Sonntag, 25. Januar 2015

Die Kapern-Aussaat hat begonnen

Vor 18 Jahren habe ich sie das erste Mal gesehen. Es war ein sehr schöner Urlaub mit dem mountain-bike am Gardasee. Dort wuchsen mir unbekannte Sträucher wild an den uralten Fundsteinmauern in malerischen alten Dörfern. 

Die Blüten hatten mich begeistert. Noch nie habe ich diese Sträucher oder Blüten gesehen. Ich weiß nicht mehr, wie ich dann darauf kam, um welche Pflanzen es sich handelt. Jedenfalls weiß ich es seitdem. Es waren Kapernsträucher. 

Bei einem nächsten Urlaub im Herbst am Gardasee nahm ich mir Früchte ab und sähte die enthaltenen Samen aus. Ich weiß noch, daß ein paar aufgingen. Aber ich weiß nicht mehr, wie groß sie wurden. Sie müssen bald danach wieder kaputt gegangen sein. 

Kapernblüte 20013 auf Rhodos (c) by Joachim Wenk
Kapernblüte 20013 auf Rhodos

Viele Jahre danach sah ich diese Sträucher wieder. Es war ein Griechenlandurlaub. Die Sonne brannte bei fast 40°C auf Rhodos vom Himmel. Und da waren sie wieder, diese wundervollen Blüten an den kleinen Sträuchern, die überall auf dem Brachland wild wuchsen. 

Kapernsträucher an einer Mauer (c) by Joachim Wenk
Kapernsträucher an Mauer (links hinter
der Laterne) 1997 am Gardasee

Wieder viele Jahre später habe ich im  vergangen Herbst bei einem Versender für Kräuter und Wildpflanzen die Samen im Katalog entdeckt. Ich will es noch einmal versuchen mit den Kapern. Pflanzen gibt es hierzulande offensichtlich nicht zu kaufen, das hatte ich recherchiert.

Im Internet erkundigte ich mich, wie das wohl mit der Aussaat und Pflege dieser wundervollen Sträucher aussieht. Kompliziert und ungewiß ist die Aussaat, da sind sich alle einig. Und auch die Kultur ist nicht so leicht. Heiß brauchen sie es, sehr heiß. Und Wasser mögen sie ebenso wenig wie Dünger. Kakteenerde sollte man verwenden und erst gießen, wenn die Blätter beginnen zu welken. Der Strauch zählt zu den Sukkulenten. Sie speichern das Wasser in den Blättern und es gibt eine eigene Gattung, die Kaperngewächse.

Der Strauch blüht am einjährigen Holz, weswegen er vor dem Einräumen ins Winterquartier stark zurück geschnitten werden können. Sie sind nicht winterhart, vertragen aber Fröste von -5°C bis - 10°C habe ich gelesen. Nur nicht im Frühjahr nach dem Ausräumen aus dem Winterquartier, da dürfen sie keinen Frost abbekommen.

Die Samen müssen vor der Aussaat 24 Stunden in  warmen Wasser quellen. Danach kommen sie in feuchtem Sand oder, wie ich es gemacht habe, mit einem feuchten Papierhandtuch, in ein Glas und ab in den Kühlschrank. Ich habe keinen Sand genommen, da ich nur etwas normalen Sand im Garten habe und der ist wieder alles andere als keimfrei. Das macht sich sicher nicht gut bei der langen Lagerung im Kühlschrank und dann fängt alles am Ende noch an zu schimmeln und die Samen verderben.

Auf der Samentüte steht, daß sie 2 Wochen im Kühlschrank bleiben sollen. Im Internet las ich mehrmals von 2 Monaten  im Kühlschrank. Wie lange die Kälteanwendung nun wirklich nötig ist weiß ich im Moment also nicht. Vielleicht muß ich da noch etwas recherchieren oder jemand von euch hat einen Tipp für mich?

Kapernaussaat (c) by Joachim Wenk
Vorbereitungen für die
Kapernaussaat

Kapernaussaat (c) by Joachim Wenk
die Samen bleiben 24 Stunden im
warmen Wasser

Kapernaussaat (c) by Joachim Wenk
auf feuchtem Tuch sollen sie
2 Monate im Kühlschrank
bleiben

Nach dem Kühlschrank kommt wieder ein Warmwasserbad für 24 Stunden und dann werden sie in Kakteen- oder Aussaaterde gesät. Die sollte nicht zu feucht gehalten werden, wie auch die keimenden Sämlinge nicht dauerhaft nass stehen dürfen. Die Keimrate liegt bei etwa 30%. 

Ich bin wirklich sehr gespannt, ob es mir gelingt einen Kapernstrauch heran zu ziehen und zum Blühen zu bringen. Einen heißen und geschützten Sommerplatz habe ich schon im Auge. Sie kommen an eine geschützte Südwand. So heiß wie möglich sollten sie stehen oder hängen. 

Also, wenn ihr wissen wollt ob und wie es weiter geht mit meinen Kapern, dann schaut doch immer mal wieder hier vorbei. 

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