Donnerstag, 28. August 2014

Braunfäule an den Kartoffeln, erste Tomaten zum Ernten und ein genesener reich tragender Apfelbaum

Die  August-Eiszeit scheint sich wieder etwas zurück zu ziehen.

Sonntag bis Dienstag waren wirklich schlimm. So kalt und nass und eklig. Montag und Dienstag hat es dann auch bei uns über 30l/qm geregnet. In der großen Wiese im Garten stand das Wasser und es patschte unter den Schuhen. Dann hat es wirklich viel geregnet.

Eigentlich ein echter Anlass zur Freude, wenn es nur nicht so unsäglich kalt dabei geworden wäre. Nachts nur 5-6 °C im August. Ich mache mir Sorgen um meine Tomaten. Sie waren bisher sehr schön gewachsen und es hängen Früchte daran, die allerdings noch immer grasgrün sind. Auch die Kartoffeln mögen die feuchte Kälte ja nicht unbedingt. Hoffentlich geht das gut.


Braunfäule an Spätkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Braunfäule an den späten Kartoffeln

Braunfäule an den späten Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
Braunfäule an den späten Kartoffeln

So dachte ich am Sonntag. Am Dienstag Abend nach der Arbeit gehe ich bei Regen in den Garten und stelle fest, daß die Kartoffeln die Fäule haben.

Das gibt es doch nicht. Innerhalb zweier Tage? Es hat doch bisher nicht geregnet, auch jetzt in der  Kälte nicht. Der ganze Sommer super trocken, kein Niederschlag und warm auch in den Nächten. Und dann die Fäule? Ich habe extra die bisher bewährten Sorten mit hoher Resistenz gegen die Fäule angebaut. Letztes Jahr habe ich diese nach einem mehr als verregneten Sommer erst Ende Oktober Anfang November ausgegraben. Da hatten sie noch immer kerngesundes Laub.

Also wieder ein Rückschlag im Garten. Langsam nervt es. Was da nun wieder falsch ist kann ich mir echt nicht erklären. Jetzt müssen nur noch die Tomaten auch befallen werden und dann habe ich das 2 Jahr ohne Ernte aber mit viel viel Arbeit.

Gut in diesem Jahr habe ich das Gewächshaus. Die Tomaten darin werden schon länger rot und ich ernte von ihnen. Sogar eingekocht habe ich sie. Hier allerdings sind die Früchte alle an gefressen und fangen an zu schimmeln, wenn man sie nicht abnimmt. Aber immerhin ich ernte und esse davon.

Also, wenn ihr eine Hand frei habt, drückt mir die Daumen, daß die Freiland Tomaten noch reif werden. Wenigstens noch ein paar, daß ich wenigstens von Ernte sprechen kann.

Das sind sie meine ersten Freilandtomaten dieses Jahr, die rot werden. So weit eigentlich doch wunderschön, mich irritiert nur, daß es schon die letzte Woche im August ist, wo die Reife erst beginnt.
reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
erste rote Tomaten

Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
eine Reiher meiner Freilandtomaten


Ich habe  ja immer wieder den Eindruck , daß ich im Garten all die Krankheiten und Schädlinge habe, die für eine Gemüsepflanze typisch sind und in der Literatur beschrieben werden. Daher beobachte ich Pflanzen, die so eine oder überhaupt eine Krankheit hatten immer sehr vorsichtig. Manchmal habe ich garkeine Lust, sie anzusehen, weil ich Angst habe die Krankheit wieder zu sehen. So steht im Gemüsegarten als Überbleibsel ein alter Apfelbaum. Er war von den Haselnußsträuchern fast überwuchert und erdrückt. Der Pilz wächst im Stamm. Wir haben ihn stehen lassen. Aber die Äpfel fielen meist vom Baum. Die, die hängen blieben hätten zwar gut geschmeckt, waren aber vom Schorf übersät. Die Blätter waren krank. Letztes Jahr, das unwahrscheinlich feucht, verregnet und kalt war, lies alle Äpfel fürchterlich verschorft sein. Die Blätter des Baumes waren schon bald gelb und überhaupt sah der Baum aus, als würde er jetzt endgültig eingehen. Ich überlegte schon ihn zu fällen, da er doch eigentlich störend ist im Gemüsegarten.

Dieses Jahr ist er von Anfang an kerngesund und hing bald voller Äpfel. Er ist so eine Pflanze, die ich mich kaum ansehen traue. Nur um nicht wieder und abermals enttäuscht feststellen zu müssen, daß die Krankheit und der Verderb doch wieder gesiegt hat.

Und was ist? Nichts ist! Er ist noch immer gesund, das Laub wunderbar grün und die Äpfel haben keinen Schorf. Sie färben sich gerade herrlich herbstlich orange. Von den ersten wurmigen Falläpfeln habe ich bereits voller Freude Gelee gekocht.

Es ist schön den Baum anzusehen. Hier allerdings glaube ich zu wissen woran die Gesundung liegt. Nach den Bodenproben weiß ich vom massiven Stickstoffmangel und drastisch überhöhtem Phosphor. Dieses Jahr kam Hornmehl und Brennesseljauche zum großzügigen Einsatz. Das hat dem Baum sichtlich auch gut getan.

reich tragender Apfelbaum  (c) by Joachim Wenk
wunderbare, gesunde Äpfel

reich tragender Apfelbaum im Gemüsegarten  (c) by Joachim Wenk
reich tragender Apfelbaum
 im Gemüsegarten




Und weil das  Wetter gestern schon wieder recht angenehm und trocken war, habe ich etwas im Garten gewerkelt. Abgeblühte oder unansehnliche Pflanzen herausgerissen. Schnecken entsorgt und meine neuen Stauden sortiert.

Für jedes Beet eine Schale. Jetzt weiß ich wenigstens schon einmal welches Pflänzchen für welches Beet bestimmt war und kann mich in Kürze ans Auspflanzen machen.

Stauden für Herbstpflanzung (c) by Joachim Wenk
vorsortierte Stauden. Jedes Beet eine Schale


Die erste Staude ist bereits gepflanzt. Ein dauerblühender blauer Storchschnabel namens "Orion" steht jetzt zu Füssen der weißen Kletterrose "Snowflake"  mit halbgefüllten Blüten, die die dottergelben Staubgefäße  umrahmen. Diese Standort war mit sofort klar als ich in der Beschreibung zum Storchschnabel gelesen habe, daß die etwas herumrankenden Triebe der raumgreifenden Storchschnabelstaude sich gut zu Füßen großer Strauchrosen machen oder die oft nackte untere Partie von Kletterosen umschmeicheln. Auf diese  Blütenkombination bin ich schon sehr gespannt!

Sonntag, 24. August 2014

Die Blütenpracht von 2015

Gestern Vormittag habe ich mich warm eingepackt und bin in meinen Garten. Der Rasen muß heute unbedingt gemäht werden. Es ist ja wieder einmal staubtrocken, der Boden steinhart und Regen. Der letzte Regen war vor einer Woche. Aber es war kein ergiebiger Regen, der Boden  ist ausgetrocknet und es bläst ein beständiger starker Wind der alles noch mehr austrocknet. Ich sehen mich nach Regen, will aber wie gesagt auch Rasen mähen. Also muß ich bei weit unter 20° C und kaltem Wind (wir haben August!) in den Garten.

Meine Stimmung war dann aber schnell auf Gärtnern gestellt, als die  Post kam  und mir drei Pakete brachte. Am Dienstag Nacht habe ich sie bestellt und jetzt sind sie schon da. Meine Stauden für mehr Blütenpracht in meinen Beeten.

Staudenlieferung (c) by Joachim Wenk
Staudenlieferung


Die ersten beiden Gartenjahre habe ich mir immer wieder Stauden gekauft. Beim Discounter oder im Baumarkt. Wo ich eben gerade welche gesehen habe. Die vom Discounter sind fast vollständig nicht angegangen. Die vom Baumarkt haben die Schnecken gefressen. Also habe ich wieder gekauft, mit dem selben Ergebnis.

Viel geblüht hat also nicht im Garten. Dann habe ich Rosen bestellt in der Rosenschule. Die kamen ganz zeitig im Frühjahr, der Boden war dann noch lange gefroren und als ich sie pflanzen konnte hatten sie schon Schaden genommen. Eine davon kam nicht durch, ein ist jetzt nach dem dritten Sommer endlich am wachsen, zwei weitere mehr oder weniger auch, eine letzte geht kaputt. Nur die Ramblerrose Pauls Himalayan Musk startete von Anfang an durch. Die nächsten Rosen  bestellte ich zur Herbstpflanzung und sie gedeihen prächtig. Sind aber nicht öfter blühend und wieder habe ich einen wunderschönen aber grünen Garten.

Mit dem Gießen im Sommer komme ich nicht nach, selbst die verlegten Schwitzschläuche schaffen es nicht. Hitze, Trockenheit und vor allem Schnecken zerstörten immer wieder meine Blütenträume.

Im letzten Jahr begann ich etwas Neues. In der  Staudengärtnerei recherchierte ich nach Stauden, die nicht von Schnecken gefressen werden und die Trockenheit mögen oder tolerieren. Ich bestellte einige und pflanzte sie im Herbst. Sie haben im Mai und Juni wunderschön geblüht. Die Schnecken waren knüppeldicke überall drauf und drunter, haben aber nicht ein einziges Blatt dieser Stauden angebissen. Die folgende Sommer-Trockenheit hat ihnen auch nichts gemacht. Ich habe eine Lösung für mich  gefunden!

Und jetzt ist es Sommer oder fast Herbst und wieder habe ich einen wunderschönen Garten aber - in Grün. Vor lauter Begeisterung, daß es scheinbar Pflanzen gibt, die für mich geschaffen sind (Schnecken und Trockenheit sind egal), habe ich natürlich nicht auf die Blütezeit geachtet. Man lernt ja aus seinen Erfahrungen und so setzte ich mich wie gesagt Dienstag abend hin und recherchierte. Ich lies mir alle Stauden zeigen die nicht von Schnecken gefressen werden. Dann schaute, ich was mir gefallen könnte. Wenn das dann für trockene Standorte geeignet ist habe ich es schon fast in den  Warenkorb. Nur die Blütezeit musste jetzt noch passen.

Der Warenkorb füllte sich in gleichem Maße, wie sich mein Geldbeutel leerte.

Jetzt müsste ich nur noch wissen wie viel von jeder Sorte ich denn haben möchte. Dazu schrieb ich mir meine diversen Beete auf und bei jeder Staude überlegte ich, in welches Beet sie passt und notierte dann eine Anzahl. Manche passten auch nirgends und wurden wieder gestrichen.

Nach stundenlanger Arbeit stand die Bestellung fest. Genau 59 Stauden habe ich bestellt. Überraschender Weise, war der dafür zu bezahlende Betrag zwar hoch aber nicht übermäßig. Und wenn ich dafür jetzt Stauden habe, die auch bei mir wachsen und ich nicht immer wieder Stauden als Schneckenfutter kaufe, rechnet sich das sehr schnell.

Jedenfalls sind sie jetzt da und ich habe sie sofort aus ihrer Verpackung befreit. Gottseidank sind sie ja alle in Töpfen. Ich habe sie in Schalen gestellt und gegossen. Ein wenig müssen sie noch ausharren in den Töpfen. Da ja der Boden derart ausgetrocknet und hart ist, wäre es jetzt wohl nicht sinnvoll sie zu pflanzen.

neue Stauden für die Beete (c) by Joachim Wenk
Stauden für die Blütenpracht im nächsten Sommer




Heute vormittag beim Gassigehen erlebte ich 11°C, Sprühregen und eiskalten Wind. Lange war ich nicht draußen und habe beschlossen, erst nachmittags meine  Gartenarbeiten zu erledigen. Bis dahin schreibe ich lieber in aller Ruhe und mit schönem Blick in meinen Garten diesen Beitrag. Und das im August!

Nachmittags werde ich mir noch die Leiter schnappen und weitere Blauhildes ernten. Und ich werde meine neuen Stauden einmal nach den künftigen Beeten sortieren.

Hier hinter den Brunnen kommen einige Stauden. Vorne rechts der Storchschnabel ist eine von den letztes Jahr gepflanzten Stauden. Er hat sehr schön geblüht.

Brunnen im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
künftiges Staudenbeet




Das hier ist das heiße und trockene Sonnenbeet. Hier blühten die ersten schneckenresistenten Stauden. Jetzt ist Blühschluß und daher werden hier auch einige neue Stauden ihren Platz finden.

Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
Sonnen-Beet




Hinter der Banane der Baumspinat. Ich wollte sehen wie er wächst, wenn ich keine Blätter und Triebe für Smoothies ernte. Gigantisch. Aber nächstes Jahr blühen hier die selbst gesäten Stockrosen, die schon prächtig gewachsen sind und eine Stockrose aus der Staudenlieferung.
Banane im Staudenbeet (c)by Joachim Wenk
Banane im Staudenbeet



Hier ein ganz neues Beet. Früher standen hier drei sehr große Fichten/Tannen. Die haben wir gefällt, da sie zu eng standen und dem Nachbarn zu nah ans Haus kamen und auch nicht hier her passten. Der ganze Hang war irgendwie bewachsen. Unkraut, Rasen und sonstiges. Ich habe ihn einfach immer wieder mit der Motorsense kurz gehalten. Meine Kletterhortensie steht hier, eine geschenkt bekommene gelbe Rose, meine Moosrose, meine Gardaseerose und die Aronia. Jetzt auch der Ranunkelstrauch.

Hier sollen auch noch blühende Stauden die Lücken füllen. Aber mir grauste es vor dem umgraben. Mit der Motorhacke komme ich da nicht hin. Also bat ich meine Heinzelmännchen zu Hilfe und sie sind schon fleißig am Werk. Das gröbste ist beseitigt und der Boden ist lockerer brauner Boden.

Welche Heinzelmännchen? Naja, die Bodenlebewesen und vor allem Regenwürmer. Ich habe hier immer wieder relativ dick Rasenschnitt gemulcht. Das Unkraut starb ab und wurde in den Boden eingearbeitet. Diese Arbeit muß ich mir schon nicht mehr machen.


neues Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
neues Stauden- und Sträucherbeet mit Rosen
Und natürlich müssen auch in mein Haupt-Staudenbeet noch ein paar sommer- und herbstblühende Stauden.


großes Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
großes Staudenbeet


Mehr wird es wohl heute nicht werden. Ach so ja, gießen werde ich natürlich auch. Verrückt ist, daß ich manchmal bei Nieselregen im Garten stehe und gieße. Aber es ist notwendig, da die winzigen Regenmengen oft unter den  Bäumen oder Pflanzenblättern überhaupt nicht im Boden ankommen.

Donnerstag, 21. August 2014

Traumhafte Frühkartoffel-Ernte, Kartoffelmuffins und munter wachsender Grünkohl.

Irgendwann muß auch mal gut sein mit wachsen. Oder?

Jedenfalls dachte ich mir das über meine Frühkartoffeln. Auf den Feldern sind die Frühkartoffeln schon längst abgestorben und geerntet. Meine wollten nicht einmal gelb werden. Sie hatten gesundes Laub und wollten noch nicht geerntet werden.

In den Gartenbüchern lese ich immer wieder, daß man nach den Frühkartoffeln den Grünkohl als gute Fruchtfolge pflanzen kann. Das hat mich immer sehr verwundert. Habe ich doch meinen Grünkohl sonst immer schon Anfang Juni gepflanzt.

Die Gärtnerei verkaufte da bereits die Pflanzen und ich weiß auch, dass sie die nicht ewig hatten. Grünkohl ist jetzt nicht wirklich typisch für Mittelfranken und daher hatte die Gärtnerei immer nur ein bestimmtes Kontingent und danach war Schluss. Also habe ich immer wieder gefragt und wenn sie da waren, habe ich gekauft und gepflanzt. Zu einer Zeit, da kann noch keine Frühkartoffel geerntet sein.

Dieses Jahr ist es ein wenig anders. Ich habe es wirklich bis jetzt durchgehalten nicht eine einzige Pflanze (bis auf 12 Salatpflanzen bevor das Gewächshaus endlich stand) zu kaufen. Alles habe ich selbst aus Samen gezogen. Zu diesem Zweck kaufte ich bereits im Februar viele viele Tütchen Samen. Auch Grünkohl. Und siehe da, wenn ich die Sähanleitung lese stelle ich fest, daß der tatsächlich noch nicht einmal gesät wird zu der Zeit, da ich sonst schon gekauften gepflanzt habe. Ich lasse mich also darauf ein. Und sähe wie angegeben.

Mein Grünkohl steht ganz wunderbar im Beet und ich freue mich, daß es gut ausgehen wird das Grünkohl-selbst-sähen-Experiment.

Grünkohl Lerchenzungen (c) by Joachim Wenk
Grünkohl Lerchenzungen


Nun muß ich aber dennoch wieder auf die Frühkartoffeln zu sprechen kommen. Ich habe also den Grünkohl, wie angegeben gesät und dann zu gegebener Zeit ausgepflanzt. Zu der Zeit aber, da die Grünkohlpflänzchen wirklich langsam ins Freie gesetzt werden mussten, dachten aber meine Frühkartoffeln noch nicht im geringsten daran, Platz zu machen. Gut dass durch die Hitze und Dürre einige andere Pflanzen entsorgt werden mussten. So wurde neben den Kartoffeln Platz für den Grünkohl.

Und jetzt sind ein paar Wochen verstrichen. Meine Kartoffeln haben wohl immer noch keine Lust das Laub einzuziehen. Aber es warten noch ein paar Brokkoli- und Blumenkohlpflanzen auf den Umzug ins Freie. Auch die habe ich wirklich jetzt so spöt gesät, da es so auf der Tüte stand. Mal sehen wie sie sich entwickeln.

Der Blumenkohl muß früh im Jahr oder eben jetzt spät im Jahr gepflanzt werden, heißt es in der Beschreibung. Da für "früh-im-Jahr" die Zeit der Fertigstellung des Gewächshauses schon zu weit voran geschritten war, kam er zu spät ins Freie. Zwei kleine Köpfe erntete ich. Die letzten Pflanzen wuchsen nicht und  verkrüppelten die Blätter. Ich wusste nicht einmal mehr, daß es Blumenkohl ist. Ich dachte das sind Spitzkohlpflanzen. Es ist sehr interessant zu beobachten, wie jetzt während der kürzer werdenden Tagen  mit niedrigen Nachttemperaturen und sehr gemäßigten Tagtemperaturen diese "alten" und fast kaputten Blumenkohlpflanzen plötzlich neue Blätter bekamen und wunderbare  Blumen ausbilden.

Also kann es wohl mit meinen neuen kleinen Pflänzchen vielleicht doch noch etwas werden. Wenn ich nur Platz hätte. Also entschloss ich mich die Tage zum Ernten der Frühkartoffeln. Schluß mit Lustig, sie müssen raus!

Das Wetter war so angenehm. Keine sengende Hitze mehr, aber sonnig und warm und der Boden trocken. In aller Ruhe machte ich mich ans Werk. Immer wieder las ich genau nach, welche Sorte wo stand.

Drei Sorten habe ich angebaut. Aber irgendwie in den Reihen auch gemischt. Glücklicherweise habe ich Stöckchen in die Beete gesteckt, wo der jeweilige Wechsel ist.

Kartoffeln ernten (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln ernten


Die Ernte ist sehr gut. Und ich denke so bei mir, daß mir ja viel misslingt im Garten und ich auch immer wieder enttäuscht bin. Aber Kartoffeln und Grünkohl werden immer.

Die freie Fläche habe ich gleich einmal mit Spinat als Gründünger eingesät. Hier kommen dann meine Blumenkohl und Brokkolies hin.

abgeerntetes Kartoffelbeet und Grünkohl (c) by Joachim Wenk
abgeerntetes Kartoffelbeet und Grünkohl

abgeerntetes Kartoffelbeet und Grünkohl (c) by Joachim Wenk
abgeerntetes Kartoffelbeet und Grünkohl


Jetzt lasse ich die Kartoffeln noch etwas abtrocknen, bevor sie dann, nach Sorten getrennt, in hölzernen Obstkisten in den leider zu warmen und trockenen Keller kommen.

Frühkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffeln

In meiner Kaffeepause habe ich gleich einmal im neuen Kartoffel-Kochbuch geschmökert.  Jetzt mache ich mir keine Sorge mehr, daß sie mir im warmen Lager kaputt gehen könnten. Wenn ich die ganzen tollen Rezepte getestet habe, sind sie aufgegessen, bevor sie schrumpeln oder treiben.


Welche Sorten habe ich also dieses  Jahr?

Mein absoluter Favorit war das erste (und sicher nicht das letzte) Mal dabei. Mayan Gold. Der Ertrag ist OK und die Kartoffeln eher klein. Aber der Geschmack und die mehlig-trockene Konsistenz sowie die goldene Farbe sind glaube ich das Beste, das ich bisher an Kartoffeln angebaut habe. Sehr zu empfehlen.

Frühkartoffel Mayan gold (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffel Mayan-Gold


Dann die Orla. Sehr früh und die höchste Resistenz gegen Braunfäule und Schorf. Daher habe ich diese Sorte zum zweiten Male angebaut. Gesund ist sie. Der Ertrag ist sehr gut und die Kartoffeln sehr groß. Allerdings von eher wässriger Farbe und Geschmack. Vielleicht lasse ich die im nächsten Jahr einmal weg.

Frühkartoffel Orla (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffel Orla


Dann ist da noch die Galactica . Laut Katalog verfügt sie ebenfalls über eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegen Braunfäule und Schorf. Und sie soll einen sehr hohen Ertrag bringen. Daher vielleicht auch der Name.

Was soll ich euch sagen. Der Ertrag ist wirklich galaktisch! So viele so derart große Kartoffeln. Es ist wie im Traum. Die ist nächstes Jahr auf alle Fälle wieder dabei. Vorausgesetzt sie schmeckt, denn zu diesem Test bin ich noch nicht gekommen. Das hole ich am Wochenende nach.  Die Galactica-Ernte auf dem Bild hier ist übrigens die Ausbeute von 3 (ja drei) Saatkartoffeln. Im anderen Beet hatte ich nochmal einige gesteckt und noch mehr Galacticas.

Frühkartoffel  Galactica (C) by Joachim Wenk
Frühkartoffel  Galactica


Gestern habe ich dann gleich für den Besuch meiner Eltern Kartoffel-Nuss-Muffins aus dem Buch gebacken. So saftig, locker und lecker. Ein Traum.

Kartoffelmuffins (c) by Joachim Wenk
Mayan-Gold-Muffins

Und jetzt schwelge ich noch ein wenig in den schönen Erinnerungen an die vergangenen Tag.

Morgen werde ich in meiner Community von meiner Hopfenernte berichten und was ich daraus gemacht habe. Vielleicht schaut ihr ja mal vorbei: Achims Gartenwelt

Montag, 18. August 2014

Das Projekt Hüttenzauber ist nun auch beinahe beendet

Im Moment ist ja irgendwie eine komische Gartenstimmung finde ich.

Vor einigen Tagen noch, als die große Trockenheit und Hitze alles im Griff hielt, ging ich nur noch ungern in meinen Garten. Überall sah ich welke Pflanzen. Alles verdorrte im Gemüsegarten. Stillstand statt Wachstum allüberall. Meine Aufgaben beschränkten sich auf das Entfernen abgeblühter Ringelblumen oder auch der abgeernteten Buschbohnen.

Ich machte Luft im Garten. Licht kann jetzt wieder an die verbliebenen Gemüse vordringen und ich selbst kann wieder fast ungehindert auf den Wegen laufen.

Ein paar Kohlrabi, die nichts mehr werden, habe ich entfernt und auf den leeren Flächen von Ringelblumen und Kohlrabi wurden Asiasalat und Feldsalat oder Rukola gesät. Die kleinen Fleckchen schaffte ich gerade noch durch gießen feucht zu halten.

Die kleinen Pflänzchen ließen dann in der Tat nicht lange auf sich warten und keimten.

Dann kam die große Abkühlung. Nachts muß ich jetzt das Gewächshaus bereits schließen. Es gab Tage, da gingen tagsüber die Fenster mit der automatischen Belüftung nicht einmal auf, so kalt war es. Viel geregnet hat es nicht, aber ausreichend. Und es kam kein  Unwetter. Der Regen viel häufig, dafür in kleineren Mengen und konnte so optimal vom Boden aufgenommen werden.

Ein Blumenkohl und drei Kohlrabi haben sich doch tatsächlich erholt und stoßen die alten kaputten Blätter ab. Beim Blumenkohl ist mit einem Mal eine "Blume" vorhanden und die Kohlrabi haben mächtig Knollenzuwachs bekommen.

Blumenkohl (c) by Joachim Wenk
Blumenkohl

Kohlrabi (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi


Nach der Abkühlung und dem Regen ist meine Gartenstimmung schon wieder besser. Ich habe auch mehrere Gärtnersäcke voll Unkraut und verblühte einjärhige Blumen (Bertram, Ringelblumen, Jungfer im Grünen, Malven) entfernt. Jetzt bin ich wieder hinter her und alles ist ordentlich und wächst.

Besonders erfreut bin ich, die Schnecken eingedämmt zu haben. Selbst nach dem tagelangen Regen habe ich kaum noch welche im Gemüsegarten, Rhabarber und Kompost gefunden!

Sehr stolz sind wir aber auch auf das beinahe abgeschlossene Projekt "Hüttenzauber". Im Februar begonnen und jetzt (bis auf den Außenputz) beendet. Es ist wunderschön geworden und wir freuen uns auf die rege Nutzung unseres Partyraumes. Für Silvester haben sich die Stammtischfreunde schon angemeldet. Ich hoffe doch, daß wir ihn vorher auch schon ein paar mal benutzen werden.

Der  Hüttenzauber, wie wir ihn vom Vorbesitzer übernahmen. Wir haben ihn damals nur ausgeräumt und mit unseren Möbeln bestückt. Zum Teil ließen wir Dinge auch unverändert und haben die Geburtstage und sonstig Geselligkeiten sommers und winters hier feiern können.

Aber die Holzkonstruktion war morsch, der Boden uneben und abschüssig und immer waren die Mäuse darin, weil es nur Bretterwände waren. Im Februar haben wir dann begonnen, ihn leer zu räumen und die Wände zu entfernen.

ehemaliger Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
erste Abbrucharbeiten

ehemaliger Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
die Einrichtung wird ausgeräumt


ehemaliger Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
die alte Aussenansicht


Das zog sich dann doch eine ganze Weile hin. Baumaterial wurde herangeschafft und Helfer "eingeteilt".

ehemaliger Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
nur noch ein Gerippe steht vom Hüttenzauber

ehemaliger Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
das muß alles verbaut werden, und noch mehr

Bauarbeiten am Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
großes Gerät wird aufgefahren

Bauarbeiten am Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
sehr fleißige Helfer


Nach dem neuen Betonboden kamen die neuen Wände dran. Ein großes Glück war das neue alte Haus meines Bruders. Er ließ komplett neue Fenster einbauen und wir bekamen die alten Fenster. Für den Hüttenzauber waren sie einfach nur genial und perfekt. Gemauert wurde dann einfach so, daß die Fenster passen. Perfektes timing.
Bauarbeiten am Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
jetzt beginnt der Aufbau

Bauarbeiten am Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Es ist Mai, die Wände stehen
und die Fenster sind drin


Im Mai, dem Monat mit den vielen Geburtstagen bauten wir rasch die Fenster ein, um wenigstens einen Geburtstag zwar auf der Baustelle, aber wind- und regengeschützt im Hüttenzauber feiern zu können.

Dann musste wir eine längere Pause einlegen, weil so viel anderes zu tun war.

Als uns wieder die Arbeitswut packte, besorgten wir Fliesen. Volker begann sogleich mit dem Legen. Die restliche Farbe vom Treppenhaus wurde mit weißer Farbe gestreckt und hat jetzt den perfekten Farbton für die neuen Wände. Die dunkle alte Wand haben wir wieder dunkel lasiert. Sie bildet einen schönen und gewollt rustikalen Kontrast.
Bauarbeiten am Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
auch die Fliesen sind gelegt 

Bauarbeiten am Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
fast fertig gefliest
 

Selbst der Schornstein musste etwas nach oben versetzt werden, weil ja eine gehörige Menge Beton aufgeschüttet wurde. Die Spannung war groß, als wir den Ofen daran schoben. Alles passte perfekt.

Hüttenzauber wird eingerichtet (c) by Joachim Wenk
der alte Ofen passt wieder

Am vergangenen Wochenende mit immer wieder Regen haben wir die Zeit genutzt, um von überall her wieder das Mobiliar zu holen und unseren Hüttenzauber einzurichten. Der alte Fernseher mit den Schatten im Bildschirm ist für hier draußen noch gut. Die für ihn gelassene Nische passt auch hervorragend. Allerdings passt die Wandhalterung nicht. Es kann eben nicht alles glatt gehen.

Die neue Eckbank aus der Auflösung der Stammkneipe nebst Stammtischleuchte und Stühlen gefallen uns auch ganz hervorragend.

Noch den letzten Schnickschnack abgestaubt und montiert. Fertig ist der rustikale Hüttenzauber.
Hüttenzauber wird eingerichtet (c) by Joachim Wenk
und die Möbel sind auch wieder eingeräumt

Hüttenzauber wird eingerichtet (c) by Joachim Wenk
Hüttenzauberromantik





Montag, 11. August 2014

Diesmal sind die Karpfenweiher an der Reihe und liefern uns Arbeit für das Wochenende

Ruhiges Spätsommerwetter liegt in der Luft. Ich sage Spätsommer und sollte Früh-Herbst schreiben. Die Herbstastern beginnen zu blühen, genau wie die Herbstanemonen. Die Walnußbäume werfen das erste Laub ab und die Vogelbeeren sind orange, das Laub gelb. Nachts hat es viel Tau und abends wird es spürbar eher dunkel und frisch. Das nennt man doch Herbst oder?

Im Garten habe ich jedenfalls das ganze Wochenende fast nichts anderes gemacht als gegossen. Mal mit Regner, mal mit Brausestab und in jedem Fall zu wenig. Ich kann doch nicht die großen Walnußbäume auch noch gießen. Sie lassen aber so die Blätter hängen und werfen die ersten in die Beete unter ihnen.

Meine Tomaten beginne sich zu färben. Die Zucchini sind beide abgefault am Stengel. Und das bei der Trockenheit und nach nur 4 kleinen Zucchinis. Was mache ich jetzt mit all den leckeren gesammelten Zucchinirezepten? Ärgerlich. Jetzt muß ich wieder ein ganzes Jahr warten. Das ist das lästige am Garteln!

Schnecken sind gerade kein Thema, so trocken ist es überall. Dafür weiße Fliege und Kohlweißling. Einmal die Woche spritze ich Niehmöl. Manche Grünkohl sind putzmunter und kräftig und unversehrt und andere schwächeln und sind angefressen. Ich überlege gerade in welcher Reihenfolge. Ich glaube fast, daß sie erst schwächlich waren und dann oder besser daher befallen wurden. Das würde bestätigen, was ich über einen gesunden Boden  mit den diversen  Heinzelmännchen gelesen habe. In der Tat sind die Schwächelnden außerhalb des Schneckenzaunbeetes bei den Erdbeeren und dort habe ich nicht viel Gedüngt und auch noch nie Kompost hin. Während ich im Schneckenzaunbeet ja bereits seit Frühjahr versuche gemäß Plan zu düngen (Kompost, Hornmehl, Brennesseljauche), seit einigen Wochen regelmäßig hacke und im Frühjahr gelockert hatte.

Meine  Frühkartoffeln haben es irgendwie nicht sonderlich eilig einzuziehen und ich warte darauf den Platz wieder zu bepflanzen. Man sieht aber gerade im Beet in dem sie nebeneinander stehen sehr deutlich die frühen und die späten Sorten. Lange dauert es nicht mehr. Ich werde schon einmal die Holz-Obstkisten hervorholen und säubern.

An dieser und jener stelle habe ich mich auch von ohnehin nicht mehr gedeihenden Kohlraben oder Spitzkohl und anderen kümmerlichen Pflanzen getrennt, den Boden gelockert, ein paar Hand voll Kompost oberflächlich eingearbeitet und gegossen.  Zwei oder drei  Tage darauf habe ich gesät: Winterrettich, Erdnußrukola (von Christine) ,Asiasalate (Red Giant und Mizuna), Feldsalat, Radieschen.

In der Saatplatte geht später Blumenkohl und Brokkoli auf. Der kommt dann zu den abgeernteten Frühkartoffeln.

Karpfenweiher im Sommer (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher im Sommer


Das waren die Arbeiten in meinem Garten. Am Samstag hatten wir aber auch wieder einmal Arbeitseinsatz bei unseren Karpfenweihern. Der Rasen mußte gemäht werden und die Wege und Zugänge zu den Weihern sollten wieder begehbar werden. Schade dass unser Aufsitzmäher eher für den Garten ist und keinen hohen Wuchs zulässt. Es gibt ja so schöne, die meterhohes Dickicht sogar bewältigen. Mit so einem müsste man  nicht so oft Rasen mähen, sondern könnte auch einmal bis auf die Wege, Wiese stehen lassen. Das bleiben aber schöne Träume, wenn man die Preise für so ein Gerät ansieht. Da lassen wir wohl lieber unseren reparieren und sind froh ihn zu haben. Ohne so ein Gerät kämen wir garnicht rum. Der Vorgänger hatte ja, bevor er sich diesen Mäher kaufte ganz viele Mähhhh-Roboter die alles inklusive der Böschung zum Bach kurz hielten. Das ist eine sehr praktische Sache, für die wir aber leider nicht die nötige Zeit haben. Also bleibt es beim Aufsitzmäher.

Eine neue Motorsense allerdings muß demnächst einmal angeschafft werden. Mit unserer schon nicht sehr kleinen komme ich durch das Dickicht zum Bach hinunter aber nicht mehr durch.

Nach getaner Arbeit sieht es aber wieder ordentlich aus und wir freuen uns, das abermals vollbracht zu haben.

Die Karpfen in den Weihern schwimmen auch munter herum und fressen fleißig das dargebotene Futter. Es scheint alles in Ordnung zu sein. Gut so.

Ein vorher-nachher Vergleich von einer unserer Brücken.

Brücke über den Bach (c) by Joachim Wenk
Brücke über den Bach

Brücke über den Bach (c) by Joachim Wenk
Brücke über den Bach 

Wo war noch mal der Bach?

Wuchernde Winden am Hang zum Bach (c) by Joachim Wenk
Wuchernde Winden am Hang zum Bach

Rechts seht ihr das Stück, welches wir seit zwei Jahren nicht mehr mähen. Wir haben es einmal stehen lassen aus Zeitgründen. Dann war es zu hoch für den Mäher. Mittlerweile kommt nicht einmal mehr ein Balkenmäher durch. Es ist zu hoch, zu verfilzt und es sind zu viele Huppel darin.  Jetzt ist es Brachland. Dahinter sieht man die Spitzen meiner Benjes-Hecke vom Herbst/Frühjahr. Irgendwann stehen da einmal Heckensträucher.


Brachland mit Benjes-Hecke (c) by Joachim Wenk
Brachland mit Benjes-Hecke

Volker beim Mähen (c) by Joachim Wenk
Volker beim Mähen
 Der kleine Weiher. Den haben wir im Frühjahr gefischt und auch die Erlen ausgeschnitten. Die bilden jetzt die Benjes-Hecke. Seither stand er trocken. Seht nur wie schnell hier wieder etwas wächst. Jetzt haben wir ihn wieder "gesteckt" damit sich Wasser ansammelt. Er wird ausschließlich vom Grundwasser gespeist. Dementsprechend lange dauert das, bis er wieder voll ist in unserem Wüstenklima ohne Regen.


Karpfenweiher füllt sich wieder mit Wasser (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher füllt sich wieder mit Wasser
Fränkischer Himmel, fränkische Landschaft und typisch fränkisch ein Karpfenweiher. Hier ist es so herrlich ruhig und man ist mitten in der Natur. Da macht (meistens) sogar die Arbeit Spaß.

Karpfenweiher in fränkischer Lanschaft (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher in fränkischer Landschaft
 Unser Problemkind. Es sieht alles sehr schön aus. Das hier ist der Damm zum großen Weiher von oben. Leider leckt er und es läuft - ja läuft und nicht sickert - Wasser aus dem Weiher. Das ist sehr schlecht und muß mit größerem Gerät zeitnah behoben werden.

frisch gemähter Weiherdamm (c) by Joachim Wenk
frisch gemähter Weiherdamm



Mittwoch, 6. August 2014

Von Wichteln und Heinzelmännchen

Gestern machte ich früher Feierabend. Irgend etwas Fieses hatte mich befallen. Ich habe den ganzen Tag gefroren und alle Glieder taten mir weh. An Essen war erst garnicht zu denken.

Daheim angekommen setzte ich mich, was ohnehin viel zu selten vorkommt, einmal einfach nur in meinen Garten. Dabei freute ich mich über den Sommer, meinen Garten und kam ins Sinnieren.

Feierabend-Stimmung im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Feierabend-Stimmung im Landgarten


Die Tage hatte ich in einer Reportage gehört, daß es in einem Dorf einmal Heinzelmännchen, oder waren es Wichtel gegeben hatte. Sie halfen den Bauern am Feld und beim Hausbau. Das war ein tolles Zusammenleben, bis eines Tages eine Bäuerin ihnen das übliche Salär ich glaube in Form von Naturalien (Essen) nicht mehr geben wollte. Es war eine recht geizige Person. Die Wichtel verschwanden darauf hin komplett und wurden nie wieder gesehen.

Wäre das nicht etwas ganz Wunderbares, dachte ich für mich, wenn bei mir solche guten Geister im Garten wären und mir helfen würden? Über das Salär würden wir uns schon einig werden, glaube ich.

Eine Hilfe bei der Bodenbearbeitung. Kleine fleißige Wesen, die mir immer den Boden schön lockern, damit die Pflanzen gut wurzeln können. Sie würden kleine Löcher in die Erde bohren, in die dann die Pflanzen ihre Wurzeln mit Leichtigkeit bis tief nach unten schicken könnten. Dort fänden sie dann auch immer Wasser.  Dabei wäre es ja möglich, daß sie vielleicht auch gleich noch Düngen. Das ist ja mein Problem, immer zu wenig zu düngen oder eben den falschen Dünger zu viel im Boden zu haben. Vielleicht merken sie das und gleichen es aus?

Solche Naturgeister haben ja ein ganz feines Gespür für die  Umwelt, die Pflanzen und Tiere. Die merken sicher oder hören es von den Pflanzen, wenn eine Pflanze etwas bestimmtes braucht. Sie wühlen dann in der Erde und geben es ihr.

Sie machen den Boden fruchtbar und locker. Sie helfen ihm das wenige Wasser, das bei uns von Oben kommt zu speichern. Die Pflanzen hätten dann mehr zu trinken und wären gesünder und kräftiger.

Und wenn Schadstoffe im Boden wären würden sie die abbauen und unschädlich machen.

Oh wie wäre das schön. Sie passen auf, daß es meinen Pflanzen an nichts fehlt und wenn deren Feinde kommen, gar überhand nehmen, dann bilden sie eine Armee und beseitigen die gefräßigen Wesen, bis die alte Ordnung wieder hergestellt ist.

Sie haben auch diverse Zaubertränke in ihren Schränken. Die geben sie meinen Pflanzen um sie mit einem Schutzzauber zu umgeben. Das wäre wie ein  Schutzschild für die Pflanzen. Schutz vor Milben, Mehltau oder sonst schädlichen Pilzen,  Fäulnis, Nemathoden, Engerlingen, auch Schnecken, weißen Fliegen, Läusen, Raupen, Erdflöhen und wie die Gnome der Unterwelt alle heißen.

Oder ein anderer Zaubertrank verleiht dem Gemüse und Obst einen ganz besonderen Geschmack. Viel intensiver als sonst, gerade wie Früchte aus dem Paradies.

Wieder ein anderer Zaubertrank könnte den Samen beim Keimen helfen, damit sie schnell aufgehen und wachsen. Sie würden dann eher groß und widerstandsfähig, könnten sich besser durchsetzen.

Oh weh. Was für ein Virus hat mich da befallen. Ist das der Fieberwahn?  Was sind das für Phantasien. Besser ich gehe rein und lege mich auf mein Sofa. Da bin ich  wohl  im Moment besser aufgehoben.


Heute morgen ging es mir dann schon wieder bedeutend besser. Ich bereitete uns ein köstliches Mahl aus eigenen Paprika, gefüllt mit Hack und Reis. Dazu das vorletzte Glas Tomatensauce vom letzten Jahr. Es war köstlich.

So gestärkt ging ich in den Garten und arbeitet meine  Aufgabenliste ab. Herrliches Sommerwetter lies mich viel schaffen.

Und mit einem Mal fiel es mir wieder ein.  Mein Fiebertraum von Gestern war gar kein Wahn!

Alles das gibt es ja tatsächlich. Ich habe davon gelesen. Und ich habe diese Wichtel und guten Geister bereits im Garten. Sie stehen mir bereits zur Seite. Ich muß ihnen nur weiter ihren  Salär geben, damit es ihnen bei mir gefällt und es mehr und mehr werden. Damit sie sich im ganzen Garten verteilen. Das dauert seine Zeit. Aber wir arbeiten daran.  Gemeinsam.

Wer mir das nicht glaubt, daß ich sie habe und sie alles das für mich machen und immer mehr machen werden, dem empfehle ich als Lektüre für den Anfang das  Buch "Biodünger selber machen" von Andrea Heistinger und Alfred Grand. Oder der  Zweifler (und auch die Zweiflerin) liest sonstige Literatur (neueren Datums mit neueren Forschungsergebnissen) zu den  Themen: Kompost, Wurmhumus, Gründüngung und biologische Düngemethoden.

Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel (c) by Joachim Wenk
Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel

Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel (c) by Joachim Wenk
Wohnort und Zaubertrankproduktion der Wichtel

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
in der Wurmfarm werden ganz besonder Wundermittel produziert

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
in der Wurfarm kann
Zaubertrank direkt gezapft werden


Meine Wichtel kommen dort  zwar nicht vor, weil es ja immer seriös in solchen Büchern zugeht. Dort heißen sie Regenwürmer, Mikroorganismen, räuberische Nemathoden oder Enzyme.

Mir ist es egal wie sie genannt werden. Das Ergebnis ist immer das selbe. Nimmer müde, fleißige gute Geister helfen mir bei der Gartenarbeit und sorgen für leckere, gesunde und nährendes Gemüse, bunte Blumen und einen prächtigen Garten. Vorausgesetzt ich zahle ihnen ihr Salär (Mulch, Kompostmaterial, verteilen des Komposts, sähen von Gründünger und so weiter).

Es ist ein Kooperation. Nur gemeinsam werden wir einen paradiesischen Garten erschaffen.