Sonntag, 28. Dezember 2014

Weihnachten 2014 - oder wie der Winter plötzlich zu uns kam

Regelmäßig verfolge ich die Wettervorhersagen auf agrarheute.com , wo ich mit meiner Postleitzahl eine sehr genaue Wetterprognose für eben meinen Garten bekomme. Wie war ich überrascht, als ich es wieder aufrief und mir direkt die Augen wischen mußte. Zu Weihnachten soll der Wetterwechsel ganz dramatisch kommen. Gegen Neujahr dann sollen Minusrade bis weit in den zweistelligen Bereich uns zittern lassen.

Wow, das war einmal eine Aussage. Was ist jetzt zu tun, dachte ich? Gottseidank habe ich eigentlich alles so weit vorbereitet auf den Winter.

Am 1. Weihnachtsfeiertag erledige ich dann den Rest. Im Gewächshaus lege ich zur Sicherheit noch ein Vlies über meinen Spinat und Feldsalat. Kopfsalat steht auch noch darin, den werden wir jetzt gleich einmal essen, bevor er erfriert.



Vlies im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Vlies im Gewächshaus


Im Freiland stehen ein paar Pflänzchen Feldsalat. Leider ging er im Herbst nicht gut auf und aus den zwei Reihen wurde nur ein paar Reihenabschnitte.  Und wenn man dann lange nicht aufmerksam hinsieht, ist man überrascht. Diese wenigen Pflänzchen sind sehr schön gewachsen und können sicher auch geerntet werden. Ich decke auch hier Vlies darüber. Minus 15°C sollen kommen. Ich weiß nicht, ob er das aushält.

Vlies im Freiland (c) by Joachim Wenk
Vlies im Freiland

Meine beiden Weinpflanzen in Töpfen sind schon länger mit Vlies umhüllt. Jetzt stelle ich sie in die Werkstatt. Die ist unbeheizt und unter der alten Scheunentür weht es sogar etwas Schnee ins Innere.  Aber Wein ist ja auch frosthart. Ich möchte nur nicht dass er diese arge Kälte im Topf überstehen muß. 

Im Palmenhaus die Heizungen drehe ich etwas höher, damit sie den Raum dann auch bei vielen Minusgraden auf 10 - 12 Grad erwärmen können. 

So, nun ist alles gemacht, was ich noch machen kann. Ich hoffe so sehr, daß es schneit, bevor die große Kälte kommt. Bei  uns ist es oft so, daß plötzliche Kälteeinbrüche mit Temperaturen unter minus 10°C kommen und kein Schnee liegt. Kahlfrost ist aber für meine Stauden und andere Pflanzen nicht so angenehm. 

Es ist mittlerweile sehr kalt und stürmisch. Die Temperaturen schwanken so um den Gefierpunkt. Durch den eisigen Wind allerdings fühlt es sich viel kälter an. Mein  Vogelfutter geht auch zur Neige. Ich bitte schnell noch unseren Besuch für Samstag, auf der Anreise im Baumarkt zu halten und mir welches mitzubringen. Dieser Bitte wird gern nachgegangen. Wir können die kleinen Federbällchen jetzt nicht im Stich lassen. 

Am Freitag, 2.  Weihnachtsfeiertag fängt es immer wieder an leicht zu schneien. 

Winterbeginn 2014 (c) by Joachim Wenk
so beginnt er der Winter 2014/15

Winterbeginn 2014 (c) by Joachim Wenk
schön, daß ich jetzt im warmen
Haus bin und rausschauen kann


Der Schneefall wird immer häufiger, die Temperaturen sinken auf ein paar Grad unter Null und der Schnee beginnt sich im Garten zu stapeln. Unser Besuch kommt und hat schon Bange vor der Heimfahrt nach Frankfurt heute Abend. (Was sie da noch nicht wußten, kann ich hier schon einmal verraten. Die 200km nahmen fünfeinhalb Stunden Autofahrt in Anspruch!)

Jetzt werden die Vögelchen gefüttert. Ich habe ja wieder Vorrat. 

Vögel füttern im Winter (c) by Joachim Wenk
Vögel an der Futterstelle
Und jetzt ist er richtig da der Winter. Es schneit ohne Unterlass. Ich freue mich über das vor Kahlfrost schützende Mäntelchen über meine Pflanzen. Als Autofahrer allerdings ist man ständig mit Schneeräumen am Auto beschäftigt. Wir gingen zu Mittag essen und da heißt es vorher und nachher Auto befreien. Abends dann beim Schneekehren im Hof liegen schon bestimmt 12 cm Schnee. Der starke Wind häuft Scheewehen an. So haben wir einmal zwei Zentimeter, dann wieder zwanzig Zentimeter Schnee. 

Zitrone mit Laub- und  Schneemantel (c) by Joachim Wenk
Zitrone mit Laub- und
Schneemantel

Eukalyptus mit Laub- und  Schneemantel (c) by Joachim Wenk
Eukalyptus mit Laub- und
Schneemantel

Banane im Winter (c) by Joachim Wenk
irgendwo darunter sind die
Wurzeln der Banane

Korkenzieherhaselnuß im Schnee (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß im Schnee
Und heute am Sonntag, dem leider letzten Tag einer Reihe freier Tage über Weihnachten scheint die Sonne. Der Schneefall hat aufgehört und der Garten ist schön eingepackt. Die große Kälte kann kommen. Aber wird sie kommen? Die Vorhersagen sind schon wieder deutlich harmloser geworden. Vielleicht wird es garnicht so arg und bitter kalt. 

Blick in den Wintergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Wintergarten

Blick in den Wintergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Wintergarten 


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Düstere Tage mit Aussicht auf Besserung oder von der geraubten Vegetationsgöttin in der Unterwelt

So nun ist Weihnachten also in vollem Gange. Schön ist es bis jetzt. Und nach all den ersten Familienterminen nehme ich mir nun die Zeit, ein wenig in "Google" zu stöbern und von einer Beobachtung zu berichten, die mich schon seit einigen Tagen beschäftigt.

Schaut euch mal diese Fotos an. Es handelt sich um Giersch und meine Erdbeeren.

(c)by Joachim Wenk
Mit der Vegetationsgöttin ist das
Leben der Pflanzen verschunden, ,
entführt in die Unterwelt.

(c)by Joachim Wenk
noch vor kurzem war der Giersch grün
jetzt ohne Licht und Kraft der Sonne
ist das Leben aus ihm gewichen


Man sieht förmlich wie die Lebenskraft Stück für Stück
entweicht - oder eben Blatt für Blatt

Ich denke ihr seht, was ich meine. Wie das blühende Leben sehen sie nicht aus. Aber bis vor kurzem haben sie noch richtig grün im Beet gestanden. 

Nun bin ich ja jemand, der gerne auch Wildkräuter oder Unkräuter sammelt und verspeist. Im Frühjahr als Salat. Sonst im Jahr im grünen Smoothie zum Beispiel. Und ich habe immer wieder gelesen, daß man auch im Winter, gar unter dem Schnee Wildkräuter sammeln kann. Mir war das nie so ganz geheuer. Und ich konnte mich nie dazu aufraffen. 

An anderer Stelle zum Beispiel habe ich sehr interessiert von  keltischen Bräuchen gelesen. 

Oh Stop. Bitte jetzt nicht aufhören zu lesen. Ja, ich bin selbst auch Christ und ich will hier nichts von keltischer Götterverehrung und Opferritualen propagieren. Nein! Ich finde die Naturbeobachtungen alter Völker einfach interessant. Die sind so viel tiefergehend als die unseren. Und die Kelten sind eben mir  und meinem Jahreszeitenrhythmus einfach näher als die fernen buddhistischen oder aryuvedischen Beobachtungen. 

Weil es so schön bildlich beschrieben ist, zitiere ich also wörtlich aus dem Buch "Die Pflanzen der Kelten" von Wolf-Dieter Storl. Dort heißt es im Zusammenhang mit dem keltischen Jahreskreislauf.

"In den Neumonddnächten der kalten, neblig trüben Novemberzeit endet die helle Jahreshälfte. Die Sonne steht nun im Skorpion. Sie ist schwach und kalt, als wäre sie von dem giftigen Stachel des Spinnentieres gestochen und tödlich vergiftet worden. Zum Vollmond des Jägers feiert der schwarze Gott Samain den Antritt seiner Herrschaft. Er ist ein Schlächter und Jäger. Er erledigt den Sonnenhirsch, raubt dessen Gattin, die Vegetationsgötting, und verschleppt sie in sein unterirdisches Reich. Dort herrscht sie nun als Totengöttin, hütet die Seelen Verstorbener, die schlafenden  Samen und die im Winterschlaf erstarrten Tiere. "  Und weiter steht dort :"Samain ist mit dem Wort sammeln verwandt. Nun ziehen sich die Menschen und das Vieh in die Geborgenheit von Haus und Stall zurück. Die Vögel sammeln sich und fliegen nach Süden. Die Vorräte sind nun in der Scheune, im Speicher oder Keller. Alles, was noch draußen ist"..." gehört den Geistern".

Wenn man jetzt so im tiefsten Winter ,lange nach Samain, gar zur Zeit der Wintersonnenwende nach draußen schaut und diese Zeilen liest, spürt man doch fast die vergiftete Sonne oder erkennt, wie auf den Fotos oben, die in die Unterwelt verschleppte Vegetationsgöttin. Die Kraft und das Leben jedenfalls scheinen aus den meisten Pflanzen verschwunden zu sein. Ich habe draußen in der Natur noch an einigen Pflanzen gleiches festgestellt. Mit einem Mal waren sie wie tot und gelb und verlohren die letzten Blätter.

Im Haus selbst ziehe ich mir, seit dem Samain - ihr kennt es vielleicht als Halloween- Weizengras. Selbst das wächst zur Zeit fast überhaupt nicht, braucht viel viel länger, bis es genußreif ist. Die Kraft des lebenspendenden Lichtes der Sonne fehlt einfach. Im Garten habe ich nichts mehr weiter für den grünen Smoothie oder mag es nicht verwenden, weil ich mir immer vorstelle, dass der Stoffwechsel der noch draußen stehenden Pflanzen doch auch zu dieser Jahreszeit verändert sein muß. Haben sie dann noch vorwiegend gesunde Inhaltsstoffe für mich? Darum eben trinke ich ja grüne Smoothies. Ich weiß auch, daß zum Beispiel der Mangold oder Spinat oder andere Blätter eher nachmittags geerntet deutlich weniger schädliches Nitrat aufweisen, als die in den Morgenstunden gepflückten. Im Laufe des Tages, mit der Sonneneinstrahlung, verstoffwechseln sie das gebildete Nitrat, das für uns schädlich ist. Was also, so frage ich mich ist mit Mangold, Spinat oder anderem Grün, das ich jetzt pflücke, da die Sonne quasi mit der Vegetationsgöttin in die Unterwelt verschwunden ist?

Ich denke, die Bilder zeigen mir, daß aus den Pflanzen auch das Leben verschwindet und ich jetzt, wie im Text von Storl, einfach alles was noch draußen ist, den Geistern lasse. In diesem Zustand käme ohnehin niemand darauf die Erdbeerblätter oder den Giersch zu essen. Vorher wäre es optisch zwar noch gegangen, aber sicher hat das schwindende Leben auch die guten Inhaltsstoffe aus den Pflanzen mit hinfort gewischt. Also kein Gewinn, sie zu verspeisen. Und welche Kraft könnte das mickrige Licht einer Neonröhre oder Glühbirne den Pflanzen verleihen, die sie mir dann im Smoothie wiederum zur Verfügung stellen würden? Sie wären grün und würden wachsen. Ja. Aber das in ihnen enthaltene Leben ist so viel geringer und schwächer als bei dem durch die Sonne entstandenen Kräften in den Pflanzen. Ich spüre den Unterschied bei Mixen und Schmecken grüner Smoothies aus im Winter gekauften grünen Pflanzen wie Feldsalat, Salat, Spinat etc. und dann den ersten kleinen im Frühjahr gepflückten Pflanzen draußen. Man schmeckt und spürt und fühlt so deutlich den Unterschied enthaltenen Lebens. So deutlich, daß ich mir nach dem ersten Winter in dem ich mit den Smoothies startete einen der guten und starken Mixer kaufen mußte. Der übliche Haushaltsmixer bereitete mir im Winter mit den gekauften grünen Blättern gute Smoothies. Schaffte aber bereits ab dem Frühjahr die neuen sprießenden und vor Leben strotzenden grünen Blätter nicht mehr ausreichend klein, also smooth, zu bekommen!

Ich warte einfach auf die bald wiederkehrende, verjüngte Göttin. Als Brigit reitet sie dann übers land, weckt die schlafenden Samen und schüttelt die Bäume wach. Ich finde das sind schöne Bilder für die Beobachtungen, die der aufmerksame Gärtner auch selbst in seiner gezähmten und dennoch den uralten Gesetzen folgenden Natur seines Gartens machen kann. Vorausgesetzt, er ist offen für derlei Veränderungen und lässt sich nicht blenden und betäuben vom Licht und Lärm der Zivilisation und der Vorweihnachtszeit.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Probesitzen im Bagger - der wird im kommenden Jahr noch eine wichtige Rolle spielen

Es ist ein  Mini-Bagger, aber wenn man davor steht, die Mechanik sieht und auch darauf sitzt, gewinnt man durchaus Vertrauen in ihn. Der wird unser großes Gartenprojekt 2015 schon schaffen. Auf alle Fälle wird er es schneller und leichter schaffen, als wir mit Schaufeln und Eimern.


Was ist das nun für ein Projekt? Ich habe schon einmal erwähnend davon gesprochen. Wir wollen vorhandene Betonplattenwege entfernen und durch Pflaster ersetzen. In dem Zuge werden auch neue, zum Teil wirklich auch praktisch nötige Wege angelegt.

Ich habe die allergrößte Hochachtung vor dem Vorbesitzer. Er hat die vorhandenen Wege in Handarbeit ausgehoben und die Betonplatten selbst gegossen. Ich weiß garnicht, wie man das schaffen kann.

Jedenfalls haben wir dafür Gottseidank einen  Bagger. Und ihr meint jetzt  sicher,  wir sind vollkommen übergeschnappt, einen Bagger zu kaufen.  Aber ich muß natürlich dazu sagen, dass es nicht unser Bagger ist. Er gehört meinem Cousin, der ihn auch bedienen kann  - und bedienen wird. Wir haben ihn nur am Wochenende das erste mal gesehen und anfassen dürfen. Er hat ihn selbst noch nicht lange.



(c) by Joachim Wenk
Volker als Baggerfahrer


In der Panoramaaufnahme sieht man den Weg vom Haus, vorbei am Hüttenzauber und Werkstatt und Palmenhaus hinter zum Gemüsegarten. Der ist zum Teil schon nur noch Schotter, weil der Beton wegplatzt. Daher soll er komplett entfernt werden. Neu dazu kommen ein Weg links im Bild am Beet hinter der Holzbank entlang. Hoch zum Hauptweg. Neu und dringend notwendig ist auch ein Weg hinten im Garten vom Hauptweg am großen Staudenbeet entlang. Hier ist er dann zugleich ordentliche Begrenzung, Mähkante und dient mir dazu, nicht immer in der matschigen Wiese herumstapfen zu müssen. Er wird um den Gemüsegarten herum, an der Scheune entlang zum Hinterausgang führen. Dort ist jetzt wieder, wie jeden Winter, die Grasnarbe offener matschiger Erde gewichen. Zum Gassigehen benutze ich diesen Weg täglich und der ist im Winter ständig nass, wie die gesamte Wiese.

So jedenfalls ist die Planung, die wir bereits ziemlich bald nach dem Einzug aufstellten. Aber Zeit und Geld ist immer knapp und muß wohlüberlegt eingeteilt werden. Wir hoffen sehr, daß wir dieses wirklich große Garten-Projekt 2015 endlich realisieren können.  Bis dahin läuft die Planung jedenfalls weiter.

Panoramafoto Garten (c) by Joachim Wenk
Panoramafoto Garten


Wir hatten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sieben Grad unter Null. Von Montag bis Mittwoch war ich nur am Frieren. 

Dann kam plötzlich der Frühling!

So jedenfalls hat es sich am Samstag im Garten angefühlt. Zehn Grad über Null, kein Wind und sogar die Sonne zeigte sich. Die Luft und das Licht waren fast wie vielleicht im Februar. Da hielt uns nichts im Haus. 

Volker ist fleißig weiter am Isolieren der Werkstatt. Ein Stückwerk, das sich noch über viele Monate hinziehen wird. Sie ist vollgestopft, noch immer unverändert seit der Übernahme des Hauses. Man muß also immer eine  Wand oder Fläche freiräumen, kann dann arbeiten und muß wieder räumen, bevor man eine weitere Fläche isolieren kann. 

Weil er sich die Arbeit nicht zweimal machen will, hat er sich bei der Arbeit entschlossen auch die Decke mit zu isolieren. Dazu muß man wissen, dass diese einfach aus Balken besteht und von unten mit altem Sperrholz verkleidet ist. Oben drüber war der Heuboden des Vorbesitzers für die Kaninchen und Schafe. 

Wer so etwas kennt, weiß sicher, was passiert, wenn man so eine alte Deckenplatte abmacht. Es kommt zuerst einmal ein ganzer Schwung uralten Heus, was zwischen den Dielen im Heuboden gefallen war, herunter. Da ist dann auch ab und an mal eine Mumie dabei, viel Staub und Dreck. Also insgesamt keine schöne Arbeit, die man eben lieber in kleinen Etappen erledigt. 



Seerose im Regenfass (c) by Joachim Wenk
Seerose in  Regenfass
Ich selbst habe meine letzte Kübelpflanze eingeräumt. Die Seerose in der Regentonne. Dazu musste ich das Wasser abschöpfen und die Seerose aus dem großen Fass herauskippen. Vom Seerosengitterkorb als Pflanzbehälter ist nichts mehr zu sehen. Nur noch Wurzeln und neue Ableger. Ich schneide die Blätter ab und verfrachte den Wurzelballen ein eine kleinere Tonne, die ich im Palmenhaus platziere. Dort kommen dann Gießkanne für Gießkanne voll Wasser hinein. Vielleicht klappt ja wirklich alles mit unserem Großprojekt nächstes Jahr, dann wird sie im kommenden Sommer im eigenen Seerosenbecken wachsen und blühen können. 
Wurzelballen Seerose (c) by Joachim Wenk
Wurzelballen Seerose

Winterquartier Seeros (c) by Joachim Wenk
Winterquartier Seerose







Montag, 8. Dezember 2014

Paprikaernte im Dezember, kein Frost, keine Sonne aber viel Arbeit fürs Frühjahr.

Das Ernten nimmt einfach kein Ende.  So habe ich heute die restlichen 50 Glockenpaprikas geerntet.  Die Pflanze steht mittlerweile seit etlichen Wochen, ausgegraben aus dem Gewächshaus  und einen Blumentopf gepflanzt,  im Überwinterungsraum der Kübelpflanzen. Dort im Palmenhaus hat es ca. 12°C und ich bin gespannt, ob sie einen zweiten Winter auch übersteht.

Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika

Obwohl die große Menge Hasel-Nüsse im Herbst ja auf einen harten Winter hindeuten sollte, gibt der sich abermals sehr handzahm.  Bis jetzt jedenfalls. Wir hatten noch immer keinen nennenswerten Frost. Der Grünkohl schmeckt daher auch  eher bitter und irgendwie nicht besonders gut. Ich muß ihn also weiter stehen lassen und auf Frost warten.

Grünkohl (c) by Joachim Wenk
Grünkohl wartet noch immer auf Frost


Weil eben gerade der Frost bislang ausgeblieb, ist auch die Banane noch immer grün und nicht erfroren. Sie steht tapfer im Beet und winkt mit ihren großen Blättern. 

Winterharte Banane (c) by Joachim Wenk
winterharte Banane


Im Gemüsegarten sieht es  wüst aus. Die Phacelia als Gründünger ist noch sehr schön grün. Der Buchweizen hingegen ist schon angefroren  und der Pferdemist zerfällt so nach und nach. Ein oder maximal zwei Grad Kälte müssen schon einmal gewesen sein. Und das wohl auch nur kurz gegen morgen.

Ich stehe immer wieder staunend in meinem Gemüsegarten und, wüsste ich es nicht aus eigener Erfahrung, so würde ich niemandem glauben, daß hier bald wieder knackige Gemüse wachsen, dass überhaupt etwas wächst. Dass die Natur ihre Ruhe beendet und von Abbau zu Aufbau wechselt. Dass Licht und Wärme und Leben zurück kehren. 

Gemüsegarten im Dezember (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Dezember

Mulch und Gründünger im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mulch und Gründünger im Gemüsegarten

Durch die kahlen Äste der Walnuß kann man jetzt schön die Paul's Himalayan Musk Ramblerrose sehen. Die Zweige hängen mittlerweile schön wieder nach Unten aus dem Ästen heraus. Sie ist gut verzweigt und auf dem Foto nicht so leicht erkennbar, hat auch bereits die nächste Etage im Baum erklommen. Sie macht sich dann auch weiter  oben  breit. Das wird wieder ein Blütenrausch werden im Juni.
Ramblerrose im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose im Walnußbaum


Auch wenn es jetzt gerade ruhig ist im Garten, so entdecke ich doch überall schon wieder die als nächstes zu erledigenden Arbeiten. Bis zum Jahreswechsel allerdings ist Ruhe. Ruhe für mich und Ruhe für den Garten. Dann im neuen Jahr müssen wieder viele Haselnußsträucher mächtig ausgelichtet werden, Holunderbüsche gekappt, der Flieder reduziert und eine Esche gefällt werden.

Und das neue  Gewächshaus benötigt dann dringend eine Dachwäsche. Durch das Grün von den Algen kommt die erste, freudig erwartete Frühjahrssonne sond nicht hindurch. 

Veralgtes Gewächshausdach (c) by Joachim Wenk
veralgtes Gewächshausdach


Apropos Sonne, wie ist das denn bei euch so in den anderen Regionen Deutschlands? Wir jedenfalls haben seit Wochen keine Sonne mehr gesehen. Es ist nur grau. Immerfort. 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

In Erinnerungen schwelgen und an die Zukunft denken - Samenbestellung für die kommende Saison

Wie viel Zeit man doch hat, wenn man nicht im Garten arbeitet.

Gestern habe ich, um meine Weihnachtsbäckerei so nach und nach abzurunden, noch ein Blech Lebkuchen gebacken und schön dick mit Schokolade überzogen.

Da war es schon stockdunkel. Aber nicht, daß ihr jetzt meint, ich backe tief in der Nacht noch Lebkuchen. Nein, der Nebel und der Winter sind daran schuld.

Kaum war die Mittagsstunde verstrichen, begann der Nebel immer dichter zu werden. Mit der verschwindenden  Sonne, falls da überhaupt eine war, machte sich Dunkelheit breit.

Bereits um halb vier Uhr nachmittags zog ich mich an und schleppte meinen Hund durch den Dunst und über die Feldwege. Schleppen ist der richtige Ausdruck für das, was wir beide da vollzogen haben. Wirklich unglaublich, wie stur und verlangsamt so ein älterer Herr sein kann, wenn man ihn vom bollernden Kaminofen hinaus ins Freie zwingt.

Wieder daheim machte ich mich also an den Schokoladenüberzug auf den Lebkuchen. Danach gab es ein rasches Resteessen. Manch einer  folgt der Werbung im Fernsehen und kauft sich tiefgekühlte, belegte Baguettes zum Backen im Backofen. Ich dagegen öffne den Kühlschrank, rühre aus allen möglichen Resten und ein wenig Gemüse eine leckere Masse an, streiche sie auf Scheiben des altbackenen Brotes und Semmeln und schiebe sie ins Rohr. Köstlich, ohne Konservierungs-und Zusatzstoffe und die Reste sind auch weg.

So gestärkt und doch schon sehr zufrieden über all das Vollbrachte des heutigen Tages mache ich mich daran, meine Gemüsesamen für das kommende Jahr zu bestellen. Wir sehen nebenher fern, der Hund schnarcht unterm Sofatisch, es ist herrlich warm und der Tag noch so lang. Wunderbar. Wäre es Sommer und ich im Garten, so wäre ich um diese Zeit noch lange nicht im Haus und könnte irgendwelche Tätigkeiten hier erledigen.  Wie schön, dass es dunkler und kalter Winter ist. Da hat man einfach mehr Zeit.

Ich habe die letzten Tage mit meinem neuen Gartenbuch vom Geburtstag und meinen eigenen Aufzeichnungen die Aussaattabelle ergänzt und verändert.

Aussaattabelle (c) by Joachim Wenk
Aussattabelle 


Jetzt weiß ich, was ich möchte und bestelle die Samen. Eine lange lange Liste ist das. Neue Sorten einer Gemüseart will ich probieren, wenn der Katalog andere Sorten parat hat. Auch ein paar neue Gemüse sind dabei. Ein paar finde ich im Bingenheimer Saatgutkatalog nicht, da muß ich auf den Katalog vom Biogartenversand warten.  Den sehne ich sowieso herbei. Ich habe noch nirgends so viele Kartoffelsorten gesehen und freue mich auf meine Bestellung. Ich liebe einfach Kartoffeln.

Ich werde 2015 eine andere Sorte Weißkraut probieren. Sie soll vorzüglich für Sauerkraut sein. Und mein Sauerkraut in Gläsern dieses Jahr hat mich absolut überzeugt. Das wird ausgebaut.

Mehr, oder besser ausgedrückt überhaupt Kräuter werden nächstes Jahr mein Sortiment ergänzen. Die habe ich dieses Jahr schlichtweg im Eifer des Gefechtes vergessen. Erst in der Küche dann habe ich diesen Fehler bemerkt.

Verschiedene Gründüngung habe ich mir besorgt. Keine Kreuzblüter, da ich davon schon mehr als genügend Gemüsepflanzen habe und man ja die Fruchtfolge etwas bedenken sollte. Auch wegen der Schädlinge, die speziell die Kreuzblüter befallen.

Ich habe einige Stickstoffsammler dabei, weil das der Bestandteil des Bodens ist, der bei mir fehlt.

Leider gab es bei Bingenheim auch keinen Erdklee. Den habe ich wo anders bestellt. Der soll bei  Möhren die Möhrenfliege fernhalten. Da ich keine Zwiebeln essen kann, baue ich auch keine an. Genau die würden - angeblich - ja aber auch die Fliege fernhalten. Meine wenigen Möhrchen dieses Jahr wiesen ihre Fraßstellen auf. Vielleicht nützt der Klee etwas. Aber dazu müssen die Möhren eben erst keimen und gewachsen sein.

Neuseeländer Spinat habe ich auch besorgt. Ich will ihn als Blattgemüse anstatt Mangold, den keiner bei uns isst,  versuchen. Und hier habe ich gelesen, daß er als Unterpflanzung bei Tomaten die Braunfäule fernhalten soll. Warum er das tut, stand dort nicht. Vielleicht ist es nur die Tatsache, daß überhaupt flächig unter den Tomaten der Boden bewachsen ist und der Pilz nicht bei Regen und den heraufspritzenden Erde-Teilchen auf die unteren Blätter gelangen kann.

Sabines Bericht über die Artischocken ist mir auch noch im Gedächtnis und die schönen lila Blüten. Ich bestelle einfach mal ein Tütchen Samen mit und werde mir, wenn sie denn keimen und wachsen, ein oder zwei ins Staudenbeet stellen.

Blumen habe ich kaum bestellt. Hier verlasse ich mich auf meine Stauden. Ich ziehe ja all mein Gemüse aus Samen selbst.  Um nun auch noch für den Blumenschmuck Einjähriger zu sorgen, genügt einfach mein mir zur Verfügung stehendes Zeitbudget nicht aus.

Trotzdem die Zinnien waren sehr zuverlässig dieses Jahr und ich fand eine höchst seltene braun-gelb-grünliche Mischung. Die wird probiert. Und die Sonneblumen werden abermals probiert. Seit vielen Jahren versuche ich vergebens Sonnenblumen zu haben. Jedes Jahr ist , wenn überhaupt, nur eine einzige Pflanze. Nächstes Jahr ziehe ich sie in Töpfen vor. Ich habe dieses Jahr niedrige Sonnenblumen von weniger als zwei Metern Höhe, dafür mit vielen kleinen Blüten gehabt. Also eben nur eine einzige Pflanze. Die war aber so schön, daß ich es einfach noch nicht aufgebe.

Seidenmohn. Über seine Samen bin ich auch gestolpert. Unter all den Blüten bin ich, ohne gezielt etwas zu suchen,  an seinem Bild hängen geblieben. Einjährig, relativ schneckensicher. Eine rot-weiß-rosa  Mischung mit großen Blüten, die sich in der Vase öffnen, wenn sie rechtzeitig geschnitten werden. Den probiere ich.  Mein Staudenmohn blüht nur kurz im April. Der hier blüht den ganzen Sommer über. Und sicher ist es schön,  die Knospen vielleicht im Büro erblühen zu sehen. Anderer Mohn fällt gleich ab, wenn man ihn für die Vase schneidet . Mohn blüht ja auch nur kurz und dann bin ich im Job und kann ihn nicht sehen. Vielleicht beglückt mich die eine oder andere Mohnblüte nächsten Sommer ja am Schreibtisch. Ich probiere auch das.

Irgendwann aber muß ich den Katalog einfach schließen und die Bestellung abschicken. Wer soll das nur alles wieder bezahlen? Und die Arbeit, die das mit sich bringt. Sähen, behüten, pikieren, behüten, pflanzen, behüten und mit viel  Glück hier und da ein ganz klein wenig davon ernten.

Aber ich freue mich drauf. Ausruhen kann ich ja jetzt im Winter. Und das tat ich nach der anstrengenden Samenbestellung auch. Ich geselle mich zu Hund und Mann auf das Sofa vor dem Fernseher. Und auf dem Weg dorthin legte ich noch einmal ein großes Stück Holz in den Ofen.  So gefällt es uns.