Sonntag, 11. Januar 2015

Das Gartenjahr 2015 ist eröffnet

Juhu, die ersten Stunden Gartenarbeit 2015 liegen  hinter mir. Es geht wieder los!

Gestern dominierte noch der starke Sturm das Leben. Der Wind war so stark, daß im (!) Gewächshaus das Vlies auf dem Feldsalat verweht wurde. Dabei war es außergewöhnlich mild. Da konnte ich nicht anders, als raus in den Garten zu gehen. Viel war es nicht, was ich gemacht habe. Trotzdem schön, dass es wieder losgeht.

Der Mond stand laut Mondkalender günstig für den Obstbaumschnitt. Nun habe ich aber nur zwei Quitten und einen Apfelbaum. Die anderen Bäume sind Säulenobstsbäume und werden nicht  oder wurden im Sommer geschnitten.

Meine Quitten habe ich im Herbst 2012 gepflanzt. Sie durften im ersten Jahr einfach wachsen. Bei der Lieferung damals war eine schön bebilderte Anleitung dabei, wie die "Bäume" in den ersten Jahren geschnitten werden sollten. "Bäume" setze ich bewusst in Anführungszeichen. Als ich sie pflanzte waren es einzelne Triebe ohne Seitentrieb von etwa 60cm Höhe.

Dieses Frühjahr also ist laut der Anleitung der erste Schnitt nötig. Man soll einfach die obersten beiden Triebe auf Fingerlänge kürzen. Das war es dann. Und ich bin begeistert.  Jetzt sehen meine beiden "Bäume" exakt so aus, wie auf dem Foto der Anleitung. Läuft doch alles richtig anscheinend.

Qittenbaum nach dem Schnitt (c) by Joachim Wenk
Qittenbaum nach dem Schnitt

Qittenbaum nach dem Schnitt (c) by Joachim Wenk
Qittenbaum nach dem Schnitt


Dieses Jahr können erste Blüten erscheinen. Interessant fand ich die weitere Erklärung in der Anleitung. Man darf nun die dünnen Ästchen, sollte eine Quitte daran reifen, nicht stützen. Sie sollen ruhig zur Erde herunter hängen. Genau das unterstützt die optimale Ausbildung des Holzes der Bäume. Elastisch und stark. Also nun warte ich die ersten Blüten ab, wenn denn welche kommen.

Mit dem Ziel der Erhaltung der alten Quittensorten, habe ich keine Quitte aus der Baumschule gekauft. Die biten im Prinzip keine Auswahl. Man kann dort meist nur wählen zwischen Apfelquitte und Birnenquitte. Dabei gibt es in der Tat so viele unterschiedliche Quittensorten. Manche die sich lagern lassen und andere, die gleich verbraucht werden sollten. Eine Quittensorte, die sich gar für den Rohverzehr eignen soll. Welche mit ganz besonders ausgeprägtem Quittenduft oder welche besonders für die Saftherstellung. Mit vielen Kernen oder mit wenig.

Ich habe eine "fränkische Hausquitte" und eine "Baumwollquitte". Mir war auch wichtig, daß die Früchte fest am Ast hängen und nicht von allein abfallen. Die Bäume stehen an einer steilen Böschung oberhalb der Dorfstraße. Wenn die Früchte hier von allein vom Baum fallen, würden, rollen sie zwangsweise hinunter zur Straße. Das gibt viel Sauerei dort und ich habe keine Ernte. Darum die auch windsicheren Sorten.

Der Apfelbaum im Gemüsegarten ist sehr alt, war beinahe kaputt und erholt sich nun wieder. Die Krone ist nicht mehr ordentlich aufgebaut. Trotzdem hat er letztes Jahr wahnsinnig viel getragen. Hier habe ich einfach nur ein wenig ausgelichtet und gekürzt.

Und von unserem Hausbaum, der Baumhasel, habe ich einfach die untersten beiden Äste entfernt. Später soll man ja darunter sitzen können.  Also brauchen wir dann die Äste erst ab einer gewissen Höhe. Hätte ich allerdings bis zu diese Höhe alle Äste entfernt wäre mein Hausbäumchen astlos dagestanden. Der muß auch erst noch das eine oder andere Jahr wachsen. Mal sehen wieviel zuwachs er dieses Jahr haben wird. Gepflanzt wurde er im letzten Sommer.

Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
unser Hausbaum


Mittlerweile hat der Sturm mir zwar gefühlsmäßig die Seele aus dem Leib geblasen, aber ich gebe nicht auf. Es ist wirklich so angenehm mild, daß ich mir weitere Arbeiten suche.  Morgen schließlich ist wieder Schluß mit Lustig und es soll kalt und nass werden.

Ich mache mich an die Himbeeren. Die ganzen nach und nach angebrachten Schnüre müssen weg und ein ordentliches Haltesystem neu angebunden werden. Sie stehen im Gemüsegarten, dem ehemaligen  Hühnerlauf. Daher kann ich für deren Halt den  etwa 1,80m hohen Maschendrahtzaun sehr gut nutzen. Eine Schnur davor gezogen, daß sie nicht umkippen ist nicht genug. Immer wieder muß dazwischen auch eine Quer-Schnur gespannt werden, die den Ruten  Halt gegen den Wind gibt. Der bläst sie immer in eine Richtung, bis sei umbrechen würden.

neu angebundene Himbeerruten (c) by Joachim Wenk
neu angebundene Himbeerruten


Irgendwann ist auch diese Arbeit geschehen und ich überlege mir das weitere Vorgehen mit dem Schneckenzaun. Ein paar Elemente habe ich noch übrig und wenn ich mir noch ein paar zulege, kann glaube ich etwas sehr sinnvolle damit machen.

Genau hier bei den Himbeeren soll das stattfinden. Dahinter stehen zwei alte Haselnüsse und zwischen dem Hühnerlaufmaschendraht und dem Zaun zum Nachbarn sind etwa eineinhalb Meter Wildnis. Dort vergnügen sich die dicken braunen Nacktschnecken sexuell und vermehren sich ungzügelt. Dann krabbeln sie durch den Maschendraht in mein Erdbeerbeet zum Nachtmahl. Von dort geht es weiter in den Gemüsegarten.

Meine Überlegung also ist es, den übrigen Schneckenzaun hinter dem Maschendraht einzugraben. Der hält sie dann doch ein wenig ab, so ungebremst in den Gemüsegarten einzufallen. Auf dem Schneckenzaunbeet jedenfalls funktioniert er gut.

So,  jetzt ist nur das Problem, wie ich die einzelnen Elemente dort in der Wildnis in den Boden bekommen soll. Erstaunlicher Weise gelingt es leichter als gedacht und so ziehe ich einen schmalen Ritz entlang der Steinrabatte unterhalb des Maschendrahtzaunes und setze die Bleche.

Schneckenzaun (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaun hinter Gemüsegarten


Wenn ich mir noch drei Bleche kaufe kann ich die ganze Länge zur Wildnis und ums Eck herum zum Rasen abgrenzen. Für diesmal allerdings beende ich mein Werk. Genau am Zaun wuchs ein Holunder, den ich in den letzten Jahren schon immer abschnitt. Dort kann er nicht wachsen. Geblieben ist allerdings der knorrige Wurzelstock der sich direkt an der Rabatte befindet. Hier komme ich mit dem Spaten nicht weiter. Der muß anderweitig herausgehauen werden. Eine Arbeit für den nächsten Garteneinsatz beschließe ich.

Schneckenzaun und Apfelbaum im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaunprojekt und alter Apfelbaum im Gemüsegarten


Damit geht er zu Ende mein erster Gartentag 2015. Es ist kurz nach 16 Uhr und das heißt noch immer, daß es langsam dunkel wird. Also ab ins windstille Wohnzimmer, bevor der unbändige Sturm mir noch den ganzen Geist aus den Knochen bläst.

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