Mittwoch, 6. August 2014

Von Wichteln und Heinzelmännchen

Gestern machte ich früher Feierabend. Irgend etwas Fieses hatte mich befallen. Ich habe den ganzen Tag gefroren und alle Glieder taten mir weh. An Essen war erst garnicht zu denken.

Daheim angekommen setzte ich mich, was ohnehin viel zu selten vorkommt, einmal einfach nur in meinen Garten. Dabei freute ich mich über den Sommer, meinen Garten und kam ins Sinnieren.

Feierabend-Stimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Feierabend-Stimmung im Landgarten


Die Tage hatte ich in einer Reportage gehört, daß es in einem Dorf einmal Heinzelmännchen, oder waren es Wichtel gegeben hatte. Sie halfen den Bauern am Feld und beim Hausbau. Das war ein tolles Zusammenleben, bis eines Tages eine Bäuerin ihnen das übliche Salär ich glaube in Form von Naturalien (Essen) nicht mehr geben wollte. Es war eine recht geizige Person. Die Wichtel verschwanden darauf hin komplett und wurden nie wieder gesehen.

Wäre das nicht etwas ganz Wunderbares, dachte ich für mich, wenn bei mir solche guten Geister im Garten wären und mir helfen würden? Über das Salär würden wir uns schon einig werden, glaube ich.

Eine Hilfe bei der Bodenbearbeitung. Kleine fleißige Wesen, die mir immer den Boden schön lockern, damit die Pflanzen gut wurzeln können. Sie würden kleine Löcher in die Erde bohren, in die dann die Pflanzen ihre Wurzeln mit Leichtigkeit bis tief nach unten schicken könnten. Dort fänden sie dann auch immer Wasser.  Dabei wäre es ja möglich, daß sie vielleicht auch gleich noch Düngen. Das ist ja mein Problem, immer zu wenig zu düngen oder eben den falschen Dünger zu viel im Boden zu haben. Vielleicht merken sie das und gleichen es aus?

Solche Naturgeister haben ja ein ganz feines Gespür für die  Umwelt, die Pflanzen und Tiere. Die merken sicher oder hören es von den Pflanzen, wenn eine Pflanze etwas bestimmtes braucht. Sie wühlen dann in der Erde und geben es ihr.

Sie machen den Boden fruchtbar und locker. Sie helfen ihm das wenige Wasser, das bei uns von Oben kommt zu speichern. Die Pflanzen hätten dann mehr zu trinken und wären gesünder und kräftiger.

Und wenn Schadstoffe im Boden wären würden sie die abbauen und unschädlich machen.

Oh wie wäre das schön. Sie passen auf, daß es meinen Pflanzen an nichts fehlt und wenn deren Feinde kommen, gar überhand nehmen, dann bilden sie eine Armee und beseitigen die gefräßigen Wesen, bis die alte Ordnung wieder hergestellt ist.

Sie haben auch diverse Zaubertränke in ihren Schränken. Die geben sie meinen Pflanzen um sie mit einem Schutzzauber zu umgeben. Das wäre wie ein  Schutzschild für die Pflanzen. Schutz vor Milben, Mehltau oder sonst schädlichen Pilzen,  Fäulnis, Nemathoden, Engerlingen, auch Schnecken, weißen Fliegen, Läusen, Raupen, Erdflöhen und wie die Gnome der Unterwelt alle heißen.

Oder ein anderer Zaubertrank verleiht dem Gemüse und Obst einen ganz besonderen Geschmack. Viel intensiver als sonst, gerade wie Früchte aus dem Paradies.

Wieder ein anderer Zaubertrank könnte den Samen beim Keimen helfen, damit sie schnell aufgehen und wachsen. Sie würden dann eher groß und widerstandsfähig, könnten sich besser durchsetzen.

Oh weh. Was für ein Virus hat mich da befallen. Ist das der Fieberwahn?  Was sind das für Phantasien. Besser ich gehe rein und lege mich auf mein Sofa. Da bin ich  wohl  im Moment besser aufgehoben.


Heute morgen ging es mir dann schon wieder bedeutend besser. Ich bereitete uns ein köstliches Mahl aus eigenen Paprika, gefüllt mit Hack und Reis. Dazu das vorletzte Glas Tomatensauce vom letzten Jahr. Es war köstlich.

So gestärkt ging ich in den Garten und arbeitet meine  Aufgabenliste ab. Herrliches Sommerwetter lies mich viel schaffen.

Und mit einem Mal fiel es mir wieder ein.  Mein Fiebertraum von Gestern war gar kein Wahn!

Alles das gibt es ja tatsächlich. Ich habe davon gelesen. Und ich habe diese Wichtel und guten Geister bereits im Garten. Sie stehen mir bereits zur Seite. Ich muß ihnen nur weiter ihren  Salär geben, damit es ihnen bei mir gefällt und es mehr und mehr werden. Damit sie sich im ganzen Garten verteilen. Das dauert seine Zeit. Aber wir arbeiten daran.  Gemeinsam.

Wer mir das nicht glaubt, daß ich sie habe und sie alles das für mich machen und immer mehr machen werden, dem empfehle ich als Lektüre für den Anfang das  Buch "Biodünger selber machen" von Andrea Heistinger und Alfred Grand. Oder der  Zweifler (und auch die Zweiflerin) liest sonstige Literatur (neueren Datums mit neueren Forschungsergebnissen) zu den  Themen: Kompost, Wurmhumus, Gründüngung und biologische Düngemethoden.

Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel (c) by Joachim Wenk
Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel

Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel (c) by Joachim Wenk
Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
in der Wurmfarm werden ganz besonder Wundermittel produziert

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
in der Wurfarm kann
Zaubertrank direkt gezapft werden


Meine Wichtel kommen dort  zwar nicht vor, weil es ja immer seriös in solchen Büchern zugeht. Dort heißen sie Regenwürmer, Mikroorganismen, räuberische Nemathoden oder Enzyme.

Mir ist es egal wie sie genannt werden. Das Ergebnis ist immer das selbe. Nimmer müde, fleißige gute Geister helfen mir bei der Gartenarbeit und sorgen für leckere, gesunde und nährendes Gemüse, bunte Blumen und einen prächtigen Garten. Vorausgesetzt ich zahle ihnen ihr Salär (Mulch, Kompostmaterial, verteilen des Komposts, sähen von Gründünger und so weiter).

Es ist ein Kooperation. Nur gemeinsam werden wir einen paradiesischen Garten erschaffen.







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