Donnerstag, 27. November 2014

Alles hat seine Zeit. Jetzt ist die Zeit der Weihnachtsbeleuchtungen und Lichterketten in der dunklen, kalten Nacht.

Also die ersten Weihnachtsmärkte haben auf. Lebkuchen gibt es seit  Beginn des neuen Schuljahres und ich habe gestern unseren Türkranz installiert.

Im September Weihnachtsgebäck. Das ist mir definitiv zu früh. Ich will ja nicht nur mein Obst und Gemüse saisonal genießen, sondern ich will auch ganzheitlich, saisonal leben. Ich will die Vorteile und Nachteile jeder Saison bewußt wahrnehmen.

Wenn man rund ums Jahr Erdbeeren verspeist, freut man sich dann noch auf die guten sonnengereiften im Juni? Nein. So ist es mit den Jahreszeiten eben auch. Im November will ich gar keine Sonne und Frühlingstemperaturen. Daher ist der Nebel, die dicke  Wolkendecke und die Temperaturen knapp über Null Grad Celsius jetzt auch zur rechten Zeit am rechten Ort.

Und in dieser dunklen Zeit finde ich es immer so wunderschön, wenn abends überall schöne (!) Lichter leuchten. Das liebe ich. Und das ist der Grund, warum bei uns schon der Kranz an der Haustüre leuchtet.

Wir haben den Kranz  vor kurzem in der Gärtnerei (nicht im Billigdiscount!) erstanden. Ein Foto gab es hier im blog auch davon. Ich wartete noch auf die Post und das Paket in dem unter anderem diese hübsche Lichterkette geliefert wurde. Batteriebetrieben, für draußen und sogar mit einer Zeitschaltuhr. So etwas hatte ich auch noch nicht gesehen und bin hin und weg, wie viel Stimmung das verbreitet.

beleuchteter Türkranz (c) by Joachim Wenk
beleuchteter Türkranz
Die viele Dunkelheit und die lange Zeit, die ich jetzt im und nicht vor dem Haus verbringe, hat auch noch etwas Gutes. Ich sehe nicht so viel von der wirklich tristen Stimmung im Garten. Und wenn ich sie doch sehe, stehe ich davor und schwelge in Erinnerungen und genieße die Vorfreude. Vorfreude auf das kommende Jahr, wenn hier wieder im Frühjahr der Blütenreigen beginnt. Und Vorfreude auf die neuen Stauden und deren Blüten.

herbstliche Tristesse im Garten (c) by Joachim Wenk
herbstliche Tristesse im Garten

Es ist trotz allem gut, daß es auch einmal hell wird und ich das Haus verlasse. Sonst würde ich ja die letzten Blüten der Rosen nicht wahrnehmen können. Rosenblüten zum Ende des Novembers, des wärmsten Novembers seit Aufzeichnung dieser Wetterdaten. Zumindest so habe ich es heute im Radio gehört.

rote Rosen im November (c) by Joachim Wenk
rote Rosen im November
gelbe Rosen im November (c) by Joachim Wenk
gelbe Rosen im November

Montag, 24. November 2014

Nebel am Totensonntag, gemeinsames Kochen und Essen und laufende Vorbereitungen auf das Gemüsejahr 2015

Heute ist er da, der Totensonntag. Seinem Namen macht er wirklich alle Ehre. Noch kälter als Gestern, noch  nebliger als Gestern und noch dunkler als gestern ist es. Ein Tag zum Erschauern und Gruseln, zum Zurückziehen und ausruhen.


Nebel an Totensonntag (c) by Joachim Wenk
nebliger Totensonntag


Und genau so läuft der Tag im Großen und Ganzen bei uns auch ab.

Zuerst kommt aber noch Besuch, der unser Essen  bei uns für alle selbst kocht.  In  Gartenangelegenheiten bin ich die Tage voll und ganz vertieft in den Samenkatalog von Bingenheim und meine Aufzeichnungen der Saison 2014.

Gemeinsames Kochen

Scheußlich kalt bei nur 3°C und üblem Niese-Nebel hat es heute morgen.

Normalerweise graust es mir da ja schon immer, mit dem Hund hinausgehen zu müssen, während Volker noch in der warmen Stube ist. Heute allerdings möchte ich nicht  mit ihm tauschen. Seine Arbeit ist es, die Karpfen zu schlachten, die wir zu Mittag verspeisen wollen. Weil er das auch draußen macht,  muß auch er sich heute wirklich warm anziehen.

Später dann kommt die Schwägerin und die Karpfen werden zubereitet. Eine Panade umgibt sie, bevor sie in das heiße Fett der Friteuse wandern. Die steht gottseidank vor dem Haus und nicht im  Haus.

panierte Karpfen backen (c) by Joachim Wenk
Karpfen paniert und gebacken

Für die Nicht-Karpfenesser werden Fischstäbchen gebraten, der Kartoffelsalat und grüne Salat stehen bereit. Rasch noch eine Nachspeise zaubern und schon können die mittlerweile im Hüttenzauber wartenden restlichen Familienmitglieder verköstigt werden.

Gemütlich warm ist es in unserem neuen Hüttenzauber. Dafür haben wir allerdings auch bereits zwei Stunden vor unserer Zusammenkunft anfangen müssen, den Ofen zu feuern. Jetzt liegt der Hund ausgestreckt auf dem Teppich und wartet auf die Dinge die da übrig bleiben könnten. Wir anderen schlemmen gemeinsam unsere Karpfen, die wir vergangenes Wochenende auch gemeinsam gefischt haben. So genießen wir nun die  Früchte unserer Arbeit aus dem Projekt Hüttenzauber und der Karpfenaufzucht. Ein schönes Gefühl ist das.

Nachdem die Küche dann wieder auf  Fordermann gebracht ist und ich meine gestern wirklich noch fertiggestellten Christstollen zum Lagern weggeräumt habe, beginnt der sehr entspannte Teil des Tages.

Christstollen (c) by Joachim Wenk
Christstollen für Weihnachten 2014


Gut vorbereitet in die Gemüsesaison 2015

Ich fahre fort in meiner Gemüsegartebetrachtung der Saison 2014. Meinen doch noch zu spärlichen Aufzeichnungen und Erinnerungen versuche ich zu entnehmen, welche Sorten und welches Gemüse gut gelungen waren und welches als Reinfall zu bezeichnen ist und nicht wieder angebaut wird.

Gartenbuch, Aussaattabelle und Samenkatalog Planung im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gartenbuch, Samenkatalog und
eigene Aufzeichnungen
Vorbereitung für die Saison 2015


Die Frühkartoffel "Orla" wird nächstes Jahr nicht mehr dabei sein. Auch wenn sie die höchste Resistenz gegen Krautfäule und Schorf hat. Sie schmeckt einfach zu neutral, oder eher nach garnichts. Dafür wird nur noch die "Galactica" angebaut, die mich wesentlich mehr überzeugte.

Zucchini glaube ich werde ich vielleicht auch nicht anbauen. Dafür nehme ich einmal wieder  den noch aus frühen Kindheitstagen  bekannten Ufo-Kürbis  "Pattison Custard White" . Ich entsinne mich, daß der ganz gut geschmeckt hatte. Zudem ist die Form der Früchte einfach so schön.

Nicht mehr nehmen werde ich auch die Schlangengurke "Arola". Viel gerühmt und ein angeblich umwerfendes Gurkengeschmackserlebnis. Ich hatte sie im Gewächshaus und sie hat reichlich getragen. Allerdings waren die Früchte von klein auf nur ein Produkt aus riesigen Kernen und dicker Schale. Eigentlich kein Fruchtfleisch war an ihnen zu finden. Es ist doch eher unangenehm im Mund, wenn man statt Gurkensalat nur "Kerne in Gelee" zerbeißt. Da muß es noch andere Sorten geben, die mir besser zusagen.

Wieder ins Gewächshaus kommt auf alle Fälle die Tomate "Tica" die so schöne gleichmäßige und wohlschmeckende Früchte brachte. Auch die lila Kohlrabi "Azur Star" war rund ums Jahr ein großer Erfolg und steht wieder auf der Liste.

Neu wird sein der Neuseeländer-Spinat, den ich unbedingt als Blattlieferant nach dem Spinat und der Melde testen will. Und ich habe einen dunkel blaugrünen Grünkohl  oder eben Federkohl gesehen, der auch in wärmern Regionen wächst und keinen Frost vor dem Verzehr benötigt. "Nero di Toscana" heißt er. Bei mir ist es normalem Kohl auch zu warm. Vielleicht wächst der toscanische Kohl in meinem Gemüsegarten besser. Einen Versuch ist es wert, da er auch optisch sehr ansprechend aussieht.

Ich gehe meine  selbst erstellte Aussaatliste in alphabetischer Reihenfolge durch. Bis zum Buchstaben "K" bin ich schon gekommen. Bis hierhin weiß ich schon sicher, welche Sorten gesät werden. Die restlichen Buchstaben folgen jetzt so nach und nach.

Es ist toll immer mehr von den eigenen Erfahrungen im Gemüse-Garten profitieren zu können. Dabei helfen wirklich die Aufzeichnungen aus dem laufenden Jahr. Wann habe gesät und gepflanzt und geerntet. Was ist mir an der Sorte aufgefallen, wie hat das Ergebnis geschmeckt? Gab es Krankheiten oder ist es erst garnicht gewachsen. Genau das letztgenannte machen bei mir Rüben. Dabei ist es egal ob Mairüben oder  Steckrüben. Das habe ich dieses Jahr zum letzten Mal versucht! So kristallisieren sich so nach und nach die persönlichen Lieblingssorten heraus und werden dann zu liebgewonnenen Begleitern durch die Jahre.

Nächstes Jahr werde ich noch gewissenhafter gerade die Säh-, Pikier- und Auspflanzzeiten oder das Erntefenster notieren. Das ist wichtig für den Ablauf im kommenden Jahr. Gerade wenn wie bei manchen Kohlsorten auf den Tüten und im Katalog nur steht, wann sie gepflanzt werden sollen. Das nützt mir nicht allzu viel, wenn ich mit den Samen in der Hand vor meinen Topfplatten stehe und überlege, wie lang wohl die Vorkultur ist, bis zum Pflanzen. Soll ich schon sähen oder nicht. Dass genau diese Zeiten von Bedeutung sind, habe ich auch im eigenen Garten erfahren. Zu früh im Sommer sähen oder zu spät im Herbst pflanzen kann die Ernte total vermiesen oder verhindern. Daher ernte ich diesen Winter keinen Rosenkohl, obwohl etliche Pflanzen,  zu spät gepflanzt,  im Beet stehen Viele Röschen haben sie angesetzt, die aber nicht mehr wachsen konnten.  Also muß ich hier wirklich auch eigene Werte notieren. Ein Vorsatz für 2015.

Mittlerweile ist es längst dunkel. Das  Wochenende geht zu Ende und ich freue mich jetzt auf einen gemütlichen Abend am Stammtisch. Lockere Unterhaltung über wichtige Dinge, die die Welt bewegen, gutes Essen und leckeres Bier.  Uns geht es doch einfach gut. Und das ist ein sehr befriedigendes Resumee aus diesem Tag und dem  neblig-schaurigen Totensonntags-Wochenende.

Samstag, 22. November 2014

Fotosafari im Nebel und ein unauffälliger, schwarzer Verfolger

Es ist Samstag morgen.  Ein Samstag Ende November und der Tag vor Totensonntag.

Das Wetter ist genau so, wie man sich so ein Totensonntagswochenende ausmalt. Die Stimmung ist irgendwie sehr gedämpft, ruhig und doch locker oder entspannt. Diesig ist es, der Himmel wolkenverhangen und unzählige winzig kleine Wassertröpfchen schwängern die Luft. Es ist kalt bei etwa vier Grad. Ich denke an die Wochenende im Sommer. Die sind so ganz anders. Nicht besser oder schlechter, aber eben anders.

Von meinem gemütlichen Wochenendfrühstück hält mich das nicht ab. Nach der Gassirunde fahren wir zum Dorfladen einkaufen. Schlechte Nachrichten empfangen uns dort und unterstreichen nur die Totensonntagsatmosphäre dieses Wochenendes. Die Mutter vom Ladenbesitzer ist ihrem langen Krebsleiden erlegen. Das macht einen betroffen und schweigsam.

Wir setzen unseren Einkauf fort. Ein paar Dörfer weiter hat die dortige Gärtnerei Adventsausstellung. Wir decken uns ein mit Adventskranz, Grabgesteck und einen Türkranz für die Haustür. Ich nehme noch ein paar Erika mit. Durch den milden Herbst habe ich meine Geranien im Steintrog im Vorgarten erst sehr spät heraus gemacht. Danach bin ich nicht mehr dazu gekommen, mich um eine Winterbepflanzung zu kümmern. Jetzt stehen ein paar doch recht verlassen wirkende Erika im Trog. Weil immer noch zu viel alte Erde zu sehen war, habe ich Fichtenzweige darum drappiert. Einen Floristenpreis gibt mir dafür wohl niemand. Aber es sieht wenigstens nicht mehr so ungepflegt und vernachlässigt aus.

vorweihnachtlicher Türkranz (c) by Joachim Wenk
vorweihnachtlicher Türkranz


Erika im Steintrog (c) by Joachim Wenk
"Herbstbepflanzung" im Steintrog


Nach dem Mittagessen ziehen wir uns an für den Garten. Auch das unterscheidet sich deutlich von der Gartenkluft im Sommer. Ich muß selbst schmunzeln, wie viele Schichten an Unterhosen, Hosen, Shirts, Hemden, Pullis und Jacken ich mir überstülpe. Es wird sich als nicht übertrieben erweisen.

Volker macht sich in der Werkstatt an die Arbeit. Die Wand, hin zum Hüttenzauber muß noch isoliert werden.
Isolierung der Werkstattwand (c) by Joachim  Wenk
Isolierung in der Werkstatt

IBei mir ist wieder das Laub dran. Nußlaub wandert in die geleerte Biotonne und Haselnußlaub auf die Herbstanemonen als Winterschutz. Selbst mit Besen und Eimer ausgestattet, auf der wackeligen Leiter balancierend, geht es nur ums Laub. Die Dachrinne am Hüttenzauber gleicht eher einem Laubkomposter als einer Dachrinne. Vor den kommenden Regenmonaten sollte das dringend geändert werden.

Und wenn im  Sommer oft das Wetter gen Nachmittag und Abend besser wurde, die Sonne voll herauskam, sollte sie nicht bereits früh morgens am Himmel stehen, so ändert sich das Wetter heute genau anders herum. Die Wassertropfen in der Luft werden mehr, die Temperatur sinkt und Nebel verschleiert die Sicht.

Ich freue mich, bald rein zu gehen und mit der Weihnachtsbäckerei zu beginnen. Die Zutaten für zwei köstliche Christstollen sind besorgt und warten auf ihre Verarbeitung. Gleichzeitig würde ich euch so gern etwas von meinem sehr kurzen Gartentag im November berichten.

Und los geht's zur Fotosafari.

Richtig frisch und beinahe frühlingshaft im Vergleich zu den anderen Fotos sieht es im Gewächshaus aus.

Spinat und Salat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
frühlingshaftes Grün im  Gewächshaus


Die Sonnenblume davor allerdings hat den Totensonntags-Blues.


Sonneblume im November (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume mit November-Blues

Erstaunt bin ich über das leuchten mancher bunter Blätter. Sie kommen im Foto deutlich strahlender heraus, als sie in Wirklichkeit sind.

leuchtendes Laub im Novembergrau (c) by Joachim Wenk
leuchtendes Laub im Novembergrau


Der Gemüsegarten ist gut gemulcht für den Winter. So sieht er auch aus.

Laubmulch im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im November mit Laubmulch
Das ist der Grund, warum der Zaun vom Hühnerlauf, der jetzt mein Gemüsegarten ist, noch dran bleibt. Männliche Hunde da gewisse biologische Angewohnheiten, die ich selbst gerade im Gemüsegarten so überhaupt nicht akzeptieren kann...

Hundeschutzzaun am Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Hundeschutzzaun am Gemüsegarten


Den Hühnern beim Nachbarn macht das triste Wetter nichts aus. Sie scharren ungeniert weiter auf der Suche nach Leckereien.

Hühner im Garten (c) by Joachim Wenk
Nachbars Hühner


Unser viel gelobter Ausblick zum Dorfweiher, findet sicher vorwiegend im Sommer seine Bewunderer. Heute kann man den Weiher und die Häuser gegenüber nur erahnen.

vernebelte Aussicht (c) by Joachim Wenk
vernebelte Aussicht


In der Wiese liegen immer wieder Äpfel die noch vom Nachbarsbaum fallen.

letztes Fallobst in der Wiese (c) by Joachim Wenk
letztes Fallobst in der Wiese


Unermüdlich versuchen die Färberkamillen gegen das Grau des Herbstes anzukämpfen.

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
unermüdliche Färberkamille



Ich erlebe immer wieder ganz bewußt diese wirklich krassen Unterschiede der Jahreszeiten. Wie kann es sein, dass dieses triste stachelige Gestrüpp im Mai den ganzen Garten und seine Umgebung mit dem süßesten Duft den ich kenne erfüllen kann? Ausströmend von den wirklich unzählbaren weißen Blütchen mit den roten Staubgefäßen. Es ist ein sehr alter und sehr großer Weißdornstrauch.

Weißdorn ganz links im Bildrand


Und je dichter der Nebel wird, desto mehr habe ich das schaurige Gefühl, von einem schwarzen Schatten verfolgt zu werden. Manchmal berührt er mich unverhofft von hinten, wenn ich versunken in meine Fotomotivwahl am Boden kauere. Kalt ist sie die Berührung und eher wie ein Darüberstreifen, fast ohne Druck ausgeübt. Aber ich spüre den Hauch eines Atems und manchmal höre ich  auch ein kaum wahrnehmbares aber doch ergreifendes Winseln, fast ein Stöhnen um mich herum.

Huch, da kommt er schon wieder hinter den Stauden hervor, der Schatten.

Nein, der Nebel und die Totensonntagswochenendstimmung ist nicht gut für mich. Ich denke ich schnappe mir den Max mit seiner kalten und feuchten Hundenase, dem es langweilig ist und der Hunger hat, und gehe mit ihm ins Haus. In der warmen Küche Stollen backen macht mir heute glaube ich mehr Spaß.

schwarzer Schattenbegleiter mit eiskalter Nase (c) by Joachim Wenk
schwarzer Schatten-Begleiter
 mit eiskalter Nase



Mittlerweile ist es auch fast dunkel und der kurze Gartentag mit nicht allzuviel Arbeit geht zu Ende. Die Bilder zeigen ganz schön die Stimmung des heutigen Tages. Aber immerhin, ich war in meinem geliebten Garten  und habe hier und da ein wenig gewerkelt. Ein schönes Gefühl ist es,  jetzt geschützt, trocken und warm im Haus sein zu dürfen. Für den Schatten und für mich.

Donnerstag, 20. November 2014

Endlich ist alles an Kübelpflanzen eingeräumt, der Frost kann kommen.

Es ist vollbracht.

Volker hat sich überreden lassen, mit mir die restlichen Palmen ins Winterquartier zu schleppen.

Puhhh ganz schön voll da drinnen. Und immer dunkler wird es auch. Ich überlege, ob ich eine Pflanzenleuchte anstatt der Neonröhre an die Decke montiere. Die würde dann die Palmwedel mit etwas Licht versorgen.

Die Hanfpalme war ein Sämling mit dem einen typischen Blatt für Palmensämlinge. Ich habe sie vom Campingurlaub am Lago Maggiore mitgebracht.

Hanfpalme im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
Hanfpalme im Winterquartier
Die Washingtonia habe ich selbst aus einem Samen gezogen und die Dattelpalme kam vom Discounter. Das alles ist schon sehr lange her.


Washingtonia und  Dattelpalme (c) by Joachim Wenk
Washingtonia und
Dattelpalme
Jetzt sind definitiv alle Kübelpflanzen eingeräumt.

Hier könnt ihr folgende Pflanzen finden: Drachenbaum von Gran Canaria, Oleander von Gran Canarai, Feige vom Gartenversand, Geranien von der  Vorbesitzerin und einige andere im Hintergrund.

Winterquartier für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Winterquartier für Kübelpflanzen

Und hier? Vielleicht erratet ihr sie ja selbst.

Winterquartier für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Winterquartier für
Kübelpflanzen
Die Auflösung heißt Rosmarin, Kaffeebaum (den ich aber noch in den wärmeren Vorraum des Wohnhauses holen werde), Glockenpaprika, Geranien, Duftgeranien und den  Hochstamm mit der Bezeichnung "Bayernenzian". Der hat natürlich mit Enzian überhaupt nichts zu tun. Und das "Bayern" kommt daher, dass ein weißblühender und ein blaublühender Strauch gemeinsam als ein Hochstamm gezogen wurden. So blüht die Krone nun - wen wundert es - weiß-blau.

Also damals blühte er über und über weiß-blau. Da ich diese Büsche aber noch nie habe zum Blühen bringen können, lasse ich ihn auch nur noch aus sentimentalen Gründen bei mir. Es war ein Hochzeitsgeschenk von lieben Menschen. Den gleichen Busch in "nur-blau" habe ich diesen Herbst entsorgt. Außer Blättern ist nichts daran gewachsen. Ich weiß auch nicht einmal wie die wirklich heißen.

Schwenkt man den Blick ein wenig nach links in den  Raum hinein, entdeckt man noch meine Olive vom Gardasee. Kein wilder Sämling, sondern dort in einer Gärtnerei käuflich erworben.
Winterquartier für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Winterquartier für
Kübelpflanzen
Das hier ist die Mama von der winterharten Banane, die frei ausgepflanzt,  im Beet steht. So als Kübelpflanze ist sie  wirklich pflegeleicht. Im Herbst kappen wir jeden Stamm auf der Höhe, wie es uns gefällt und es fürs nächste Jahr praktisch ist. Schon im Winterquartier fängt sie wieder an von innen weiter und weiter Blätter zu schieben.

Kappt man den Stamm weit oben, hat man im nächsten Jahr eine sehr hohe Banane mit richtigem Stamm. Die  bläst dann allerdings auch der Wind leicht um mitsamt dem Kübel.

Kappt man den Stamm weit unten erhält man eher eine buschige Wuchsform. Wir haben die Stämme unterschiedlich hoch gekappt.

Bananenstaude im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
Bananenstaude
Die Schmucklilie, Agapanthus braucht noch ein paar Wochen kühle Temperaturen und steht daher vorerst im gänzlich unbeheizten Hüttenzauber.

Jetzt konnte auch das Wohnmobil unseres Onkels sein Winterquartier im Carport beziehen. Bis jetzt mußte es leider draußen warten, bis die Palmen den Raum räumten.

Und wer genau hinsieht, erblickt auch den Grund für unser nächstes großes Projekt im Garten für 2015. Die Betonplattenwege werden neu gemacht und wenn dann der  Bagger schon  da ist und unseren Rasen zerfährt kommt der teilweise auch unter die Schaufel.

Wir brauchen noch neue Wege entlang des Staudenbeetes hin bis zum Hintereingang. Das ist mein Weg durch den Garten für das Gassigehen. Im  Herbst, im Winter und bis weit ins Frühjahr tappe ich da nur durchs Wasser und dann Matsch. Und ins Carport kommt man dann auch nicht mehr hinein oder heraus mit einem Auto, ohne solche Spuren im Rasen zu hinterlassen. Das wird geändert!

Und schon graust es mir vor der Großbaustelle,  während ich mich auch total auf die neuen und dann gepflasterten Wege freue.

(c) by Joachim Wenk

Bevor ich schließlich noch mein Nußlaub zusammengerecht habe, wurde der Wasserhahn eingepackt. Ich kann ihn nicht abstellen, weil ich dann im Palmenhaus im Winter kein Wasser habe. Das brauche ich aber zum Gießen. Also wird der freistehende Hahn hier ordentlich verpackt und übersteht so die  Winter ganz gut.

Wasserhahn frostfest verpackt (c) by Joachim Wenk
Wasserhahn frostfest verpackt

Das war dann genug Arbeit für den Tag. Vor allem bei dem Nieselregen und der Kälte. Jetzt geht es wieder rein in die warme Stube. Den Kaminofen habe ich immer wieder nachgeschürt, damit er mir blos nicht ausgeht. Auf seine  Wärme und einen gemütlichen Abend freue ich mich jetzt so richtig.

Mittwoch, 19. November 2014

Jetzt wird es ernst: wir haben Novemberwetter und es ist der erste Frost angesagt

Mittagspause!

Draußen sind 5°C und Nieselregen. Drinnen brennt der Kaminofen und ich sitze bei 22°C im Wohnzimmer. Das tut gut, denn die kalte Feuchtigkeit draußen kriecht einem direkt bis in die Knochen.

In den nächstenTagen sollen Nachts bei uns die ersten Fröste kommen. Man mag es garnicht glauben angesichts der noch blühenden Rosen. Hoffentlich geht das im Winter gut, nicht dass sie erfrieren, wenn sie jetzt noch blühen und nicht auf Winter eingestellt sind. 

Rose Golden Celebration im November (c) by Joachim Wenk
Golden Celebration im November

Heute werde ich  also meine Palmen einräumen. Der erste leichte Nachtfrost würde ihnen zwar keinen Schaden zufügen. Aber es ist nun einmal Ende November und ich will im Garten auch fertig werden. Mein nächstes Projekt ist schließlich die Weihnachtsbäckerei. Für die brauche ich  auch Zeit. 

Ich habe wirklich schweißgebadet die ersten Kübel reingezerrt. Jetzt musste ich aufhören und warten, bis Volker heim kommt. Die Palmen sind so riesig, ich kann sie nicht mehr allein bewegen. Die Washingtonia habe ich mit Müh' und Not auf den Möbelroller gehieft. Einmal fiehl sie mir dabei um. Allein das Aufrichten wäre mir beinahe nicht gelungen. In das Palmenhaus habe ich sie auch noch bringen können und Schlimmes festgestellt. 

Selbst sie ist im Sommer wieder so stark gewachsen, daß ich mir wirklich überlegen muß, die Palmen über Kurz oder Lang abzugeben oder zu entsorgen. Die Hanfpalme wollen wir nächstes Jahr auspflanzen und es so probieren. Mit Wurzelheizung und solchen Dingen. Aber das geht bei der Washingtonia  nicht. Das macht mir wirklich Sorgen. 

Frustriert habe ich sie auf dem Wägelchen im Palmenhaus stehen lassen. Ich bekomme sie allein auch garnicht zielgerichtet herunter in den Untersetzer hinein. 

Es gibt ja noch anderes zu tun. Hinterm Garten auf der Fuhr reche ich einen großen Gärternsack voll Haselnußlaub zusammen. Das kommt auf den Wurzelbereich der winterharten Banane. An ihr sehe ich, daß wir bislang noch keinen Frost hatten. Alle Blätter sind noch intakt. Wenn der erste Frost da war, schneide ich sie bodeneben ab. So hat sie den  ersten Winter draußen überstanden und im Frühjahr schön ausgetrieben. 

winterharte Banane (c) by Joachim Wenk
Banane vorbereitet für den Winter


Und wenn ich schon dabei bin, reche ich auch hier und da in der Wiese etwas Laub zusammen. Das kommt auf die Staudenbeete als Mulch. Das schützt die Bodenlebewesen und wird von ihnen bis zur nächsten Wachstumssaison zu Dünger umgewandelt. Dabei wird der Boden gelockert. 

Den ganzen Garten sauber und laubfrei bekomme ich nicht. Da würde ich stundenlang rechen müssen. Oder tagelang, weil immer wieder und wieder neues Laub nach unten kommt.  Die Zeit ist es  mir nicht wert. So bleibt ein wenig Laub auf dem Rasen liegen und im Frühjahr ist es dann sowieso weg. Dumm nur, daß wir nicht mehr zum Rasenmähen gekommen sind. Das wäre vor dem Winter noch einmal nötig gewesen. 


Laubmulch im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Laubmulch im Staudenbeet

Winterschutz für Zitrone und Eukalyptus (c) by Joachim Wenk
Die Winterschutz-Käfige für Zitrone und Eukalyptus
sind auch mit Laub gefüllt

Laubmulch im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Laubmulch im Staudenbeet


Von meiner Schwägerin habe ich ein winterhartes Alpenveilchen geschenkt bekommen. Das steht nun zu Füßen der Rose de Resht. Ich bin gespannt, ob es sich dort wohlfühlt und auch einmal blühen wird. 

winterhartes Alpenveilchen (c) by Joachim Wenk
winterhartes Alpenveilchen


Jetzt ist aber erst einmal mein Mittagessen fertig. Es gibt leckere gefüllte Paprika aus eigener Ernte. Da blieb im Sommer noch eine Portion übrig, die eingefroren und jetzt aufbereitet wurde. Praktisch, wenn immer etwas in der Gefriertruhe ist. 

Nachmittags wird dann noch das Wasser im Garten abgestellt, der Wasserhahn isoliert und  - wenn ich Volker irgendwie dazu bringen kann - die restlichen Palmen eingeräumt. Das muß er doch einsehen, dass das heute geschehen muß. Oder nicht?

Sonntag, 16. November 2014

Herbstliche Arbeit: Karpfenweiher fischen

Spät ist es dieses Jahr geworden. Weil wir aber einen so unvergleichlich milden Herbst haben, ist das kein Problem.

Gestern war es so weit und wir haben unseren großen Weiher gefischt.

Früh, noch vor dem Frühstück musste der Mönch gezogen werden, damit das Wasser abläuft. Das dauert etliche Stunden. Somit blieb Zeit, für ein gemütliches Samstagmorgen-Frühstück.

der Mönch das Regulierventil im Karpfenweiher(c) by Joachim Wenk
der Mönch - das Regulierventil im Karpfenweiher


Ich musste sowieso noch zu meinem Cousin fahren und meine Portion Fleisch holen. Ein halbes Lamm, fertig portioniert vom Demeter-Bauern. Das verspricht etliche leckere Sonntagsgerichte ohne schlechtes Gewissen ob der ganzen grauenvollen Berichte über das entsetzliche Leben der Tiere.

Bis ich wieder daheim bin, hat der Volker schon die nötigen Vorbereitungen am Weiher getroffen. Tisch und Stühle stehen bereit, Wurstweckle sind besorgt und die Batterie an Wannen ist mit Wasser gefüllt.

Picknick am Weiher (c) by Joachim Wenk
Picknick am Weiher

Wasserwannen für die Karpfen  (c) by Joachim Wenk
Wasserwannen für die Karpfen


Wäre es, wie üblich erst Oktober und noch warm beim Fischen, könnten wir das immer gleiche Schauspiel beobachten.  Mein Hund - ein Labradormsichling - darf zwar nicht in den Weiher zu den Fischen, da er sie verletzten würde. Aber er nutzt die Gelegenheit zum Baden, in dem er in eine Wanne steigt und dann von einer Wanne zur anderen weiter wandert. Somit hat er, bis die Fische kommen, in jeder Wanne schon einmal gebadet.

Heute habe ich ihn daheim  gelassen. Zum Baden ist es zu kalt, da bekommt er sonst wieder "Rücken" und ich darf wieder Schmerzmittel bei der Tierärztin holen, damit er überhaupt aufstehen kann. Ist halt auch nur ein Mensch so ein alter Hund.

Ach so ja, ihr meint, man könnte es ihm auch verbieten und ein braver Hund befolgt das gerne? Ein Labrador darf nicht ins Wasser. Diesen Befehl kann kein Labrador befolgen!

Als ich so bepackt mit einer Kanne heißen Kaffees, Keksen und Picknickgeschirr eintreffe, ist es schon fast so weit für das Fischen. Man sieht die  Rücken der schwimmenden Karpfen schon aus dem Wasser herausragen.

Karpfenweiher beim Fischen (c) by Joachim Wenk
gleich geht's an die Arbeit - die Karpfen müssen raus


Weil ich noch kein Mittagessen hatte verspeise ich schnell noch mein Wurstweckla-to-go. Ein köstliches Menü, wenn man Hunger hat.

Wurstweckla-to-go (c) by Joachim Wenk
Wurstweckla-to-go


Jetzt werden die Wathosen angezogen. Volker testet heute zum ersten mal seine neue Neoprenwathose. Das Wasser ist ja mittlerweile wirklich kalt, aber das Neopren isoliert hervorragend und ist wasserdicht. Eine sehr gute Investition.

Ich kümmere mich inzwischen um die vielen Muscheln. Dieses Jahr finde ich sehr viele kleinere Exemplare. Sie haben sich vermehrt. Am Ende sind es 36 Muscheln in meinem Eimer. Der ist so schwer, daß ich ihn kaum schleppen kann. So eine große Muschel ist gut 15cm lang und sehr massiv gebaut, vor allem das Innere.


Muscheln im Karpfennweiher (c) by Joachim Wenk
Muscheln im Karpfenweiher

Muscheln im Karpfennweiher (c) by Joachim Wenk
Muscheln im Karpfennweiher

Ich verteile sie gleich  auf die anderen  beiden Weiher. Im großen Weiher ist nun kaum noch Wasser dafür ein reges Gewusel in der Wasserfläche vor dem Mönch. Immer wieder muß der Schlamm vor dem Ablauf aufgewühlt werden und die Gitter gespült, damit wieder Wasser abfließen kann. Hier muß man gut aufpassen, daß einem kein Fisch entwischt, sonst ist er weg.

Dann geht es los. Zwei Mann stehen mit Wathosen im Schlamm und fangen mit dem Kescher die Fische. Oben am Ufer stehen wir anderen beiden und nehmen die Kescher auf. Rasch ist das Gesicht und die Brille und überhaupt alles mit Schlamm bespritzt. So ein großer Karpfen liegt schließlich nicht regungslos im Netz. Dann kommen sie in die Wannen mit Wasser und schon ist man auch unten herum eingesaut. Auch in den Wannen toben sie heftig herum und spritzen einen voll Wasser.


Treppen hinunter in den Weiher (c) by Joachim Wenk
weiter Weg nach unten in den  Schlamm

Karpfen im Kescher (c) by Joachim Wenk
erster Karpfen im Kescher


fränkischer Karpfen (c) by Joachim Wenk
fränkischer Karpfen


Und einer unserer Goldfische ist auch noch da. Der schwimmt schon viele Jahre mit den Karpfen im Weiher.
Goldfisch (C) by Joachim Wenk
Goldfisch


Herrliche Fische haben wir dieses Jahr. Sehr große und auch große. Alle absolut gesund. Wir freuen uns sehr. In den letzten Jahren hatten wir immer wieder Pech.

In einem Winter sind viele gestorben, da der Weiher zu lange zugefroren war. In einem Frühjahr muß ein Schwarm Kormorane an den Weihern gewesen sein und alle Fische bis auf den Goldfisch und die ganz großen Karpfen waren weg. Zweimal hatten viele Karpfen Wunden oder offene Stellen am Körper. Eine Krankheit oder Verletzungen von den Kormoranen?

Dieses Jahr ist es wieder einmal eine  Freude, das Fischen. Wir haben die Karpfen nur für den Eigengebrauch und brauchen daher nicht auf  die Menge achten. Dennoch werden wir im Frühjahr junge Karpfen zukaufen müssen. Zu sehr hat sich die Zahl dezimiert durch die vergangen Jahre. Ansonsten haben wir die großen alten Karpfen im kleinen Weiher. Dort laichen sie und im Herbst haben wir eine sehr große Menge winziger Kärpfchen. Die wachsen dann heran bis zur Speisegröße. Diese natürlich Brut hatten wir jetzt lange nicht in ausreichender Menge. Gestern waren vielleicht 10 kleine Kärpfchen dabei. Eher ein Zufallsprodukt.

Wahrscheinlich wären es deutlich mehr gewesen, wenn nicht ein anderes Zufallsprodukt aufgetaucht wäre.

Waller. 16 Waller in einer Größe von etwa 40 cm Länge waren mit dabei. Wir haben nie Waller eingesetzt. Da dieser Weiher aber einen Zulauf über einen Graben hat, kommt das schon einmal vor, daß Waller einwandern. Mal einer oder zwei. Aber 16, das  hat uns schon sehr überrascht.

Und weil ja Waller die Brut der Karpfen fressen, ist es nicht verwunderlich, daß nur so wenig kleine Kärpfchen K1 im Weiher waren. Wir haben nun die  Waller in den anderen Weiher gesetzt und dazu nur von den ganz großen Karpfen. Denen können sie nichts anhaben und ohne Karpfen würde so ein Weiher veralgen und zuwachsen. Daher müssen wir die auch mit einsetzten. Jetzt können wir überlegen, was wir mit den Wallern machen.

Die Waller waren die letzten Fische, die wir aus dem Schlamm gefischt haben. Jetzt geht das Sortieren los. Wanne für Wanne gehen wir jeden Fisch durch.

Ein paar Karpfen kommen mit nach Hause hinters Haus ins Fischbecken. Dort bleiben sie, bis zum jeweiligen Fischschmaus. Hier kann man sie mit einem Kescher nach Bedarf entnehmen.

Die anderen Karpfen werden notiert und kommen in die beiden übrigen Weiher.

Wenn die Arbeit vollbracht ist, werden die  Wathosen und  Stiefel abgespült und der letzte Kaffee zu einem Keks verspeist. Mittlerweile wird es schon fast dunkel. Die Tage sind ja gerade recht kurz.

Und es fängt tatsächlich an zu nieseln. Was hatten wir mal wieder Glück mit unserm Fisch-Wetter. Sogar so spät im Jahr haben wir abermals einen der schönen Tage erwischt. Erst Abends kommt ein wenig Regen.




Freitag, 14. November 2014

Soll ich mich jetzt ärgern oder eher freuen?

Soll ich mich jetzt ärgern oder oder eher freuen?

Im Frühling und Sommer habe ich so unendlich viel im Garten zu tun. Gartenarbeit ist dann meine einzige Beschäftigung (neben dem Beruf versteht sich) und schließlich auch meine Leidenschaft. Ich mache dann nichts anderes und kann anfallende andere Dinge und Termine auch gut herumschieben oder verschieben, um mich für den Garten frei zu schaufeln.

Jetzt im November scheint es gerade anders herum zu sein. Zur Gartenarbeit komme ich kaum noch. Irgendwie ist immer etwas anderes. Komisch  - das war doch im Sommer nicht!

Also was meint ihr, sollte man da eher traurig sein, weil man nicht mehr viel im Garten ist? Oder ist es eher erfreulich, wie sich so manches im Leben einfach selber löst. So zum Beispiel, daß ich sich jetzt, da es ohnehin eher ungemütlich ist, und weniger Arbeit anfällt, diese zu erledigenden Dinge zeigen und nicht damals im Sommer?

Ich glaube, ich freue mich insgeheim ein wenig, daß sich die Dinge oft selbst regeln und organisieren. Und dass wir uns einfach den Dingen so hingeben können, wie sie kommen. Man muß nicht immer alles in der Hand haben und organisieren und bestimmen. Ja, oft ist es auch einfach leichter, sich dem Strom hinzugeben und mitzuschwimmen, wo man den Strom selbst garnicht ändern könnte.

Ich habe auch einmal einen Satz gelesen, der mich sehr beeindruckt und geprägt hat. Ich habe da so einiges von mir wieder erkannt.

"Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es!"
Ich jedenfalls, lasse mich seither lieber führen. Gezerrt hat es genug in meinem Leben.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und freue mich auf Samstag. Da werden wir, wenn alles klappt, draußen sein und einen Karpfenweiher abfischen.

Ich werde davon berichten.

Bis dahin hinterlasse ich für heute nur noch ein paar herbstliche  Eindrücke vom Garten.

Flockenblume und Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
unermüdliche Flockenblume
und Herbstanemone

Karpfenbecken (c) by Joachim Wenk
das Karpfenbecken
hinterm Haus

Karpfenbecken (c) by Joachim Wenk
Karpfenbecken ist vorbereitet 

Panorama Gemüsegarten im November (c) by Joachim Wenk
Panorama Gemüsegarten im November