Mittwoch, 11. Februar 2015

Gedanken zur Gemüseanzucht in diesem Jahr - Sorte, Temperaturen und Saatzeitpunkte sollten passen

Dieses Jahr wird für mich ein spannendes Gemüsejahr. Zum ersten Mal versuche ich, so bald wie möglich eigenes Gemüse aus eigener Anzucht zu haben. Ob mir da wohl alles gelingt?

Seit letztem Frühjahr steht das schöne Gewächshaus. Darin habe ich bereits, so bald es eben bezugsfertig war, herrliche Gemüsepflanzen selbst ausgesät und vorgezogen. Zu diesem Zeitpunkt war das Jahr allerdings schon vorangeschritten. Es war mittlerweile April, so dass es für die eine oder andere Anzucht bereits zu spät war. Auch wenn ich es dennoch versuchte, waren doch die Ergebnisse eher enttäuschend.


selbst angezogene Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
selbst gezogene Gemüsepflanzen im Mai 2014


Dieses Jahr will ich versuchen die Samen zur rechten Zeit in die Erde zu bringen, um die nötige Vorkulturzeit einzuhalten. Aber nicht nur Zeit spielt eine Rolle sondern auch ganz besonders die Temperaturen und - nicht zu unterschätzen - die richtige Sortenwahl!

Meine Gemüsesamen habe ich im Winter bereits ausgesucht und geordert. Wir wollen über einen längeren Zeitraum die wichtigen Gemüse wie Salat oder Kohlrabi, Lauch und Radieschen ernten. Das Ziel ist nach wie vor, die weitestgehende Selbstversorgung mit Gemüse aus dem eigene Garten. Diese Absicht hat den Sorten- und damit Samenbestand ganz schön erweitert. Der schöne Fächerordner in dem sie gut aufgehoben waren, platzte im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Nähten. Jetzt lagern sie im alten Karteikasten. Das gefällt mir sogar noch besser.

Samenbank im Karteikasten (c) by Joachim Wenk
"Samenbank" im Kartikasten


Jetzt kann bald Salat im Gewächshaus gesäht werden. Dafür ist eine sehr frühe Sorte nötig. Die gleiche Sorte eignet sich meist nicht, wenn im Sommer auch Salat im Freiland gedeihen soll. Darum habe ich jetzt von manchem Gemüse zwei oder drei Sorten  vorrätig. Ich will ja auch die Sorten probieren. Wachsen sie bei mir? Wie schmecken sie? Erst dann entscheide ich, ob sie 2016 wieder in den Garten kommen oder nicht.

Ich bin sehr froh, vergangenes Frühjahr als Leserjury - Mitglied von mein schöner Garten, bei der Wahl zum "Gartenratgeber des Jahrs" beteiligt gewesen zu sein. Dabei lernte ich das wirklich wundervolle "große Biogarten-Buch" von Andrea Heistinger kennen. Es gibt wohl kein Gemüse, das sie nicht in ihrem Standardwerk beschrieben hat. Und damit meine ich nicht: ein schönes Bild und die Aussage, daß das Gemüse leicht zu bauen ist, wie es in vielen "Handbüchern" die nur aus marketingtechnischen Gründen gedruckt wurden. Nein, hier steht zu jedem Gemüse auch, wann es gesät wird oder wie lange die Kultur dauert. Auch wird immer die nötige Keimtemperatur genannt. Jetzt weiß ich auch, warum mein erster Salat im neuen Gewächshaus so prächtig wurde. Schöner fast als jeder in der Gärtnerei gekaufte. Und warum mir die Salatanzucht dann im Sommer nicht mehr gelingen wollte. Es lag daran, daß die Temperaturen über 22°C lagen und da der Salat nicht mehr richtig keimt.

Diese Temperaturen beschäftigen mich im Moment gerade. Die frühen Aussaaten können schließlich jetzt demnächst beginnen. Manche, wie Sellerie oder Sommerlauch müssen auch bald beginnen, weil die Pflanzen eine lange Entwicklungszeit haben. Da gilt es jetzt sehr genau abzuwägen, zwischen den Temperaturansprüchen und der Entwicklungsdauer. Dummerweise benötigen manche der Pflanzen zum Keimen etwa 20°C und werden dann nach dem Keimen rasch kühler gestellt. Schließlich abgehärtet, weil sie ab März bereits unter Vlies ins Freiland gesetzt werden können.

Mir fehlt ein Raum merke ich. Höhere Keimtemperaturen sollten kein Problem mehr sein. Dafür steht ein beheizbares Zimmergewächshaus bereit. Eigentlich besorgt, um die jungen Tomatenpflanzen, die dann am Fensterbrett keinen Platz mehr haben, zwischenlagen zu können. Jetzt werde ich es zum Aussähen anderer Gemüse ebenfalls nutzen. Aber wohin stelle ich die jungen Pflanzen von Kohlrabi, Lauch,  Blumenkohl und Co. dann? Im Gewächshaus ist es zu der Zeit noch zu kalt und im Palmenüberwinterungshaus stehen die Fenster schon voll mit Kübelpflanzen. Im ungeheizten Partyraum ist es eben auch noch zu kalt.

Beheizbares Zimmergwächshaus (c) by Joachim Wenk
Beheizbares Zimmergwächshaus


Ich werde mit diesen Aussaaten noch etwas warten. Es soll ja die kommenden Tage besser werden. Und wenn die Temperaturen tagsüber deutlich steigen, die Sonne sich blicken lässt und es nachts nur wenige Minusgrade hat, kann der Partyraum zwischendurch auch für die Pflänzchen genutzt werden. Sollte sich Besuch ankündigen, müssen sie eben für ein paar Stunden wo anders hin. Bald kann ich dafür sicher auch das Gewächshaus nutzen.

Am Wochenende kommt fürs erste is Gewächshaus etwas Kompost  und wird ein wenig eingearbeitet. Dann wird hier gesät. Radieschen, Rettich,Frühlingszwiebel und Salat  warten bereits. Spinat und Feldsalat stehen seit Herbst darin und sind auch schon etwas gewachsen.



Ich bin gespannt, wie das Wetter am Samstag sein wird. Die Vorhersagen sind im Großen und Ganzen gut. Heute jedenfalls liegt immer noch vereinzelt Schnee, das Thermometer kletterte auch tagsüber nur bis zur 0°C-Marke und ein dichter Hochnebel hielt die Sonne komplett fern. Die einzigen Gartenarbeiten waren daher meine Überlegungen und Gedanken zur Vorbereitung der Aussaat.

Ich freue mich jedenfalls wieder auf mein frisches Gemüse und leckere Gerichte frisch aus dem Garten. Zu lange war jetzt wieder die Zeit mit eingefrohrenem oder gar getrocknetem Gemüse. Ein paar Wurzelgemüse lagern in Torf und die Kartoffeln im Keller. Leider habe ich mittlerweile zwar fast die besten Voraussetzungen für die Gemüseanzucht. Nur bei der Lagerung hapert es sehr. Der Keller ist zu trocken und zu warm. Denkbar ungünstig um Gemüse zu lagern. Wie passend kommt mir doch da ein Artikel in einem online-Magazin. Hier geht es um Erdkeller. So etwas wäre mein Traum. Und was für ein schönes Bild von einem alten Erdkeller die da zeigen. Fies ist das. Ich überlege ja schon länger mir auch einen zu bauen. Der Platz ist ja auch schon gefunden, sogar in Hanglage. Aber der Aufwand! Irgendwann vielleicht nehme ich das doch noch in Angriff. Und wenn es nur die abgespeckte, aber sehr interessant klingende Variante mit Betonröhren ist. Hier könnt ihr das Magazin und den Erdkellerbeitrag sehen: Erdkeller. Hat jemand von euch so einen Erdkeller?



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