahr nicht mit der Motorhacke drüber gehen. Ich will dem Bodenleben und vor allem den Regenwürmern Ruhe gönnen. Sie müssen dann nicht wieder von Neuem beginnen, alles zu ordnen. Ich entferne einen Eimer mit Buntnesseln und Grasbüscheln. Das wandert gleich in den neu aufgestellten  Kompostbehälter. Sonst ist kein Unkraut da. Hier und da ein paar Löwenzähne oder Vogelmiere. Sie werden mit der neuen, breiten Pendelhacke gekappt und können vor Ort verrotten. Dieses Jahr werde ich von Anfang an das so gute Hacken ausführen. Möglich wird mir das mit der im letzten Sommer, leider zu spät entdeckten Genialität von Pendelhacken. Die sehr kleine, die noch im Schuppen stand, wäre jetzt da noch alles ohne Gemüsereihen ist, zu klein. Ich habe viel Fläche und mir darum, weil sie eben so gut funktionieren, noch eine breite Pendelhacke zugelegt. Jetzt muß ich nicht mehr gebückt durch die Reihen und Unkraut zupfen. Beim Hacken wird das Unkraut abgeschnitten, der Boden  gelockert und damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Kompostbehälter (c) by Joachim Wenk
der fertige Kompost ist verteilt, jetzt kann das Gatter für die gleich wieder anfallenden Grünabfälle aufgestellt werden


Also Kompost ist auf den Beeten, das  Unkraut ausreichend entfernt, Hornmehl ist ausgebracht (wegen drastischem Phosphat und Kalium Überschuß wurde reine Stickstoffdüngung empfohlen und hat sich als gut erwiesen). Jetzt kann ich die Ackerbohnen als Gründünger vor dem Kartoffeln sähen. Sie sollen etliche Zentimeter tief in die Erde. Wie soll man das machen? Ich ziehe einfach mit dem Häufelpflug tiefe Rillen. In die lege ich die Bohnen und schiebe die Rillen wieder zu. Dann ist der Gründung eben nicht flächig gesät, sondern reihenweise. Ich hoffe, sie keimen rasch und wachsen. Bohnen sammeln an ihren Wurzeln mit Hilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft und sind für Starkzehrer eine gute Vorfrucht. Der Boden ist dann, bis zum Stecken der Kartoffeln Ende April, auch bedeckt, was immer das Ziel sein sollte.

Die anderen Beete lockere ich noch mit dem Sauzahn. Puh, kalt ist mir schon lange nicht mehr. Obwohl nun mittlerweile die Sonne schon wieder ganz flach steht und der kühle Wind wieder kommt.

Ich drehe noch eine Runde und freue mich über neue Krokusblüten, überall treibende Zwiebelgewächse. Die beiden Ramblerrosen treiben. Der Rhabarber spitzt als rot leuchtender Knuppern durchs Laub, die Haselnüsse blühen über und über (aber im Gegensatz zu letztem Jahr ist nicht eine einzige Biene im Strauch....). Es ist so schön überall in jedem Winkel nachzusehen und das neue Leben begrüßen zu können. Jetzt im zeitigen Frühjahr freue ich mich auch noch über Brennnesseln. Die erst die ich sehe. Noch ein wenig Zeit und ich kann wieder frische leckere Brennnesseln ernten.

junge Brennnesseln (c) by Joachim Wenk
die Brennesseln kommen


Und es war ein schöner Tag, ein Frühlingstag in meinem Garten.

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