Freitag, 30. Januar 2015

Stechapfel - der wilde Verwandte der bekannten Kübelpflanze Datura

Die Biester sind derart spitz bestachelt, daß ich sie noch nie habe anfassen können, ohne mich zu piecksen. Und zwar so, daß es auch weh tut. 

Wer die Samenkapseln einmal gesehen oder gar gespürt hat, der weiß warum die Pflanze so heißt. Gemeint ist der Stechapfel, der bei uns wild wächst. 

Das sagt sich so leicht in den entsprechenden Lexika. Wer von euch hat den Stechapfel denn schon einmal persönlich irgendwo gesehen? Wild in der Landschaft?

Ich jedenfalls wußte zwar, daß seine große Verwandte namens Engelstrompete oder Datura bei mir im Blumenkübel steht, und dass der deutsche Name Stechapfel ist. Auch wußte ich irgendwo im Hinterkopf von den stacheligen Früchten. Beides kam mir zugute, als ich 2012 unter einem Strauch eine Pflanze entdeckte, deren Blätter mir bekannt vorkamen. Genau wie die meiner Engelstrompete (Datura). Weil ich wußte, daß es davon wild wachsende Exemplare geben soll, auch bei uns, schlußfolgerte ich gleich richtig. Und obwohl ich gerade beim Unkraut-Mähen war, ließ ich diese Pflanze stehen. Ich wollte wissen, was das wird. 

Kurz darauf blühte sie. Genau so wie meine Datura im Kübel nur etwas kleiner. Wieder ein wenig später entwickelten sich die Frucht- oder Samenstände. 

Ich habe sie ausreifen lassen und unter großen Schmerzen geerntet. Als sie im Zimmer nachtrockneten, kamen die vielen vielen kleinen Samen ans Licht. 

Ein paar Samenstände blieben an der Pflanze  zum selber aussähen, einige Samen verteilte ich an verschiedenen Stellen im Garten. Immer in der Hoffnung, daß sie keimen und ich wieder so schöne Blüten habe. 

Aber es wurde nichts daraus. Als einzige Erinnerung blieben mir die gefährlichen Burschen als Zierde auf meinem Bücherregal. Und immer beim Staubwischen stach es und es vielen einfach immer wieder die Samen heraus und lagen unordentlich auf dem Regal herum. 

Wie gesagt, daß war 2012 im Herbst als ich erntete. Jetzt haben wir Frühjahr 2015. Was soll es, ich werde es noch einmal in Saatschalen probieren, ob doch noch ein paar von den Samen keimfähig sind. Das wäre wirklich schön. Angeblich sind sie - im  Gegensatz zu meinen Kapernsamen - leicht zum Keimen zu bringen. 

Scheinbar wird dieses Jahr mein Jahr der Ausssaatexperimente. Nach der bereits begonnenen Kapernaussaat, werde ich im Februar oder März die Stechapfelsamen in die Erde bringen. Drückt mir die Daumen, daß die Samen lange keimfähig bleiben und ich Erfolg habe. Denn das Glück, daß sich so ein Exemplar von ganz allein in meinem Garten ansiedelt, hatte ich seither nicht mehr. 

Stechapfel Samenkapseln (c) by Joachim Wenk
getrocknete Stechapfel-Samenstände - woher er seinen Namen wohl hat?



Stechapfel Frucht (c) by Joachim Wenk
Stechapfel Frucht

Stechapfel (c) by Joachim Wenk
Stechapfel


Mittwoch, 28. Januar 2015

Neue Wurmfarm für Wurmkompost eingerichtet

Meinem Hund gebe ich zweimal täglich sein Futter. Damit ist er satt und wenn nicht, gibt er mir das durchaus deutlich zu verstehen.

Aber wie füttert man die Kompostwürmer  in einer Wurmfarm?

Mittlerweile habe ich den Dreh raus und konnte vergangen Woche die ersten 3kg lockeren frischen und geruchslosen Wurmkompost ernten.

Das Problem mit den Würmern ist ihr Freßverhalten. So ein Wurm beißt nicht einfach von den Küchenabfällen ab, die man in die Wurmfarm gibt. Vielmehr müssen diese Abfälle erst vergammeln und vorverdaut werden, bis er sie sich zu nutze machen kann. Von enormer Bedeutung für dieses Vergammeln  sind all die aeroben Bakterien, die so ein Wurm mit sich schleppt. Die zersetzen die organische Masse so weit, bis er sie fressen kann.

Dieser Prozeß dauert natürlich seine Zeit.  Der Wurm möchte aber dauernd fressen. Ich machte am Anfang den Fehler, zu wenig pflanzliches Material in die Farm zu geben.  Man muß da quasi einfach immer wieder nachfüllen. Die Abfälle zersetzen sich und werden dann gefressen. Unterbricht man diesen steten Nachschub, ist irgendwann zu wenig zersetzte Masse vorhanden und die Würmer haben nichts zu fressen.  Somit muß man also immer vorausdenkend füttern und keinesfalls, wie vielleicht bei Hühnern oder Kaninchen immer dann, wenn der Napf leer ist.

Jetzt weiß ich das, hatte im Herbst noch einmal Würmer nachgekauft und die  Farm neu aufgesetzt. Dann kam der Winter mit tieferen Temperaturen. Jetzt fressen die Würmer weniger aber immer noch stetig, da die Farm im Palmenüberwinterungshaus bei 10°C - 12°C steht. Ich freue mich jedesmal, wenn ich die einzelnen Etagen hochhebe und sehe, was für ein reges  Treiben sich meinen Augen darbietet.

Die Flüssigkeit, die unten heraustropft ist ein brauner Saft, der stark verdünnt gegossen werden kann. Er enthält Nährstoffe und auch die wichtigen aeroben Bakterien. Genau die sind für den Gartenboden so wichtig, weswegen der Wurmkompost von so unschätzbarem Wert ist. Bringt man ihn dann auf den Gartenboden aus, impft man diesen sozusagen mit den Bakterien.Vergleichbar mit etwas Hefe oder Sauerteig beim Backen.  Die vermehren sich dann im biologisch geführten Gartenboden weiter und man reichert den Boden immer mehr mit ihnen an.

Ich habe mit der Wurmfarm damals auch gestartet, um meinen "kaputten" Boden wieder zu regenerieren. (Hier habe ich schon ausführlich über die Wirkung gesprochen) Wollte ich all die positiven Effekte von Wurmkompost hier aufzählen wäre der Post viele  Seiten lang. Ein absoluter Glücksgriff und unbeschreiblicher Motivator, mich mit dem Thema zu befassen, war das wunderbare Büchlein "Biodünger selber machen" von Andrea Heistinger und Alfred Grand. Ich empfehle es jedem Biogärtner und auch Hochbeet-Gärtnern, die den Wurmkompost direkt in ihrem Hochbeet machen können. Auch die Themen Kompost, Jauchen oder Gründünger werden in einzelnen Kapiteln besprochen.

Biodünger selber machen (c) by Joachim Wenk
das Buch kann ich jedem Biogärtner
empfehlen!


Ich werde immer wieder gefragt, warum ich mir die Mühe (es ist aber keine Mühe) mache mit dem extra Wurmkompost. Ja, der normale Gartenkompost hat auch diese Bakterien und positiven Einflüsse auf das Bodenleben. Allerdings braucht er länger, bis er fertig ist und die Konzentration der Nährstoffe und Mikroorganismen in ihm ist um ein vielfaches geringer.

Meine 3kg Wurmkompost genügen für etwa 10qm Staudenbeet oder 3qm Gemüsegarten. Mit Kompost käme ich mit den 3kg bei den Stauden auf 2-3qm und beim Gemüsegarten auf 1qm. Mit dem konzentrierten Wurmhumus kann ich mir auch Wurmtee herstellen. Dabei wird der Kompost in Wasser gegeben, mit Luftsprudler aufgewirbelt und etliche Stunden stehen lassen. Das habe ich letzten Sommer bereits getestet (hier könnt ihr das nachlesen).  Die Bakterien sind im Wasser, das wieder verdünnt auf die Pflanzen aufgesprüht werden kann. Jetzt sind die Bakterien auf den Blättern, stärken die Pflanzen, helfen Krankheiten abzuwehren und überall wo es auf den Boden tropft sind wieder die Bakterien als Impfung in der Erde und vermehren sich dort. So bekommt man einfach mehr der fleißigen Helfer in den Boden.

Auch der Anzuchterde kann man den Wurmhumus beimischen und hat so vom Keimen an die positiven und stärkenden Eigenschaften ausgenutzt. Die Jungpflanzen sollen kräftiger sein, gesünder und widerstandsfähiger, wenn sie dann raus ins Beet gepflanzt werden. Und sie wachsen schneller, so die einstimmige Meinung.  Ich werde das dieses Jahr jedenfalls ausgiebig machen und bin auf die Ergebnisse gespannt.

Und damit ich noch mehr Wurmkompost produzieren kann, habe ich mir heute zwei weitere  Behälter "gebastelt". Vor der Wurmfarm habe ich lange versucht Bokashi herzustellen, was mir aber nie richtig gelungen ist. Es stank entsetzlich und verrottete nicht einmal, wenn ich den Inhalt auf den Kompost gab. Das war nicht mein Fall. Aber die Behälter davon hatte ich noch. Ich mußte nur in den Deckel etliche Luftlöcher bohren und schon habe ich aus den anaeroben Bokashi-Eimern aerobe Wurmhumuseimer gezaubert. Sie haben auch unten ein Gitter, durch das die Flüssigkeit abläuft und einen praktischen Ablaufhahn.




ehemaliger Bokashi-Eimer wird Wurmfarmeimer  (c) by Joachim Wenk
ehemaliger Bokashi-Eimer wird Wurmfarmeimer  -  aus
anaeroben Bedingungen müssen earobe Bedingungen werden


ehemaliger Bokashi-Eimer wird Wurmfarmeimer  (c) by Joachim Wenk
ehemaliger Bokashi-Eimer wird Wurmfarmeimer  -  aus
anaeroben Bedingungen müssen earobe Bedingungen werden


ehemaliger Bokashi-Eimer wird Wurmfarmeimer  (c) by Joachim Wenk
ehemaliger Bokashi-Eimer wird Wurmfarmeimer  -  aus
anaeroben Bedingungen müssen earobe Bedingungen werden


Unten habe ich eingeweichte zerrissene Wellpappe hinein gegeben. Dann kam der Inhalt des Kompostsammelbehälters aus der Küche darauf und ein paar Wurmfutterpellets für die schnelle Nahrungsquelle am Anfang. Ich werde das jetzt mit dem Sickerwasser aus der laufenden Wurmfarm beträufeln, damit schon einmal die Bakterien ans Werk gehen. Und nach ein paar Tagen kommen dann aus der anderen Wurmfarm ein  paar Schäufelchen mit verrottenden Abfällen und Würmern darin oben darauf. Und schon kann es losgehen mit der Humusproduktion 2 und 3.

eingeweichte Wellpappe in Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
Wellpappe durch den Reißwolf gelassen
und eingeweicht in der Wurmfarm

Küchenabfälle und Wurmfutter-Pellets in der Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
Küchenabfälle und Wurmfutter-Pellets in der Wurmfarm


Das waren jedenfalls meine Gartenarbeiten für den heutigen Tag. Man kann ansonsten ja noch nichts unternehmen. Es ist knapp über 0°C, Schneereste tauen überall weg und wenn man neben die Trittplatten oder Wege tritt versinkt man im Matsch. Die Sonne kommt, wenn überhaupt nur ganz kurz zum Vorschein. Aber die Tage sind spürbar länger, das Licht kehrt zurück und mit ihm auch bald die Wärme.

Sonntag, 25. Januar 2015

Die Kapern-Aussaat hat begonnen

Vor 18 Jahren habe ich sie das erste Mal gesehen. Es war ein sehr schöner Urlaub mit dem mountain-bike am Gardasee. Dort wuchsen mir unbekannte Sträucher wild an den uralten Fundsteinmauern in malerischen alten Dörfern. 

Die Blüten hatten mich begeistert. Noch nie habe ich diese Sträucher oder Blüten gesehen. Ich weiß nicht mehr, wie ich dann darauf kam, um welche Pflanzen es sich handelt. Jedenfalls weiß ich es seitdem. Es waren Kapernsträucher. 

Bei einem nächsten Urlaub im Herbst am Gardasee nahm ich mir Früchte ab und sähte die enthaltenen Samen aus. Ich weiß noch, daß ein paar aufgingen. Aber ich weiß nicht mehr, wie groß sie wurden. Sie müssen bald danach wieder kaputt gegangen sein. 

Kapernblüte 20013 auf Rhodos (c) by Joachim Wenk
Kapernblüte 20013 auf Rhodos

Viele Jahre danach sah ich diese Sträucher wieder. Es war ein Griechenlandurlaub. Die Sonne brannte bei fast 40°C auf Rhodos vom Himmel. Und da waren sie wieder, diese wundervollen Blüten an den kleinen Sträuchern, die überall auf dem Brachland wild wuchsen. 

Kapernsträucher an einer Mauer (c) by Joachim Wenk
Kapernsträucher an Mauer (links hinter
der Laterne) 1997 am Gardasee

Wieder viele Jahre später habe ich im  vergangen Herbst bei einem Versender für Kräuter und Wildpflanzen die Samen im Katalog entdeckt. Ich will es noch einmal versuchen mit den Kapern. Pflanzen gibt es hierzulande offensichtlich nicht zu kaufen, das hatte ich recherchiert.

Im Internet erkundigte ich mich, wie das wohl mit der Aussaat und Pflege dieser wundervollen Sträucher aussieht. Kompliziert und ungewiß ist die Aussaat, da sind sich alle einig. Und auch die Kultur ist nicht so leicht. Heiß brauchen sie es, sehr heiß. Und Wasser mögen sie ebenso wenig wie Dünger. Kakteenerde sollte man verwenden und erst gießen, wenn die Blätter beginnen zu welken. Der Strauch zählt zu den Sukkulenten. Sie speichern das Wasser in den Blättern und es gibt eine eigene Gattung, die Kaperngewächse.

Der Strauch blüht am einjährigen Holz, weswegen er vor dem Einräumen ins Winterquartier stark zurück geschnitten werden können. Sie sind nicht winterhart, vertragen aber Fröste von -5°C bis - 10°C habe ich gelesen. Nur nicht im Frühjahr nach dem Ausräumen aus dem Winterquartier, da dürfen sie keinen Frost abbekommen.

Die Samen müssen vor der Aussaat 24 Stunden in  warmen Wasser quellen. Danach kommen sie in feuchtem Sand oder, wie ich es gemacht habe, mit einem feuchten Papierhandtuch, in ein Glas und ab in den Kühlschrank. Ich habe keinen Sand genommen, da ich nur etwas normalen Sand im Garten habe und der ist wieder alles andere als keimfrei. Das macht sich sicher nicht gut bei der langen Lagerung im Kühlschrank und dann fängt alles am Ende noch an zu schimmeln und die Samen verderben.

Auf der Samentüte steht, daß sie 2 Wochen im Kühlschrank bleiben sollen. Im Internet las ich mehrmals von 2 Monaten  im Kühlschrank. Wie lange die Kälteanwendung nun wirklich nötig ist weiß ich im Moment also nicht. Vielleicht muß ich da noch etwas recherchieren oder jemand von euch hat einen Tipp für mich?

Kapernaussaat (c) by Joachim Wenk
Vorbereitungen für die
Kapernaussaat

Kapernaussaat (c) by Joachim Wenk
die Samen bleiben 24 Stunden im
warmen Wasser

Kapernaussaat (c) by Joachim Wenk
auf feuchtem Tuch sollen sie
2 Monate im Kühlschrank
bleiben

Nach dem Kühlschrank kommt wieder ein Warmwasserbad für 24 Stunden und dann werden sie in Kakteen- oder Aussaaterde gesät. Die sollte nicht zu feucht gehalten werden, wie auch die keimenden Sämlinge nicht dauerhaft nass stehen dürfen. Die Keimrate liegt bei etwa 30%. 

Ich bin wirklich sehr gespannt, ob es mir gelingt einen Kapernstrauch heran zu ziehen und zum Blühen zu bringen. Einen heißen und geschützten Sommerplatz habe ich schon im Auge. Sie kommen an eine geschützte Südwand. So heiß wie möglich sollten sie stehen oder hängen. 

Also, wenn ihr wissen wollt ob und wie es weiter geht mit meinen Kapern, dann schaut doch immer mal wieder hier vorbei. 

Samstag, 24. Januar 2015

Gärtnerpanik in den sozialen Netzwerken

Es ist so weit. Weihnachten und Jahreswechsel sind hinter uns und es ist Winter.

Winter, ein Monat der selbst enthusiastische Hobbygärtner wie mich einfach zur Ruhe zwingt. Ich will diese auch noch ein wenig auf mich einwirken lassen. Weiß ich doch nur zu gut, wie arbeitsreich es bald wieder wird, wenn dann beinahe alle Arbeiten gleichzeitig ausgeführt werden können  oder müssen. 

Vorbereitet bin ich jedenfalls. Die Samen für die kommende Saison sind bereits geliefert und sortiert. Die Saatkartoffeln und die Weinstöcke bestellt. Ich habe mir Gedanken gemacht, was ich wo im Gemüsegarten platziere. Der Kompost, der dann dem Gemüse und den Stauden als Futter dienen wird, sackt immer weiter zusammen. Wenn es wärmer wird, ist der rasch so weit, daß ich ihn ausbringen kann. Stickstoffdünger in Form von Hornmehl für meinen aus dem Gleichgewicht geratenen Gartenboden steht bereit. Sogar ein beheizbares Zimmergewächshaus habe ich besorgt, damit die wärmebedürftigen Samen zuverlässig zum Keimen gebracht werden können. 

Draußen ist  zwar kein  Bilderbuchwinter und über lange strecken nicht einmal richtig Winter. Dennoch ist es natürlich zu kalt und bei uns auch viel zu naß, um irgendetwas im Garten machen zu können. Der Garten schläft auch noch. Lediglich ein paar Frühlingsblüher stecken ihre Triebe schon aus der gefrorenen  Erde. 

Jetzt wird es erfahrungsgemäß auch erst noch einmal dauergrau ohne Sonne und kälter. 

Was also tun? Ausruhen! Im Haus etwas räumen und ausmisten, aber insgesamt alles ruhig angehen lassen. 

Wenn da nicht das Internet wäre. Genau genommen die sozialen Netzwerke. 

Da gibt es doch tatsächlich so Unruhegeister, die bereits mit der Aussaat beginnen. Es werden Chillies gesät und Tomaten oder Artischocken. Du meine Güte, bin ich zu spät dran? Muß ich auch schon loslegen? 

Klar möglich ist es. Warme Fensterbänke im Wohnzimmer gibt es. Jetzt weiß ich auch, warum deren Jungpflanzen dann im Frühjahr viel größer sind als meine. Mein Bauch sagt mir "warte noch". Zu trüb und kalt ist es. Selbst am Wohnzimmerfenster würden die Pflänzchen sicher gakelig, weil sie ja viel zu wenig Lichtqualität abbekommen. Und wenn sie wachsen, wo stelle sich sie hin? Am Wohnzimmerfenster ist nur begrenzt Platz. Die anderen Fensterbänke gehen nach Nord-Osten oder stehen voller Zimmerpflanzen. Ich habe gar keinen Platz für die jungen Pflänzchen. Später können sie im Palmenüberwinterungshaus stehen. Dafür ist es aber noch zu kalt. Ich werde sicher kein schönes Gemüse haben und mein Garten wird mikkrig aussehen, während "alle anderen" die größten Tomaten ernten und fotografieren können. 

Das ist ein Dilemma - und weg ist meine Winterentspannung. Gewichen dem Grübeln und Abwägen, dem Zweifeln und Hadern. 

Was soll ich also tun? Nichts werde ich tun. Ich gebe mich noch ein wenig der Winterruhe hin. So, wie wenn man sich am  Sonntag Morgen im Bett einfach noch einmal umdreht, während die Nachbarn vielleicht schon die Rollos hochziehen. 

Das mit dem Gärtnern kann man einfach nicht über einen Kamm scheren. Zu unterschiedlich sind die individuellen Ziele und Möglichkeiten (räumlich und zeitlich), zu unterschiedlich die klimatischen Begebenheiten (selbst innerhalb des einen Bundeslandes wie Bayern). Eine Freunding bereitet gerade das Gemüsebeet vor. Schaufel und Motorhacke flutschen nur so durch den lockeren und trocken Boden, während bei mir das Wasser bis zur Erdoberfläche steht, so vollgesaugt ist der lehmige Boden.

Ich genieße noch ein wenig Ruhe, das freudige Erwarten. Die anderen hole ich schon noch ein. 

Auf den Samentüten steht schließlich nicht "sähen am..." sondern "sähen von...bis...". Ich warte einfach auf das "bis". Oder zumindest so lange, bis mir mein Bauchgefühl, gegründet auf doch schon einige Jahre Gartenerfahrung,  sagt: "jetzt kannst du loslegen". 

Bis dahin beschränkt sich mein Gartenhobby auf das Schreiben über den Garten, die Kontrollgänge bei den Kübelpflanzen oder das Füttern meiner Würmer in der Wurmfarm. Die haben auch noch Winterpause. Bei zwölf Grad fressen sie nicht so, wie im Sommer. Aktiv sind sie dennoch und ich habe einen Eimer fertigen Wurmhumus ernten können. Der wird später dann auch zum Beispiel in die Aussaaterde eingemischt oder soll die ersten Saaten im kalten Gewächshaus ernähren. 

Naja bald geht es ja wirklich los. Ein ganz klein wenig kribbelt es mir dann doch in den Fingern. Darum habe ich heute auch etwas gesät. Aber das läuft außer Konkurrenz zu Tomaten und Co. 

Ich habe mit der Aussaat meiner Kapern begonnen. Ja, begonnen. Das ist ein wirklich längerer Prozess. Sicher spannend und am Ende bleibt es eine Überraschung ob und wie viele keimen werden. 

Morgen folgt der zweite Schritt in der Kapernaussaat, dann schreibe ich hier davon. 

Kübelpflanzen im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
alles in Ordnung im Winterquartier. 

Kübelpflanzen im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
Rosmarin, Glockenpaprika oder
Grapefruit.
Alle schlafen noch.


Wurmfarm (c) by Joachim  Wenk
nur die fleißigen Würmleins
schaffen immer vor sich hin






Mittwoch, 21. Januar 2015

Geduld und Gartenleidenschaft - zwei ungleiche Charaktereigenschaften

Geduld und Gartenleidenschaft sind zwei Eigenschaften, die zusammen gehören. Aber passt Leidenschaft zu Geduld?

Mir jedenfalls fällt das geduldige  Abwarten und den Dingen ihren Lauf lassen immer schwer. Zu groß ist meine Gartenleidenschaft.

Diese beiden Stauden hier spannen mich schon arg auf die Folter. Da ist zum Einen die Stockrose oder Malve. Ich habe ihre Samen 2013 von einer  Bekannten bekommen, weil ich doch so einen schönen Garten habe. Da war es Herbst und ich habe sie erst einmal verstaut.

Im Frühjahr 2014 habe ich sie dann ausgesät. In der Topfplatte zeigten sich bald die kleinen Pflänzchen. Die Samen gingen leicht auf und die jungen Stauden wuchsen zügig.

Im Sommer 2014 habe ich sie dann im Garten verteilt gepflanzt. Auch hier zeigten sie sich anspruchslos und pflegeleicht. Sie gingen gut an und wuchsen.

Jetzt sitzen sie in den Beeten und warten - wie ich  - auf das Frühjahr. Dann werden sie wachsen und endlich auch blühen. Ich weiß noch nicht einmal in welcher Farbe sie blühen werden.

Eine lange Zeit vom Herbst 2013 bis zum  Sommer 2015. Aber das ist Natur, da kann man nichts beschleunigen. Diese Art  Stauden hat immer im ersten Jahr eine Blattrosette. Sie schmückt sich und den Garten erst ab dem zweiten Jahr mit Blüten. Da ist nichts zu Rütteln, egal wie ungeduldig man ist. Ich bin  wirklich schon sehr gespannt auf die Blüten.

Im Herbst habe ich mir noch zwei andere Stockrosen gekauft. Hier hat mir die Gärtnerei die Wartezeit um ein Jahr verkürzt. Sie werden auch im Sommer blühen. Allerdings weiß ich hier genau die Farbe, weil ich sie im Katalog gezielt danach ausgesucht habe.

Die andere hier abgebildete Staude sind Fingerhüte. Die  liebe ich so sehr. Sie haben so etwas unbeschreiblich Romantisches an sich. Sät man sie aus, ist es das Gleiche wie mit den Stockrosen.

Allerdings habe ich meine Fingerhüte von der Nachbarin bekommen. Bei ihr sind sie bereits etabliert und sähen sich in Massen immer selbst aus. Daher muß sie im Sommer immer Jungpflanzen herausreißen, damit sie nicht alles überwuchern. Hoffentlich fühlen sie sich bei mir auch so wohl. Jedenfalls sollten es Fiingerhüte mit weißen Blüten sein. Die würden sich ganz hervorragend zu den lila Blüten der Ramblerrose Rose Marie Vieaud machen, zu deren Fuß ich eine davon gepflanzt habe. Im Gegensatz zu den Stockrosen mögen aber die Schnecken den giftigen  Fingerhut recht gern und ich hatte alle Hände voll zu tun, damit meine Pflänzchen ihren ersten Sommer in meinem Garten überstehen.

Jetzt kann es also kommen, das Frühjahr und dann derSommer, damit ich sie endlich blühen sehe meine Geduldsproben.

weißer Fingerhut zu Füßen der lila Ramblerrose (c) by Joachim Wenk
weißer Fingerhut zu Füßen der lila Ramblerrose

selbst gesäte Stockrose mit noch unbekannter Blütenfarbe (c) by Joachim Wenk
selbst gesäte Stockrose mit noch unbekannter Blütenfarbe

Montag, 19. Januar 2015

Männer brauchen immer ein Spielzeug!

Jawohl so ist es. Männer brauchen eben immer ein Spielzeug, das ihr Interesse geweckt hat und mit dem sie sich beschäftigen können.

Und ich habe ein neues Spielzeug. Hübsch bunt, handlich und aus Plastik, daß es nicht so schnell kaputt geht.

mein neues Spielzeug (c) by Joachim Wenk
mein neues hübsches und buntes Spielzeug aus Kunststoff

In der Theorie, genau wie in diversen bereits angestellten Trockenübungen funktioniert es sogar.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, wann es endlich Frühjahr wird und ich es im echten Einsatz testen kann.

Für all diejenigen, die es nicht nur -wie ich - hübsch bunt finden, sondern auch gerne wüssten, was es denn ist, kommt nun die Erklärung.

Es ist ein Säh-Gerät.

Mit ihm kann man die Samen in der Reih,e gleichmäßig auf Abstand verteilt, ausbringen. Das spart zum einen  Samen und zum Anderen Arbeit beim Vereinzeln.

Es stehen vier verschiedene Lochgrößen zur Verfügung.  Praktisch ist eine farbige Tabelle mit einzelnen Gemüsesorten. Jede Lochgröße, durch die der jeweilige Samen passen sollte, hat eine eigene Farbe.

Aussaatgerät (c) by Joachim Wenk
Aussaat-Gerät für gleichmäßigen Abstand in der Saatreihe
Man wählt also die gerade benötigte Farbe, setzt sie auf das durchsichtige Unterteil und verschließt damit die Löcher.  Jetzt füllt man in den löffelartigen Teil etwas von den Samen und verschließt mit dem durchsichtigen Deckel.
Aussaatgerät (c) by Joachim Wenk
durch diese Löcher werden sie fallen, die Samen
Aussaatgerät (c) by Joachim Wenk
fertig zum Einsatz

Durch leichtes Schütteln verteilt sich der Samen im "Löffelstiel". Dabei rutscht auch in jedes der Löcher ein Samen.

Platziert man das Sähgerät nun über der Saatreihe öffnet und schließt ein kurzes "Ritsch-Ratsch"- Hin- und Hergeschiebe der beiden Geräteteile kurz die Löcher. Dabei entweicht pro Loch ein Samenkorn in den Boden.

Nun setzt man erneut, etwas weiter voran geschritten (markiert durch den Abdruck der Löffelfüße im Boden), das Gerät in die Saatreihe. Ritsch-Ratsch und wieder sind ein paar Samen im Boden. Das macht man über die ganze Länge der Reihe. Somit sind, glaubt man der Anleitung die Samen dünn und gleichmäßig ausgebracht. Man kann damit auch in einer Saatschale sähen, wenn sie so lang wie das Gerät ist.

Ich werde das auf alle Fälle für Möhren, Frühlingswziebeln, Spinat, Feldsalat, Radieschen oder Rettich testen. Die habe ich immer zu eng in de Reihe. Ich muß vereinzeln. Das aber bleibt bei mir immer aus und so können die wenigen Möhren, die dann doch aufgehen, gar nicht richtig wachsen. Und die Radieschen drücken sich immer gegenseitig flach. Das wird alles anders dieses Jahr. Ich werde euch auf dem Laufenden Halten.



Aber so weit ist es wohl noch länger nicht. Man könnte auch noch  nichts im Garten machen. Der Boden ist bis zur Oberfläche mit Wasser gefüllt. Selbst laufen ist in der Wiese nicht möglich, ohne Löcher hinein zu treten. Und wenn dann erst einmal der VW-Bus von der Spur abkommt, dann sieht es aus, als  hätte ich bereits die ersten Saatrillen für mein neues Spielzeug gezogen.



Aussaatgerät (c) by Joachim Wenk
Nichts als aufgeweichter Boden und Matsch im Garten
Gleichzeitig aber ist das schlummernde Leben im Garten schon in Hab-Acht-Stellung.

Der Ranunkelstrauch möchte treiben, genau wie die Kletterhortensie. Die Knospen der schwarzen Johannisbeere sind schon deutlich gewachsen und die Haselnüsse blühen bereits.

Ranunkelstrauch Knospen (c) by Joachim Wenk
Ranunkelstrauch Knospen


Kletterhortensie Knospen (c) by Joachim Wenk
die Kletterhortensie treibt bald aus

Johannisbeere Knospen (c) by Joachim Wenk
die schwarze Johannisbeere wartet
aufs Frührjahr

Sonntag, 11. Januar 2015

Das Gartenjahr 2015 ist eröffnet

Juhu, die ersten Stunden Gartenarbeit 2015 liegen  hinter mir. Es geht wieder los!

Gestern dominierte noch der starke Sturm das Leben. Der Wind war so stark, daß im (!) Gewächshaus das Vlies auf dem Feldsalat verweht wurde. Dabei war es außergewöhnlich mild. Da konnte ich nicht anders, als raus in den Garten zu gehen. Viel war es nicht, was ich gemacht habe. Trotzdem schön, dass es wieder losgeht.

Der Mond stand laut Mondkalender günstig für den Obstbaumschnitt. Nun habe ich aber nur zwei Quitten und einen Apfelbaum. Die anderen Bäume sind Säulenobstsbäume und werden nicht  oder wurden im Sommer geschnitten.

Meine Quitten habe ich im Herbst 2012 gepflanzt. Sie durften im ersten Jahr einfach wachsen. Bei der Lieferung damals war eine schön bebilderte Anleitung dabei, wie die "Bäume" in den ersten Jahren geschnitten werden sollten. "Bäume" setze ich bewusst in Anführungszeichen. Als ich sie pflanzte waren es einzelne Triebe ohne Seitentrieb von etwa 60cm Höhe.

Dieses Frühjahr also ist laut der Anleitung der erste Schnitt nötig. Man soll einfach die obersten beiden Triebe auf Fingerlänge kürzen. Das war es dann. Und ich bin begeistert.  Jetzt sehen meine beiden "Bäume" exakt so aus, wie auf dem Foto der Anleitung. Läuft doch alles richtig anscheinend.

Qittenbaum nach dem Schnitt (c) by Joachim Wenk
Qittenbaum nach dem Schnitt

Qittenbaum nach dem Schnitt (c) by Joachim Wenk
Qittenbaum nach dem Schnitt


Dieses Jahr können erste Blüten erscheinen. Interessant fand ich die weitere Erklärung in der Anleitung. Man darf nun die dünnen Ästchen, sollte eine Quitte daran reifen, nicht stützen. Sie sollen ruhig zur Erde herunter hängen. Genau das unterstützt die optimale Ausbildung des Holzes der Bäume. Elastisch und stark. Also nun warte ich die ersten Blüten ab, wenn denn welche kommen.

Mit dem Ziel der Erhaltung der alten Quittensorten, habe ich keine Quitte aus der Baumschule gekauft. Die biten im Prinzip keine Auswahl. Man kann dort meist nur wählen zwischen Apfelquitte und Birnenquitte. Dabei gibt es in der Tat so viele unterschiedliche Quittensorten. Manche die sich lagern lassen und andere, die gleich verbraucht werden sollten. Eine Quittensorte, die sich gar für den Rohverzehr eignen soll. Welche mit ganz besonders ausgeprägtem Quittenduft oder welche besonders für die Saftherstellung. Mit vielen Kernen oder mit wenig.

Ich habe eine "fränkische Hausquitte" und eine "Baumwollquitte". Mir war auch wichtig, daß die Früchte fest am Ast hängen und nicht von allein abfallen. Die Bäume stehen an einer steilen Böschung oberhalb der Dorfstraße. Wenn die Früchte hier von allein vom Baum fallen, würden, rollen sie zwangsweise hinunter zur Straße. Das gibt viel Sauerei dort und ich habe keine Ernte. Darum die auch windsicheren Sorten.

Der Apfelbaum im Gemüsegarten ist sehr alt, war beinahe kaputt und erholt sich nun wieder. Die Krone ist nicht mehr ordentlich aufgebaut. Trotzdem hat er letztes Jahr wahnsinnig viel getragen. Hier habe ich einfach nur ein wenig ausgelichtet und gekürzt.

Und von unserem Hausbaum, der Baumhasel, habe ich einfach die untersten beiden Äste entfernt. Später soll man ja darunter sitzen können.  Also brauchen wir dann die Äste erst ab einer gewissen Höhe. Hätte ich allerdings bis zu diese Höhe alle Äste entfernt wäre mein Hausbäumchen astlos dagestanden. Der muß auch erst noch das eine oder andere Jahr wachsen. Mal sehen wieviel zuwachs er dieses Jahr haben wird. Gepflanzt wurde er im letzten Sommer.

Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
unser Hausbaum


Mittlerweile hat der Sturm mir zwar gefühlsmäßig die Seele aus dem Leib geblasen, aber ich gebe nicht auf. Es ist wirklich so angenehm mild, daß ich mir weitere Arbeiten suche.  Morgen schließlich ist wieder Schluß mit Lustig und es soll kalt und nass werden.

Ich mache mich an die Himbeeren. Die ganzen nach und nach angebrachten Schnüre müssen weg und ein ordentliches Haltesystem neu angebunden werden. Sie stehen im Gemüsegarten, dem ehemaligen  Hühnerlauf. Daher kann ich für deren Halt den  etwa 1,80m hohen Maschendrahtzaun sehr gut nutzen. Eine Schnur davor gezogen, daß sie nicht umkippen ist nicht genug. Immer wieder muß dazwischen auch eine Quer-Schnur gespannt werden, die den Ruten  Halt gegen den Wind gibt. Der bläst sie immer in eine Richtung, bis sei umbrechen würden.

neu angebundene Himbeerruten (c) by Joachim Wenk
neu angebundene Himbeerruten


Irgendwann ist auch diese Arbeit geschehen und ich überlege mir das weitere Vorgehen mit dem Schneckenzaun. Ein paar Elemente habe ich noch übrig und wenn ich mir noch ein paar zulege, kann glaube ich etwas sehr sinnvolle damit machen.

Genau hier bei den Himbeeren soll das stattfinden. Dahinter stehen zwei alte Haselnüsse und zwischen dem Hühnerlaufmaschendraht und dem Zaun zum Nachbarn sind etwa eineinhalb Meter Wildnis. Dort vergnügen sich die dicken braunen Nacktschnecken sexuell und vermehren sich ungzügelt. Dann krabbeln sie durch den Maschendraht in mein Erdbeerbeet zum Nachtmahl. Von dort geht es weiter in den Gemüsegarten.

Meine Überlegung also ist es, den übrigen Schneckenzaun hinter dem Maschendraht einzugraben. Der hält sie dann doch ein wenig ab, so ungebremst in den Gemüsegarten einzufallen. Auf dem Schneckenzaunbeet jedenfalls funktioniert er gut.

So,  jetzt ist nur das Problem, wie ich die einzelnen Elemente dort in der Wildnis in den Boden bekommen soll. Erstaunlicher Weise gelingt es leichter als gedacht und so ziehe ich einen schmalen Ritz entlang der Steinrabatte unterhalb des Maschendrahtzaunes und setze die Bleche.

Schneckenzaun (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaun hinter Gemüsegarten


Wenn ich mir noch drei Bleche kaufe kann ich die ganze Länge zur Wildnis und ums Eck herum zum Rasen abgrenzen. Für diesmal allerdings beende ich mein Werk. Genau am Zaun wuchs ein Holunder, den ich in den letzten Jahren schon immer abschnitt. Dort kann er nicht wachsen. Geblieben ist allerdings der knorrige Wurzelstock der sich direkt an der Rabatte befindet. Hier komme ich mit dem Spaten nicht weiter. Der muß anderweitig herausgehauen werden. Eine Arbeit für den nächsten Garteneinsatz beschließe ich.

Schneckenzaun und Apfelbaum im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaunprojekt und alter Apfelbaum im Gemüsegarten


Damit geht er zu Ende mein erster Gartentag 2015. Es ist kurz nach 16 Uhr und das heißt noch immer, daß es langsam dunkel wird. Also ab ins windstille Wohnzimmer, bevor der unbändige Sturm mir noch den ganzen Geist aus den Knochen bläst.

Montag, 5. Januar 2015

Mein Gemüsegarten im vergangenen Jahr - jeder Monat ein Foto

Ein Jahr in Bildern. Nachdem es gerade in meinem Garten überhaupt nicht so aussieht, als könnte hier jemals wieder alles schön aussehen, habe ich mich an das letzte Jahr erinnert.

Ein paar Fotos, aus jedem Monat eines zeigen doch ganz deutlich wie schnell alles dann plötzlich da ist und wie schnelle es wieder weg ist. Allerdings finde ich, daß der Garten letztes Jahr im Januar direkt schön aufgeräumt aussieht, während er jetzt im Januar 2015 so ganz anders und unordentlich aussieht. Und alles ist matschig, dreckig oder mit Schneeresten bedeckt.

Gemüsegarten Januar 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Januar 2014

Gemüsegarten Februar 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Februar 2014

Gemüsegarten  März 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten März 2014 


Gemüsegarten April 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten April 2014


Gemüsegarten Mai  2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Mai 2014

Gemüsegarten Juni 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Juni 2014

Gemüsegarten Juli 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Juli 2014

Gemüsegarten August 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten August 2014

Gemüsegarten September  2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten September 2014

Gemüsegarten Oktober 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Oktober  2014

Gemüsegarten November  2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten November 2014
Gemüsegarten Dezember 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Dezember 2014 
 Und dann kurz vor Jahreswechsel, am 28. Dezember war dann doch noch alles weiß!

Gemüsegarten Dezember 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Dezember 2014

Sonntag, 4. Januar 2015

Weinreben für meinen künftigen Weinberg - es gibt eine sehr große Auswahl an Tafeltrauben

Die Weinstöcke für unseren Weinberg sind bestellt!

Anfang November war es, daß wir im Schindlerhof in Nürnberg die Miniaturausgabe eines Weinberges entdeckten.

Die Idee (schaut mal hier) hat uns beiden sehr gut gefallen. Zu dem Zeitpunkt suchten wir schon seit Monaten Ideen, wie wir meine beiden Weinstöcke unterbringen könnten.

Gestern hatte ich dann die Muße und setzte mich vor den Bildschirm um mir aus dem Angebot, das größer ist, als ich dachte, ein paar Reben auszusuchen.

Die Tage zuvor habe ich mich nochmals eingelesen in den Weinanbau. Ich habe mir bereits Ende der 80er Jahre aus London ein kleines Büchlein dazu mitgebracht. Da steht einfach alles drin, was der Hobbygärtner zum Weinbau wissen muß.

Buch über Weinbau in Topf,  Gewächshaus und Freiland (c) by Joachim Wenk
Buch über Weinbau in Topf,
Gewächshaus und Freiland


Drei wichtige Anbaumethoden werden darin beschrieben. Im Glashaus (es ist ein englisches Büchlein!), im Topf und ausgepflanzt (an einer Wand oder wie wir es wollen in der Reihe). In meinem damaligen Hinterhofgarten hatte ich ein paar Weinstöcke in Töpfen und erntete da auch wirklich Trauben.

Jetzt versuchen wir es also als Weinberg. Das Stück   Garten, welches wir dafür vorgesehen haben ist tatsächlich abschüssig. Man kann also von Weinberg reden. Einen Namen für die Lage haben wir auch schon. "Bucher Weiherblick" soll sie heißen. Das Stück Erde ist im Vorgarten, einem Südwest-Hang. Dort vor dem Haus ist es einfach immer brütend heiß. Im Sommer so heiß, daß ich nicht einmal dort arbeiten kann. Also hacken, Unkraut rupfen, Mulchen, Stauden schneiden. Einfach alles resultiert in sofortigen Schweißausbrüchen. Ich denke die Lage ist ideal für Wein. Zumal das Kleinklima des Weinberges noch geschützter ist. Hinter ihm ist die dichte Hecke, die ihn vor kalten Winden  schützt. 150cm Reihenabstand und in der Reihe 120cm Abstand. So steht es als Richtmaß im Buch. Mit dem Zollstock stapfte ich also sicherheitshalber noch einmal durch den Schnee an Ort und Stelle und begann zu messen. Das klappt zwei Reihen mit je drei Rebstöcken wird es geben.

Weinlage Bucher Weiherblick (c) by Joachim Wenk
zwischen Hecke und links
den Sträuchern kommt er hin
der "Bucher Weiherblick"


Ich habe mich dank einer Empfehlung auf die Rebschule Schmid konzentriert. Mir war es nie bewußt, dass es so viel Auswahl an Rebsorten gibt. Ich will  ja nicht wirklich Wein daraus machen, sondern möchte sie hauptsächlich als Obst verspeisen, Kuchen backen und mal sehen, was noch daraus gemacht werden kann. Unbedarft begab ich mich also auf die Seite der Rebschule und da begann das Malheur. 35 blaue, 20 rote und 49 helle Tafeltraubensorten stehen hier zu Auswahl.

Der Wein soll ja viele Jahr dann dort stehen und fruchten. Da muß die Auswahl schon sehr bewusst getroffen werden. Ich begann also mit dem Ausschlußprinzip. Die beiden Weinstöcke, die ich schon habe, sind Boskoops Glory und damit blaue Trauben. Somit muß ich mir nur noch rote und helle Reben aussuchen.

Nächstes Kriterium war die Frosthärte und die ebenfalls bei jeder Sorte angegeben Pilzfestigkeit. Da wir nicht richtig im Weinbauklima wohnen, wollte ich einfach mit den frosthärtesten Sorten auf Nummer sicher gehen. Ich mag auch nicht anfangen mich hier auch wieder um Mehltau oder sonst was zu kümmern. Daher sollte die Pilzfestigkeit, wenn denn schon genannt, auch ein Kriterium sein.

Damit grenzte ich die mögliche Anzahl bereits deutlich ein. Beim schmökern las ich dann auch noch, daß es extra ausgewiesene kernlose oder fast kernlose  Sorten gibt.  Na wenn das schon möglich ist, nehmen wir doch diese. Bei Tafeltrauben finde ich das schon schöner, wenn die Kerne fehlen oder wie auch oft angegeben so gering und weich sind, daß sie nicht stören.

Was soll ich sagen, der Nachmittag ging im Großen und Ganzen mit der Auswahl darauf. Jetzt aber habe ich glaube ich sehr schöne Rebensorten bestellt und freue mich auf das Anlegen des Weinberges.

Dort werden dann stehen:

1. zweimal Boskoops Glory
2. einmal Glenora, die neben den lediglich unauffälligen Kernen auch eine zarte Haut der Trauben vorweisen kann und sogar lagerfähig ist. Das ist sicher auch von Vorteil, wenn die Trauben dann reifen, und man die eine oder andere Traube auch einmal etwas liegen lassen kann vor dem Verzehr
3. einmal Solotoi Don mit einer Frosthärte bis -24°C und optisch auch sehr ansprechenden Trauben und Beeren
4. einmal Isabella rot mit "ausgeprägtem Tessineraroma (Erdbeerarome)"
5. einmal Einset seedless wieder mit Erdbeeraroma und guter Lagerfähigkeit.

Angebaut wird dann in der Guyot-Methode.

Wenn der Boden im Frühjahr es zulässt wir er est mit der Motorhacke so tief es geht gelockert. Vielleicht, da man das Pflanzbeet tief vorbereiten soll, muß ich an den Pflanzstellen noch mit dem Spaten auf doppelte Spatentiefe umgraben.

Dann müssen wir die  Pfosten setzen und Drähte spannen. Ich werde gut Kompost mit einarbeiten. Und ich werde Erdklee als Bodenbedeckung sähen. Weil es im Sommer dort wirklich staubtrocken ist, habe ich mir überlegt auch Drainagerohre zu jeder Pflanze mit einzugraben. Über die kann ich dann im Sommer gießen. Da es ja tatsächlich Hanglage ist, bringt oberflächliches bewässern dort garnichts, weil alles sofort in Richtung Dorfweiher davon läuft. Wenn der Wein erst einmal eingewachsen ist, benötigt er ja die Bewässerung dann nicht mehr. Ich habe  gelesen, daß seine Wurzeln viele Meter in den Untergrund vordringen. Und schließlich werden  Weinberge meines Wissens auch nicht gegossen.

Und 2018 müsste es dann die ersten Trauben geben. Ein ganz schöner Aufwand. Gut, daß so ein Weinstock dann doch ein paar Jährchen stehen bleiben kann.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Silvester im Hüttenzauber

Jetzt sind wir also schon im Jahr 2015. Wir sind gut angekommen und ich freue mich schon wirklich sehr darauf, wenn es im Garten wieder losgeht. Und ich kann es kaum erwarten, hier wieder von meinen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten.

Sicher gibt es da wieder viel zu erzählen. Im Moment taut der Schnee weg und es ist alles matschig. Im Garten tut sich nicht  viel.

Gestern hatten wir wieder einmal eine schöne Gesellschaft bei uns im Hüttenzauber. Unsere Freunde vom Stammtisch waren zu Silvesterfeier hier.

Wir haben Mittag angefangen den Ofen zu feuern. Zwei Grad über Null sind schließlich keinen gute Voraussetzung für eine gemütliche Runde.

Um 15 Uhr waren es dann schon acht Grad - über Null immerhin. Da hieß es "Gasgeben". Ich holte aus dem Brennholzvorrat richtig dicke Prügel, legte kräftig nach und öffnete die Zuluft. Fauchend stieben die Flammen durch den Brennraum. Immer wieder gingen wir nach draußen um nachzulegen. Wir mußten ja ohnehin noch Tische decken und unseren Anteil am Silvesteressen bereitstellen.

Vor zwei Wochen bereits waren alle zusammengesessen und wir nutzten das, um zu besprechen, was wir essen wollen. Fondue und Raclette sollte es sein. Wir haben untereinander besprochen, wer was besorgt und vorbereitet. Unsere Aufgabe war das Fleisch und die Kartöffelchen. Da hatte ich noch eine ganze Ladung kleine Frühkartöffelchen im Keller. Die waren genau richtig. Weil wir bis 30.12. recht eingespannt waren im Geschäft, konnte ich diesmal keine größeren Kochaufgaben übernehmen.

Silvesterparty im Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Silvester kann kommen, der Hüttenzauber ist hergerichtet
Als um 20 Uhr die Gäste kamen, hatten wir es uns schon gemütlich gemacht im Hüttenzauber. Im Fernseher lief - wer hätte es gedacht -  "Dinner for one ". Jetzt war Silvester.

Der Ofen hat es geschafft. Es ist kuschelig warm. Kurz war es etwas hektisch, da alle auf einmal und pünktlich kamen. Jetzt wurde das ganze Essen auf den Tischen verteilt und die nötigen Geräte dazu installiert. Da noch ein Hundi mit kam und mein Hund das immer wahnsinnig aufregend findet, wurde es nicht nur eng sondern auch  recht quirlig zwischen unseren Beinen. Die beiden beruhigten sich aber rasch. Schließlich war ja Silvester und man war mehr mit sich und seinen Ängsten beschäftigt.

Das kennen wir schon von den Jahren zuvor. Jeder liegt dann irgendwo und versteckt sich. Am besten mit dem Rücken zum Fenster, daß man die schlimmen Raketen nicht sieht. Unsere Fenster und die dicken neuen Wände sind nicht nur eine gute Isolierung gegen die Kälte, sondern auch eine erstaunliche Schalldämmumg. Die Angst hielt sich also in Grenzen.

Um Mitternacht schließlich verschwinden alle ein paar Häuser weiter zur Dorfmitte. Ich bleibe bei meinem Angsthasen, genau wie der andere Hundebesitzer. Auch das kennen wir bereits aus den Vorjahren. Wir sind nicht nur die beiden aus der Gruppe, die genau am gleichen Tag Geburtstag haben, sondern auch diejenigen die sich in aller Ruhe als erste Neujahr wünschen können.

Silvesterparty im Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Mitternacht und alle - außer den Hundeherrchen - sind ausgeflogen
Als die anderen wieder da sind, fließt Sekt und wir sitzen noch ein paar Stunden, bis uns die Müdigkeit übermannt. Der Raum ist mittlerweile auf fast 30°C aufgeheizt, was aber der einen oder anderen Teilnehmerin noch immer nicht zu warm ist... Also frieren  jedenfalls hat niemand müssen. Hungern auch nicht und dürsten schon gleich nicht. Und einsam war auch keiner in so einer schönen Runde. Was kann da im neuen Jahr noch schief gehen, wenn es so schön beginnt.

Ich hoffe ihr hatte auch alle einen schönen Jahreswechsel. Jedenfalls wünsche ich euch allen ein wundervolles, harmonisches, friedliches, gesundes und rundum glückliches Jahr 2015.



Silvesterparty im Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Von 2°C auf 28°C in wenigen Stunden