Sonntag, 16. November 2014

Herbstliche Arbeit: Karpfenweiher fischen

Spät ist es dieses Jahr geworden. Weil wir aber einen so unvergleichlich milden Herbst haben, ist das kein Problem.

Gestern war es so weit und wir haben unseren großen Weiher gefischt.

Früh, noch vor dem Frühstück musste der Mönch gezogen werden, damit das Wasser abläuft. Das dauert etliche Stunden. Somit blieb Zeit, für ein gemütliches Samstagmorgen-Frühstück.

der Mönch das Regulierventil im Karpfenweiher(c) by Joachim Wenk
der Mönch - das Regulierventil im Karpfenweiher


Ich musste sowieso noch zu meinem Cousin fahren und meine Portion Fleisch holen. Ein halbes Lamm, fertig portioniert vom Demeter-Bauern. Das verspricht etliche leckere Sonntagsgerichte ohne schlechtes Gewissen ob der ganzen grauenvollen Berichte über das entsetzliche Leben der Tiere.

Bis ich wieder daheim bin, hat der Volker schon die nötigen Vorbereitungen am Weiher getroffen. Tisch und Stühle stehen bereit, Wurstweckle sind besorgt und die Batterie an Wannen ist mit Wasser gefüllt.

Picknick am Weiher (c) by Joachim Wenk
Picknick am Weiher

Wasserwannen für die Karpfen  (c) by Joachim Wenk
Wasserwannen für die Karpfen


Wäre es, wie üblich erst Oktober und noch warm beim Fischen, könnten wir das immer gleiche Schauspiel beobachten.  Mein Hund - ein Labradormsichling - darf zwar nicht in den Weiher zu den Fischen, da er sie verletzten würde. Aber er nutzt die Gelegenheit zum Baden, in dem er in eine Wanne steigt und dann von einer Wanne zur anderen weiter wandert. Somit hat er, bis die Fische kommen, in jeder Wanne schon einmal gebadet.

Heute habe ich ihn daheim  gelassen. Zum Baden ist es zu kalt, da bekommt er sonst wieder "Rücken" und ich darf wieder Schmerzmittel bei der Tierärztin holen, damit er überhaupt aufstehen kann. Ist halt auch nur ein Mensch so ein alter Hund.

Ach so ja, ihr meint, man könnte es ihm auch verbieten und ein braver Hund befolgt das gerne? Ein Labrador darf nicht ins Wasser. Diesen Befehl kann kein Labrador befolgen!

Als ich so bepackt mit einer Kanne heißen Kaffees, Keksen und Picknickgeschirr eintreffe, ist es schon fast so weit für das Fischen. Man sieht die  Rücken der schwimmenden Karpfen schon aus dem Wasser herausragen.

Karpfenweiher beim Fischen (c) by Joachim Wenk
gleich geht's an die Arbeit - die Karpfen müssen raus


Weil ich noch kein Mittagessen hatte verspeise ich schnell noch mein Wurstweckla-to-go. Ein köstliches Menü, wenn man Hunger hat.

Wurstweckla-to-go (c) by Joachim Wenk
Wurstweckla-to-go


Jetzt werden die Wathosen angezogen. Volker testet heute zum ersten mal seine neue Neoprenwathose. Das Wasser ist ja mittlerweile wirklich kalt, aber das Neopren isoliert hervorragend und ist wasserdicht. Eine sehr gute Investition.

Ich kümmere mich inzwischen um die vielen Muscheln. Dieses Jahr finde ich sehr viele kleinere Exemplare. Sie haben sich vermehrt. Am Ende sind es 36 Muscheln in meinem Eimer. Der ist so schwer, daß ich ihn kaum schleppen kann. So eine große Muschel ist gut 15cm lang und sehr massiv gebaut, vor allem das Innere.


Muscheln im Karpfennweiher (c) by Joachim Wenk
Muscheln im Karpfenweiher

Muscheln im Karpfennweiher (c) by Joachim Wenk
Muscheln im Karpfennweiher

Ich verteile sie gleich  auf die anderen  beiden Weiher. Im großen Weiher ist nun kaum noch Wasser dafür ein reges Gewusel in der Wasserfläche vor dem Mönch. Immer wieder muß der Schlamm vor dem Ablauf aufgewühlt werden und die Gitter gespült, damit wieder Wasser abfließen kann. Hier muß man gut aufpassen, daß einem kein Fisch entwischt, sonst ist er weg.

Dann geht es los. Zwei Mann stehen mit Wathosen im Schlamm und fangen mit dem Kescher die Fische. Oben am Ufer stehen wir anderen beiden und nehmen die Kescher auf. Rasch ist das Gesicht und die Brille und überhaupt alles mit Schlamm bespritzt. So ein großer Karpfen liegt schließlich nicht regungslos im Netz. Dann kommen sie in die Wannen mit Wasser und schon ist man auch unten herum eingesaut. Auch in den Wannen toben sie heftig herum und spritzen einen voll Wasser.


Treppen hinunter in den Weiher (c) by Joachim Wenk
weiter Weg nach unten in den  Schlamm

Karpfen im Kescher (c) by Joachim Wenk
erster Karpfen im Kescher


fränkischer Karpfen (c) by Joachim Wenk
fränkischer Karpfen


Und einer unserer Goldfische ist auch noch da. Der schwimmt schon viele Jahre mit den Karpfen im Weiher.
Goldfisch (C) by Joachim Wenk
Goldfisch


Herrliche Fische haben wir dieses Jahr. Sehr große und auch große. Alle absolut gesund. Wir freuen uns sehr. In den letzten Jahren hatten wir immer wieder Pech.

In einem Winter sind viele gestorben, da der Weiher zu lange zugefroren war. In einem Frühjahr muß ein Schwarm Kormorane an den Weihern gewesen sein und alle Fische bis auf den Goldfisch und die ganz großen Karpfen waren weg. Zweimal hatten viele Karpfen Wunden oder offene Stellen am Körper. Eine Krankheit oder Verletzungen von den Kormoranen?

Dieses Jahr ist es wieder einmal eine  Freude, das Fischen. Wir haben die Karpfen nur für den Eigengebrauch und brauchen daher nicht auf  die Menge achten. Dennoch werden wir im Frühjahr junge Karpfen zukaufen müssen. Zu sehr hat sich die Zahl dezimiert durch die vergangen Jahre. Ansonsten haben wir die großen alten Karpfen im kleinen Weiher. Dort laichen sie und im Herbst haben wir eine sehr große Menge winziger Kärpfchen. Die wachsen dann heran bis zur Speisegröße. Diese natürlich Brut hatten wir jetzt lange nicht in ausreichender Menge. Gestern waren vielleicht 10 kleine Kärpfchen dabei. Eher ein Zufallsprodukt.

Wahrscheinlich wären es deutlich mehr gewesen, wenn nicht ein anderes Zufallsprodukt aufgetaucht wäre.

Waller. 16 Waller in einer Größe von etwa 40 cm Länge waren mit dabei. Wir haben nie Waller eingesetzt. Da dieser Weiher aber einen Zulauf über einen Graben hat, kommt das schon einmal vor, daß Waller einwandern. Mal einer oder zwei. Aber 16, das  hat uns schon sehr überrascht.

Und weil ja Waller die Brut der Karpfen fressen, ist es nicht verwunderlich, daß nur so wenig kleine Kärpfchen K1 im Weiher waren. Wir haben nun die  Waller in den anderen Weiher gesetzt und dazu nur von den ganz großen Karpfen. Denen können sie nichts anhaben und ohne Karpfen würde so ein Weiher veralgen und zuwachsen. Daher müssen wir die auch mit einsetzten. Jetzt können wir überlegen, was wir mit den Wallern machen.

Die Waller waren die letzten Fische, die wir aus dem Schlamm gefischt haben. Jetzt geht das Sortieren los. Wanne für Wanne gehen wir jeden Fisch durch.

Ein paar Karpfen kommen mit nach Hause hinters Haus ins Fischbecken. Dort bleiben sie, bis zum jeweiligen Fischschmaus. Hier kann man sie mit einem Kescher nach Bedarf entnehmen.

Die anderen Karpfen werden notiert und kommen in die beiden übrigen Weiher.

Wenn die Arbeit vollbracht ist, werden die  Wathosen und  Stiefel abgespült und der letzte Kaffee zu einem Keks verspeist. Mittlerweile wird es schon fast dunkel. Die Tage sind ja gerade recht kurz.

Und es fängt tatsächlich an zu nieseln. Was hatten wir mal wieder Glück mit unserm Fisch-Wetter. Sogar so spät im Jahr haben wir abermals einen der schönen Tage erwischt. Erst Abends kommt ein wenig Regen.




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