Mittwoch, 8. Oktober 2014

So stelle ich mir Tomaten vor

Heute gibt es nur einen kurzen Bericht über die Gartenarbeiten im wirklich warmen Herbst. 

Vormittags hat es etwas genieselt und so hatte ich Zeit, meinen Sauerkrautversuch zu starten. 

Ich kann meine, wenn auch kleinen Kohlköpfe jetzt nicht auf einmal ernten und verbrauchen. Also mache ich Sauerkraut. 

Sauerkraut liebe ich sehr. Es ist schmackhaft und ein für uns und unsere Winter optimaler Vitaminspender. Ich esse es bevorzugt roh. Nur leicht angewärmt, mit einem Schuss guten Öls und einem in ganz dünne Stifte gehobelten Apfel. 

Es steckt dank der Milchsäurevergärung voller konservierter Vitamine und Pflanzenstoffe, Enzyme und Mineralien. Die ohnehin schon mannigfaltig vorhandenen gesunden Inhaltsstoffe im Weißkraut werden durch diese Form der Konservierung noch vermehrt. 

Man sollte das von teuren Werbespezialisten einmal vermarkten lassen.  Die Leute würden sich auf rohes Sauerkraut aus Bioanbau stürzen, wie jetzt auf Nahrungsergänzungsmittel, Abführmittel, Verjüngungsmittel für die Haut und die Haare, Grippeschutzimpfungen, VitaminCPräparate und so weiter und so fort. 

Gut, ich habe jedenfalls von 1,7 kg Weißkraut in Schraubgläsern mein Sauerkraut angesetzt. Darüber berichte ich in meiner Community. Mein Testglas von vor ein paar Wochen habe ich vorher geöffnet und probiert. Bestes Sauerkraut ist darin. 

Von den Resten Weißkraut, die beim Hobeln eben immer so am Ende übrig bleiben, habe ich eine ganz super lecker Weißkraut-Weißwein-Quiche mit Speck gezaubert. Resteverwertung wie ich sie mir vorstelle. Was ich selbst mit viel Mühe angebaut habe, wird nicht weggeworfen!


Nachdem ich dann schließlich auch noch mit dem Abtauen des Gefrierteils unter dem Küchen-Kühlschrank und dem Saubermachen der Küche  fertig bin, kann ich endlich in den Garten. Das war gestern Nacht keine schöne Überraschung, als ich nach zwei Tagen außer Haus die Gefrierfachtür einen Spalt offen vorfand. Zu dumm, wenn man sie nicht richtig schließt. Ihr könnt euch vorstellen wie das Eis aus allen Ritzen gequollen ist.....


Jetzt hatte auch der Regen aufgehört und ich habe schon bei meinem Gang zum Kompost festgestellt (ein paar Abfälle gibt es halt doch, auch bei selbst gebauten und "restlos" verwertetem Kraut), dass es erstaunlich warm ist. 

Die restlichen Kartoffeln werde ich nicht, wie für heute geplant, herausbuddeln. Nach dem Nieselregen heute Morgen ist der Boden doch recht feucht und das wäre mir dann ein zu großes Dreckgebatze. 

Also widme ich mich meinem Gewächshaus und den Tomaten. Fünf Stöcke stehen noch darin. Drei davon die Sorte Tica. Sie hat den ersten Schimmel oder Mehltau oder was es war überstanden. Ich befolgte den Tipp von Christine und entfernte alles kranke Laub. Die vielen Früchte die noch daran hingen, reiften schön nach und ich erntete laufend. Bei den Tomaten im Freiland, die schon lange verbrannt sind, hingen auch die Früchte knüppeldicke daran und mussten grün und krank entsorgt werden. 

Also die Tica baue ich wieder an. Eine wunderbare Frucht, nicht so groß, schön rund, viel Fleisch wenig Glibber, lagerfähig. Leider überhaupt keine nennenswerte Resistenz gegen Braunfäule, warum ich sie ins Gewächshaus setzte. Aber eine frühe Tomate, die auch wirklich die erste reife Frucht dieses Jahr hatte. 

In meinem Gewächshaus, das ja diesen Sommer die erste Saison hatte, waren viel zu  viele Tomaten. Ich weiß garnicht, wer die da alle hinein gepflanzt hat. Jedenfalls sollte der nächstes Jahr unbedingt weniger Pflanzen dort anbauen. Sonst erdrücken sie sich wieder, nehmen sich das Licht und vor allem die Luftzirkulation, wodurch ja die Blätter gesund bleiben. Ich denke vier Tomatenpflanzen sollten genügen. 

Tomate Tica (c) by Joachim Wenk
Tomate Tica

Mein Gewächshaus ist nun fast leer und die zur Zeit erreichbaren Scheiben geputzt. Sie waren verklebt mit Blattresten und besiedelt von Algen.

Noch im Gewächshaus befinden sich zum Einen meine Wild-Chili. Sie ist auch bald reif zum Ernten. So eine Chili-Schote ist etwa eineinhalb Zentimeter lang. Das sagt aber nichts über die Schärfe aus. Die ist reichlich, sehr reichlich in ihnen!


Wildchilli (c) by Joachim Wenk
Wildchillis
 Auch ein paar der Paprikapflanzen stehen noch dort. Sie haben viele wunderbare Früchte getragen. Dunkel-orange im Reifezustand und dickwandig und von allerbestem Paprikageschmack. Das war das erste mal, dass ich Paprikas anbaute und erntete. Einige hängen noch in gelben Zustand an den Büschen und die lasse ich noch ein wenig stehen. Man kann sie aber so auch bereits essen. Der Geschmack ist allerdings  im gelb-grünen Zustand, also noch unreif, nicht so ausgeprägt.

Die Sorte heißt Sommergold und ist eine frühe Freilandsorte. Da lag ich in der  Sortenwahl wohl genau richtig. Früh und Freiland so dachte ich, könnte bedeuten, daß sie im geschützten Anbau unter Glas doch ein paar Früchte ausreifen wird. Bingo! Sie tat es.

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus
 Oh und hier. Noch ein übrig gebliebener Gewächshausbewohner. Meine Glockenpaprika. Die Pflanze bekam ich 2013 zum Geburtstag und setzte sie damals ins alte Folienhaus. Sie fruchtete und die Früchte reiften dann im Winterquartier aus. Sie sind ein wenig scharf, eine Mischung aus Paprika und Chilli. Und natürlich diese entzückende Form. Reif sind sie feuerrot.

Ich habe sie aber im Winter wohl etwas feucht gehalten und sie brauchte im Frühjahr lange, bis sie sich erholte. Daher ist sie nun sehr spät mit ihren  Früchten dran. Ob ich die wieder ausgraben und überwintern kann? Jedenfalls muß ich mir da nächstes Jahr eine sähen, sollte es mit dieser Pflanze nichts mehr werden. Die Glockenpaprika hat mein Herz gewonnen. Die ist wirklich  hübsch.
Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika

Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika
 Und so sieht es aus, beim Blick ins Gewächshaus. Ein paar mickrige Salatpflanzen stehen noch darin. Die hatte ich irgendwie übrig und wollte sie nicht wegwerfen beim Aufräumen der Aussaatplatten. Im Freiland werden sie nichts mehr und so pflanzte ich sie ins Gewächshaus. Sie sind schon gewachsen, aber ob das noch verwertbarer Salat wird, bezweifle ich.


Gewächshaus im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gewächshaus im Herbst
Ansonsten habe ich nicht viel gemacht heute im Garten. Umso mehr habe ich mir als Aufgabe für Samstag notiert.

Lediglich Walnüsse haben wir wieder Eimerweise geklaubt. Jetzt kommen sie aber wirklich in Massen herunter.

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