Sonntag, 24. August 2014

Die Blütenpracht von 2015

Gestern Vormittag habe ich mich warm eingepackt und bin in meinen Garten. Der Rasen muß heute unbedingt gemäht werden. Es ist ja wieder einmal staubtrocken, der Boden steinhart und Regen. Der letzte Regen war vor einer Woche. Aber es war kein ergiebiger Regen, der Boden  ist ausgetrocknet und es bläst ein beständiger starker Wind der alles noch mehr austrocknet. Ich sehen mich nach Regen, will aber wie gesagt auch Rasen mähen. Also muß ich bei weit unter 20° C und kaltem Wind (wir haben August!) in den Garten.

Meine Stimmung war dann aber schnell auf Gärtnern gestellt, als die  Post kam  und mir drei Pakete brachte. Am Dienstag Nacht habe ich sie bestellt und jetzt sind sie schon da. Meine Stauden für mehr Blütenpracht in meinen Beeten.

Staudenlieferung (c) by Joachim Wenk
Staudenlieferung


Die ersten beiden Gartenjahre habe ich mir immer wieder Stauden gekauft. Beim Discounter oder im Baumarkt. Wo ich eben gerade welche gesehen habe. Die vom Discounter sind fast vollständig nicht angegangen. Die vom Baumarkt haben die Schnecken gefressen. Also habe ich wieder gekauft, mit dem selben Ergebnis.

Viel geblüht hat also nicht im Garten. Dann habe ich Rosen bestellt in der Rosenschule. Die kamen ganz zeitig im Frühjahr, der Boden war dann noch lange gefroren und als ich sie pflanzen konnte hatten sie schon Schaden genommen. Eine davon kam nicht durch, ein ist jetzt nach dem dritten Sommer endlich am wachsen, zwei weitere mehr oder weniger auch, eine letzte geht kaputt. Nur die Ramblerrose Pauls Himalayan Musk startete von Anfang an durch. Die nächsten Rosen  bestellte ich zur Herbstpflanzung und sie gedeihen prächtig. Sind aber nicht öfter blühend und wieder habe ich einen wunderschönen aber grünen Garten.

Mit dem Gießen im Sommer komme ich nicht nach, selbst die verlegten Schwitzschläuche schaffen es nicht. Hitze, Trockenheit und vor allem Schnecken zerstörten immer wieder meine Blütenträume.

Im letzten Jahr begann ich etwas Neues. In der  Staudengärtnerei recherchierte ich nach Stauden, die nicht von Schnecken gefressen werden und die Trockenheit mögen oder tolerieren. Ich bestellte einige und pflanzte sie im Herbst. Sie haben im Mai und Juni wunderschön geblüht. Die Schnecken waren knüppeldicke überall drauf und drunter, haben aber nicht ein einziges Blatt dieser Stauden angebissen. Die folgende Sommer-Trockenheit hat ihnen auch nichts gemacht. Ich habe eine Lösung für mich  gefunden!

Und jetzt ist es Sommer oder fast Herbst und wieder habe ich einen wunderschönen Garten aber - in Grün. Vor lauter Begeisterung, daß es scheinbar Pflanzen gibt, die für mich geschaffen sind (Schnecken und Trockenheit sind egal), habe ich natürlich nicht auf die Blütezeit geachtet. Man lernt ja aus seinen Erfahrungen und so setzte ich mich wie gesagt Dienstag abend hin und recherchierte. Ich lies mir alle Stauden zeigen die nicht von Schnecken gefressen werden. Dann schaute, ich was mir gefallen könnte. Wenn das dann für trockene Standorte geeignet ist habe ich es schon fast in den  Warenkorb. Nur die Blütezeit musste jetzt noch passen.

Der Warenkorb füllte sich in gleichem Maße, wie sich mein Geldbeutel leerte.

Jetzt müsste ich nur noch wissen wie viel von jeder Sorte ich denn haben möchte. Dazu schrieb ich mir meine diversen Beete auf und bei jeder Staude überlegte ich, in welches Beet sie passt und notierte dann eine Anzahl. Manche passten auch nirgends und wurden wieder gestrichen.

Nach stundenlanger Arbeit stand die Bestellung fest. Genau 59 Stauden habe ich bestellt. Überraschender Weise, war der dafür zu bezahlende Betrag zwar hoch aber nicht übermäßig. Und wenn ich dafür jetzt Stauden habe, die auch bei mir wachsen und ich nicht immer wieder Stauden als Schneckenfutter kaufe, rechnet sich das sehr schnell.

Jedenfalls sind sie jetzt da und ich habe sie sofort aus ihrer Verpackung befreit. Gottseidank sind sie ja alle in Töpfen. Ich habe sie in Schalen gestellt und gegossen. Ein wenig müssen sie noch ausharren in den Töpfen. Da ja der Boden derart ausgetrocknet und hart ist, wäre es jetzt wohl nicht sinnvoll sie zu pflanzen.

neue Stauden für die Beete (c) by Joachim Wenk
Stauden für die Blütenpracht im nächsten Sommer




Heute vormittag beim Gassigehen erlebte ich 11°C, Sprühregen und eiskalten Wind. Lange war ich nicht draußen und habe beschlossen, erst nachmittags meine  Gartenarbeiten zu erledigen. Bis dahin schreibe ich lieber in aller Ruhe und mit schönem Blick in meinen Garten diesen Beitrag. Und das im August!

Nachmittags werde ich mir noch die Leiter schnappen und weitere Blauhildes ernten. Und ich werde meine neuen Stauden einmal nach den künftigen Beeten sortieren.

Hier hinter den Brunnen kommen einige Stauden. Vorne rechts der Storchschnabel ist eine von den letztes Jahr gepflanzten Stauden. Er hat sehr schön geblüht.

Brunnen im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
künftiges Staudenbeet




Das hier ist das heiße und trockene Sonnenbeet. Hier blühten die ersten schneckenresistenten Stauden. Jetzt ist Blühschluß und daher werden hier auch einige neue Stauden ihren Platz finden.

Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
Sonnen-Beet




Hinter der Banane der Baumspinat. Ich wollte sehen wie er wächst, wenn ich keine Blätter und Triebe für Smoothies ernte. Gigantisch. Aber nächstes Jahr blühen hier die selbst gesäten Stockrosen, die schon prächtig gewachsen sind und eine Stockrose aus der Staudenlieferung.
Banane im Staudenbeet (c)by Joachim Wenk
Banane im Staudenbeet



Hier ein ganz neues Beet. Früher standen hier drei sehr große Fichten/Tannen. Die haben wir gefällt, da sie zu eng standen und dem Nachbarn zu nah ans Haus kamen und auch nicht hier her passten. Der ganze Hang war irgendwie bewachsen. Unkraut, Rasen und sonstiges. Ich habe ihn einfach immer wieder mit der Motorsense kurz gehalten. Meine Kletterhortensie steht hier, eine geschenkt bekommene gelbe Rose, meine Moosrose, meine Gardaseerose und die Aronia. Jetzt auch der Ranunkelstrauch.

Hier sollen auch noch blühende Stauden die Lücken füllen. Aber mir grauste es vor dem umgraben. Mit der Motorhacke komme ich da nicht hin. Also bat ich meine Heinzelmännchen zu Hilfe und sie sind schon fleißig am Werk. Das gröbste ist beseitigt und der Boden ist lockerer brauner Boden.

Welche Heinzelmännchen? Naja, die Bodenlebewesen und vor allem Regenwürmer. Ich habe hier immer wieder relativ dick Rasenschnitt gemulcht. Das Unkraut starb ab und wurde in den Boden eingearbeitet. Diese Arbeit muß ich mir schon nicht mehr machen.


neues Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
neues Stauden- und Sträucherbeet mit Rosen
Und natürlich müssen auch in mein Haupt-Staudenbeet noch ein paar sommer- und herbstblühende Stauden.


großes Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
großes Staudenbeet


Mehr wird es wohl heute nicht werden. Ach so ja, gießen werde ich natürlich auch. Verrückt ist, daß ich manchmal bei Nieselregen im Garten stehe und gieße. Aber es ist notwendig, da die winzigen Regenmengen oft unter den  Bäumen oder Pflanzenblättern überhaupt nicht im Boden ankommen.

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