Freitag, 31. Oktober 2014

Eindrücke, wie in einem geheimnisumwobenen alten Park, Blüten wohin man schaut und der Umzug der Sommerflieder

Es ist wie im Moment an jedem Morgen nebelig. Nach dem Aufstehen will der Hund in den Garten um dringende Geschäfte zu erledigen. Natürlich gehen wir später noch ausgiebig raus, aber was morgens sein muß, muß eben sein.

Ich merke, dass es heute ein milder Tag wird. Mild für die letzte Oktoberwoche eben. Und es packt mich noch vor dem Frühstück die Lust auf eine Fotosafari durch den Garten.

Zuerst bleibe ich hier hängen.

Märchenstimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Märchenstimmung im
 Landgarten
Also sicher, es gibt Gärtner, denen die Haare zu Berge stehen würden über so einen Anblick der Unordnung und der mangelnden Pflege. Dafür würde ich wahrscheinlich vor Entsetzen kreischen, wenn ich deren Garten ansehe. Aber so sind wir Gärtner eben. Ganz normale Menschen mit ihren eigenen Vorlieben und Geschmäckern - mit eigener Persönlichkeit, die sich im Garten spiegelt.

Ich jedenfalls sehe hier in dieser Ecke meines Gartens Parallelen zu einem geheimen, mystischen alten Park. Verlassen aber mit vielen Geschichten die er erzählen könnte. Und dann all die kleinen zauberhaften Wesen, die in ihm wohnen und sich vergnügen.

Solch ein Anblick gibt mir innere Ruhe und regt meine Phantasie auf die angenehmste Art an.

Es ist ein alter Fliederstrauch in dem irgendwann ein Vögelein saß und beim defäkieren einen Kern von einer Hagebutte mit von sich gab. Dieser keimte und ist jetzt eine wildromantische Wildrose. Ein anderes Vögelein mag vor seiner Rast im Fliedergeäst von den Beeren eines Efeus genascht haben und die Samen darin just hier unter sich gelassen.

Anfang Juni blüht der Flieder in dunklem Lila und die Rose zartrosa. Den Efeu nimmt man dann garnicht wahr. Jetzt schmückt sich die Rose mit Hagebutten und der Flieder hat alles Laub abgeworfen, um diesem Schmuck nicht im Wege zu sein.

Solch eine Szene, ein Stillleben ist der große Vorteil eines alten eingewachsenen Gartens. Und eines Gartens in dem die Natur leben darf! Kontrolliert, klar aber nicht beherrscht wird.

Und wenn man so eine Szene nachpflanzen möchte, das kann ich euch voraussagen, wird es nie so romantische und passend aussehen.

Ich freu mich einfach am Anblick dieses Märchen -und Phantasiebereiches in meinem Garten.



Märchenstimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Märchenstimmung im
Landgarten




Märchenstimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Märchenstimmung im Landgarten


Es ist dieses Jahr insgesamt auffallend mild und die Pflanzen beschenken uns immerfort mit Blüten. Auch ich habe bei meiner Safari einige entdeckt. 

Die Rose de Resht  hat noch viele Knospen. 

Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Rose de Resht


Überrascht hat mich diese Herbstanemone. Ich habe sie im  September gepflanzt, frisch geliefert von der Staudengärtnerei. Die Pflanze neben ihr ist abgeblüht, sie kam schon mit Knospen zu mir. Diese hier hat erst nach dem Auspflanzen die Knospen gebildet und blüht nun bereits. Sie hat ein Erbarmen mit mir und lässt mich nicht 12 Monate warten, bis ich ihre erste Blüte sehen darf.

Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone


Hier seht ihr die Rose de Resht und hinter ihr steht die Anemone.
Herbst im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Staudenbeet

Und dann die Marguerite Hilling. Was für ein Problemkind. Laut Katalog anspruchslos, robust und für Anfänger geeignet.  Habe ich sie im Frühjahr 2012 gepflanzt. Sie wird 200cm hoch heißt es.  Bei mir hat sie 40 cm nach 3 Jahren. Sie wächst nicht, sie hat schon im Sommer kaum Blätter mehr. Sie hat im Frühjahr ein paar schöne Blüten und dann mickert sie bis zum Herbst vor sich hin.

Und jetzt? Gestern ging ich am Zaun außen vorbei. Und es hat mich regelrecht gerissen. Woher kommen die Blüten? Ich habe doch nicht einmal die sich entwickelnden Knospen gesehen? Ich bin hin und weg, so schöne Blüten wie im Frühjahr nicht. Und in dieser Anzahl!

Wenn ich nur wüsste, was ihr fehl,t dass sie nicht wächst. Im Herbst jetzt beim Bepflanzen des Beetes am neuen Zaun, viel mir auf, daß der Boden im Gegensatz zum umgebenden Garten der pure Sand ist. Wahrscheinlich, so nehme ich an, hat der Vorbesitzer hier massiv Sand eingearbeitet, da der Boden sehr fest und lehmig ist. Das Ergebnis ist die katastrophale Trockenheit im Sommer und, dass nichts wächst. Durch den Sand läuft alles Wasser, auch Gießwasser weg, wie durch ein Sieb. Das muß das Problem für die Rose sein. Wie bekomme ich das nun wieder in den Griff?

Ich muß ihr helfen, ich kann doch ein so wunderbares Geschöpf nicht allein lassen.


Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling





Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling



Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling 


Zwar keine Blüten aber den ersten Sommer überstanden hat unser im Sommer gepflanzter Hausbaum, eine Baumhaselnuß.


Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß



Diese Bäume hier bekommen im Frühjahr dann sicher viele Blüten.

UnsereObstplantage aus vier Säulenbäumen. Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche. An der Scheune hoch wächst die Ramblerrose Snowflake. Gepflanzt im letzten Herbst, blühte sie im Frühsommer wunderbar und fing dann kräftig an zu wachsen. Ich sehe sie schon im kommenden Sommer bis oben hin mit den weißen Blüten mit dottergelber Mitte übersäht blühen.


Säulenobst und Ramblerrose (c) by Joachim Wenk
Säulenobst und Ramblerrose


Im anderen Staudenbeet sind die Herbstanemonen abgeblüht und schmücken sich nun mit einem etwas eigenartigen Samen-Kleid.
Samenstand der Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Samenstand der Herbstanemone

Die Flockenblume hat große und filigrane, wunderbar blaue Blüten.

Flockenblume (c) by Joachim Wenk
Flockenblume

Die beiden Zwillinge hier, stammen von einem auch erst diesen Herbst  gepflanzten Storchschnabel.


Herbst-Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Herbst-Storchschnabel

Meine  Jacques Cartier, war wie die Marguerite Hilling vorn am Zaun. Zwei Jahre winzig klein. Jetzt ist sie endlich gewachsen auf ca. 150cm und hat, wie eigentlich gewünscht, auch jetzt noch Knospen und Blüten. Ein wenig durch die Feuchtigkeit in Mitleidenschaft genommen, aber nicht weniger reizvoll. Finde ich.


Rose Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
Rose Jacques Cartier


Und wie ist die Rose Marie Vieaud gewachsen. Wie wird sie erst blühen im Sommer. Auch sie hat dieses Jahr zum ersten Mal herrlich geblüht.

Aber auch so im Herbst finde ich den  Anblick einfach reizvoll.



Rose Marie Vieaud  am Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Rose Marie Vieaud
am Walnußbaum

Auch mein ungarischer Wein ist erst dieses Jahr (im dritten Standjahr) überhaupt gewachsen. Jetzt hat er einen Trieb losgeschickt und das geschafft, was ich schon lange erwartete. Nächstes Jahr sollte er dann blühen und fruchten.


Wein am Hühnerhaus (c) by Joachim Wenk
Wein am Hühnerhaus


Schön blühen tun sie jeden Sommer, meine lila Sommerflieder. Aber sie müssen umziehen. Wir haben unsere Planung für den Vorgarten geändert und jetzt müssen sie dort weg, wo sie stehen. Jetzt im Herbst ist die richtige Zeit zum Verpflanzen von solchen Büschen. Sie haben die feuchte Jahreszeit vor sich, können einwurzeln und dann im Frühjahr richtig durchstarten.



Sommerflieder vor dem Umzug (c) by Joachim Wenk
Sommerflieder vor dem Umzug


Jetzt stehen sie links und rechts der Weigelie und bilden den Hintergrund für mein Sonnenbeet vor dem Haus mit gelben und lila Blüten. Sie passen dort perfekt hin.



Sommerflieder nachdem Umzug (c) by Joachim Wenk
Sommerflieder nach dem Umzug

Montag, 27. Oktober 2014

Herbstarbeiten im Landgarten und neue Pläne für das Jahr 2015


Nachdem das grauselige, kalte, nasse und stürmiche Unwetter-Wetter vom Mittwoch und Donnerstag vorbei ist, war es am Wochenende höchste Zeit, ein paar dringende Herbstarbeiten zu erledigen. Jetzt bedarf es kein Diskutieren und Überlegen mehr, ob man bereits damit beginnen solle. Jetzt ist es höchste Zeit damit anzufangen. 

Im Gewächshaus habe ich die Paprikapflanzen abgeschnitten und gleich an Ort und Stelle kleingeschnitten und auf dem Boden verteilt. Die Bewässerung und sämtliche Stütz- und Haltevorrichtungen sind beseitigt. Ich habe auch Spinat und Feldsalat gesät. Der sollte auch langsam mal aufgehen, wenn er denn keimen will.

Von der Stangenbohne rechts im Bild, die Blauhilde, habe ich jetzt die Samen fürs nächste Jahr geerntet und die Pflanze entfernt.

Gemüsegarten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im späten Herbst

Meinen Kren habe ich geerntet. Leider ist die Ausbeute nicht sehr groß. Letztes Jahr hatte ich garnichts und somit auch nur sehr spärliche Fechser zum Pflanzen in diesem Frühjahr. Die trieben zwar aber, wurden aber keine besonders erwähnenswerten Wurzeln. Eine einzige, dafür aber fast perfekte lange dicke Stange ist dennoch dabei. Die anderen sind kurze Stummel, die ich aber auch einlagere und verwende. Im Winter benötige ich immer Meerrettich. Irgendwie besteht eine besondere Verbindung zwischen mir und der Meerrettichpflanze.


Gemüsegarten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Herbst


Auch die Dahlien habe ich ausgegraben. Die noch schönen Blüten stehen in der Vase und ein paar hat meine Mutter mit nach  Hause bekommen. Die Dahlienknollen sind dick und kräftig und werden den Winter im Überwinterungsraum sicher überstehen.

Sie haben mich von Ende Mai/Anfang Juni bis jetzt kontinuierlich mit den herrlichen Blüten erfreut. Ich werde mich gut um sie kümmern und sie dann im Frühjahr wieder in Schalen vortreiben. Wo genau ich sie pflanzen werde weiß ich noch nicht. Die Schnecken zerstören sie leider, wenn sie dran kommen. Und alle in Kübeln halten kann  und will ich auch nicht. Ich muß warten, wie nächstes Jahr die Schneckensituation ist und überlege dann, wohin ich sie pflanzen werde.

Mein Staudenbeet sieht mittlerweile auch sehr herbstlich aus. Es ist fast alles abgeblüht und bereitet sich auf den Winter vor. Auch die Walnüsse sind im Großen und Ganzen heruntergefallen und aufgesammelt.

abgeblühtes Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
abgeblühtes Staudenbeet im späten Herbst


Auf der mediterranen Terrasse ist es nun auch leer geworden.

Ein paar Kübelpflanzen stehen bereits im Winterwquartier. Das sind die Zitronen, der Drachenbaum, Weihnachtsstern, Jasmin mit vielen Blütenknospen, Cassia, Opuntie, Kaffee, Datura-Steckling und Schokoladenblume.

Dann habe ich da noch die richtig großen  Gesellen, die aber härter im Nehmen sind und auch etwas Frost überstehen. Die standen noch draußen. Jetzt habe ich sie aber alle von der Terrasse entfernt und ins Carport gestellt. Dort können sie nun noch eine Zeit stehen. Im Haus ist es einfach noch zu warm und zu bald. Und wenn sie bereits im Carport sind, stehen sie schon direkt neben dem Palmenhaus zum Überwintern. Das ist ja immer das Problem im Herbst. Man sollte so lange wie möglich diese harten Kübelpflanzen im Freien lassen. Aber dann kommt irgendwann der Zeitpunkt dass deutliche Fröste kommen. Dann heißt es immer alle auf einmal einzuräumen. Bei der Größe kein leichtes und schnelles Unterfangen. Daher werde ich jetzt weiter Stück für Stück einräumen. Beginnend bei den  Geranien, dann vielleicht Olive und Lorbeer gefolgt von Zitronenverbene ( Verveine) und Rosmarin.   Die beiden letzten sind im Sommer immer ausgepflanzt. Im Herbst grabe ich sie aus und überwintere sie in Kübeln frostfrei.

Feige, Oleander und die großen Palmen werden als allerletzte eingeräumt. Auch die Agapanthus muß noch draußen bleiben. Nachdem ich letzten Winter las, daß sie einige Wochen unter 10 Grad haben muß! um überhaupt zu blühen, hatte ich dieses Jahr endlich einmal eine üppige Blühte. Ich habe sie letzten Winter dann noch einmal aus dem Winterquartier in die ungeheizte und nicht frostfreie Werkstatt gestellt und erst an Weihnachten wieder ins Palmenhaus geholt. Diese Kältebehandlung hat ihr sehr gut getan. Dieses Jahr bleibt sie gleich noch draußen aus dem beheizten Winterquartier, bis es richtig kalt wird.

Kübelpflanzen im Carport (c) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen im Carport
Kübelpflanzen im Palmenhaus (c) by Joachim Wenk
die haben es schon kuschelig im Palmenhaus

Die winterharte Banane, die im Kübel steht, war die Schwerste. Deren mehr als armdicke Triebe mußte wir vor dem Transport gleich kappen. Sonst hätten wir den Betonmischkübel mit ihr darin nicht bewegen können. Da ist ein einziger Trieb schon richtig schwer, wenn man ihn abgeschnitten herumhiefen muß. Und sie hatte glaube ich 8 solche Triebe.

Jetzt ist die Terrasse leer und man kann sich frei darauf bewegen. Im Sommer war sie ja total zugewuchert von Kübelpflanzen.

Kübelpflanzen auf der Terrasse (c) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen auf der Terrasse


So ein Dschungel ist ja ganz nett, aber eigentlich kommen die einzelnen Exemplare garnicht richtig zu Geltung. Ich komme zur Pflege nicht an sie ran und das Beet dahinter ist im tiefen Schatten so dass nur Unkraut wächst.

Andererseits müssen sie alle hier stehen, weil ich hier die automatische, computergesteuerte Bewässerung habe. Ich kann sie nicht wild im Garten verteilen, auch wenn die eine oder andere hier oder da ganz hübsch wirken könnte. Die brauchen im Sommer zweimal Wasser und da komme ich einfach nicht von Hand dazu.

Jetzt wollen wir im kommenden Frühjahr das schon länger beabsichtigte Projekt  "Terrassenweg" in Angriff nehmen. Die Terrasse vor der Eingangstür hat noch einen ganz großen Nachteil. Man erreicht sie von keiner Seite aus ohne nicht mindestens ein hohe Stufe zu überwinden. Zum Transport der riesigen Kübelpflanzen ist gerade auch das ein immer schwieriger zu überwindendes Hindernis.

Die Waschbetonplatten senken sich überall und sowieso soll der aus bröckelnden Betonplatten Marke "Eigenbau" bestehende Weg ans andere Ende des Gartens erneuert werden.

Also gibt es ein sehr großes und sehr viel Gewühle und Dreck verursachendes Projekt am Anfang von 2015.

Waschbetonplatten auf Terrasse (c) by Joachim Wenk
Blick auf Terrasse
von Haustür aus

Waschbetonplatten auf Terrasse (c) by Joachim Wenk
Blick auf Terrasse  von Haustür aus

Wenn man von der Grundstücksgrenze auf die Terrasse schaut, muß man sich das geplante Weglein folgendermaßen vorstellen. Es wird am hangoberen Eck beginnen und sich um das runde Beet herumwinden, hinter der im Moment dort stehende Holzbank entlang bis zum Hauptweg, der neu gepflastert werden soll.

Der Übergang von Terrasse zum Weg wird so angelegt, daß man ihn mit Wägelchen oder Sackkarre befahren kann und so die Kübel darauf transportiert werden können. Zudem soll eine niedrige Brüstungsmauer die Terrasse zum Abgrund, hinunter zum Kräuterbeet,  begrenzen.

Leider habe gerade jetzt im Herbst in des runde Beet Stauden gepflanzt, da das Projekt eigentlich für 2015 noch nicht vorgesehen war. Es wird aber nötig die Terrasse umzubauen und den Weg zu machen. Daher müssen die Stauden wieder raus und irgendwie auch das Khaki-Bäumchen vorne in dem runden Beet vor dem Flieder.

Terrasse und Beet werden umgestaltet (c) by Joachim Wenk
Blick von Grundstücksgrenze auf die Terrasse
links die Terrasse, rechts das runde Beet mit Khaki

(c) by Joachim Wenk
Hier muß man ebenerdig
auf die Terrasse fahren können

(c) by Joachim Wenk
Die Terrasse im Sommer

Palmen auf der Terrasse (c) by Joachim Wenk
Die Terrasse im Sommer 

(c) by Joachim Wenk
eine Brüstung soll das Bild abrunden

Hauptweg durch den Garten (c) by Joachim Wenk
Hauptweg durch den Garten

Und wenn dann der Weg nach oben zum hinteren Teil des Gartens gepflastert ist, ein kleiner Platz vor dem Palmenhaus angelegt sein wird und mich ein Weg als Mähkante vor meinem Staudenbeet im Frühjahr vor dem  matschigen, patschigen  Gras beschützt, dann können wir auch meinen noch in Töpfen wachsenden Wein Pflanzen.  Die noch anzulegende Pergola ist dann nur noch ein Kinderspiel. Die Weggeschichte wird wirklich ein großer Kraftakt. Hoffentlich hat mein Cousin mit seinem Minibagger zu der Zeit dann Zeit, uns zu helfen. 

Und ich dachte nach unseren ganzen Projekten dieses Jahr, wird es im kommenden Jahr etwas ruhiger.  

Ich freue mich trotzdem schon darauf, wie schön das werden wird. Und dieses Jahr haben wir auch alles geschafft, was wir  uns vorgenommen hatten. Nur das Projekt der Brücke über den Bach bei den Weihern ist nicht vollendet. Die Träger haben wir und die Bretter. Wir müssen sie nur noch aufbauen. Aber das wird bestimmt auch eine Frühjahrsarbeit. 

Jetzt muß erst einmal noch der eine Weiher gefischt werden, damit Karpfen für die Speisekarte zur Verfügung stehen. Hoffentlich hält das Wetter noch 2 Wochen durch. Denn dann erst haben wir Zeit zum Weiherfischen. Brrrrr mich schüttelt es jetzt schon, wenn ich an schlechtes Wetter im November zum Fischen denke. 

Drückt uns bitte die Daumen, daß wir schönes Wetter haben werden.

Montag, 20. Oktober 2014

Denn die Hoffnung stirbt zuletzt!

Warum mache ich mir diese viele  Arbeit mit dem großen Garten? Warum habe ich so einen großen Gemüsegarten, der die meiste Arbeit macht?

Es ist ein angeborener innerer Drang, zu Gärtnern. Seit ich denken kann will ich nichts anderes als zu Garteln. Blumen und Gemüse will ich anbauen. Die Arbeit an sich bereits ist mir wichtig, gibt mir so viel.

Gleichwohl ist doch aber nicht immer alleine der Weg das Ziel. Klar habe ich auch Ziele mit meinem Garten. Eher unbewusst. Und ich lehnte mich eben einmal zurück und überlegte wirklich: was verfolgst du für Ziele mit deinem Garten?

Ich bin wieder bei den Blumen und dem Gemüse. Ich will, dass es immer und überall blüht. Ländlich, romantisch, verwunschen, vergessen. Das könnte meinen Stil beschreiben. Und ich will dann mittendrin sitzen oder liegen und die Atmosphäre in mich aufsaugen.

Und weil ich nicht nur von Träumen und Atmosphären leben kann, sondern auch so gerne koche und esse, brauche ich viel verschiedenes leckeres Gemüse und Obst.

Das sind die beiden wichtigsten Ziele. Gleichzeit sollte alles möglichst effektiv sein. Also keine unnötige Arbeit machen. Ich kann kaum etwas weniger leiden als unnötige Arbeit, die man sich auch noch selbst zuzuschreiben hat.


Ja es ist wichtig, sich diese Ziele bewusst zu machen. Unbewusst mögen sie mein Handeln von Anfang an geleitet haben. Jetzt wo sei mir bewusst sind kann ich sehen, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Und was eignet sich dazu besser als das sich verabschiedende Gartenjahr.  Wo  bin ich meinen Zielen näher gekommen, wo am  Holzweg?

Es sind noch immer zu wenig Blüten im Gartenjahr verteilt.

Das Gemüse ist ein harter Kampf gegen Krankheiten, Schädlinge und das Klima. Der Boden ist in einem sehr schlechten Zustand.

Ich habe wegen der Berufstätigkeit nur an bestimmten Tagen überhaupt die Möglichkeit im Garten etwas zu machen. Und an diesen Tagen hindern  mich oft genug andere Termine, von denen ich ja manche eigentlich sogar sehr gerne habe oder haben sollte, an den nötigen Tätigkeiten.

Oder das Wetter und Klima hindern mich an den nötigen Arbeiten.

Ich habe erst seit drei Jahren diesen wirklich großen Garten mit allem was dazu gehört in selbständiger Fürsorge und Verantwortung. Es fehlen viele Erfahrungen, Fragen stellen sich und keine Literatur oder das Internet können hier adäquate Antworten geben.

Es sind wahnsinnig viele Arbeiten, Arbeitschritte und Tätigkeiten zu koordinieren. Ich vergesse schlichtweg eine Aussaat und dann ist es zu spät. Der Gründünger ist nicht rechtzeitig vor dem Stecken der Kartoffeln eingearbeitet oder niemand hat mir gesagt, das Johannisbeeren nach der Blüte rieseln, wenn es zu trocken ist. Ein einziges solches Versäumnis (Johannisbeeren wässern) bedeutet eine erneute Wartezeit von einem ganzen Jahr, das sind 12 Monate oder 365 lange Tage. Wenn die Ernte versaut ist, muß eben bis zur nächsten Ernte gewartet werden. Man kann nicht wie beim Basteln am Auto etwa, eine verursachte Delle reparieren und neu lackieren, sich über die Mehrarbeit ärgern und eben ein wenig später das fertige Projekt bewundern. Im Garten hilft kein Jammern, da kann niemand etwas machen, man muß einfach ein ganzes Jahr warten, bis man wieder  einmal kurz die Chance hat, etwas richtig zu machen. Oder eben wieder durch einen einzigen Fehler, eine Unachtsamkeit ein erneutes Jahr verlieren.

Und es gibt so viele Fallen und Fehlerquellen, die es zu umgehen gilt. Oft schwirrt mir der Kopf und ich habe Angst doch diese Fehler zu machen.

Und dann kommt die Realität. Über die winzige Johannisbeerernte bin ich hinweg. Schon ist es August. Es wird saumäßig kalt und nass. Die Tomaten haben innerhalb von 3 Tagen die Fäule und sind zu entsorgen. Die Kartoffeln sind auch befallen. Ich verstehe es nicht. Beides sind tolerante Sorten und es war so trocken dieses Jahr. Letztes Jahr hat es dauernd geregnet und die Kartoffeln hatten nichts. Die Arbeit war umsonst. Nicht ich habe die Ernte vermasselt, sondern das Wetter hat einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Es ist September. Das Blaukraut sollte längst verbraucht sein, ist aber noch immer winzig, das Weißkraut ist zerfressen. Die Möhren sind murmelgroß. Der Lauch von der Lauchfliege zerstört.

Waren es meine Fehler? Die falsche  Sorte Rotkohl (jetzt habe ich gehört, daß diese Sorte nichts für trockene Standorte ist). Den Lauch doch wieder nicht neben die Möhren gesetzt oder ein Netz darüber gespannt? Was habe ich bei den Möhren falsch gemacht, ausser dass sie zu dicht stehen?

Im Frühjahr war noch alles so schön. Es wuchs durch das schöne Wetter alles traumhaft. Riesige Salatköpfe, Kohlrabi en masse, die Kartoffeln hatten Kraut wie aus dem Bilderbuch, der Spinat war köstlich und es blühte und roch traumhaft im Garten. Durch meine Erfahrungen im letzten Jahr und die Schlußfolgerungen hatte ich schön blühende Stauden und Blumenzwiebeln überall im Garten.

Schneckenresistent und Trockenheitstolerant waren die neuen Stauden. Aber ich achtetet nicht auf den Blühzeitraum und hatte nur Blüten im Frühjahr/Frühsommer. Jetzt war plötzlich Schluß mit Blüten.

Auf einmal war Schluß, auch im Gemüsegarten. Der Salat faulte im Beet, das Kraut durchlöchert von Erdflöhen und totgesaugt von der weißen Fliege, der Frühkohl wurde einfach nicht größper , neu gesähter  Salat wuchs nicht und ich konnte keinen mehr Pflanzen. Gleiches gilt für anderes Gemüse.

Ich sähte einfach noch einmal nach und noch einmal. Aber nichts gelang mehr. Plötzlich war es September und ich musste mir eingestehen, daß es nun an der Zeit war, die Hoffnung aufzugeben. Es ist zu spät im Jahr, jetzt wächst das nicht mehr.

Aber immer diesen Moment zu erkennen, der ein Ende markiert ist schwierig. Und manchmal kommt es, daß man nicht aufgibt, weiter säht und dann so etwas schönes bekommt. Meine einzige Sonneblume, weil ich nicht aufhörte zu sähen und zu hoffen dass wenigstens eine einmal etwas wird. Es war glaube ich schon August, da ich sie aus der Topfplatte ins Freie pflanzte.

Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume


Im Leben außerhalb des Gartens bin ich bekanntermaßen ein Pessimist. Mein Glas ist immer halb leer. Ich weiß nicht warum ich im Garten ein so hoffnungsloser Optimist bin, wo ich diese Hoffnung hernehme, dass noch etwas wird.

Im Gewächshaus die überlebenden Tomaten lies ich wachsen, weil sie alle noch tragen werden. Ich dachte garnicht an ein Ende, das Ende des Sommers oder dass das Wachsen aufhören wird. In meinem Kopf war nur positives und aufstrebendes. Kein Gedanke an Stagnation oder Abgau. Aber ich musste mir dann auf einmal eingestehen, daß die Früchte garnicht mehr reif  können. Ich musste diese innere, unbewußte Hoffnung aufgeben. Daher schnitt ich die Sträucher radikal , daß Licht und Luft an die bereits reifenden Früchte kommen.

Und gerade durch das Beenden der Hoffnung in die Zukunft (die werden noch reif werden) und in der Hinwendung zum Jetzt(ich muß jetzt eingreifen) hatte ich aber erst den Erfolg. Die vorhandenen Tomaten reiften und ich habe sehr viele der wunderbarsten Tomaten ernten können, die noch heute im Keller lagern und gegessen werden.

Es ist ein schwerer Moment, sich einzugestehen, daß etwas  keinen Sinn mehr hat zu hoffen.   Im Büro hängt ein Bild am Regal. Darunter steht, wenn dein Pferd tot ist, steig ab. Dieser Zeitpunkt kommt immer wieder im Leben vor. Im Großen und im Kleinen. Im Büro oder eben hier im Garten.

Zu realisieren "du brauchst nichts mehr sähen, es ist zu spät", zu akzeptieren, daß die Tomaten weggeworfen werden müssen, weil die Fäule nicht stoppt und alle dahin rafft. Dass das Kraut nicht mehr wächst, auch jetzt wo es kühler und feuchter ist nicht mehr.

Ich muß mich einfach wieder dem Jahresverlauf ergeben. Es ist Herbst. Das hektische Treiben im Garten wird ruhiger. Das hat doch auch etwas Positives. Nichts mehr sähen, pikieren, pflanzen, Unkraut jäten, Spritzen, Hacken, Gießen oder Düngen.

Meine Hoffnung, daß "das noch etwas wird" im Garten habe ich das ganze Jahr und zu jeder Jahreszeit muß mich mich zwingen, einzusehen, daß die Zeit vorüber ist. Am schlimmsten ist das eben im Herbst, wo auch die Jahreszeit für ein Ende steht. Das Ende des Jahres. Jedes Jahr habe ich diesen Kampf in mir, die Hoffnung zu beenden, sterben zu lassen und mit dem Träumen aufzuhören. Sich der Realtiät zu stellen. Vom toten Pferd zu steigen, zu handeln und sich neuem zu öffnen.

Gerade im Moment heißt es das Ernten, was von den Schädlingen und Krankheiten übrig ist und eine geeignete Verwertung dafür zu finden. Nur dann war die Arbeit nicht umsonst und das  Hoffen hat sich gelohnt.

Und wie immer kommt diese Einsicht und das Wachwerden für  nötige Aktivitäten recht spät. Das bedeutet im Moment wieder Hektik. Denn wenn ich noch einen Nutzen von meinem Garten haben will muß ich jetzt handeln und so kommt gerade wieder alles auf einmal.

Das ganze Blaukraut habe ich geerntet. Viele kleine Köpfe ergeben auch Masse. Und die Köpfe sind klein aber drall und fest. Die Sellerie müsste verarbeitet werden. Winzige Knollen die nun auch nicht mehr größer werden.
Blaukraut (c) by Joachim Wenk
viele kleine Krautsköpfe

Aber mich hat die Arbeitswut wieder gepackt. Man sieht plötzlich wieder klarer, wenn man die Hoffnung aufgibt und das Warten. Wenn man wieder aktiv wird.

Aus den mickrigen Möhren und kleinen Sellerie sowie dem Lauch, der von den Lauchfliegen übrig ist, habe ich mit ein paar anderen Zutaten herrliche Instant Gemüsesuppe gemacht. Das Blaukraut werde ich hobeln, garen und einfrieren. Die wenigen kleinen Pastinaken sind geerntet und werden mit den roten Rüben eingelagert. Die Paprika werden diese Woche halbreif geerntet und die so gut wie reifen Chillies auch.

Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika, reifer wird die dieses Jahr nicht mehr

Wildchillies (c)  by Joachim  Wenk
Wildchillies




Pastinaken (c) by Joachim Wenk
viele kleine Pastinaken


Jetzt wird aufgeräumt. Fast schon macht es mir Spaß die Beete zu leeren. Das Laub von verkümmerten Möhren und Radieschen kommt in den grünen Smoothie der Rest bleibt als Mulch liegen. Überall schneide ich ab und grabe aus. Weg mit dem alten Zeugs. Im Grunde beginnt ja schon das Neue, in dem ich die Beete und den Garten anfange vorzubereiten für das was im Frühjahr kommt.  Ich habe mir gestern beim Gang durch den Garten gedacht, daß es kaum vorstellbar ist, wie im Frühjahr wieder alles sauber ist, das Laub überall verblasen oder verrottet und es neu treibt. Im Moment sieht es chaotisch aus und verwildert. Aber Stück für Stück beende ich das Gartenjahr.

Herbstlaub (c) by Joachim Wenk
Im Frühjahr ist alles Laub
weg und frisches Grün
wird treiben


Mein Dilemma bleibt.  Wann lasse ich die Hoffnung sterben und werde aktiv? Wann grabe ich die herrlich blühenden  Dahlien aus fürs Winterlager oder den noch grünen Meerrettich. Ist es noch zu früh? Sammelt der Kren noch Kraft in der Wurzel und die Dahlie in der Knolle für den Winter? Oder ist es höchste Zeit, weil  es ab dieser Woche kalt wird und feucht und ich dann bei 5°C in der nassen Erde herumbuddeln muß?

Wann räume ich welche Kübelpflanzen rein? Wann kommt Frost? Welche mögen nichtmal niedrige Temperaturen über Null grad? Jetzt wäre das Wetter noch schön um sie herumzuhiefen. Wenn es dann wieder naß und kalt ist, ist es eine lästige Arbeit. Aber jetzt schon ins enge und dunkle Winterquartier? So lange es geht möchte ich sie draußen lassen. So kämpfe ich mit mir und räume einfach immer wieder ein paar rein. Somit bin ich beruhigt und habe dann nicht die ganze Arbeit auf einmal.

erste Kübelpflanzen im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
erste Kübelpflanzen im Winterquartier

übrige Kübelpflanzen genießen Herbstsonne (c) by Joachim Wenk
diese bleiben noch draußen



Ob diese Zweifel über den richtigen Zeitpunkt mit den Jahren der Erfahrung abnehmen? Oder wird man nur gelassener?

Ich bin gespannt und werde meine Aufräumwut nicht bremsen und am noch diese Woche die letzten Sachen ausgraben. Es ist Ende Oktober, da gibt es einfach keine Hoffnung mehr.

Oder doch? Habe ich nicht gerade von Vorbereitungen auf das Frühjahr 2015 gesprochen?

Sie ist einfach nicht totzubekommen diese Hoffnung im Gärtnerherz!

Purpurwitwenblume (c) by Joachim Wenk
Hier wird geblüht bis zum
bitteren Ende



Dienstag, 14. Oktober 2014

Clematis fargesii soulei potaninii - Qualitätsware vom Fachmann

Ein Grund warum ich hier im Netz bin und gleichgesinnte  Gartenfreunde suche:

Eine Gartenfreundin hier bei Google postete Fotos von einer wild wuchernden Clematis, die wohl wirklich sehr robust ist und sehr lange sehr üppig blüht.

Zu diesem Zeitpunkt störte mich im eigenen Garten, daß ich bei der letztjährigen Staudenpflanzung den Blühzeitpunkt nicht beachtete und daher bereits im August ohne Blüten da stand.

Mein Staudenbeet weist zudem, wie nun ersichtlich ist eine Lücke im Hintergrund auf. Dahinter der Zaun zum Gemüsegarten und der Walnußbaum. Unter dem wächst wirklich nichts. Mich wundert es, dass der Rambler Paul's Himalayan Musk hier so wuchern kann. Ich werde hier eine ganze Ecke des Gemüsegartens brach liegen lassen müssen oder einfach nur Mulch aufbringen. Das sieht dann von draußen nicht so aus, wie ich es gern hätte.

Und eben in diesem Moment erfahre ich von einer ganz tollen Clematis. Ich erfrage den Namen und recherchiere im Internet. Es gibt sie wirklich zu kaufen. Ich glaube ich habe wieder eine sehr interessante Pflanze für meinen Garten gefunden. Dank Gartenkontakten im Internet.

Ich habe sie bei Clematis Westphal bestellt. Ich kannte diesen Namen bisher noch nicht. Jetzt aber ist er gespeichert.

Die Clematis   (Clematis fargesii souliei potaninii ) kam an und was soll ich sagen. Schaut euch die Verpackung und die Pflanze an. Ich hätte wirklich vor Begeisterung über die super Qualität Freudensprünge machen können.  Es zahlt sich eben aus beim Fachmann Qualität zu ordern und nicht beim Billiganbieter Frust zu bestellen.

Und mal ehrlich. Die Pflanze hat 12,50€ gekostet. Diese Pflanze wurde nicht dieses Jahr gesät und ein paar Wochen darauf verkauft (Salat, Stiefmütterchen u.v.m). Da muß man sich schon etwas länger darum kümmern. Personal und Grund und Dünger und Wasser vorhalten. Sie muß umsorgt und gepflegt werden. Ich finde dass der Preis nicht zu teuer ist. Und ich selbst habe nicht nur eine wunderbare große Pflanze, sondern auch Freude daran. Die verkümmerten und vernachlässigten Pflänzchen manch anderer Versender (auch ich habe hier und da mal dort bestellt) brauchen eine ganze Weile, bis sie diesen Zustand erreichen, wenn sie angehen und wenn sie durchhalten. Derweil ist diese Prachtpflanze sicher schon am Wachsen und vor allem Blühen und bereitet mir Freude.



Clematis fargesii soulei potaninii (c) by Joachim Wenk
Clematis fargesii soulei potaninii

Clematis fargesii soulei potaninii (c) by Joachim Wenk
Clematis fargesii soulei potaninii 


Der Boden war schon seit längerem  vorbereitet. Kompost und Brennesseljauche habe ich dort oberflächlich eingearbeitet, dass es der Boden dann bereit ist, wenn die Pflanze kommt. Nun war es so weit und ich habe sie gepflanzt.

Clematis fargesii soulei potaninii (c) by Joachim Wenk
ihr neuer Standort

Direkt hinterm Zaun vor dem Walnußstamm steht sie und soll das Eck Zaun einnehmen, als Hintergrund für die Astern, Pfingstrosen, Flockenblume, Anemonen, Stockrose und Eisenhut.

Jetzt warten wir beide auf das Frühjahr....

Clematis fargesii soulei potaninii (c) by Joachim Wenk
nächstes Jahr ist hier am Eck alles weiß mit Blütchen

Montag, 13. Oktober 2014

Im Schweiße meines Angesichtes

Zäher Dunst und bodentiefer Nebel empfangen mich am Samstag  morgen bei meinen ersten Schritten im Garten. Die Sonne gibt falsche Versprechen durch diesen Schleier. Das sind am frühen Morgen die einzigen Strahlen, die ich den ganzen Tag von ihr zu  Gesicht bekommen werde.

Morgenstimmung im Oktober (c) by Joachim Wenk
Morgenstimmung im Oktober


Meine Kartoffelernte werde ich heute verschieben müssen, weil der Boden nach Regen naß ist. Vielleicht wird es nachmittags besser. Jetzt gehen wir erste einmal nach dem Samstagmorgenfrühstück Gassi. Es nieselt, ist aber auffallend mild, beinahe warm.

Also der Nieselregen kommt immer wieder und ich werde daher vormittags meinen Arbeitsschwerpunkt in die Küche verlegen. Es ist an der Zeit wieder die selbstgemachte Instant-Gemüsebrühe zuzubereiten. Meine Vorräte sind erschöpft.

Der Zeitpunkt ist nicht nur richtig, weil nichts mehr in den Vorratsbehältern ist, sondern auch weil gerade die Zutaten reif sind.

Möhren hatte ich dieses  Jahr probiert, hatte keinen Erfolg. Nur ein paar wenige fingerdicke und sehr kurze Möhrchen konnte ich ernten. Schmecken täte sie ganz vorzüglich. Ich entschließe mich, sie und ihr Kraut zu trocknen.

Heute ernte ich noch eine sehr große und dicke Pastinake. Die wachsen bei mir, Möhren nicht. Komisch oder?

Die Sellerie steht wunderbar im Beet, aber ich war zu spät dran oder der kalte August hat sie gehemmt. Jedenfalls sind die Knollen vielleicht so groß wie ein kleiner Apfel. Aber das Kraut ist prächtig.

Vom Lauch ist wirklich bis auf zwei bleistiftdicke Stängel mit Kraut nichts verwertbares vorhanden. Alles verkrüppelt durch die Lauchfliege.

Reife Tomaten sind noch von der kürzlichen Ernte im Keller.Lorbeerblätter sind auch getrocknet im Vorratsschrank.

Somit habe ich doch ein paar gute Zutaten für meine Gemüsebrühe.

Nach der Ernte schleppe ich alles in die Küche. Es wird gereinigt und etwas zerkleinert. Dann kommt es in den Mixer und wird zu Brei verarbeitet. Von der zu kleinen Sellerie auch das Laub und vom Lauch auch. Die getrockneten Möhren nebst Laub genau wie die getrockneten Topinambur kommen auch mit rein.

Immer wieder wird gemsicht, wieder gemixt und gemischt. Bis endlich 2,5kg feiner Gemüsebrei fertig sind. Dazu kommen jetzt 300g Salz. Alles gründlich vermischen, auf die Roste des Dörrapparates und morgen am späten Abend wird es getrocknet sein.

ich glaube, dieses Jahr habe ich ein besonders schönes Aroma zustande bekommen. Der trockenen Brei wird nochmals zerbröselt und trocken im Mixer pulverisiert, nochmal im Dörrapparat durchgetrocknet und fertig ist das eigene Gemüsebrühenpulver.

Und was mich besonders freut: ich habe mein eigenes Gemüse darin, auch die nicht so gelungenen Gemüse können hier verwendet werden.

Und da ist sie wieder die Erinnerung. Ein Gespräch kommt mir in den Sinn, welches vor Kurzem mit Freunden geführt wurde. Ich, so hieß es, schmeiße ja nichts weg, was ich angebaut habe, da wird immer alles restlos verwertet. Klar, konterte ich, wenn ich das im Schweiße meines Angesichtes herangezogen habe, werfe ich es nicht einfach fort. Und nur, so die Antwort, weil du es im Schweiße deines Angesichtes großgezogen hast, muß ich es auch im Schweiße meines Angesichtes essen?

Diese Spötter, wenn wüssten, was in meiner Gemüsebrühe alles (an Schätzen!) verwertet und vor dem Kompost gerettet wurde....

Vielleicht sollte ich noch ein paar meiner sehr scharfen Wild-Chillis mit hineinmörsern. Dann wissen sie woher der Schweiß in ihrem Gesicht beim Essen kommt. Von den Chillies und nicht von meinen Kochkünsten!

Schwamm darüber, es nieselt noch immer und ich könnte doch noch etwas verwerten.

Ja genau, da liegen noch so viele schöne Äpfel im Kren unterm Apfelbaum. Ich denke ich mache gleich noch eine Portion Apfelsaft im Dampfentsafter. Nebenher bereite ich das Abendessen vor Rotkohl mit Pilzen in Pfannkuchen, überbacken mit Käse. Dazu Preiselbeeren. Und keine Reste sind darin enthalten. Das muß auch einmal erwähnt werden. Aber es bleibt vom Rotkohlköpfchen die Hälfte übrig. Bevor es jemand merkt hobel ich das klein, blanchiere es und friere es ein. Also mal wirklich, aus  Samen habe die Pflanzen gezogen, durch die letzten Monate gepeppelt und fast den Kampf velohren. Jetzt stehen sehr sehr kleine aber feste und aromatische Köpfchen Rotkohl im Beet. Diesen kann ich doch nicht einfach wegwerfen, wenn er übrig ist. Und man muß ja den ganzen Kopf ernten und kann nicht nur 200g abschneiden, wie beim Metzger und seiner Wurst. Hier heißt es eben immer: darf's ein bisschen mehr sein?

Kohlköpfe groß und klein im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Kohlköpfe groß und klein im Gemüsegarten


Das Wetter wird nicht besser aber ich will hinaus. Ich muß hinaus. Irgendwelche Arbeiten finde ich schon.

Die Strelitzie und die Zitronen mit den gelben statt grünen Blättern topfe ich jetzt um. Die neuen Lechuza -Säulen sind dafür da. Ich hoffe hier das Gießen bei beiden besser in den Griff zu bekommen. Sie sollen nicht mehr so nass stehen. Und ich hoffe dass meine Zitrone wieder grüne Blätter bekommt. Trotzt Zitruserde und Zitrusdünger hat sie diese gelben Blätter mit schwach grünen Adern.

Dann muß noch Brennholz für den Ofen im Winter von einem Raum in den anderen, trockeneren geschleppt werden. Das geht auch bei Nieselregen. Mir macht die Arbeit dennoch Spass, weil es mild ist, weil ich draußen sein darf und weil ich keine Hektik und keinen Streß habe.


Mittlerweile ist es Sonntag, das Wetter ist wieder besser und die Sonne scheint.

Ich ernte meine letzten Kartoffeln. Die Sonne scheint bei blauem Himmel auf mich und die Kartoffeln hinab. Die Luftfeuchte ist sehr hoch, was das Kartoffelnernten wirklich schweißtreibend macht.

letzte Kartoffelernte für 2014 (c)by Joachim Wenk
letzte Kartoffelernte für 2014


Das Beet wird danach eben gerecht, mit etwas Hornmehl bestäubt und mit Haselnußlaub als Mulch zugedeckt. Laub hat wenig Stickstoff, daher  gab ich Hornmehl auf den Boden, damit es besser verrotten kann.  Vor dem Gewächshaus seht ihr das Ecklein mit dem Laub.

Gemüsegarten im Spätherbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Spätherbst


Dann sammle ich wieder Walnüsse auf. Gestern drei Eimer und heute zwei. Die trocknen im Palmenhaus in den Körben, welche im Sommer meine Kräuter zu Tee werden lassen. Das Palmenhaus muß auch so nach und nach freigeräumt und vorbereitet werden. Das kann jetzt dann sehr plötzlich sein, daß ich schnell die ersten Kübelpflanzen einräumen muß. Und da brauche ich Platz. Wenn ich mir die Grünmasse so ansehe wird mir himmelangst, wie das wieder funktionieren soll.

Kübelpflanzen müssen bald ins Winterquartier (c)by Joachim Wenk
Kübelpflanzen müssen
bald ins Winterquartier

Kübelpflanzen müssen bald ins Winterquartier (c)by Joachim Wenk
Kübelpflanzen müssen bald ins Winterquartier

Kübelpflanzen müssen bald ins Winterquartier (c)by Joachim Wenk
Kübelpflanzen müssen
bald ins Winterquartier


Die Datura hab ich klein geschnippelt und auf den Kompost geworfen. Sie hat nicht geblüht, ist nicht gewachsen und besaß keine Blätter mehr. Seit über 10 Jahren hatte ich sie. Vielleicht hat so eine Pflanze auch ein Alter ab dem sie nicht mehr richtig gedeiht. Ich habe mir aber, weil ich die weißen Blüten mit dem schweren Duft so liebe, einen Steckling gemacht. Der ist gut bewurzelt  und wird hoffentlich über den Winter kommen.

Eine andere Kübelpflanze habe ich auch entsorgt. Sie blüht nie, hat nur grüne lange schiessige Triebe. Ich brauche den Platz, Licht und Luft im Palmenhaus für die Pflanzen, die auch gedeihen und nicht jahrelang kümmern. Mit manchen Pflanzen komme ich eben auf Anhieb zurecht und andere werden einfach nichts. Dann passen wir wohl einfach  nicht zusammen.

Es wird wirklich schon sehr zeitig dunkel momentan. Ich genieße noch ein wenig meinen Garten, die letzten Blüten und auch mein letztes Gemüse in den Beeten, bevor ich ins Haus gehen und mein Gartenwochenende zufrieden abschließe.

Panorama Oktober Gemüsegarten (c)by Joachim Wenk
Panorama Oktober Gemüsegarten