Freitag, 31. Oktober 2014

Eindrücke, wie in einem geheimnisumwobenen alten Park, Blüten wohin man schaut und der Umzug der Sommerflieder

Es ist wie im Moment an jedem Morgen nebelig. Nach dem Aufstehen will der Hund in den Garten um dringende Geschäfte zu erledigen. Natürlich gehen wir später noch ausgiebig raus, aber was morgens sein muß, muß eben sein.

Ich merke, dass es heute ein milder Tag wird. Mild für die letzte Oktoberwoche eben. Und es packt mich noch vor dem Frühstück die Lust auf eine Fotosafari durch den Garten.

Zuerst bleibe ich hier hängen.

Märchenstimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Märchenstimmung im
 Landgarten
Also sicher, es gibt Gärtner, denen die Haare zu Berge stehen würden über so einen Anblick der Unordnung und der mangelnden Pflege. Dafür würde ich wahrscheinlich vor Entsetzen kreischen, wenn ich deren Garten ansehe. Aber so sind wir Gärtner eben. Ganz normale Menschen mit ihren eigenen Vorlieben und Geschmäckern - mit eigener Persönlichkeit, die sich im Garten spiegelt.

Ich jedenfalls sehe hier in dieser Ecke meines Gartens Parallelen zu einem geheimen, mystischen alten Park. Verlassen aber mit vielen Geschichten die er erzählen könnte. Und dann all die kleinen zauberhaften Wesen, die in ihm wohnen und sich vergnügen.

Solch ein Anblick gibt mir innere Ruhe und regt meine Phantasie auf die angenehmste Art an.

Es ist ein alter Fliederstrauch in dem irgendwann ein Vögelein saß und beim defäkieren einen Kern von einer Hagebutte mit von sich gab. Dieser keimte und ist jetzt eine wildromantische Wildrose. Ein anderes Vögelein mag vor seiner Rast im Fliedergeäst von den Beeren eines Efeus genascht haben und die Samen darin just hier unter sich gelassen.

Anfang Juni blüht der Flieder in dunklem Lila und die Rose zartrosa. Den Efeu nimmt man dann garnicht wahr. Jetzt schmückt sich die Rose mit Hagebutten und der Flieder hat alles Laub abgeworfen, um diesem Schmuck nicht im Wege zu sein.

Solch eine Szene, ein Stillleben ist der große Vorteil eines alten eingewachsenen Gartens. Und eines Gartens in dem die Natur leben darf! Kontrolliert, klar aber nicht beherrscht wird.

Und wenn man so eine Szene nachpflanzen möchte, das kann ich euch voraussagen, wird es nie so romantische und passend aussehen.

Ich freu mich einfach am Anblick dieses Märchen -und Phantasiebereiches in meinem Garten.



Märchenstimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Märchenstimmung im
Landgarten




Märchenstimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Märchenstimmung im Landgarten


Es ist dieses Jahr insgesamt auffallend mild und die Pflanzen beschenken uns immerfort mit Blüten. Auch ich habe bei meiner Safari einige entdeckt. 

Die Rose de Resht  hat noch viele Knospen. 

Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Rose de Resht


Überrascht hat mich diese Herbstanemone. Ich habe sie im  September gepflanzt, frisch geliefert von der Staudengärtnerei. Die Pflanze neben ihr ist abgeblüht, sie kam schon mit Knospen zu mir. Diese hier hat erst nach dem Auspflanzen die Knospen gebildet und blüht nun bereits. Sie hat ein Erbarmen mit mir und lässt mich nicht 12 Monate warten, bis ich ihre erste Blüte sehen darf.

Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone


Hier seht ihr die Rose de Resht und hinter ihr steht die Anemone.
Herbst im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Staudenbeet

Und dann die Marguerite Hilling. Was für ein Problemkind. Laut Katalog anspruchslos, robust und für Anfänger geeignet.  Habe ich sie im Frühjahr 2012 gepflanzt. Sie wird 200cm hoch heißt es.  Bei mir hat sie 40 cm nach 3 Jahren. Sie wächst nicht, sie hat schon im Sommer kaum Blätter mehr. Sie hat im Frühjahr ein paar schöne Blüten und dann mickert sie bis zum Herbst vor sich hin.

Und jetzt? Gestern ging ich am Zaun außen vorbei. Und es hat mich regelrecht gerissen. Woher kommen die Blüten? Ich habe doch nicht einmal die sich entwickelnden Knospen gesehen? Ich bin hin und weg, so schöne Blüten wie im Frühjahr nicht. Und in dieser Anzahl!

Wenn ich nur wüsste, was ihr fehl,t dass sie nicht wächst. Im Herbst jetzt beim Bepflanzen des Beetes am neuen Zaun, viel mir auf, daß der Boden im Gegensatz zum umgebenden Garten der pure Sand ist. Wahrscheinlich, so nehme ich an, hat der Vorbesitzer hier massiv Sand eingearbeitet, da der Boden sehr fest und lehmig ist. Das Ergebnis ist die katastrophale Trockenheit im Sommer und, dass nichts wächst. Durch den Sand läuft alles Wasser, auch Gießwasser weg, wie durch ein Sieb. Das muß das Problem für die Rose sein. Wie bekomme ich das nun wieder in den Griff?

Ich muß ihr helfen, ich kann doch ein so wunderbares Geschöpf nicht allein lassen.


Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling





Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling



Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling 


Zwar keine Blüten aber den ersten Sommer überstanden hat unser im Sommer gepflanzter Hausbaum, eine Baumhaselnuß.


Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß



Diese Bäume hier bekommen im Frühjahr dann sicher viele Blüten.

UnsereObstplantage aus vier Säulenbäumen. Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche. An der Scheune hoch wächst die Ramblerrose Snowflake. Gepflanzt im letzten Herbst, blühte sie im Frühsommer wunderbar und fing dann kräftig an zu wachsen. Ich sehe sie schon im kommenden Sommer bis oben hin mit den weißen Blüten mit dottergelber Mitte übersäht blühen.


Säulenobst und Ramblerrose (c) by Joachim Wenk
Säulenobst und Ramblerrose


Im anderen Staudenbeet sind die Herbstanemonen abgeblüht und schmücken sich nun mit einem etwas eigenartigen Samen-Kleid.
Samenstand der Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Samenstand der Herbstanemone

Die Flockenblume hat große und filigrane, wunderbar blaue Blüten.

Flockenblume (c) by Joachim Wenk
Flockenblume

Die beiden Zwillinge hier, stammen von einem auch erst diesen Herbst  gepflanzten Storchschnabel.


Herbst-Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Herbst-Storchschnabel

Meine  Jacques Cartier, war wie die Marguerite Hilling vorn am Zaun. Zwei Jahre winzig klein. Jetzt ist sie endlich gewachsen auf ca. 150cm und hat, wie eigentlich gewünscht, auch jetzt noch Knospen und Blüten. Ein wenig durch die Feuchtigkeit in Mitleidenschaft genommen, aber nicht weniger reizvoll. Finde ich.


Rose Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
Rose Jacques Cartier


Und wie ist die Rose Marie Vieaud gewachsen. Wie wird sie erst blühen im Sommer. Auch sie hat dieses Jahr zum ersten Mal herrlich geblüht.

Aber auch so im Herbst finde ich den  Anblick einfach reizvoll.



Rose Marie Vieaud  am Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Rose Marie Vieaud
am Walnußbaum

Auch mein ungarischer Wein ist erst dieses Jahr (im dritten Standjahr) überhaupt gewachsen. Jetzt hat er einen Trieb losgeschickt und das geschafft, was ich schon lange erwartete. Nächstes Jahr sollte er dann blühen und fruchten.


Wein am Hühnerhaus (c) by Joachim Wenk
Wein am Hühnerhaus


Schön blühen tun sie jeden Sommer, meine lila Sommerflieder. Aber sie müssen umziehen. Wir haben unsere Planung für den Vorgarten geändert und jetzt müssen sie dort weg, wo sie stehen. Jetzt im Herbst ist die richtige Zeit zum Verpflanzen von solchen Büschen. Sie haben die feuchte Jahreszeit vor sich, können einwurzeln und dann im Frühjahr richtig durchstarten.



Sommerflieder vor dem Umzug (c) by Joachim Wenk
Sommerflieder vor dem Umzug


Jetzt stehen sie links und rechts der Weigelie und bilden den Hintergrund für mein Sonnenbeet vor dem Haus mit gelben und lila Blüten. Sie passen dort perfekt hin.



Sommerflieder nachdem Umzug (c) by Joachim Wenk
Sommerflieder nach dem Umzug

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