Freitag, 30. Januar 2015

Stechapfel - der wilde Verwandte der bekannten Kübelpflanze Datura

Die Biester sind derart spitz bestachelt, daß ich sie noch nie habe anfassen können, ohne mich zu piecksen. Und zwar so, daß es auch weh tut. 

Wer die Samenkapseln einmal gesehen oder gar gespürt hat, der weiß warum die Pflanze so heißt. Gemeint ist der Stechapfel, der bei uns wild wächst. 

Das sagt sich so leicht in den entsprechenden Lexika. Wer von euch hat den Stechapfel denn schon einmal persönlich irgendwo gesehen? Wild in der Landschaft?

Ich jedenfalls wußte zwar, daß seine große Verwandte namens Engelstrompete oder Datura bei mir im Blumenkübel steht, und dass der deutsche Name Stechapfel ist. Auch wußte ich irgendwo im Hinterkopf von den stacheligen Früchten. Beides kam mir zugute, als ich 2012 unter einem Strauch eine Pflanze entdeckte, deren Blätter mir bekannt vorkamen. Genau wie die meiner Engelstrompete (Datura). Weil ich wußte, daß es davon wild wachsende Exemplare geben soll, auch bei uns, schlußfolgerte ich gleich richtig. Und obwohl ich gerade beim Unkraut-Mähen war, ließ ich diese Pflanze stehen. Ich wollte wissen, was das wird. 

Kurz darauf blühte sie. Genau so wie meine Datura im Kübel nur etwas kleiner. Wieder ein wenig später entwickelten sich die Frucht- oder Samenstände. 

Ich habe sie ausreifen lassen und unter großen Schmerzen geerntet. Als sie im Zimmer nachtrockneten, kamen die vielen vielen kleinen Samen ans Licht. 

Ein paar Samenstände blieben an der Pflanze  zum selber aussähen, einige Samen verteilte ich an verschiedenen Stellen im Garten. Immer in der Hoffnung, daß sie keimen und ich wieder so schöne Blüten habe. 

Aber es wurde nichts daraus. Als einzige Erinnerung blieben mir die gefährlichen Burschen als Zierde auf meinem Bücherregal. Und immer beim Staubwischen stach es und es vielen einfach immer wieder die Samen heraus und lagen unordentlich auf dem Regal herum. 

Wie gesagt, daß war 2012 im Herbst als ich erntete. Jetzt haben wir Frühjahr 2015. Was soll es, ich werde es noch einmal in Saatschalen probieren, ob doch noch ein paar von den Samen keimfähig sind. Das wäre wirklich schön. Angeblich sind sie - im  Gegensatz zu meinen Kapernsamen - leicht zum Keimen zu bringen. 

Scheinbar wird dieses Jahr mein Jahr der Ausssaatexperimente. Nach der bereits begonnenen Kapernaussaat, werde ich im Februar oder März die Stechapfelsamen in die Erde bringen. Drückt mir die Daumen, daß die Samen lange keimfähig bleiben und ich Erfolg habe. Denn das Glück, daß sich so ein Exemplar von ganz allein in meinem Garten ansiedelt, hatte ich seither nicht mehr. 

Stechapfel Samenkapseln (c) by Joachim Wenk
getrocknete Stechapfel-Samenstände - woher er seinen Namen wohl hat?



Stechapfel Frucht (c) by Joachim Wenk
Stechapfel Frucht

Stechapfel (c) by Joachim Wenk
Stechapfel


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