Donnerstag, 25. Dezember 2014

Düstere Tage mit Aussicht auf Besserung oder von der geraubten Vegetationsgöttin in der Unterwelt

So nun ist Weihnachten also in vollem Gange. Schön ist es bis jetzt. Und nach all den ersten Familienterminen nehme ich mir nun die Zeit, ein wenig in "Google" zu stöbern und von einer Beobachtung zu berichten, die mich schon seit einigen Tagen beschäftigt.

Schaut euch mal diese Fotos an. Es handelt sich um Giersch und meine Erdbeeren.

(c)by Joachim Wenk
Mit der Vegetationsgöttin ist das
Leben der Pflanzen verschunden, ,
entführt in die Unterwelt.

(c)by Joachim Wenk
noch vor kurzem war der Giersch grün
jetzt ohne Licht und Kraft der Sonne
ist das Leben aus ihm gewichen


Man sieht förmlich wie die Lebenskraft Stück für Stück
entweicht - oder eben Blatt für Blatt

Ich denke ihr seht, was ich meine. Wie das blühende Leben sehen sie nicht aus. Aber bis vor kurzem haben sie noch richtig grün im Beet gestanden. 

Nun bin ich ja jemand, der gerne auch Wildkräuter oder Unkräuter sammelt und verspeist. Im Frühjahr als Salat. Sonst im Jahr im grünen Smoothie zum Beispiel. Und ich habe immer wieder gelesen, daß man auch im Winter, gar unter dem Schnee Wildkräuter sammeln kann. Mir war das nie so ganz geheuer. Und ich konnte mich nie dazu aufraffen. 

An anderer Stelle zum Beispiel habe ich sehr interessiert von  keltischen Bräuchen gelesen. 

Oh Stop. Bitte jetzt nicht aufhören zu lesen. Ja, ich bin selbst auch Christ und ich will hier nichts von keltischer Götterverehrung und Opferritualen propagieren. Nein! Ich finde die Naturbeobachtungen alter Völker einfach interessant. Die sind so viel tiefergehend als die unseren. Und die Kelten sind eben mir  und meinem Jahreszeitenrhythmus einfach näher als die fernen buddhistischen oder aryuvedischen Beobachtungen. 

Weil es so schön bildlich beschrieben ist, zitiere ich also wörtlich aus dem Buch "Die Pflanzen der Kelten" von Wolf-Dieter Storl. Dort heißt es im Zusammenhang mit dem keltischen Jahreskreislauf.

"In den Neumonddnächten der kalten, neblig trüben Novemberzeit endet die helle Jahreshälfte. Die Sonne steht nun im Skorpion. Sie ist schwach und kalt, als wäre sie von dem giftigen Stachel des Spinnentieres gestochen und tödlich vergiftet worden. Zum Vollmond des Jägers feiert der schwarze Gott Samain den Antritt seiner Herrschaft. Er ist ein Schlächter und Jäger. Er erledigt den Sonnenhirsch, raubt dessen Gattin, die Vegetationsgötting, und verschleppt sie in sein unterirdisches Reich. Dort herrscht sie nun als Totengöttin, hütet die Seelen Verstorbener, die schlafenden  Samen und die im Winterschlaf erstarrten Tiere. "  Und weiter steht dort :"Samain ist mit dem Wort sammeln verwandt. Nun ziehen sich die Menschen und das Vieh in die Geborgenheit von Haus und Stall zurück. Die Vögel sammeln sich und fliegen nach Süden. Die Vorräte sind nun in der Scheune, im Speicher oder Keller. Alles, was noch draußen ist"..." gehört den Geistern".

Wenn man jetzt so im tiefsten Winter ,lange nach Samain, gar zur Zeit der Wintersonnenwende nach draußen schaut und diese Zeilen liest, spürt man doch fast die vergiftete Sonne oder erkennt, wie auf den Fotos oben, die in die Unterwelt verschleppte Vegetationsgöttin. Die Kraft und das Leben jedenfalls scheinen aus den meisten Pflanzen verschwunden zu sein. Ich habe draußen in der Natur noch an einigen Pflanzen gleiches festgestellt. Mit einem Mal waren sie wie tot und gelb und verlohren die letzten Blätter.

Im Haus selbst ziehe ich mir, seit dem Samain - ihr kennt es vielleicht als Halloween- Weizengras. Selbst das wächst zur Zeit fast überhaupt nicht, braucht viel viel länger, bis es genußreif ist. Die Kraft des lebenspendenden Lichtes der Sonne fehlt einfach. Im Garten habe ich nichts mehr weiter für den grünen Smoothie oder mag es nicht verwenden, weil ich mir immer vorstelle, dass der Stoffwechsel der noch draußen stehenden Pflanzen doch auch zu dieser Jahreszeit verändert sein muß. Haben sie dann noch vorwiegend gesunde Inhaltsstoffe für mich? Darum eben trinke ich ja grüne Smoothies. Ich weiß auch, daß zum Beispiel der Mangold oder Spinat oder andere Blätter eher nachmittags geerntet deutlich weniger schädliches Nitrat aufweisen, als die in den Morgenstunden gepflückten. Im Laufe des Tages, mit der Sonneneinstrahlung, verstoffwechseln sie das gebildete Nitrat, das für uns schädlich ist. Was also, so frage ich mich ist mit Mangold, Spinat oder anderem Grün, das ich jetzt pflücke, da die Sonne quasi mit der Vegetationsgöttin in die Unterwelt verschwunden ist?

Ich denke, die Bilder zeigen mir, daß aus den Pflanzen auch das Leben verschwindet und ich jetzt, wie im Text von Storl, einfach alles was noch draußen ist, den Geistern lasse. In diesem Zustand käme ohnehin niemand darauf die Erdbeerblätter oder den Giersch zu essen. Vorher wäre es optisch zwar noch gegangen, aber sicher hat das schwindende Leben auch die guten Inhaltsstoffe aus den Pflanzen mit hinfort gewischt. Also kein Gewinn, sie zu verspeisen. Und welche Kraft könnte das mickrige Licht einer Neonröhre oder Glühbirne den Pflanzen verleihen, die sie mir dann im Smoothie wiederum zur Verfügung stellen würden? Sie wären grün und würden wachsen. Ja. Aber das in ihnen enthaltene Leben ist so viel geringer und schwächer als bei dem durch die Sonne entstandenen Kräften in den Pflanzen. Ich spüre den Unterschied bei Mixen und Schmecken grüner Smoothies aus im Winter gekauften grünen Pflanzen wie Feldsalat, Salat, Spinat etc. und dann den ersten kleinen im Frühjahr gepflückten Pflanzen draußen. Man schmeckt und spürt und fühlt so deutlich den Unterschied enthaltenen Lebens. So deutlich, daß ich mir nach dem ersten Winter in dem ich mit den Smoothies startete einen der guten und starken Mixer kaufen mußte. Der übliche Haushaltsmixer bereitete mir im Winter mit den gekauften grünen Blättern gute Smoothies. Schaffte aber bereits ab dem Frühjahr die neuen sprießenden und vor Leben strotzenden grünen Blätter nicht mehr ausreichend klein, also smooth, zu bekommen!

Ich warte einfach auf die bald wiederkehrende, verjüngte Göttin. Als Brigit reitet sie dann übers land, weckt die schlafenden Samen und schüttelt die Bäume wach. Ich finde das sind schöne Bilder für die Beobachtungen, die der aufmerksame Gärtner auch selbst in seiner gezähmten und dennoch den uralten Gesetzen folgenden Natur seines Gartens machen kann. Vorausgesetzt, er ist offen für derlei Veränderungen und lässt sich nicht blenden und betäuben vom Licht und Lärm der Zivilisation und der Vorweihnachtszeit.

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