Freitag, 26. September 2014

Lauter positive Erfahrungen im Gartenjahr 2014

Das Gartenjahr 2014 nähert sich seinem Ende. Was jetzt noch getan wird ist oft bereits eine direkte Vorbereitung für das Gartenjahr 2015. Dabei denke ich an meine Staudenpflanzung oder das Blumenzwiebel-Testpaket genau so aber auch meine Staudenbeetneuplanung und -umplanung.

Daher macht es bereits jetzt einen Sinn, sich über das zu Ende gehende Jahr Gedanken zu machen. Gedanken mache ich mir ja schon auch während des Jahres. Heute aber freue ich mich, euch über positive Erfahrungen und Wissensgewinn in meinem Garten zu berichten.

Als Vorbereitung auf diesen Artikel hier überlege ich schon die letzten Tage, was ich da zu berichten habe. Als gut trainiertem Pessimisten fällt mir da sofort eines ein: NICHTS. Nichts war gut, alles war schlecht und gewachsen ist sowieso nichts.

Hätte ich nur nicht angefangen darüber nachzudenken. Jetzt sind mir doch wirklich auch eine ganze Menge Angelegenheiten eingefallen, die ich als positiv und lehrreich oder sogar als erfreulich bezeichnen würde.




  • Die richtige Pflanzenauswahl für die jeweiligen Standorte ist so wichtig!


Dies ist bereits eine Erkenntnis aus den Erfahrungen des Vorjahres. Daher habe ich bereits letztes Jahr aus Notwehr und Frustration eine "letzten Versuch" gestartet Blüten in den Garten zu bekommen. Bis dahin haben mir die Schnecken alles zu Nichte gemacht. Sollten sie was übrig gelassen haben, ist es in den heißen und sehr trockenen Sommermonaten verdorrt.

Was liegt näher als nach Pflanzen zu suchen, denen weder die Schnecken noch die Sonne oder die Trockenheit etwas ausmachen? Es gibt Stauden, welche die Kriterien erfüllen. Ich habe im Herbst 2013 gepflanzt und den Frühling und Frühsommer 2014 genossen. Es blühte hier und da (also genau genommen nur da, wo genau diese Stauden standen) und die Stauden gedeihen prächtig.

Im Herbst 2014 habe ich nun eine größere Lieferung zusammengestellt und in freudiger Erwartung auf wieder gute Erfahrungen in die Beete verteilt. Vor dem Haus eher die gelb-lila-Farbpalette und hinter dem Haus eher die rosé-weiß-blaue.



Färberkamille, Storchschnabel, Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Schnecken, Sonne und Trockenheit
 stören hier nicht mehr

Färberkamille, Storchschnabel, Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Färberkamille,
 Storchschnabel,
Witwenblume 




Zum Stichwort Pflanzenauswahl fallen mir meine neuen Blumenzwiebeln von Nebelung  ein. Die habe ich mittlerweile alle vergraben. So sehr ich mich auch gefreut habe über das  kostenlose Testpaket, so schwierig war es dann doch, sie zu platzieren.

Leider konnte ich die Auswahl nicht selbst treffen und meine Vorstellungen einbringen. Daher wurde bei der Auswahl der Standort und das Farbschema der Beete überhaupt nicht berücksichtigt. Man bekommt einfach ein wilde Zusammenstellung. Jetzt bin ich gespannt, auf das Frühjahr. Ob die Orangen und gelben Tulpen im neuen Beet gut harmonieren. Das Farbschema vor dem Haus ist immerhin gelb und Lila. Es könnte passen.

Die bunte  Hyazinthenmischung habe ich nicht nach Farbschema pflanzen können. Sie wurde nach der Örtlichkeit gesetzt. Sie stehen dann so, dass man im Frühjahr zum Schnuppern noch gut  mit der Nase in die Nähe kommt. Also am Rand der Terrasse im erhöht liegenden Beetteil.

Der kleine Zierlauch (Allium caeruleum) passt dann aber wieder ins Farbschema des großen Staudenbeetes und auch zum Standort. Wenn ich Glück habe, wird er eine ganze Fläche für sich ergattern und mit blauen Kugeln schmücken. Der riesige Zierlauch ( Allium stipitatum) steht mit den lila Blüten vor dem Haus hinter dem Geranienkübel. Etwas geschützt damit die 1m-hohen Blüten nicht so leicht abbrechen. Dumm nur, daß ich gerade auf der Homepage von Nebelung zu der Sorte lese, daß sie nur 60-90cm hoch wird. Da bin ich ja gespannt, welche Angabe richtig ist. Wahrscheinlich die auf der Packung, denn die Angaben auf der Shopseite sind äußerst dürftig und geben mir nicht die für eine Kaufentscheidung nötigen Daten und Informationen. Schade!

Die Roten Tulpen (Tulipa redwood)  passen überhaupt nirgends in meine Beete. Jetzt habe ich sie zur Kletterrose an die Scheune gesetzt. Ich fürchte nur, daß es mit der Blütezeit nicht klappen wird. Ansonsten wären die roten  Tulpen mit der weißen Rose bestimmt ganz interessant.





  • Hacken ist wie Düngen und gießen in einem


Wie gut, daß ich in dem Büchlein "Biodünger selber machen" und "das große Biogarten Buch " von Andrea Heistinger über das Düngen und den Boden gelesen habe. Ich sog alles in mich auf. Seither habe ich eine ganz andere Sicht auf das Bodenleben,  von dessen Bedeutung ich allerdings auch schon vorher wusste. Meine Wurmfarm, die ich mir extra anschaffte produziert auch ganz schön vor sich hin.

Und der Kompost wir immer wieder mit ein paar Schubkarren Pferdemist aufgebessert. Das wenn keine Düngerwirkung hat!

Auch das Kapitel über das Hacken im Garten. Und dann finde ich auch noch diese Pendelhacke bei uns im Gerätebestand. Mittlerweile weiß ich auch, daß sie nicht vom Vorbesitzer war, sondern aus dem aufgelösten Schrebergarten meiner Mutter. Sie hat sie hier im Blog auf dem Foto damals gleich wieder erkannt.

So eine Pendelhacke ist ein wirklich geniales Werkzeug. Es lockert den Boden, jätet Unkraut und arbeitet es etwas ein. So können es die Organismen gleich verwerten und Dünger daraus machen. Und ich bin immer auf allen Vieren durch die Gemüsereihen und habe das Unkraut herausgerupft. Das richtige Hacken war mir zu anstrengend, zu langwierig und für die nahen Pflanzen zu gefährlich.

Mit der Pendelhacke ziehe ich nun fröhlichen Mutes durch die Reihen und schwups ist es weg das Unkraut. Herrlich, wenn man sich dann noch die positiven Wirkungen des regemäßigen Hackens bewusst macht wird das alles sehr perfekt. Im nächsten Jahr schaffe ich mir noch die breitere Version der Hacke an.

Pendelhacke (c) by Joachim Wenk
Pendelhacke


  • Niemals  mit Material mulchen, welches hauptsächlich hölzerne Bestandteile hat!

Einen ähnlichen Effekt wie beim Hacken erhält man durch Mulchen. Düngung, erhöhen der Bodenfeuchte und reduzieren des Beiwuchses. Wenn man dann im Garten einige Hecken zu schneiden hat und die Haselnußhecke deutlich stutzt fällt einen Menge Material an. Ich wollte den natürlichen Kreislauf im Sinne von Permakultur im Garten fördern und das Material nicht aus dem Garten fortschaffen, sondern es dem Kreislauf wieder geben.

Ich habe alles klein gehäckselt und dann auf die Staudenbeete als Mulchschicht aufgebracht.

Macht das bitte nicht nach, wenn große Teile des Mulchs aus hölzernem  Material bestehen. Aus der Lektüre der bereits erwähnten Bücher und verschiedener Texte im Internet, nach meinen Bodenanalyseergebnissen weiß ich jetzt folgendes:

Beim Verrotten dieses trockenen hölzernen Materials (wozu übrigens auch der so beliebte Rindenmulch gehört!)  wird eine große Menge Stickstoff benötigt. Dieser Mulch düngt also den Boden nicht, sondern entzieht massiv Stickstoff also einen Hauptnährstoff. Jetzt wo ich das weiß, wird mir vieles an Pflanzenverhalten, Pflanzenwuchs (oder eben nicht), gelben Blättern und eingegangenen Stauden klar! Der Boden war jahrelang nicht gedüngt und ich schmeiße da unwissend diesen Mulch darauf.

Einiges habe ich beim Unkraut herausreißen bereits wieder entfernt. Ansonsten habe ich Hornmehl darauf und auch immer wieder Grasschnitt als Mulch.

Siehe da keine gelben Blätter mehr, die Stauden doppelt und dreimal so hoch wie letztes Jahr und nichts ging mehr kaputt.

Gerade jetzt bei der Vorbereitung auf meinen Artikel kam mir auch ein Schwätzchen mit der Nachbarin sehr gelegen. Sie berichtete mir, daß sie Rindenmulch ins Blumenbeet gegeben hat, damit kein  Unkraut mehr aufkommt. Jetzt, so ihr Klagen, meint sie, daß es wohl ein Fehler war. Unkraut wächst keines, aber die Stauden und Rosen auch nicht mehr!

Mulch mit hölzernen  Anteilen (c) by Joachim Wenk
Mulch mit hölzernen Anteilen
 ist schlecht für die Pflanzen




Das ist die Rose Jacques Cartier letztes Jahr

Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
Jacques Cartier

Und hier seht ihr sie dieses Jahr. So hatte ich mir die Wuchshöhe vorgestellt. Und so war sie im Katalog genannt. Ich dagegen hatte eher eine Zwergrose als eine wüchsige (bis 150cm) und kräftige Damszener-Rose. 2014 aber startete sie durch und lässt mich große Hoffnung in die  Blütezeit 2015 setzen.

Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
Jacques Cartier






  • Pflanzzeiten für Gemüse einhalten

Grünkohl habe ich bislang immer Ende Mai / Anfang Juni gepflanzt. Dann stand er irgendwie in den Beeten, rettete sich über die heißen Sommermonate und wurde von der weißen Fliege besiedelt. Warum habe ich zu der Zeit gepflanzt? Weil er da in der Gärtnerei angeboten wurde. Später gab es keine Pflanzen mehr, weil die wenigen  bereit gehaltenen verkauft waren.

Dieses Jahr habe ich alles selbst aus Samen gezogen und mich an meine selbst zusammengestellte Aussaattabelle aus den Informationen der Samentüten gehalten.

Zu der Zeit in der ich ihn sonst pflanzte habe ich ihn dieses Jahr noch nicht einmal gesät. Mir war schon ein wenig bange, ob ich dieses Jahr Grünkohl werde ernten können. Ende Juli habe ich ihn dann gepflanzt, fast August. Nach der Ernte der Frühkartoffeln auf deren Beet.

Er wuchs rasch an, die weiße Fliege hat er nicht und wächst ganz hervorragend. Das hat  auch den Vorteil, daß ich den Platz im Frühjahr für eine Vorkultur nutzen kann, wenn der Grünkohl so spät gepflanzt werden kann.

Es lohnt sich also, sich mit dem Gemüse zu befassen und wann es gesät und wann gepflanzt werden will oder muß. Nicht immer bietet der Markt zur richtigen Zeit das richtige Gemüse an.



Grünkohl Lerchenzungen (c) by Joachim Wenk
Grünkohl Lerchenzungen






  • Schnecken zerschneiden ist eine tot-sichere Methode der Schneckenbekämpfung



Ein wirklich nicht sehr schönes Thema. Aber auch das gehört dazu, wenn man sich mit einem Garten oder der Natur befasst. Man muß seinen Platz behaupten! Die Schnecken haben mich beinahe in den Ruin getrieben. Nervlich gesehen und dieses Jahr auch finanziell. Bis zum Wendepunkt meiner Maßnahmen habe ich etwa 15 der kg-Packungen von Neudorffs Schneckenkorn verteilt. Wer es verwendet, weiß, was es kostet. Die Wirkung war gleich Null!

Ich habe mitbekommen, daß eine  Schnecke der Größenordnung wie auf dem Foto 12 oder 15 solche Körner fressen muß, damit sie eine tödliche Dosis intus hat. Frisst sie weniger ist sie zwar schön satt, aber nicht tot. Und schön satte Schnecken denken gern an Sex und vermehren sich ungezügelt. Die Todesrate bei mir im Garten lag sicher unter 1%.

Ein befreundeter Gärtner hat mir geraten seinem Beispiel zu folgen und sie zu zerschneiden. Er macht das auch  und hat einen Garten in einem Grund mit Bach und Wald im Süden. Also eher feucht und kühl. Nachdem er das mit dem Zerschneiden einige Tage konsequent des Abends verfolgte, fand er bald nur noch wenige Schnecken und musste direkt nach ihnen Suchen. 

Das klang verlockend und ich folgte seinem Rat. Was soll ich sagen. Es funktionierte. Das Foto unten ist vom Herbst letzten Jahres. Dieses Jahr finde kaum mehr Schnecken in den Beeten. Und wenn, dann habe ich immer Tags und Abends meine Rosenschere in der Hosentasche und setze diese 100%ig immer tödliche Maßnahme ein. 

Und nächstes Jahr beginne ich sofort damit, spare also einiges an Geld für nicht wirkendes Schneckenkorn. 

Nacktschnecken Plage (c) by Joachim Wenk
Nacktschnecken-Plage

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