Mittwoch, 25. Februar 2015

Großes Thema heute ist Wurmhumus und Kompost. Verteilt im Gewächshaus und produziert im Eimer.

In den nächsten Tagen kann es losgehen. Der Frühling kommt so langsam, langsam, wie mein Hund, wenn ich sage, daß er herkommen soll. Und wer einen Hund hat und diese Spielchen kennt, weiß, wie langsam ein Hund laufen kann....

Der Boden in den Beeten ist schon so weit aufgetaut, daß man eine Grabegabel ganz einstechen kann. Im  Gewächshaus ist er schon lange aufgetaut. Allerdings ist der bereits fertige Kompost,  vom letzten Herbst, noch immer gefroren. Der schlummerte über Winter unter eine Decke von Pappkartons. Die isolieren scheinbar so gut, daß er gerade etwa eine Hand breit aufgetaut ist.

Die letzte Wurmkomposternte habe ich in zwei kleinen Eimern aufgehoben. Heute kommt ein Eimerchen davon auf das freie Beet im Gewächshaus. Mit der Hand wird er darüber verteilt, wie die  Streuselmasse auf dem Kuchen. Leider ist er deutlich zu naß und klebrig. Das muß ich noch in den Griff bekommen mit der Feuchtigkeit in der Wurmfarm. So ist es jedenfalls gut, daß er ausgebracht wird.

Darüber kommt ein großer Eimer vom fertigen Kompost. Um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Menge Kompost angemessen ist, sind die Flächen alle vermessen und in Quadratmetern berechnet. In dem tollen Buch "Biodünger selbst gemacht" und anderen Gartenbüchern stehen immer wieder Tabellen für die richtige Kompostmenge. Gottseidank stimmen sie im Großen und Ganzen überein. Die Tabelle steht mit den Beetgrößen auf einem Blatt und wird dieses Jahr wohl öfter einmal zur Hand genommen.

Die gerade freie Fläche im Gewächshaus wird in etwa 4qm haben. Gemüse (Mittelzehrer) benötigt 2-3kg/qm/Jahr das sind 5-7l. So steht es geschrieben. Ich finde die Literangaben wesentlich praktischer für den alltäglichen Gebrauch. Wer wiegt schon seinen Kompost. Aber 10 oder 20Liter-Eimer hat ja jeder im Garten. Ich bin erstaunt über die Menge, die auf das Beet kommt. Auch hier ist es sinniger, wieder wie Streusel zu verteilen. Denn es ist nicht viel, was da an Kompost aufgetragen wird. Der große Eimer hat etwas über 20l.  Ich habe  bis jetzt viel zu viel aufgebracht. Und Kompost habe ich eigentlich nie genug. Schön zu wissen, welche Menge die richtige ist. Und noch schöner zu wissen, daß man  nicht eine dicke Schicht auf die Beet verteilen muß.

Die Mengen für Kompost pro Jahr pro Quadratmeter habe ich wie folgt recherchiert:

Schwachzehrer   1-2kg     d.h. 3-5l     (Wumhumus 0,2-0,5 kg)

Mittelzehrer        2-3kg     d.h. 5-7l     (Wumhumus 0,5-1,0 kg)

Starkzehrer         3-5kg     d.h. 8-12l     (Wumhumus 1-2 kg)

Obstbäume         2-3kg     d.h. 5-7l     (Wumhumus 0,5-1kg)

Staudenbeete      1-2kg     d.h. 3-5l     (Wumhumus 0,2-0,5kg)

Rosen                 1-2kg     d.h. 3-5l     (Wumhumus 0,2-0,5kg)



Das Beet im Gewächshaus ist vorbereitet. Das Brett liegt auf der Erde, damit sich die schon aktiven Schnecken darunter versammeln und dann abgesammelt werden können. So wie es scheint, bleibt das Wetter noch bis zum Wochenende durchwachsen. Bei uns waren heute tagsüber etwa 4 Grad und ab und an kam die Sonne. Es ist recht frisch noch im Garten. Die meiste Zeit des Tages aber herrschen Tau-Temperaturen. Draußen in den Feldern fließen die Drainage-Bäche entlang des Weges auch munter vor sich hin. Vielleicht sähe ich am Sonntag oder kommende Woche das erste Gemüse ins Kalthaus. Auf alle Fälle werde ich dann auch noch ein Vlies über die Saaten legen.

Gewächsshaus im Februar (c) by Joachim Wenk
Gewächshaus fertig für die ersten Gemüsesaaten


Ausssaaterde, vermischt mit Wurmhumus, ist schon eingefüllt in die Topfplatte. Jetzt ist auch das beheizbare Zimmergewächshaus startklar. Hier werde ich am Wochenende  Gemüse sähen. Immerhin ist ja am Sonntag schon März. Jetzt darf man doch anfangen, finde ich. Das neue Gewächshaus muß doch getestet werden.


beheizbares Zimmergewächshaus (c) by Joachim Wenk
beheizbares  Zimmergewächshaus fertig für die ersten Saaten



Meine Wurmfarm und die Wurmkiste freuen mich immer wieder. Reges Treiben herrscht darin. Die beiden nicht mehr verwendeten Bokashieimer sind schon in einem Text hier erwähnt. Sie sind als Wurmbox gut geeignet, weil sie unten - den auch für Bokashi benötigten- Rost haben. Sickerflüssigkeit sammelt sich darunter und kann mittels Hahn abgelassen werden. Auch bei der Wurmhumusproduktion sammelt sich Flüssigkeit. Die ist voller aerober Bakterien und bodenverbessernden Mikroorganismen. Dazu enthält sie wichtige Nährstoffe für Pflanzen. Ich verwende sie  im Gießwasser für die Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen. Da meine Produktion erst so richtig im Herbst angelaufen ist, kann ich allerdings die viel zitierten positiven Auswirkungen auf die Pflanzen selbst noch nicht feststellen. Im Winter wachsen sie schließlich nicht.

Ein Eimer ist bereits wieder gefüllt mit Bioabfällen. Würmer aus der großen Wurmfarm habe ich hinein gesetzt. Und sie sind fleißig am Schaffen. Heute ist der zweite Eimer an der Reihe. Würmer brauchen unbedingt Sauerstoff. Darum werden Luftlöcher in den Deckel gebohrt und aus zwei alten flexiblen Schneidbrettern aus der Küche Trennblätter geschnitten. Wieder mit der Bohrmaschine bearbeitet und fertig.

Wofür  die Trennblätter? In einer Wurmfarm stehen mehrere Körbe übereinander. Alle unten mit grobmaschigem Gitter versehen. Oben kommt Bioabfall rein, bis der Korb fast voll ist. Dann stellt man einen leerer Korb oben auf,der seinerseits gefüllt wird. Die Würmer arbeiten Korb für Korb von unten nach oben durch. Irgendwann ist der untere Korb mit Wurmhumus fertig und kann entnommen werden. Schon steht wieder ein Korb zum oben aufsetzen  bereit. Das finde ich am praktischten.

Eine Wurmkiste oder so ein Eimer, wie ich ihn nun gebastelt habe, hat nur einen Raum. Den fülle ich nach und nach mit Bioabfall. Wenn er voll ist, muß ich warten, bis dieser fast fertig umgesetzt ist. Die Menge sackt etwas zusammen. Jetzt schiebe ich von oben das durchlöcherte Plastik hinein und schiebe die ganze Masse auf eine Hälfte des Eimers. Nun ist auf der anderen Seite wieder Platz für Küchenabfall. Die Würmer wandern durch die Löcher hinüber und beginnen mit der Arbeit. Wenn der Humus auf der anderen Seite fertig ist, kann man ihn von oben nach unten immer Schichtweise mit einem Löffel abkratzen. Die Würmer die noch darin sind wandern immer weiter nach unten. Daher kann man immer nur die oberste Schicht entnehmen. Insgesamt finde ich diese Methode, mit der auch einige käufliche Modelle arbeiten, arbeitsaufwändiger als das Übereinanderstapeln der einzelnen Körbe. Da ich aber noch mehr  produzieren wollte, habe ich nach Behältnissen gesucht und bin dabei auf die ausrangierten Bokashi-Kübel gestoßen.

Wurmkiste aus Bokashi-Eimer (c) by Joachim Wenk
ehemaliger Bokashi-Eimer wird zur Wurmkiste umfunktioniert
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 Hier wird fleißig gearbeitet. Die erste Wurmkiste ist voll. Das Weiß oben auf, sind gemahlene Eierschalen. Die habe ich heute  noch darauf gestreut. Unten tropft schon wertvolle dunkelbraune Flüssigkeit als Nebenprodukt-Dünger heraus.


Wurmkiste gefüllt mit Bioabfällen (c) by Joachim Wenk
Wurmkiste gefüllt mit Bioabfällen 

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