Sonntag, 1. März 2015

Erste Gemüesaussaaten im kalten Gewächshaus und im beheizbaren Zimmergewächshaus

Und los geht's. Mittlerweile haben wir März. Das Frühjahr kommt so nach und nach in den Garten. Bei milden Wetter mit bedecktem Himmel konnte ich am Samstag wieder ein paar notwendige und auch ein paar lang ersehnte Arbeiten verrichten.


Gemüsegarten im Februar (c) by Joachim Wenk
trist ist das Wetter aber mild - die Frühlingsarbeiten können beginnen




Schon lange kribbelt es in den Fingern. Jetzt endlich habe ich meine Gemüseaussaat begonnen. Also so ganz richtig ist der Begriff  "begonnen" vielleicht nicht. Immerhin versuche ich seit 4 Wochen ohne Ergebnis die Paprika, Chillies und Andenbeeren zum Keimen zu bringen. Zweimal bereits  habe ich nachgesät, die Temperatur regelmäßig überwacht und immer wieder enttäuscht festgestellt, daß sich einfach nichts tut. Daher grenze ich dieses Thema vorerst aus. Ich weiß nicht ob ich dieses Jahr Paprika haben werde.

Jetzt kommen ein paar andere Gemüsesamen in die Erde. In meiner Aussaattabelle steht genau, welche Sorten jetzt schon gesät werden können. Das gab tatsächlich einen ganz schönen Berg an Samemtütchen, wenn nur dieses Kriterium für die Auswahl entscheidend ist. Zu viele um sie alle gleichzeitig auszusähen. Und mit zu viele ist nicht der dafür nötige Platz gemeint, sondern die Tatsache, daß dann auch alle gleichzeitig reif werden und dann wieder zu viele für die Küche wären.

Es gibt da noch ein weiteres Kriterium. Manche Sorten von etwa Salat oder Kohlrabi sind für den frühen Anbau oder dann wieder für den Herbst geeignet. Andere können die ganze Saison angebaut werden. Also liegt es nahe, jetzt die speziellen Frühsorten auszuwählen.

Bereits im Winter beim Schmökern im großen Biogartenbuch von Andrea Heistinger habe bei manchen Gemüsesorten festgestellt, daß ich bei der Aussaat schon Fehler gemacht hatte. Jetzt ist klar, warum manches nichts wurde. Die  Sellerie habe ich viel zu spät gesät. Die kleinen Knollen im Herbst waren also nicht durch schlechten Boden bedingt, sondern durch eine zu kurze Wachstumsperiode. Der Salat wurde im April erstklassig und im Sommer gelang nicht mehr, ordentliche Pflanzen aus dem Samen heraus zu bekommen. Klar: Salat keimt zwar ab 2°C, das weiß ich nun, aber er keimt  nicht mehr bei Temperaturen über 22°C. Die Folgesaaten waren im Sommer, da war es warm, zu warm für den Salat. Darum wurde es nichts mehr mit ordentlichen Pflanzen.

Ich habe mir also die Mühe gemacht, vor der Aussaat die einzelnen Gemüse noch einmal in dem Buch nachzuschlagen. Dann wurde gesät.

Im neuen beheizbaren Gewächshaus, das nun endlich eingeweiht und getestet werden kann, befinden sich jetzt Frühkohl, Oregano, Blumenkohl und Eisenkraut. Die kamen gleich in eine Topfplatte. Beim Knollensellerie und den Kohlrabi stand im Buch, daß sie unbedingt mindestens einmal pikiert werden sollten. Darum habe ich sie nicht gleich in die Topfplatte gesät, wie letztes Jahr, sondern erst einmal in eine Schale, aus der sie dann in die Topfplatte pikiert werden. Die Artischocken sind bereits gekeimt, pikiert und fanden auch noch einen Platz im Gewächshaus. Das Thermostat ist auf 22°C eingestellt und ein Fühler tastet die Bodentemperatur ab. Damit ist gewährleistet, daß die Temperatur gehalten wird. Für die genannten Sorten,genau richtig. Nach dem Keimen wird das Thermostat dann auf 16°C gestellt. Das beheizbare Häuschen steht im unbeheizten Partyraum. Darin hat es bei bedeckten Himmel ca 5°C. Wenn die Sonne durch die großen Fenster scheint werden es mehr. Daher muß dann die Heizmatte vor allem nachts auf die 16°C aufheizen. Etliche Stunden am  Tag werden es  allein durch die Sonne schon mehr Grad werden.


Gemüseaussaat im beheizbaren Zimmergewächshaus (c) by Joachim Wenk
erste Test für das neue beheizbare Zimmergewächshaus


Und der Salat? Oh ja auf den ersten frischen knackigen Salat aus dem Garten freue ich mich schon lange. Der keimt jetzt hoffentlich bald in der Topfplatte außerhalb des beheizten Gewächshauses. Ihm sollten die Temperaturen, die natürlicher Weise im Partyraum herrschen, zum Keimen genügen.

Gemüseaussaat Zimmergewächshaus (c) by Joachim Wenk
22°C im beheizbaren Gewächshaus und der Salt hier steht bei 5°C zum Keimen


Zum ersten Mal habe ich auch im Gewächshaus etwas direkt ausgesät. Winterportulak war noch ein Rest im Samentütchen. Rettich und Radieschen "Eiszapfen" sollen dafür geeignet sein. Rucola und Frühlingszwiebeln sowie Salat kamen gleich im Gewächshaus an Ort und Stelle in die Erde. Das neu erworbene Aussaat"gerät" habe ich hier zum ersten mal ausprobiert. Nach dem Angießen  liegt nun noch ein zusätzlichen Schutz bietendes Vlies auf dem frisch Gesäten.

Aussäh-Hilfe (c) by Joachim Wenk
Aussäh-Hilfe beim ersten Einsatz


erste  Gemüsesaateen im kalten Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
erste  Gemüsesaateen im kalten Gewächshaus, das Vlies ist zusätzlicher Schutz über dem Gesäten


Auf dem Foto sieht man vorne links noch einen Kopf Salat. Ich hatte im Herbst noch von den  nicht mehr so gut gelungenen Salatpflanzen ein paar übrig. Die habe ich ins Gewächshaus gesetzt. Dort standen sie lange ohne zu wachsen. Aber den ganzen Winter über wuchsen sie langsam weiter. Mittlerweile haben wir sie auch gegessen.  Man musste viele Blätter entsorgen, dennoch kam zweimal eine gute Portion für uns beide dabei heraus. Da die Salatsorte  "Till" ganz offensichtlich der Kälte standhält, habe ich sie auch heute  wieder gesät. Auch die Information auf der Samentüte spricht von dieser frühen Aussaat.

Unter dem Vlies versteckt sich noch eine Saatschale mit frühem Lauch. Porree benötigt eine ausreichend lange Vorkultur. Zudem soll nach dem Quellen der Samen kühl stehen. Diese Information hatte ich noch nicht und schiebe daher meinen sehr mickrigen Lauch im vergangen Sommer auch wieder auf die nicht korrekte Aussaat.

Ich finde es wirklich sehr spannend, wie es immer wieder Neues Wissen in die eigenen sich erweiternden  Erfahrungen einzuflechten gilt. Und wenn sich das Wissen aus dem Gartenbuch in meiner Praxis bestätigt, freue ich mich natürlich. Wieder kann ich dann auf neue Erfahrungen zurückgreifen und das Gärtnern wird immer erfolgreicher. Und manchen Gram oder Sorge, die ich anfangs hatte, verschwindet nach und nach. Auch das sind schöne Erfolgserlebnisse. Ich weiß zwar noch nicht, wie meine Sellerie oder der Lauch in dieser Gartensaison sich entwickeln. Aber ich bin nun beruhigter, weil ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Mit dem Wissen kann man immerhin einen Versuch unternehmen, es besser zu machen. Schlimm finde ich immer die Probleme oder Misserfolge, bei denen man - noch - nicht weiß, an was es gelegen hat.


Unser Frühlingswetter am Samstag war zwar so mild, daß ich wenigstens die Mütze weglassen konnte. Sonnig und warm ist aber doch anders. Das trockene Wetter mußte genutzt werden. Die Haselnußhecken hinter dem Gemüsegarten waren zu kürzen. Die Sträucher schieben in einem Sommer ihre Äste gut und gerne 2m oder mehr in den Himmel. Letztes Jahr habe ich sie zu hoch gekappt. Da mußte ich im Sommer erneut schneiden. Diesemal soll das anders werden und die Schnittstelle liegt jetzt deutlich tiefer.

Haselnußsträucher hinter dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Haselnußsträucher hinter dem Gemüsegarten

geschnittene Haselnußsträucher hinter dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Haselnußsträucher hinter dem Gemüsegarten nach dem Schneiden

Haselnußsträucher als Hecke (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke zum Nachbargrundstück 

Haselnußsträucher als Hecke (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke zum Nachbargrundstück 


Der Haufen mit Heckenschnitt wächst und wächst. Ich denke, ich werde es wieder häckseln und das Schnittgut auf einem gesonderten Haufen aufbewahren. Dann kann ich immer etwas davon in den Kompost geben. Bei einer größeren Menge Rasenschnitt, die im Sommer wieder anfallen wird, ist das hilfreich und fördert die Umsetzung. Das Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff wird besser durch das Gehäckselte. Als Mulch in die Staudenbeete jedenfalls werde ich das nie mehr geben. Das Verrotten solch verholzten Materials bindet derart viel Stickstoff aus dem Boden. Der ist dann für die Pflanzen nicht mehr verfügbar, wird aber unbedingt für das Wachstum benötigt. Zu schlecht waren meine Erfahrungen mit diesem Mulch. Und 2 Jahre hat es gebraucht, bis ich hinter die Ursache kam, warum meine Stauden in den Beeten mehr rückwärts als vorwärts wuchsen.

Heckenschnitt zum Häckseln (c) by Joachim Wenk
Heckenschnitt zum Häckseln


Schneller ginge es, das Gestrüpp über das Osterfeuer zu entsorgen. Ich strebe aber einen möglichst ungestörten Kreislauf an und da würde eine solche Menge, die dem Garten entnommen wird nicht dazu passen.

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