Sonntag, 4. Januar 2015

Weinreben für meinen künftigen Weinberg - es gibt eine sehr große Auswahl an Tafeltrauben

Die Weinstöcke für unseren Weinberg sind bestellt!

Anfang November war es, daß wir im Schindlerhof in Nürnberg die Miniaturausgabe eines Weinberges entdeckten.

Die Idee (schaut mal hier) hat uns beiden sehr gut gefallen. Zu dem Zeitpunkt suchten wir schon seit Monaten Ideen, wie wir meine beiden Weinstöcke unterbringen könnten.

Gestern hatte ich dann die Muße und setzte mich vor den Bildschirm um mir aus dem Angebot, das größer ist, als ich dachte, ein paar Reben auszusuchen.

Die Tage zuvor habe ich mich nochmals eingelesen in den Weinanbau. Ich habe mir bereits Ende der 80er Jahre aus London ein kleines Büchlein dazu mitgebracht. Da steht einfach alles drin, was der Hobbygärtner zum Weinbau wissen muß.

Buch über Weinbau in Topf,  Gewächshaus und Freiland (c) by Joachim Wenk
Buch über Weinbau in Topf,
Gewächshaus und Freiland


Drei wichtige Anbaumethoden werden darin beschrieben. Im Glashaus (es ist ein englisches Büchlein!), im Topf und ausgepflanzt (an einer Wand oder wie wir es wollen in der Reihe). In meinem damaligen Hinterhofgarten hatte ich ein paar Weinstöcke in Töpfen und erntete da auch wirklich Trauben.

Jetzt versuchen wir es also als Weinberg. Das Stück   Garten, welches wir dafür vorgesehen haben ist tatsächlich abschüssig. Man kann also von Weinberg reden. Einen Namen für die Lage haben wir auch schon. "Bucher Weiherblick" soll sie heißen. Das Stück Erde ist im Vorgarten, einem Südwest-Hang. Dort vor dem Haus ist es einfach immer brütend heiß. Im Sommer so heiß, daß ich nicht einmal dort arbeiten kann. Also hacken, Unkraut rupfen, Mulchen, Stauden schneiden. Einfach alles resultiert in sofortigen Schweißausbrüchen. Ich denke die Lage ist ideal für Wein. Zumal das Kleinklima des Weinberges noch geschützter ist. Hinter ihm ist die dichte Hecke, die ihn vor kalten Winden  schützt. 150cm Reihenabstand und in der Reihe 120cm Abstand. So steht es als Richtmaß im Buch. Mit dem Zollstock stapfte ich also sicherheitshalber noch einmal durch den Schnee an Ort und Stelle und begann zu messen. Das klappt zwei Reihen mit je drei Rebstöcken wird es geben.

Weinlage Bucher Weiherblick (c) by Joachim Wenk
zwischen Hecke und links
den Sträuchern kommt er hin
der "Bucher Weiherblick"


Ich habe mich dank einer Empfehlung auf die Rebschule Schmid konzentriert. Mir war es nie bewußt, dass es so viel Auswahl an Rebsorten gibt. Ich will  ja nicht wirklich Wein daraus machen, sondern möchte sie hauptsächlich als Obst verspeisen, Kuchen backen und mal sehen, was noch daraus gemacht werden kann. Unbedarft begab ich mich also auf die Seite der Rebschule und da begann das Malheur. 35 blaue, 20 rote und 49 helle Tafeltraubensorten stehen hier zu Auswahl.

Der Wein soll ja viele Jahr dann dort stehen und fruchten. Da muß die Auswahl schon sehr bewusst getroffen werden. Ich begann also mit dem Ausschlußprinzip. Die beiden Weinstöcke, die ich schon habe, sind Boskoops Glory und damit blaue Trauben. Somit muß ich mir nur noch rote und helle Reben aussuchen.

Nächstes Kriterium war die Frosthärte und die ebenfalls bei jeder Sorte angegeben Pilzfestigkeit. Da wir nicht richtig im Weinbauklima wohnen, wollte ich einfach mit den frosthärtesten Sorten auf Nummer sicher gehen. Ich mag auch nicht anfangen mich hier auch wieder um Mehltau oder sonst was zu kümmern. Daher sollte die Pilzfestigkeit, wenn denn schon genannt, auch ein Kriterium sein.

Damit grenzte ich die mögliche Anzahl bereits deutlich ein. Beim schmökern las ich dann auch noch, daß es extra ausgewiesene kernlose oder fast kernlose  Sorten gibt.  Na wenn das schon möglich ist, nehmen wir doch diese. Bei Tafeltrauben finde ich das schon schöner, wenn die Kerne fehlen oder wie auch oft angegeben so gering und weich sind, daß sie nicht stören.

Was soll ich sagen, der Nachmittag ging im Großen und Ganzen mit der Auswahl darauf. Jetzt aber habe ich glaube ich sehr schöne Rebensorten bestellt und freue mich auf das Anlegen des Weinberges.

Dort werden dann stehen:

1. zweimal Boskoops Glory
2. einmal Glenora, die neben den lediglich unauffälligen Kernen auch eine zarte Haut der Trauben vorweisen kann und sogar lagerfähig ist. Das ist sicher auch von Vorteil, wenn die Trauben dann reifen, und man die eine oder andere Traube auch einmal etwas liegen lassen kann vor dem Verzehr
3. einmal Solotoi Don mit einer Frosthärte bis -24°C und optisch auch sehr ansprechenden Trauben und Beeren
4. einmal Isabella rot mit "ausgeprägtem Tessineraroma (Erdbeerarome)"
5. einmal Einset seedless wieder mit Erdbeeraroma und guter Lagerfähigkeit.

Angebaut wird dann in der Guyot-Methode.

Wenn der Boden im Frühjahr es zulässt wir er est mit der Motorhacke so tief es geht gelockert. Vielleicht, da man das Pflanzbeet tief vorbereiten soll, muß ich an den Pflanzstellen noch mit dem Spaten auf doppelte Spatentiefe umgraben.

Dann müssen wir die  Pfosten setzen und Drähte spannen. Ich werde gut Kompost mit einarbeiten. Und ich werde Erdklee als Bodenbedeckung sähen. Weil es im Sommer dort wirklich staubtrocken ist, habe ich mir überlegt auch Drainagerohre zu jeder Pflanze mit einzugraben. Über die kann ich dann im Sommer gießen. Da es ja tatsächlich Hanglage ist, bringt oberflächliches bewässern dort garnichts, weil alles sofort in Richtung Dorfweiher davon läuft. Wenn der Wein erst einmal eingewachsen ist, benötigt er ja die Bewässerung dann nicht mehr. Ich habe  gelesen, daß seine Wurzeln viele Meter in den Untergrund vordringen. Und schließlich werden  Weinberge meines Wissens auch nicht gegossen.

Und 2018 müsste es dann die ersten Trauben geben. Ein ganz schöner Aufwand. Gut, daß so ein Weinstock dann doch ein paar Jährchen stehen bleiben kann.

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