Mittwoch, 25. Februar 2015

Großes Thema heute ist Wurmhumus und Kompost. Verteilt im Gewächshaus und produziert im Eimer.

In den nächsten Tagen kann es losgehen. Der Frühling kommt so langsam, langsam, wie mein Hund, wenn ich sage, daß er herkommen soll. Und wer einen Hund hat und diese Spielchen kennt, weiß, wie langsam ein Hund laufen kann....

Der Boden in den Beeten ist schon so weit aufgetaut, daß man eine Grabegabel ganz einstechen kann. Im  Gewächshaus ist er schon lange aufgetaut. Allerdings ist der bereits fertige Kompost,  vom letzten Herbst, noch immer gefroren. Der schlummerte über Winter unter eine Decke von Pappkartons. Die isolieren scheinbar so gut, daß er gerade etwa eine Hand breit aufgetaut ist.

Die letzte Wurmkomposternte habe ich in zwei kleinen Eimern aufgehoben. Heute kommt ein Eimerchen davon auf das freie Beet im Gewächshaus. Mit der Hand wird er darüber verteilt, wie die  Streuselmasse auf dem Kuchen. Leider ist er deutlich zu naß und klebrig. Das muß ich noch in den Griff bekommen mit der Feuchtigkeit in der Wurmfarm. So ist es jedenfalls gut, daß er ausgebracht wird.

Darüber kommt ein großer Eimer vom fertigen Kompost. Um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Menge Kompost angemessen ist, sind die Flächen alle vermessen und in Quadratmetern berechnet. In dem tollen Buch "Biodünger selbst gemacht" und anderen Gartenbüchern stehen immer wieder Tabellen für die richtige Kompostmenge. Gottseidank stimmen sie im Großen und Ganzen überein. Die Tabelle steht mit den Beetgrößen auf einem Blatt und wird dieses Jahr wohl öfter einmal zur Hand genommen.

Die gerade freie Fläche im Gewächshaus wird in etwa 4qm haben. Gemüse (Mittelzehrer) benötigt 2-3kg/qm/Jahr das sind 5-7l. So steht es geschrieben. Ich finde die Literangaben wesentlich praktischer für den alltäglichen Gebrauch. Wer wiegt schon seinen Kompost. Aber 10 oder 20Liter-Eimer hat ja jeder im Garten. Ich bin erstaunt über die Menge, die auf das Beet kommt. Auch hier ist es sinniger, wieder wie Streusel zu verteilen. Denn es ist nicht viel, was da an Kompost aufgetragen wird. Der große Eimer hat etwas über 20l.  Ich habe  bis jetzt viel zu viel aufgebracht. Und Kompost habe ich eigentlich nie genug. Schön zu wissen, welche Menge die richtige ist. Und noch schöner zu wissen, daß man  nicht eine dicke Schicht auf die Beet verteilen muß.

Die Mengen für Kompost pro Jahr pro Quadratmeter habe ich wie folgt recherchiert:

Schwachzehrer   1-2kg     d.h. 3-5l     (Wumhumus 0,2-0,5 kg)

Mittelzehrer        2-3kg     d.h. 5-7l     (Wumhumus 0,5-1,0 kg)

Starkzehrer         3-5kg     d.h. 8-12l     (Wumhumus 1-2 kg)

Obstbäume         2-3kg     d.h. 5-7l     (Wumhumus 0,5-1kg)

Staudenbeete      1-2kg     d.h. 3-5l     (Wumhumus 0,2-0,5kg)

Rosen                 1-2kg     d.h. 3-5l     (Wumhumus 0,2-0,5kg)



Das Beet im Gewächshaus ist vorbereitet. Das Brett liegt auf der Erde, damit sich die schon aktiven Schnecken darunter versammeln und dann abgesammelt werden können. So wie es scheint, bleibt das Wetter noch bis zum Wochenende durchwachsen. Bei uns waren heute tagsüber etwa 4 Grad und ab und an kam die Sonne. Es ist recht frisch noch im Garten. Die meiste Zeit des Tages aber herrschen Tau-Temperaturen. Draußen in den Feldern fließen die Drainage-Bäche entlang des Weges auch munter vor sich hin. Vielleicht sähe ich am Sonntag oder kommende Woche das erste Gemüse ins Kalthaus. Auf alle Fälle werde ich dann auch noch ein Vlies über die Saaten legen.

Gewächsshaus im Februar (c) by Joachim Wenk
Gewächshaus fertig für die ersten Gemüsesaaten


Ausssaaterde, vermischt mit Wurmhumus, ist schon eingefüllt in die Topfplatte. Jetzt ist auch das beheizbare Zimmergewächshaus startklar. Hier werde ich am Wochenende  Gemüse sähen. Immerhin ist ja am Sonntag schon März. Jetzt darf man doch anfangen, finde ich. Das neue Gewächshaus muß doch getestet werden.


beheizbares Zimmergewächshaus (c) by Joachim Wenk
beheizbares  Zimmergewächshaus fertig für die ersten Saaten



Meine Wurmfarm und die Wurmkiste freuen mich immer wieder. Reges Treiben herrscht darin. Die beiden nicht mehr verwendeten Bokashieimer sind schon in einem Text hier erwähnt. Sie sind als Wurmbox gut geeignet, weil sie unten - den auch für Bokashi benötigten- Rost haben. Sickerflüssigkeit sammelt sich darunter und kann mittels Hahn abgelassen werden. Auch bei der Wurmhumusproduktion sammelt sich Flüssigkeit. Die ist voller aerober Bakterien und bodenverbessernden Mikroorganismen. Dazu enthält sie wichtige Nährstoffe für Pflanzen. Ich verwende sie  im Gießwasser für die Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen. Da meine Produktion erst so richtig im Herbst angelaufen ist, kann ich allerdings die viel zitierten positiven Auswirkungen auf die Pflanzen selbst noch nicht feststellen. Im Winter wachsen sie schließlich nicht.

Ein Eimer ist bereits wieder gefüllt mit Bioabfällen. Würmer aus der großen Wurmfarm habe ich hinein gesetzt. Und sie sind fleißig am Schaffen. Heute ist der zweite Eimer an der Reihe. Würmer brauchen unbedingt Sauerstoff. Darum werden Luftlöcher in den Deckel gebohrt und aus zwei alten flexiblen Schneidbrettern aus der Küche Trennblätter geschnitten. Wieder mit der Bohrmaschine bearbeitet und fertig.

Wofür  die Trennblätter? In einer Wurmfarm stehen mehrere Körbe übereinander. Alle unten mit grobmaschigem Gitter versehen. Oben kommt Bioabfall rein, bis der Korb fast voll ist. Dann stellt man einen leerer Korb oben auf,der seinerseits gefüllt wird. Die Würmer arbeiten Korb für Korb von unten nach oben durch. Irgendwann ist der untere Korb mit Wurmhumus fertig und kann entnommen werden. Schon steht wieder ein Korb zum oben aufsetzen  bereit. Das finde ich am praktischten.

Eine Wurmkiste oder so ein Eimer, wie ich ihn nun gebastelt habe, hat nur einen Raum. Den fülle ich nach und nach mit Bioabfall. Wenn er voll ist, muß ich warten, bis dieser fast fertig umgesetzt ist. Die Menge sackt etwas zusammen. Jetzt schiebe ich von oben das durchlöcherte Plastik hinein und schiebe die ganze Masse auf eine Hälfte des Eimers. Nun ist auf der anderen Seite wieder Platz für Küchenabfall. Die Würmer wandern durch die Löcher hinüber und beginnen mit der Arbeit. Wenn der Humus auf der anderen Seite fertig ist, kann man ihn von oben nach unten immer Schichtweise mit einem Löffel abkratzen. Die Würmer die noch darin sind wandern immer weiter nach unten. Daher kann man immer nur die oberste Schicht entnehmen. Insgesamt finde ich diese Methode, mit der auch einige käufliche Modelle arbeiten, arbeitsaufwändiger als das Übereinanderstapeln der einzelnen Körbe. Da ich aber noch mehr  produzieren wollte, habe ich nach Behältnissen gesucht und bin dabei auf die ausrangierten Bokashi-Kübel gestoßen.

Wurmkiste aus Bokashi-Eimer (c) by Joachim Wenk
ehemaliger Bokashi-Eimer wird zur Wurmkiste umfunktioniert
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 Hier wird fleißig gearbeitet. Die erste Wurmkiste ist voll. Das Weiß oben auf, sind gemahlene Eierschalen. Die habe ich heute  noch darauf gestreut. Unten tropft schon wertvolle dunkelbraune Flüssigkeit als Nebenprodukt-Dünger heraus.


Wurmkiste gefüllt mit Bioabfällen (c) by Joachim Wenk
Wurmkiste gefüllt mit Bioabfällen 

Samstag, 21. Februar 2015

Jedes Beet hat seinen Namen.

Meine Beschwerden haben etwas genutzt! Der Hochnebel mit seinem kalten Kumpanen, dem Dauerfrost, hat noch ein paar Tage überlegt und ist dann verschwunden.

Freitag war es endlich so weit. Die Temperaturen kletterten bei Sonnenschein deutlich über Null Grad. Heute am Samstag schien die Sonne immer wieder, auch wenn der Himmel noch bewölkt war. 4°C hatten wir tagsüber. Jetzt kann der Boden langsam auftauen. Die oberste Schicht von vielleicht einem Zentimeter, ist an manchen Stellen schon weich. Darunter ist noch Eis.

Die Wetterprognosen bleiben für die nächsten Tage bei diesen Temperaturen. Nachts nur knapp unter Null Grad.

Ich war heute auch zwei Stunden im Garten. Auch wenn mir das Arbeiten mit Winterjacke und Mütze nicht so viel Spaß macht. Unbeweglich wird man. Die Mütze rutscht immer ins Gesicht. Aber einen richtigen Gärtner hält das nicht ab, endlich etwas im Garten zu machen.

So stehe ich vor meinem Palmenübewinterungshaus, blicke in den Garten und sinniere. Mit was fange ich an?

Im Gewächshaus entferne ich das Vlies über dem Spinat und dem Feldsalat, damit sie etwas haben von der Frühjahrssonne. Gut richtig Gartenarbeit war das jetzt nicht. Was kann ich noch sinnvolles machen?

Spinat und  Feldsalat im  Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Spinat und  Feldsalat im  Gewächshaus


Die Unordnung stört seit  einiger Zeit. Vielleicht kann hier und da etwas aufgeräumt werden.

In den Staudenbeeten kommen überall die grünen Spitzen der Frühlingsblüher hervor. Ich werde damit beginnen, die alten Stauden abzuschneiden. Astern, Eibisch oder Pfingstrosen stehen wie unansehnliche und von den Winterstürmen zerzauste Besen in der Landschaft. Vorsichtig steige ich in die Beete. Würde ich noch länger warten, wäre die Gafahr noch  größer, daß ich die zarten und heiß ersehnten Tulpen, Osterglocken oder Hasenglöckchen zertrete.

Rasch vergrößert sich der wilde Haufen im hinteren Teil des Gartens. Die bereits abgeschnittenen Wildrosenbüsche, Fliedergestrüpp und Baumschnitt liegen bereits seit ein paar Wochen dort. Jetzt türmen sich Asternäste oben drauf. Wenn dann noch die Haselnußhecken geschnitten sind, wird es höchste Zeit das Gestrüpp zum Osterfeuerplatz zu fahren. Dafür ist es jetzt in den Beeten wieder aufgeräumter. Den herbstlichen Blätter- und Rasenmulch den die Amseln in die Umgebung geschleudert hatten, reche ich einfach wieder auf die Beete.

Damit wir uns daheim bei Diskussionen zum Garten auch eindeutig verständigen können, haben meine Staudenbeete ihre eigenen Namen.

Da ist zum Beispiel "das Staudenbeet". Mein erstes komplett neu angelegtes und mit Stauden bepflanztes Beet. Vom Haus und den Sitzplätzen aus ist es vom Frühjahr bis zum Herbst ein Blickfang von etwa 15 Quadratmetern Größe.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
"das Staudenbeet" nach dem Frühjahrsputz





Seit jeher gab es im Garten das "Mäuerchenbeet". Ein schmaler Streifen hinter der Stützmauer zur Garageneinfahrt. Als wir den Garten übernahmen war die Mauer nicht mehr zu sehen und das Beet auch nicht. Dennoch war alles schön begrünt. Nun, das "schön" wurde kurz diskutiert und ich hatte das letzte Wort. Schließlich habe ich auch die Arbeit mit dem Garten! Das "schöne" Grün bestand aus einem undurchdringlichen Dickicht von Cotoneaster. Einzig eine meiner nun an anderer Stelle blühenden Asternbüsche und ein paar große Storchschnäbel konnten sich dem Strauch zur Wehr setzen. Alles andere war überwuchert.

In wirklich mühseliger Handarbeit mit der Rosenschere und einem Spaten entfernte ich alles. Dann kam die  Wahrheit zum Vorschein. Das Beet war hinten zum Rasen mit Rasenkantensteinen begrenzt und  keinen halben Meter tief. Den Cotoneasterausmaßen nach erwartete ich mindestens einen Meter Beetbreite.

Im ersten Jahr blieb alles unverändert. Die  eingesäten Einjährigen wuchsen nicht wie erwartet. Außer Kapuzinerkresse und Malve blühte nichts.

Im nächsten Frühjahr half die Motorhacke, das Beet in Richtung Wiese zu verbreitern. Die ersten Stauden wurden gekauft. schneckenresistent und trockenheitsverträglich mussten sie sein. Die Auswahl war ein schöner Erfolg und bescherte uns im Sommer letzten Jahres deutlich mehr Blüten.

Ein wenig breiter könnte es dann doch noch sein. Und die beiden in die Wiese gepflanzten Sommerflieder sollten auch wieder umgepflanzt werden. Der dort gedachte Sitzplatz wird nicht angelegt. Es sitzt niemand an dieser Stelle im Garten.

Also kommen die Büsche auch noch in das "Mäuerchenbeet". Jetzt ist es mittlwerweile in richtig großes Beet. Neue Stauden werden gepflanzt und die noch immer herumliegenden Begrenzungssteine probehalber als Kontur außen herum gelegt.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
"Mäuerchenbeet" nach dem Frühjahrsputz


Ja, so ist es gut. Etwa 20 Quadratmeter Blühfläche erblickt man vom Eingangstor aus oder beim Blick aus Küchen- und Wohnzimmerfenster. Leider kam dann der Winter und die Kante ist noch nicht ordentlich verlegt. Das ist eine Aufgabe fürs Frühjahr.



Dann gibt es noch das 6 Quadratmeter große "Zaunbeet". Auch das gab es seit jeher. Mit einem Kiesweg davor. Eine der unverwüstlichen Astern thront dort noch immer. Pfingstrosen aus Mutters ehemaligem Schrebergarten haben Fuß gefasst. Ansonsten lag das Beet die ersten Jahre brach. Ich wollte warten, bis der Zaun, der auch gemacht werden mußte, fertig ist. Bei der  Demontage das alten Zaunes und dem Aufbau des neuen, wäre ohnehin wieder alles zertrampelt worden. Letztes Jahr dann im Sommer ist es endlich so weit und der neue Zaun steht. Im Herbst habe ich gleich Stauden gepflanzt. Hier müssen die Stauden auch Trockenheit vertragen, für Schnecken unattraktiv sein und, ganz wichtig, groß und hart im Nehmen sein. Jedenfalls sollten sie eine am Zaun auf und abrennenden Labrador überleben.  Bald werde ich sehen, wie meine Auswahl funktioniert.



Das vierte Staudenbeet wiederum ist  neu. Beim Eingang standen bis zu unserem Einzug riesige Nadelbäume, Zu eng gepflanzt und nicht schön anzusehen. Wir haben sie gefällt. Ich habe vom Hinterhofgarten mitgebrachte Pflanzen wie eine Kletterhortensie und eine Aronia dorthin gepflanzt.Daher hat das Beet den Namen "Aroniabeet" . Mehrmals im Sommer mußte mit der Motorsense das Unkraut auf der Fläche gemäht werden. Schön war es nicht. Wenn der Zaun steht muß auch hier etwas geschehen. Im Sommer dann wurde die ganze Fläche immer wieder dick mit dem Rasenschnitt bedeckt. Darunter starb das Unkraut ab und die Würmer lockerten den Boden. Dahinein konnte ich im Herbst auch wieder Stauden pflanzen. Ein Ranunkelstrauch fand dort auch seinen Platz. Wenn es jetzt endlich Frühling wird erwarte ich hier auch neue Gesellschaft. Vor allem bin ich gespannt auf die  Staudenklematis, die sich dort ausbreiten sollen. Die Moosrose "Kaptain John Ingram" blühte bereits letzten Sommer in einem unbeschreiblich intensiven und dunklen rot-lila. Sie ist stark gewachsen. Platz ist am Rand des 12 Quadratmeter messenden Beetes vorhanden  und so kann sie wild auseinander fallen. Ein richtig wildromantischer Blütenbusch wird das werden. Der Versuch, ihn ordentlich hochzubinden, weil die dünnen Triebe nicht von allein aufrecht oder annähernd senkrecht stehen können, endete fürchterlich. Es sah aus, als hätte ich einen Reisigbesen dort in die Erde gerammt. Unwürdig dieser herrlichen Rose. Rasch habe ich die Schnüre wieder entfernt.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Aroniabeet im Februar 





Und schließlich gibt es noch ein Beet, direkt neben der Terrasse am Haus. Unser Grundstück ist ein Hanggrundstück und das Beet ist irgendwie...., ich kann es gar nicht beschreiben. Ein weißer Flieder wuchert darin und gab ihm den Namen "Fliederbeet". Die sehr alte  Weigelie ist im Frühsommer immer ein Blütenwunder. Die Form des Beetes ist mehr oder weniger undefiniert. Je nachdem wie ich immer wieder einmal den Rasen absteche. Die freie Fläche zum bepflanzen ist abschüssig, immer trocken und die Erde rutscht runter über die niedrige  Begrenzung auf die Auffahrt. Hier wird im Frühjahr Hand angelegt. Das Beet gehört zu unserem Projekt "Wege und Terrasse" neu machen oder neu anlegen. Dummerweise  hatte ich im Herbst auch hier noch ein paar Stauden gepflanzt. Ursprünglich war das große Projekt noch nicht für 2015 geplant. Weil das Beet und die Terrasse direkt am Haus aber wirklich kein schöner Anblick sind, wird es doch angegriffen. Auch kommt man nur über Stufen auf die Terrasse. Das ist bei der Größe meiner Kübelpflanzen, die nur zu zweit und mit Sackkarre bewegt werden können immer absolut unpraktisch. Hier ist also nicht viel an Blüten zu erwarten. Erste einmal muß ich das dort gepflanzt wieder ausgraben und zwischenlagern.

Dennoch wird es im Garten dieses Jahr noch einmal deutlich mehr Blüten vom Frühjahr bis zum Sommer geben. Und mein Traum vom bunten und blühenden Garten kommt immer näher. Dafür, dass wir ihn wirklich fast vollständig blütenlos übernahmen,  konnte er sich bereits im vergangen Jahr schon sehen lassen.

Auch wenn der große Garten wirklich ein Traum von mir ist, so bringt die Größe für meine Ungeduld doch reichlich Nahrung mit sich. Es kann nicht alles auf einmal gemacht werden. Geld und Zeit als begrenzende  Faktoren spielen eine wichtige Rolle.  Und dann muß man auch noch immer wieder und wieder aufs neue Jahr, das Frühjahr und den Beginn des Wachstums warten, um seine Neuanschaffungen bewundern zu können. Jetzt ist es bald so weit.  Ich freue mich wahnsinnig darauf.

Für heute müssen wir uns noch mit ein paar Schneeglöckchen begnügen.

Schneeglöckchen im Februar (c) by Joachim Wenk
Schneeglöckchen




Mittwoch, 18. Februar 2015

Das Wetter bleibt hartnäckig im Winter verhaftet. Trotz Ungeduld muß ich mich wieder mehr den natürlichen Rhythmen hingeben - und warten.

Dieses Jahr wird das vierte Jahr in meinem großen Garten am Land. Der Gemüsegarten ist dabei der Teil, der als erstes bewirtschaftet wurde. Dann fing ich an Staudenbeete anzulegen, auszubauen und zu bepflanzen. So langsam nimmt der Garten die Gestalt und das optische Erscheinen an, das ich mir vorstelle.

Dieses Jahr kann ich schon auf einige Erfahrungen zurück blicken. Erfahrungen, aus denen ich gelernt und die Konsequenzen gezogen habe. Es wird immer besser.

Dieses Jahr werden viele neue Stauden das erste mal blühen und gedeihen. Meine Ungeduld bringt mich schier um.

Dieses Jahr soll auch die Gemüseernte über einen noch längeren Zeitraum erfolgen. Das Gewächshaus steht, alles ist bereit zur Aussaat. Meine letztjährigen Erfahrungen lassen mich hoffen. Ein paar Wochen früher sollte die Aussaat stattfinden. Ich höre sie auch beinahe schon kratzen und rascheln, die Samen in ihren Tütchen . Sie wollen auch loslegen und ab in die Erde.

Nichts täte ich lieber als das. Nur ist das eben mit der Gärtnerei, will man sie natürlich betreiben , so eine Sache. Man ist abhängig vom gerade vorherrschenden Wetter und den Jahreszeiten. Genau die will ich auch immer leben und fühlen. Mich dem Rhythmus des steten Wechsels hingeben.

Warum  nur ist es aber gerade jetzt so schwierig für mich, in diesen Rhythmus wieder einzuschwingen? Lang ist es schon Winter und ich freue mich so auf den Frühling. Aber die Natur hat eben ihre eigenen Vorstellungen, denen wir als Menschen ausgeliefert sind. Wir müssen uns nach ihr richten. Zumindest als Kleingärtner. Und sicher sollten wir als Menschheit insgesamt uns wieder mehr nach der Natur richten. Aber das ist wohl ein eigenes Thema.

Mich beschäftigt gerade noch immer das Wetter. Es bleibt - bis auf zwei Stunden am Sonntag Nachmittag - konsequent ruhig. Dummerweise heißt ruhig im Moment: zähester Hochnebel, absolut kein Sonnenlicht und Dauerfrost.

Zwei für die kleinen Frühjahrspflänzchen in den Saatschalen überlebensnotwendige Dinge sind damit von der Tagesordnung gestrichen. Sie hätten kein Licht und keine Wärme. Ich gebe mich geschlagen und nutze meine Erfahrungen. Die sagen mir, daß es absolut nichts bringt, jetzt seinen Kopf durchzusetzen und mit Heizung und künstlicher Beleuchtung als Hobbygärtner loszulegen. Die Qualität der so entstandenen Pflanzen wäre keine Gute und der Aufwand unverhältnismäßig hoch.

Ich will als Biogärtner und Selbstversorger mit der Natur gärtnern. Und so horche ich auf sie und meine innere Stimme. Die  Arbeiten im Garten liegen auf Eis. Und das ist wörtlich  zu nehmen!

Beim Blick aus dem Fenster oder - beim Gassigehen -  in die Landschaft gefriert in mir auch die Lebenskraft. Ich laufe auf Sparflamme. Ein Schnupfen tut das Restliche. Tristesse wohin ich sehe und woran ich denke.

Februar-Tristesse (c) by Joachim Wenk
Februar-Tristesse

Februar-Tristesse (c) by Joachim Wenk
Februar-Tristesse


Aber dann blicke ich, weil heute eben mein freier Tag ist,  in den Kalender, studiere meine Aussaattabelle und stelle etwas fest. Ich muß mich nicht sorgen! Noch ist nichts verloren. Auch die frühen Aussaaten von Lauch oder Salat, Radieschen oder Blumenkohl und Sellerie können noch die nächsten Wochen stattfinden. Noch ist Zeit für die zum Teil langsam wachsenden Gemüse.

Immerhin geht  es denen wie mir. Jetzt würden sie nur noch langsamer wachsen. Sie würden nicht leben sondern kränkeln. Warte ich, bis die Sonne dauerhafter hervorkommt und das Thermometer wieder lebensfreundlichere Werte anzeigt, so werden auch sie mit der enormen Kraft des Frühlings dann kräftiger und schneller wachsen.

Ich  nutze die freie Zeit, um mir noch einmal Gedanken über den Gemüsegarten zu machen. Ein Plan, was ich wohin pflanzen werde, liegt vor bereits vor. Der muß aber nochmals überdacht werden.

Aufgegeben habe ich das Vorhaben, genau für jede Reihe zu planen, wann dort was wachsen soll. Also zum Beispiel nach dem ersten Salat dann vielleicht Brokkolie oder Möhren? Das ist ein enormer Aufwand, der dann im Laufe des Jahres ständig über den Haufen geworfen wird. Mal wächst etwas langsamer als geplant, mal wächst wieder ein anderes Gemüse garnicht und die Reihe bleibt frei. Dann habe ich wieder mehr Pflänzchen vorgezogen als Platz  bereit steht. Die wandern dann dorthin, wo eben noch ein Fleckchen Erde frei ist. Es kommt hier immer anders als ich geplant habe. Darum plane ich ich nur noch in größeren Zusammenhängen.

Der Gemüsegarten besteht aus vier dreieckigen Beeten und dem Schneckenzaunbeet.  In letzterem werden die ganz stark von den Schnecken bedrohten Kulturen gezogen. Salate, Kohlrabi, Radieschen, Rettich oder Möhren gehören dazu.

Plan Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Plan Gemüsegarten - so oder so ähnlich wir es werden


In einem Dreieck stehen immer Kartoffeln im anderen Tomaten. Dann habe ich noch Wurzelgemüse wie Meerrettich oder Pastinaken. Auch Erbsen, Bohnen oder Kürbisse müssen ihren Platz bekommen. So plane ich einfach nur noch, in welchem Dreieck was steht, damit ein wenig Fruchtfolge eingehalten wird. Schwierig ist auch die Tatsache, daß so viele Kulturpflanzen Kreuzblüter sind. Alle Kohlsorten, Radieschen, Rukola, Rettich alles die selbe Familie. Kartofffeln dürfen natürlich auch nicht mehrere Jahre auf dem selben Platz gebaut werden.

Im Laufe des Jahres füllen sich dann die Reihen mit dem Gemüse, das gerade dran ist. Nur für manche  Gewächse wie Tomaten, Erbsen und  Bohnen die ja ein Stützgerüst brauchen, oder der Meerrettich, der das komplette Gartenjahr die Reihen belegt, lege ich gleich fest, wo sie stehen werden.

Das ist nun auch geschehen. Ich bin beruhigt, wieder etwas gemacht zu haben und warte einfach ungeduldig aber verständnisvoll weiter. Irgendwann ist noch immer  Frühling geworden.

Eine witzige Pflanze in meinem Garten beobachte ich nun allerdings schon seit einigen Jahren. Es ist ein Rose. Die kann es im Frühjahr nie erwarten, bis es losgeht. Auch heuer wieder, egal wie kalt und trist es ist, fängt sie bereits an zu treiben. Sie hat eine unbeschreiblich unbändige Lebenskraft und Triebfreude in sich. 5-6 Meter Längenwachstum im Jahr müssen ja auch irgendwie bewältigt werden. Und wenn ihr nun besorgt seid, daß die zarten jungen Knospen doch sicher erfrieren, kann ich euch beruhigen. Bisher sind sie noch nie erfroren. Nicht an dieser Rose.

Paul's Himalayan Musk (c) by Joachim Wenk
Paul's Himalayan Musk - die Ramblerrose treibt bereits


Es ist eine Ramblerrose, Pauls Himalayan Musk heißt sie. Die Triebe hängen mittlerweile schon sehr romantisch aus den Zweigen des Walnußbaumes. Im Juni ist dann alles weiß. So wie jetzt auch in der Landschaft. Nur dann kommt das Weiß von den unzähligen Blütenblättern dieser wunderbaren Rose.

Samstag, 14. Februar 2015

Die närrische Zeit hat wohl auch die Wettervorhersagen fest im Griff.

Verfolgt ihr sie auch? Die Wettervorhersagen und Prognosen für die kommenden Tage? Im Radio zu jeder halben Stunde. Im Fernsehen nach den Nachrichten oder im Internet in verschiedenen Portalen. Ich habe auch eine "Wetterstation", die mit einem  Wetterportal verbunden ist und mir immer für unsere nähere Umgebung das künftige Wetter anzeigt. 


Schneeglöckchen im Laub (c) by Joachim Wenk
ist es so weit? wird es wärmer und der Frühling beginnt?

Im Großen und Ganzen waren sich die Vorhersagen einig. Seit einer Woche sehe ich positive Berichte. Es wird wärmer. Tags deutlich über Null Grad und nachts leichter Frost. 

Das war der Grund, warum ich begann, mich mit den ersten Gemüseaussaaten zu befassen. Klar, die müssen noch drinnen stattfinden. Aber wenn es jetzt wärmer wird und auch die Sonne wieder scheint, so dachte ich, kann es langsam losgehen. So vorgezogen können die ersten dann in ein paar Wochen ins kalte Gewächshaus. 

Die Idee war gut, aber dann kam die Realität. Statt Sonne kam Hochnebel. Und statt der positiven Tagestemperaturen stellte sich Dauerfrost ein. So lange Zeit so permanent unter Null Grad gab es diesen Winter glaube ich noch gar nicht. Alles ist fest gefroren. 

Für Mitte Februar ist das dann doch nichts Ungewöhnliches. Aber, so frage ich mich jeden Tag, was habe ich dann in den Prognosen gesehen? Und so schaue ich täglich überall nach, wie denn das Wetter laut Wetterbericht werden wird. Ich staune nicht schlecht, daß konsequent weiter von Tauwetter tagsüber und Sonne gesprochen wird. Zwar sind die Höchstwerte mittlerweile etwas nach unten korrigiert, aber immer über der 0°C-Grenze gegen Mittag. Ab Freitag dann der Druchbruch, die Kurven zeigen nach oben und die Temperaturen machen einen Sprung über 8°C und mehr. So die Vorhersagen.

Es ist dann schließlich Freitag und was meint ihr? Dickster Hochnebel in weiten Teilen Bayerns (jedenfalls überall dort wo ich langekommen bin über die Autobahn). Deutlicher Frost den ganzen Tag. Alle Bäume weiß und dick mit Reif überzogen. 

So langsam komme ich mir wirklich veräppelt vor! 


Heute morgen beim Frühstück starrt es mich wieder an, das Display der Wetterprognosestation. Heute also werden tagsüber bis 6°C und nachts vier Grad unter Null. Es hätte mir zu  denken geben sollen, daß diese Wolke ganz ohne Sonne mit abgebildet wird. 



 Blicke ich aus den Fenstern, sehe ich Winter und ...? Genau! Hochnebel wie jeden Tag. Es hat etliche Grad unter Null.

Aber es hilft nichts, der Hund muß raus und so machen wir unseren gewohnten Nebelspaziergang. Es bleibt auch heute bei Dauerfrost!

Winter im Dorf (c) by Joachim Wenk
noch hängt der Winter über dem Dorf, der Weiher ist gefroren

blühende Haselnuß im Rauhreif (c) by Joachim Wenk
blühende Haselnuß im Rauhreif

Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Garten 
Winterlandschaft mit Hund (c) by Joachim Wenk
heute werden 6°C ÜBER Null, so hat es geheißen

Rauhreif in den Hecken (c) by Joachim Wenk
der ewige Nebel hat sich in den Zweigen materialisiert


Es ist zwar Samstag, aber ein Arbeiten im Garten habe ich wieder beiseite geschoben. Der Schneckenzaun kann warten. Auch das Abstecken der beiden Weinberg-Reihen verschiebe ich auf sonnigere Stunden. Keine Lust habe ich, bei dem Wetter raus zu gehen.

Die Arbeit läuft schließlich nicht davon. Sie muß nur dann in einer kürzeren Zeit erledigt werden. Ich schreibe mir einfach wieder in meine Aufgabenliste, was zu tun ist. Wenn das Wetter besser wird, lege ich los.

Eine der ersten Tätigkeiten wird das Aufräumen sein. Ich kann sie bald nicht mehr sehen diese schlampige Unordnung. Einen geschniegelten Garten habe ich zwar nie. Aber überall das Herbstlaub und die Äste, Eicheln und Walnußreste auf dem Rasen und den Wegen sehen so ungepflegt aus. Ich habe sie immer mal wieder versucht zu entfernen. Aber dann kam der nächste Sturm und schon waren sie wieder verteilt. Immer neue Ästchen brachen aus der Eiche oder den Haselnußsträuchern. Und wo das Laub noch in den Beeten lag, katapultierten es die Amseln auf der Suche nach Freßbarem in weitem Bogen überall hin.




(c) by Joachim Wenk
Eichenlaub und Eichenäste überall im Gemüsegarten



Schneeglöckchen in der Wiese (c) by Joachim Wenk
Laub in der Wiese - aber mit ersten Schneeglöckchen

Laub auf den Wegen (c) by Joachim Wenk
Laub auf den Wegen - hier im Gemüsegarten


(c) by Joachim Wenk
das Laub sollte als Mulch unter der Johannisbeere liegen. Jetzt ist der ganze Rasen gemulcht
Nein, diese Unordnung muß wirklich zeitnah beseitigt werden. Heute aber nicht, auch wenn am Nachmittag für eine gute Stunde wirklich die Sonne durch den Dunst kam. Und selbst dieses kurze Aufblitzen ließ mich dieses wunderbare Frühlingsgefühl von Licht und Wärme spüren, als ich mich deswegen in den Garten begab.

Wie wird das schön, wenn es richtig losgeht mit Frühling. Wann das sein wird? Wenn er halt da ist. Den Wetterberichten glaube ich so schnell jedenfalls kein Wort mehr.

(c) by Joachim Wenk
nachmittags kam doch noch die Sonne


Mittwoch, 11. Februar 2015

Gedanken zur Gemüseanzucht in diesem Jahr - Sorte, Temperaturen und Saatzeitpunkte sollten passen

Dieses Jahr wird für mich ein spannendes Gemüsejahr. Zum ersten Mal versuche ich, so bald wie möglich eigenes Gemüse aus eigener Anzucht zu haben. Ob mir da wohl alles gelingt?

Seit letztem Frühjahr steht das schöne Gewächshaus. Darin habe ich bereits, so bald es eben bezugsfertig war, herrliche Gemüsepflanzen selbst ausgesät und vorgezogen. Zu diesem Zeitpunkt war das Jahr allerdings schon vorangeschritten. Es war mittlerweile April, so dass es für die eine oder andere Anzucht bereits zu spät war. Auch wenn ich es dennoch versuchte, waren doch die Ergebnisse eher enttäuschend.


selbst angezogene Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
selbst gezogene Gemüsepflanzen im Mai 2014


Dieses Jahr will ich versuchen die Samen zur rechten Zeit in die Erde zu bringen, um die nötige Vorkulturzeit einzuhalten. Aber nicht nur Zeit spielt eine Rolle sondern auch ganz besonders die Temperaturen und - nicht zu unterschätzen - die richtige Sortenwahl!

Meine Gemüsesamen habe ich im Winter bereits ausgesucht und geordert. Wir wollen über einen längeren Zeitraum die wichtigen Gemüse wie Salat oder Kohlrabi, Lauch und Radieschen ernten. Das Ziel ist nach wie vor, die weitestgehende Selbstversorgung mit Gemüse aus dem eigene Garten. Diese Absicht hat den Sorten- und damit Samenbestand ganz schön erweitert. Der schöne Fächerordner in dem sie gut aufgehoben waren, platzte im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Nähten. Jetzt lagern sie im alten Karteikasten. Das gefällt mir sogar noch besser.

Samenbank im Karteikasten (c) by Joachim Wenk
"Samenbank" im Kartikasten


Jetzt kann bald Salat im Gewächshaus gesäht werden. Dafür ist eine sehr frühe Sorte nötig. Die gleiche Sorte eignet sich meist nicht, wenn im Sommer auch Salat im Freiland gedeihen soll. Darum habe ich jetzt von manchem Gemüse zwei oder drei Sorten  vorrätig. Ich will ja auch die Sorten probieren. Wachsen sie bei mir? Wie schmecken sie? Erst dann entscheide ich, ob sie 2016 wieder in den Garten kommen oder nicht.

Ich bin sehr froh, vergangenes Frühjahr als Leserjury - Mitglied von mein schöner Garten, bei der Wahl zum "Gartenratgeber des Jahrs" beteiligt gewesen zu sein. Dabei lernte ich das wirklich wundervolle "große Biogarten-Buch" von Andrea Heistinger kennen. Es gibt wohl kein Gemüse, das sie nicht in ihrem Standardwerk beschrieben hat. Und damit meine ich nicht: ein schönes Bild und die Aussage, daß das Gemüse leicht zu bauen ist, wie es in vielen "Handbüchern" die nur aus marketingtechnischen Gründen gedruckt wurden. Nein, hier steht zu jedem Gemüse auch, wann es gesät wird oder wie lange die Kultur dauert. Auch wird immer die nötige Keimtemperatur genannt. Jetzt weiß ich auch, warum mein erster Salat im neuen Gewächshaus so prächtig wurde. Schöner fast als jeder in der Gärtnerei gekaufte. Und warum mir die Salatanzucht dann im Sommer nicht mehr gelingen wollte. Es lag daran, daß die Temperaturen über 22°C lagen und da der Salat nicht mehr richtig keimt.

Diese Temperaturen beschäftigen mich im Moment gerade. Die frühen Aussaaten können schließlich jetzt demnächst beginnen. Manche, wie Sellerie oder Sommerlauch müssen auch bald beginnen, weil die Pflanzen eine lange Entwicklungszeit haben. Da gilt es jetzt sehr genau abzuwägen, zwischen den Temperaturansprüchen und der Entwicklungsdauer. Dummerweise benötigen manche der Pflanzen zum Keimen etwa 20°C und werden dann nach dem Keimen rasch kühler gestellt. Schließlich abgehärtet, weil sie ab März bereits unter Vlies ins Freiland gesetzt werden können.

Mir fehlt ein Raum merke ich. Höhere Keimtemperaturen sollten kein Problem mehr sein. Dafür steht ein beheizbares Zimmergewächshaus bereit. Eigentlich besorgt, um die jungen Tomatenpflanzen, die dann am Fensterbrett keinen Platz mehr haben, zwischenlagen zu können. Jetzt werde ich es zum Aussähen anderer Gemüse ebenfalls nutzen. Aber wohin stelle ich die jungen Pflanzen von Kohlrabi, Lauch,  Blumenkohl und Co. dann? Im Gewächshaus ist es zu der Zeit noch zu kalt und im Palmenüberwinterungshaus stehen die Fenster schon voll mit Kübelpflanzen. Im ungeheizten Partyraum ist es eben auch noch zu kalt.

Beheizbares Zimmergwächshaus (c) by Joachim Wenk
Beheizbares Zimmergwächshaus


Ich werde mit diesen Aussaaten noch etwas warten. Es soll ja die kommenden Tage besser werden. Und wenn die Temperaturen tagsüber deutlich steigen, die Sonne sich blicken lässt und es nachts nur wenige Minusgrade hat, kann der Partyraum zwischendurch auch für die Pflänzchen genutzt werden. Sollte sich Besuch ankündigen, müssen sie eben für ein paar Stunden wo anders hin. Bald kann ich dafür sicher auch das Gewächshaus nutzen.

Am Wochenende kommt fürs erste is Gewächshaus etwas Kompost  und wird ein wenig eingearbeitet. Dann wird hier gesät. Radieschen, Rettich,Frühlingszwiebel und Salat  warten bereits. Spinat und Feldsalat stehen seit Herbst darin und sind auch schon etwas gewachsen.



Ich bin gespannt, wie das Wetter am Samstag sein wird. Die Vorhersagen sind im Großen und Ganzen gut. Heute jedenfalls liegt immer noch vereinzelt Schnee, das Thermometer kletterte auch tagsüber nur bis zur 0°C-Marke und ein dichter Hochnebel hielt die Sonne komplett fern. Die einzigen Gartenarbeiten waren daher meine Überlegungen und Gedanken zur Vorbereitung der Aussaat.

Ich freue mich jedenfalls wieder auf mein frisches Gemüse und leckere Gerichte frisch aus dem Garten. Zu lange war jetzt wieder die Zeit mit eingefrohrenem oder gar getrocknetem Gemüse. Ein paar Wurzelgemüse lagern in Torf und die Kartoffeln im Keller. Leider habe ich mittlerweile zwar fast die besten Voraussetzungen für die Gemüseanzucht. Nur bei der Lagerung hapert es sehr. Der Keller ist zu trocken und zu warm. Denkbar ungünstig um Gemüse zu lagern. Wie passend kommt mir doch da ein Artikel in einem online-Magazin. Hier geht es um Erdkeller. So etwas wäre mein Traum. Und was für ein schönes Bild von einem alten Erdkeller die da zeigen. Fies ist das. Ich überlege ja schon länger mir auch einen zu bauen. Der Platz ist ja auch schon gefunden, sogar in Hanglage. Aber der Aufwand! Irgendwann vielleicht nehme ich das doch noch in Angriff. Und wenn es nur die abgespeckte, aber sehr interessant klingende Variante mit Betonröhren ist. Hier könnt ihr das Magazin und den Erdkellerbeitrag sehen: Erdkeller. Hat jemand von euch so einen Erdkeller?



Samstag, 7. Februar 2015

Nachts 10° unter Null, eisiger Wind aber viel Sonne - der ideale Zeitpunkt die Paprikas zu sähen.

Jetzt ist er das erste mal gefroren in diesem Winter. Bis jetzt war der Boden immer matschig, auch als vor kurzem die Temperaturen unter -10°C sanken. Da hatte eine schützende Schneedecke und die kurze Frostperiode das Gefrieren des Bodens verhindert.

Jetzt ist es schon einige Tage kalt. Sehr kalt auch tagsüber. Die Temperaturen erreichen gerade die 0°C-Grenze.

Eigentlich hatten wir uns überlegt, daß der Samstag genau richtig wäre, hinter unseren Hütten zum Nachbargrundstück die Haselnüsse zu schneiden. Das muß alle paar Jahre einmal geschehen. Auch ein armdicker Baum ist zu fällen. Er steht zwischen der großen Eiche und der Esche. Da ist kein Platz für ihn. Weil ja der  Boden gefroren ist, hätte man gut auf der Nachbarswiese arbeiten und  fahren können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Nun, es hat seinen Grund, warum ich den obigen Absatz mit dem Wörtchen "eigentlich" begann. Nach dem Gassigehen und den Entsorgungen am Wertstoffhof haben wir uns um entschieden. Zu kalt blies der eiskalte Wind. Das ist nichts für Freizeit-Gärtner oder Freizeit-Landwirte, wie wir es sind. Wenn auch viel Arbeit draußen wartet, Arbeit die jetzt wirklich erledigt werden muß, blieben wir dann doch im Haus. Die Fällarbeiten müssen warten. Auch die Brücke bei den Weihern muß noch warten. Das ist jetzt kein Vergnügen  draußen.

Mit großer Wehmut musste ich allerdings feststellen, daß andere das Wetter nicht abhielt. Ein Nachbar fällte die großen Eichen, die seinen Garten zuwuchsen und vom Sonnenlicht fern hielten. Das tut im Herzen weh, diese wunderbaren großen und alten Bäume fallen zu sehen und nun die Lücke, die sie hinteließen im Auge zu haben.

Das ist wohl der Gang der Dinge. Nichts bleibt, wie es ist und man muß sich immer wieder von lieb gewonnenem verabschieden. Wie hätte ich an seiner Stelle gehandelt? Keine Sonne in meinem Grundstück? Ich weiß es nicht, bin froh, die Entscheidung nicht habe fällen zu müssen und trauere im Stillen einfach den schönen Bäumen noch etwas nach.

Ich meinerseits habe mich, um doch etwas gärtnerisch tätig zu sein, um Neuanfang gekümmert. Lichtmess ist vorbei, die Samen vorsichtig geweckt und die Tage werden länger. Ich habe jetzt meine Paprika, Glockenpaprika, Wildchillies, Artischocke und die Physalis gesät.

Paprika Chili Physalis Artischocken Aussaat (c) by Joachim Wenk
Paprika, Chilli, Physalis und Artischocke beginnen die Aussaaten der Saison



Glockenpaprika und Wildchili werden zum ersten mal aus eigenen Samen herangezogen. Auch die Samen der Paprikasorte "Sommergold" stammen aus eigener  Ernte. Hoffentlich keimen sie. Es gibt ja aber viele interessante Paprikasorten. So habe ich im Katalog die Sorte "Liebesapfel" entdeckt. Die will ich auch probieren. Dickfleischig soll sie sein und von runder Form, einer Tomate ähnelnd. Die müsste ideal zum Füllen sein. Gerade wegen der unten abgeflachten Form der Früchte nehme ich das an. Stürzen doch die länglichen Paprika, gefüllt mit Fleisch oder vegetarisch gerne in der Auflaufform beim Backen um. Wenn die Liebesäpfel so werden, wie auf dem Bild, kann das nicht passieren.

Die Sommergold hat sehr reich getragen und ein ganz wunderbares Paprikaaroma gehabt. Natürlich viel besser als das der gekauften Paprika. Und sie wurden auch den ganzen Sommer über reif. Wir hatten immer wieder Paprika zu essen und die letzten habe ich dann eingefroren. In Streifen geschnitten wandern sie in die unterschiedlichen Gerichte jetzt im Winter.

Die Aussaaterde habe ich mit ein wenig vom eigenen Wurmhumus vermischt. Mal sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln werden. Der Humus soll ja sehr positive Auswirkungen auf das Keimen und Wachsen der jungen Pflanzen haben.

Der nächste Wurmhumus kann auch schon fast wieder geerntet werden. Es ist eine Freude, die vielen aktiven Würmerli in der Farm zu sehen. Und wie die organische Masse zerfällt und dann einfach lockerer dunkler segensreicher Humus wird.

Ich habe es genossen, nun mit dem Gartenjahr 2015 zu starten. Aber egal wie viel Zeit ich mir mit dem Bodenmischen, Etikettenbasteln und Aussähen gelassen habe. Es blieb noch so viel Samstag am Ende der Arbeit übrig. Und die Sonne schien immer noch. Ich mache es jetzt einfach, dachte ich mir.

Also rein in die kalten Arbeitsklamotten. Wie eine Zwiebel, gehüllt in ein paar wärmende Schichten, ging es hinaus in den Garten. Dort habe ich zwar keine Bäume gefällt oder Hecken auf den Stock gesetzt. Aber ausgerüstet mit einer langhebeligen Astschere und einer Handsäge rückte ich dem Flieder-Dickicht neben der  Terrasse zu Leibe. Dann war der wild wachsende Rosenstrauch im Vorgarten dran. Der war bestimmt 4m hoch.  Ich habe ihn unten abgeschnitten. Die stark bestachelten Triebe nahmen zu viel Raum ein, Am Staudenbeet vorbei kam man nicht mehr, ohne in ihm hängen zu bleiben und unten die kahlen zum Teil abgestorbenen Triebe waren kein schöner Anblick. So einen Strauch abzuschneiden macht  mir allerdings keine Trauer, da ich weiß, er wird wieder treiben. So verjüngt wird er wieder eine Freude fürs Auge sein.

Und wo ich schon einmal dabei war, kürzte ich den Wildrosensämling im Fliederbusch auf die gleiche Weise. Es ist mein Lieblingsflieder mit dunklen lila Blüten. Dazu passten die hellen rosa Wildrosenblüten sehr gut. Allerdings war mittlerweile mehr Rose als Flieder vorhanden. Dieses Jahr werde ich also nicht viele Wildrosenblüten haben. Im nächsten Jahr dafür wieder ein ausgeglicheneres Bild sehen. Ich finde doch Gefallen an dieser zwar nicht gewollten aber hübschen Kombination.

Ach ja, heute habe ich auch ein Paket abgeholt, das gestern ankam. Darin sind die vier restlichen Rebstöcke für meinen künftigen Weinberg. Da die Flieder-Rosenkombination direkt daneben ist, mußte ich vom Flieder auch noch einen Ast kappen, der im Weg war. Und nun heißt es möglichst bald das Stützgerüst für die Weinstöcke zu bauen, daß ich pflanzen kann.

Weinstöcke (c) by Joachim Wenk
meine (neuen) Weinstöcke


So ungemütlich und kalt es auch war, kam ich doch ganz schön ins Schwitzen bei meinen Gartenarbeiten. Da schneidet man ein paar Äste oder einen Strauch ab und hat schon wieder einen großen Berg Astwerk, das erst einmal weggeräumt werden muß und dann auch entsorgt werden will. Nur ein paar Äste aber was für eine Schlepperei den Berg hinauf in den hinteren Teil des Gartens zum Zwischenlagern. Und dann erst diese stachelig-sperrigen Rosentriebe von vielen Metern Länge. Das ist mein Fitneßtraining an der frischen Luft.

Sonntag, 1. Februar 2015

Endlich wieder einmal Sonnenschein. Hoffentlich aber scheint sie die nächsten Tage nicht!

Der Winter weiß noch immer nicht, ob er kommen soll oder nicht. Ich bin auf das Wetter die kommenden Tage gespannt, dann wissen wir, ob er noch bleibt oder sich bald ganz zurück zieht. Eines aber ist deutlich spürbar. Das Licht kommt wieder zurück. Seit den Weihnachtsfeierlichkeiten haben wir nun schon eine ganze Stunde länger Tag!

Heute morgen beim Gassi-Gehen hatten wir Sonnenschein, der sich dann tagsüber immer wieder erneut darbot. Der Schnee taut wieder weg oder ist garnicht richtig liegen geblieben. Ich wandere nach jeder Gassirunde zum Abschluss noch einmal durch meinen Garten. Kopfschüttelnd stehe ich vor den Beeten, wie die aussehen. Und das soll in wenigen Wochen alles wieder sauber und ordentlich sein  und von frischem Grün und Blüten bedeckt. Es wird kommen wie seit jeher und ich beobachte fleißig, was sich so im Garten tut. Ich will diesen Wechsel ganz bewusst und mit staunenden Augen verfolgen.

winterlicher Gartenrundgang (c) by Joachim Wenk
nach dem Gassigehen kommt der Gartenrundgang

Haselnußblüte (c) by Joachim Wenk
die Haselnuß steht bereits in voller Blüte

Palmenüberwinterungshaus in der Mittagssonne (c) by Joachim Wenk
ins Palmenüberwinterungshaus scheint auch wieder die Sonne und hilft mir beim Heizen

Sitzplatz unter der Haselnuß in der Wintersonne (c) by Joachim Wenk
morgen an Lichtmess zeigt es sich, ob wir bald wieder hier in der Frühlingssonne sitzen können


Morgen ist der 2. Februar, Lichtmess. Ein wichtiger Tag, der vielleicht genauer am  Vollmond (Mittwoch 4. Februar) anzusiedeln ist. Ab jetzt kommt sie zurück. Verjüngt und gereinigt. Sie bringt das Wasser wieder in Bewegung.  Das Wasser in den Bächen und Flüssen genau wie das Wasser in den Bäumen und Sträuchern. Und auch die Säfte in uns bringt sie wieder ins Wallen, vorsicht "Frühlinsgefühle" im Anmarsch. In den Bäumen beginnt der Saft wieder zu steigen. (Höchste Zeit, an den Schnitt zu denken). Sie zieht übers Land, rüttelt an den Bäumen um sie zu wecken, genau wie die Samen in der Erde. Jetzt blüht das Lichtmessblümchen, das Schneeglöckchen. Sein Blühen zeigt die Rückkehr der Göttin Brigit an. So deuteten die Kelten das Jahr für Jahr beobachtete Spektakel. Später dann wurde das Schneeglöckchen der Jungfrau Maria geweiht. Eines aber blieb unabhängig vom gerade aktuellen Glauben. Der immerwährende Gang der Dinge in der Natur. Hier also der markante Termin Anfang Februar und die verbreitete Wetterbeobachtung an diesem Tag. Scheint an Lichtmess die Sonne und es ist klar, so dauert der Winter noch 6 Wochen, bis zum Frühlingsanfang.  Dann müssten wir uns noch eine ganze Weile gedulden mit der Gartenarbeit.

Ich jedenfalls werde das Wetter der nächsten Tage sehr genau unter die Lupe nehmen. Die Naturbeobachtung der Kelten und sonst alter Völker ist beachtenswert. Schaut euch um im Garten und ihr werdet es auch feststellen, daß die Säfte wieder steigen.

Meine Brombeere, um nur eine Pflanze zu nennen, will anfangen zu treiben. Groß und prall sind ihre Knospen. Und im Staudenbeet kommen auch immer mehr und mehr grüne Frühlingsblüher-Spitzen aus der  Erde.

Brombeere will treiben (c) by Joachim Wenk
die Brombeere steht mächtig in den Startlöchern




Frühlingsblüher spitzen aus dem Boden ( c) by Joachim Wenk
immer mehr Frülingsblüher spitzen aus dem Boden

Und ganz brach lag das Leben im Garten ja auch in den vergangenen Monaten nicht. Es war nur alles fürchterlich langsam. Schaut zum Beispiel den Kompostbehälter. Den füllte ich im Herbst noch bis kanpp über seine Obergrenze. Und jetzt? Auf die Hälfte ist der Inhalt geschrumpft. Da wurde also darin gearbeitet.  Auch im (sehr milden) Winter.

Kompost ist zusammen gesackt (c) by Joachim Wenk
Kompost ist auf die Hälfte zusammengesackt