Samstag, 7. Februar 2015

Nachts 10° unter Null, eisiger Wind aber viel Sonne - der ideale Zeitpunkt die Paprikas zu sähen.

Jetzt ist er das erste mal gefroren in diesem Winter. Bis jetzt war der Boden immer matschig, auch als vor kurzem die Temperaturen unter -10°C sanken. Da hatte eine schützende Schneedecke und die kurze Frostperiode das Gefrieren des Bodens verhindert.

Jetzt ist es schon einige Tage kalt. Sehr kalt auch tagsüber. Die Temperaturen erreichen gerade die 0°C-Grenze.

Eigentlich hatten wir uns überlegt, daß der Samstag genau richtig wäre, hinter unseren Hütten zum Nachbargrundstück die Haselnüsse zu schneiden. Das muß alle paar Jahre einmal geschehen. Auch ein armdicker Baum ist zu fällen. Er steht zwischen der großen Eiche und der Esche. Da ist kein Platz für ihn. Weil ja der  Boden gefroren ist, hätte man gut auf der Nachbarswiese arbeiten und  fahren können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Nun, es hat seinen Grund, warum ich den obigen Absatz mit dem Wörtchen "eigentlich" begann. Nach dem Gassigehen und den Entsorgungen am Wertstoffhof haben wir uns um entschieden. Zu kalt blies der eiskalte Wind. Das ist nichts für Freizeit-Gärtner oder Freizeit-Landwirte, wie wir es sind. Wenn auch viel Arbeit draußen wartet, Arbeit die jetzt wirklich erledigt werden muß, blieben wir dann doch im Haus. Die Fällarbeiten müssen warten. Auch die Brücke bei den Weihern muß noch warten. Das ist jetzt kein Vergnügen  draußen.

Mit großer Wehmut musste ich allerdings feststellen, daß andere das Wetter nicht abhielt. Ein Nachbar fällte die großen Eichen, die seinen Garten zuwuchsen und vom Sonnenlicht fern hielten. Das tut im Herzen weh, diese wunderbaren großen und alten Bäume fallen zu sehen und nun die Lücke, die sie hinteließen im Auge zu haben.

Das ist wohl der Gang der Dinge. Nichts bleibt, wie es ist und man muß sich immer wieder von lieb gewonnenem verabschieden. Wie hätte ich an seiner Stelle gehandelt? Keine Sonne in meinem Grundstück? Ich weiß es nicht, bin froh, die Entscheidung nicht habe fällen zu müssen und trauere im Stillen einfach den schönen Bäumen noch etwas nach.

Ich meinerseits habe mich, um doch etwas gärtnerisch tätig zu sein, um Neuanfang gekümmert. Lichtmess ist vorbei, die Samen vorsichtig geweckt und die Tage werden länger. Ich habe jetzt meine Paprika, Glockenpaprika, Wildchillies, Artischocke und die Physalis gesät.

Paprika Chili Physalis Artischocken Aussaat (c) by Joachim Wenk
Paprika, Chilli, Physalis und Artischocke beginnen die Aussaaten der Saison



Glockenpaprika und Wildchili werden zum ersten mal aus eigenen Samen herangezogen. Auch die Samen der Paprikasorte "Sommergold" stammen aus eigener  Ernte. Hoffentlich keimen sie. Es gibt ja aber viele interessante Paprikasorten. So habe ich im Katalog die Sorte "Liebesapfel" entdeckt. Die will ich auch probieren. Dickfleischig soll sie sein und von runder Form, einer Tomate ähnelnd. Die müsste ideal zum Füllen sein. Gerade wegen der unten abgeflachten Form der Früchte nehme ich das an. Stürzen doch die länglichen Paprika, gefüllt mit Fleisch oder vegetarisch gerne in der Auflaufform beim Backen um. Wenn die Liebesäpfel so werden, wie auf dem Bild, kann das nicht passieren.

Die Sommergold hat sehr reich getragen und ein ganz wunderbares Paprikaaroma gehabt. Natürlich viel besser als das der gekauften Paprika. Und sie wurden auch den ganzen Sommer über reif. Wir hatten immer wieder Paprika zu essen und die letzten habe ich dann eingefroren. In Streifen geschnitten wandern sie in die unterschiedlichen Gerichte jetzt im Winter.

Die Aussaaterde habe ich mit ein wenig vom eigenen Wurmhumus vermischt. Mal sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln werden. Der Humus soll ja sehr positive Auswirkungen auf das Keimen und Wachsen der jungen Pflanzen haben.

Der nächste Wurmhumus kann auch schon fast wieder geerntet werden. Es ist eine Freude, die vielen aktiven Würmerli in der Farm zu sehen. Und wie die organische Masse zerfällt und dann einfach lockerer dunkler segensreicher Humus wird.

Ich habe es genossen, nun mit dem Gartenjahr 2015 zu starten. Aber egal wie viel Zeit ich mir mit dem Bodenmischen, Etikettenbasteln und Aussähen gelassen habe. Es blieb noch so viel Samstag am Ende der Arbeit übrig. Und die Sonne schien immer noch. Ich mache es jetzt einfach, dachte ich mir.

Also rein in die kalten Arbeitsklamotten. Wie eine Zwiebel, gehüllt in ein paar wärmende Schichten, ging es hinaus in den Garten. Dort habe ich zwar keine Bäume gefällt oder Hecken auf den Stock gesetzt. Aber ausgerüstet mit einer langhebeligen Astschere und einer Handsäge rückte ich dem Flieder-Dickicht neben der  Terrasse zu Leibe. Dann war der wild wachsende Rosenstrauch im Vorgarten dran. Der war bestimmt 4m hoch.  Ich habe ihn unten abgeschnitten. Die stark bestachelten Triebe nahmen zu viel Raum ein, Am Staudenbeet vorbei kam man nicht mehr, ohne in ihm hängen zu bleiben und unten die kahlen zum Teil abgestorbenen Triebe waren kein schöner Anblick. So einen Strauch abzuschneiden macht  mir allerdings keine Trauer, da ich weiß, er wird wieder treiben. So verjüngt wird er wieder eine Freude fürs Auge sein.

Und wo ich schon einmal dabei war, kürzte ich den Wildrosensämling im Fliederbusch auf die gleiche Weise. Es ist mein Lieblingsflieder mit dunklen lila Blüten. Dazu passten die hellen rosa Wildrosenblüten sehr gut. Allerdings war mittlerweile mehr Rose als Flieder vorhanden. Dieses Jahr werde ich also nicht viele Wildrosenblüten haben. Im nächsten Jahr dafür wieder ein ausgeglicheneres Bild sehen. Ich finde doch Gefallen an dieser zwar nicht gewollten aber hübschen Kombination.

Ach ja, heute habe ich auch ein Paket abgeholt, das gestern ankam. Darin sind die vier restlichen Rebstöcke für meinen künftigen Weinberg. Da die Flieder-Rosenkombination direkt daneben ist, mußte ich vom Flieder auch noch einen Ast kappen, der im Weg war. Und nun heißt es möglichst bald das Stützgerüst für die Weinstöcke zu bauen, daß ich pflanzen kann.

Weinstöcke (c) by Joachim Wenk
meine (neuen) Weinstöcke


So ungemütlich und kalt es auch war, kam ich doch ganz schön ins Schwitzen bei meinen Gartenarbeiten. Da schneidet man ein paar Äste oder einen Strauch ab und hat schon wieder einen großen Berg Astwerk, das erst einmal weggeräumt werden muß und dann auch entsorgt werden will. Nur ein paar Äste aber was für eine Schlepperei den Berg hinauf in den hinteren Teil des Gartens zum Zwischenlagern. Und dann erst diese stachelig-sperrigen Rosentriebe von vielen Metern Länge. Das ist mein Fitneßtraining an der frischen Luft.

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