Montag, 29. September 2014

Der Hüttenzauber ist eingeweiht und war Teil eines gar wundervollen Wochenendes.

Als wir vor etwa 14 Tagen für Samstag zur Hüttenzaubereinweihung geladen haben, kamen mir große Bedenken. Wird es etwa an diesem Tag auch so kalt sein und regnen? Es soll doch gegrillt werden.

Jetzt ist es also Samstag und der Tag ist gekommen. Wie es sich bereits in den vergangenen Tagen abzeichnete, ist das Wetter schön. Traumhaft schön. Blauer Himmel, Sonne von Früh bis Abend und so warm, daß man kurzärmelig sogar noch ins Schwitzen kommt.

Für heute stehen nur kleinere Arbeiten auf meiner Liste. Streß gibt es heute nicht. Hauptaugenmerk liegt beim Aufräumen, Reinigen und Herrichten unseres Partyraums, bekannt als Hüttenzauber.

Der Kühlschrank,  kürzlich auf einem Brett mit Rollen montiert, wird herbei gerollt und mit Bier, Wein und Limo gefüllt.

Der Kaminofen wird von alter Asche befreit und vorbereitet.

Tische werden mit Ergänzungsplatten zusammengesteckt und Geschirr wie Gläser bereit gestellt.

Es gibt Gegrilltes und die Gäste bringen Salate und Kuchen mit. Wir müssen nur das Fleisch auftauen (geht ja von allein). Wir machen aus meinen tiefgefrohrenen Sommer-Himbeeren mit Sahne und Baisers den Nachtisch, während noch zwei Rote Beete(gerade frisch aus dem Beet) dämpfen. Es gibt heute nicht das Übliche: Tomate mit Mozzarella, sondern Rote Beete mit Mozzarella. Dressing aus Zitronenschale und -saft, Salz, Pfeffer, Zucker, Olivenöl und Schnittlauch aus dem Garten. Lecker! Das mache ich wieder einmal.

Ein paar meiner Kartoffeln (neue Ernte) werde ich auch noch dämpfen. Die bleiben ungeschält, werden lediglich halbiert und mit Öl und Salz bestrichen. So kommen sie auf den heißen Grillrost und bekommen einen wundervollen Röstkartoffelgeschmack.

Im Garten überlege ich, ob ich die restlichen Kartoffeln ausgrabe. Sie haben die Krautfäule aber so weit überlebt, die Blätter sind grün und nichts weiter kaputt. Ich denke ich lasse sie doch noch etwas in der Erde.

Die Äpfel allerdings haben mich jetzt lange genug geärgert. Immer wieder liegen unter dem Baum im Beet Äpfel. Nun gut, das ist normal und ich mache daraus Gelee und Apfelmus. Irgendwann fällt mir beim Putzen und Vorbereiten auf, daß fast keine wurmigen Äpfel mehr dabei sind. Die sind doch reif und müssen geerntet werden, bevor sie restlich herunter fallen!

Das waren meine erste Gedanken. Ich suche überall den  Apfelpflücker. Wir sind uns einig, daß wir einmal einen hatten. Aber wo?

Gefunden ! Mit Pflücker und Korb geht es zum Apfelbaum. Aber das gibt es doch nicht. Die hängen noch bombenfest am Baum. Die kann ich noch nicht ernten.

Also verräume ich den Pflücker ins  Gerätehaus im Gemüsegarten. Ein paar Tage später probiere ich es wieder. Diesmal mit der Hand. Im Beet darunter liegen nur noch gesunde Äpfel, die eben reif vom Baum fallen. Aber jeder Apfel, den ich anfasse, hängt ganz fest am Baum. Ich habe das  Gefühl verscheißert zu werden.

Jetzt am Samstag war es dann so weit, zwei Eimer Fallobst, die verschafft werden sollen  und nicht gelagert werden können. Heute wird gepflückt, aus basta. Ich ernte viele schöne Äpfel. Einige saßen noch recht fest und bei dem Versuch sie zu zupfen, vielen benachbarte Äpfel von ganz allein vom Baum.

Jedenfalls habe ich jetzt erst einmal eine schöne Ernte für den Keller als Vorrat und aus den Gefallenen werde ich morgen mit dem Dampfentsafter  Saft machen.

Apfelernte (c) by Joachim Wenk
Apfelernte
Im Gemüsegarten ist es schon sehr herbstlich. Ich ernte  einen kleinen Wirsing und Mangold. Zwei Kohlpflanzen reiße ich frustriert heraus und entsorge sie auf dem Kompost. Nur ein paar zerfressene Hüllenblätter. Kopf im Ansatz vorhanden,  aber total locker und nur Ei-groß und zerfressen. Die Pflanzen stehen seit Juni oder früher in den Beeten. Aus denen wird nichts mehr. Nur ein oder zwei sind etwas geworden und ein paar Köpfe Rotkohl.

Ich bin gerade in einer herbstlichen Aufräumstimmung. Bevor ich mir weiter die
misslungenen  Krautsköpfe ansehe und mich ärgere, entferne ich sie lieber. Aus den
Augen aus dem Sinn!

Auch meine Kamelie habe ich geschredert und auf den Kompost geworfen. Seit so vielen Jahren ziehe ich sie herum, nie hat sie  geblüht. Wenn sie Blütenknospen hatte, dann sehr lange Zeit.  Kam die  Moment, daß sie aufblühen müssten, vielen sie ab. Sie hat kaum  Blätter und die sind gelb. Da nutzte auch keine Kamelienerde etwas. Und weil es im Winterquartier außerdem zu voll war letzten Winter, kommt sie weg.  Zwei weitere eher kaputte Genossen werden ihr folgen. Platz machen für Neues und Motivierendes. Manchmal hat es einfach keinen Sinn sich immer mit dem Kümmernden zu befassen und vergebens auf Erfolgserlebnisse zu warten.

Als nächstes rutsche ich, wie die letzen Wochen schon, auf allen Vieren durchs Unterholz. Also eher unterm Holz durch. Zumindest aber unter den Haselnußbüschen entlang. Und die so abzuarbeitende Fläche ist bei den riesigen Büschen sehr groß. Meine Haselnußernte wächst und wächst immer weiter. Mir gehen schon die Körbe aus, um sie in der Sonne zu trocknen.

Danach wird das Haselnußlaub zusammengekehrt. Wir brauchen schließlich heute Abend die Terrasse. Das Laub kommt gleich in den Gemüsegarten auf freie Beetflächen als Mulchmaterial für die Regenwürmer und andere kleine Helfer als Futter.

Terrasse im Herbst (c) by Joachim Wenk
Terrasse im Herbst


Holz steht bereit und die Grillschalen sind bestückt.

Terrasse im Herbst (c) by Joachim Wenk
 Die Terrasse ist fertig für das Grillen


Im Hüttenzauber ist auch alles hergerichtet.


Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
der Hüttenzauber ist fertig für die Party


Jetzt heißt es warten, bis die Gäste kommen.

Warten auf die Gäste (c) by Joachim Wenk
Warten auf die Gäste

Kaum war das Foto geschossen, kamen die ersten Besucher. Wir genossen den herrlichen Herbstabend bei Sekt oder Bier (getrennt nach Geschlechtern), einem Plausch vor den wärmenden Feuern und freuten uns auf das kurz bevorstehende leckere Essen.

Sie kamen alle unsere Stammtischfreunde mit ihren Damen. Und nach dem Essen, das wohl allen ausserordentlich gut gemundet hat, erhielten wir zur Belohnung, oder zur Einweihung unseres Hüttenzaubers, sogar noch ein Geschenk. Wir waren ganz überrascht und gerührt. Eine wirklich ganz liebe Geste unserer Freunde.

Ein Schatzkistchen mit einer Flasche Rum und lauter Gold. Gutscheine für unseren Lebensmittelladen im Dorf und die nahe Gärtnerei. Und eine schönen Spruch, den wir sie alle  haben unterschreiben lassen.

Schatzkiste mit Gutscheinen als Geschenk (c) by Joachim Wenk
Schatzkiste für den Hüttenzauber

zur Hüttenzaubereinweihung


Wir sitzen bis Mitternacht und verbringen gemeinsam einen ganz entspannten und lustig-heiteren Abend. Nachdem die letzten Gäste gegangen und wir mächtig müde waren, schlossen wir nur einfach die Tür vom Hüttenzauber und verkrümelten uns ins Bett.

Am nächsten Tag, Sonntag, ist noch genug Zeit zum Aufräumen.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Der Tag danach
Und weil der Sonntag abermals das allerschönste Wetter mit sich brachte, ließ ich mir Zeit beim Aufräumen, verbrachte dann noch viel  Zeit im Garten. Es ist jetzt wirklich weniger stressig. Ich mache dieses und jenes und freue mich in erster Linie draußen zu sein und genießen zu können.

Ich klaubte wieder Nüsse. Diesmal aber Walnüsse. Im Gewächshaus habe ich die Rankschnüre der bereits entfernten Tomaten und Gurken abmonitiert. Ein paar Tomaten  sind noch im Gewächshaus und bringen die herrlichsten Früchte.

Die neue gepflanzten Stauden habe ich sogar gießen müssen, weil sie welk waren und es schon wieder recht trocken ist. Regen ist nicht in Aussicht, also bekommen sie eben einen Schluck Brunnenwasser zum kräftigeren Gedeihen. Etliche, gerade von den Storchschnäbeln, blühen bereits und erfreuen mich mit der einen oder anderen unerwarteten Blüte.

Herbststorchschnabel (c) by Joachim Wenk
unerwartete Blüte vom
Storchschnabel
Die kleine Bodendeckerrose erholt sich auch immer im Herbst noch einmal und schiebt mächtige Blütenrispen empor. Im Hintergrund ist eine solche zu erkennen. Aber auch sonst blüht sie, verteilt über das ganze kleine Sträuchlein recht unermüdlich.

Bodendeckerrose (c) by Joachim Wenk
Bodendeckerrose
Mein Staudenbeet betrachte ich von Früh bis Spät und freue mich so darüber. Am auffälligsten sind gerade die Astern. Und wenn man ihre Nähe kommt nimmt man einen schweren süßlich-würzigen Duft war. Der lockt ganz offensichtlich ganze Armeen von Schmetterlingen und Bienen an. Ein Gebrumme und Geflatter herrscht rund um die Blüten, wie ich es sonst nicht erlebe im Garten. Sie sind scheinbar eine sehr willkommene Nektar und Pollenquelle.


Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Herbst

Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern

Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern

Mit diesen schillernden Herbstimpressionen verabschiedet sich ein wirklich wunderbares Wochenende und ich mich auch. Ich wünsche eine schöne Woche. Bis zum nächsten Mal dann hier im Blog oder auch mal life im Garten?

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