Donnerstag, 17. Juli 2014

Wieder einen schönen Tag erlebt und im Herzen gespeichert. Mein "Sparkonto" schöner Tage wächst!

So es wird also wieder Sommer und richtig warm. Zuerst war mir nicht sehr wohl bei der Vorstellung. Dann vertrocknet mir das Gemüse, weil der Boden so ausgetrocknet ist. Die Arbeit im Garten ist bei über 30°C auch eher lästig und so manches andere.

Ich bin eben doch ein Pessimist, dessen Glas irgendwie immer und immer schon halb leer ist. Aber ich arbeite ja nun schon seit einigen  Jährchen an mir und versuche mehr zu genießen, was ist und schöne Dinge zu sehen. In den letzten Tagen kam in jeweils ganz unterschiedlichen Grüppchen das Thema der bereits kürzer werdenden Tage auf und dass bald  Weihnachten ist. Wir scherzten so vor uns hin, aber Fakt ist: die Zeit rast geradezu dahin. Und im Winter träume ich wieder vom Sommer.
Abendlicht im Gemüsegarten (C) by Joachim Wenk
Abendlicht im Gemüsegarten

Hallo? Jetzt ist Sommer! Und es ist warm und die Sonne brennt auf die Haut. Ich will diese Tage genießen, das habe ich mir vorgenommen. Ich werde sie versuchen bewusst wahrzunehmen und nicht an mir vorüber ziehen lassen. Vorbei an mir und meinem Leben, als wären es irgendwelche belanglose und normale Tag. Ich will das heiße Wochenende bewusst genießen. Im Garten, bei der Geburtstagsfeier zu einem fünfzigsten Geburtstag und vielleicht das Gewitter am Sonntag.

Gestern war ich auch den ganzen Tag im Garten und genoss es. Abends konnte ich mich kaum noch bewegen, weil mir einmal wieder alle Knochen weh taten. Aber das war gut, ein sehr gutes Gefühl. Alles was ich vor hatte habe ich geschafft.

Ganz wichtiger Tagesordnungspunkt gestern war unser Brunnen, der seit ein paar Wochen kein Wasser mehr bringt. Wir dachten er ist tatsächlich leer und das in 9m Tiefe. Verwunderlich wäre es nicht nachdem es ja so gut wie nichts regnet. Dann haben wir überlegt und geschaut. An der Technik probiert und sind dann zu der Feststellung gekommen, daß es nicht am leeren Brunnen liegt. Es muß etwas anderes falsch laufen. Der Elektriker muß her. Jetzt war er da, mehrmals den  Tag über, auch mit einem Kollegen. Ich will die ganze Geschichte abkürzen.  Es funktioniert wieder. Keiner weiß warum, denn es wurde nichts ausgetauscht und es ist nach all den Tests wohl auch nichts kaputt. Toi Toi Toi dass es auch weiter funktioniert, da ich bereits meine Kübelpflanzenbewässerung wieder angeschlossen habe.

Interessant für mich war das Gespräch mit dem Elektriker, der mir sagte, daß der Brunnen wohl bis auf das Niveau des Dorfweihers herunter reicht. Der liegt ja vor unseren Fenstern tief unter uns. Unter dem Dorfweiher sei keine Erde sondern massiver Fels. Und im Herbst, wenn der Weiher zum Fischen abgelassen wird, haben die Häuser weiter vorne in der Straße kein Wasser mehr im Brunnen. Mir ist da noch nichts aufgefallen, da ich zu der Zeit, da der Weiher leer gelassen wird nicht mehr Garten gießen muß. Mich jedenfalls beruhigte die Bestätigung meiner Vermutung. Wenn der Brunnen bis Dorfweiherniveau hinunter geht, dann sollte er wirklich nicht so schnell austrocknen. Wenn bei den anderen der Brunnen leer ist, wenn der Weiher leer ist gibt es ja direkte Verbindungen vom Grundwasser zum Weiher, und der trocknet so schnell nicht aus.

Im Garten habe ich auch so einiges gewerkelt. Kompost musste ich umsetzten. Das heißt ich habe zwei Mieten in eine zusammengefasst. Beide Kompostbehälter hatte ich bis oben voll gemacht mit Material. Jetzt im Sommer verrottet es in atemberaubender Geschwindigkeit und verliert drastisch an Volumen. Locker passte beides in einen Gitter-Behälter. Zwei Fliegen habe ich dabei mit einer Klappe geschlagen.  Es ist wieder Platz für das gerade auch reichlich anfallende  Grünmaterial und die beiden Komposte wurden einmal umgesetzt und vermischt. E

Einer davon bestand hauptsächlich aus Rasenschnitt. Sonst nahm ich diesen so gerne zum Mulchen zwischen den Gemüsereihen oder im Staudenbeet. Das mache ich nicht mehr. Ich weiß schon jetzt mir nicht mehr zu helfen mit der Schneckenplage. Unter dem frischen Grasschnitt fühlen sie sich sau-wohl und vermehren sich zügellos. Das will ich nicht unterstützen. Einzig einmal habe ich den Rasenschnitt zu Heu trocknen lassen und den dann zwischen den Tomaten verteilt.

Jetzt fülle ich ihn, wie heute auch, gleich in den Kompostbehälter. Vom Biogarten-Versand habe ich noch immer  Stroh, welches die Jungpflanzen beim Versand schützte. Mit dem und mit Wellpappeschnippseln vermische ich es und es fault nicht. Das habe ich jetzt beim Umsetzen gesehen. Es verrottet.

Meine Erdbeeren habe ich heute beim Rasenmähen auch das erste Mal ab gemäht. In meinem neuen Biogartenbuch wird das auch empfohlen. Ich habe auch etwas fertigen Kompost darüber gestreut.  Jetzt bin ich gespannt, wie es ihnen bekommt. Ehrlich gesagt ist es für mich auch ein Versuch, ob man das so machen kann. Wenn es nicht gut ausgeht, macht es nichts. Ich habe an anderer Stelle schon neue Erdbeeren und überlegte bereits, dieses Beet jetzt im 3. Jahr ganz von Erdbeeren zu befreien und anderes hin zu pflanzen.  Man soll da ja alle paar Jahr wechseln.

Am Nachmittag kamen dann meine Eltern zum Kaffee. Wir saßen  auf der Terrasse unter der Haselnuss. Ein leichter Luftzug geht dort immer. Ich kann es nicht oft genug sage, daß es für mich keinen schöneren Sitzplatz gibt.  Auch der Vater betonte, daß so ein Baum oder Strauch nicht durch einen noch so großen Sonnenschirm ersetzbar ist. Dort staut sich die Wärme darunter hier dagegen ist es einfach irgendwie angenehm da etwas kühler als außerhalb. Wir hatten Kaffee und leckeren selbst gebackenen Kuchen. Wir unterhielten uns und ich zeigte meinen Garten. Mutter wollte gern von meinen vielen Himbeeren und pflückte sich eine Schale davon. Eine Kohlrabi zum Mittag war auch noch für sie da. Ja, ich ernte wirklich dieses Jahr schon mehr als noch letztes Jahr.

Abends nach getanen Arbeiten sitze ich für mich allein in aller  Ruhe noch etwas in der Hollywoodschaukel auf besagter Terrasse und genieße alles was ich habe und was ist. Das muß man einfach immer wieder tun. Und man muß es bewusst wollen und machen. So speichert man die Eindrücke und Erlebnisse, eben diese Tage im Gedächtnis und in seiner Persönlichkeit.  Man ist glücklich und kann davon immer wieder zehren. Denn es kommen auch andere Tage. Und wenn es nur kältere oder verregnete Tage sind. Wenn ich mich an diese bewussten schönen Tage erinnere und weiß, daß ich sie erleben durfte, können mir schlechtere Tage weniger anhaben. Ich ärgere mich dann nicht mehr über sie.


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