Montag, 7. Juli 2014

Wasser Marsch! Wasser aus! Folgen der großen Dürre.

Es ist nun schon später Sonntag Abend und ich bin eigentlich ziemlich geschafft von den Affen-Temperaturen heute.

Aber ich will euch unbedingt noch ein paar Dinge von meinem diesmal sehr kurzem Wochenende erzählen.

Samstag morgen bin ich ganz ungeduldig aufgestanden. Es soll ja am Wochenende wieder heiß werden und ich habe mir einen neuen Regner für den Gemüsegarten bestellt. Der kam gestern an und ich habe ihn des Nächtens nur noch geschwind ausgepackt und freudig betrachtet, bevor wir totmüde ins Bett gefallen sind. Die Woche war anstrengend.

Wie jedes Jahr haben wir auch dieses Jahr wieder Trockenheit. Seit Monaten hat es nicht oder mal 1-2l/qm geregnet. Am Vatertag waren es 10l. Das war die große und einzige Ausnahme. Meine Schwitzschläuche schließe ich immer wieder an und meine neu gepflanzten Säulenobstbäume, den Baumhasel und die  Quitten muß ich regelmäßig mit dem zum Anwachsen benötigten Wasser versorgen. Der Gemüsegarten braucht auch immer wieder Wassernachschub, daß der Boden nicht noch größere Risse bekommt und ich einmal noch in einen hinein falle....

Zum Bewässern des Gemüsegartens habe ich immer diverse Regner und Sprenkler von Gardena, die noch vom Vorbesitzer vorhanden waren, verwendet. Sie beregnen entweder ein Quadrat oder einen vollständigen Kreis. Eines aber haben sie gemeinsam, sie stehen am Boden oder werden mit einem Dorn in diesen gesteckt. Das mag sinnig sein, wenn man einen Rasen bewässern will. Bei Gemüse, das von kniehoch bis Brusthoch oder mannshoch alle Höhen aufzuweisen hat, ist es einfach unpraktisch. Immer steht irgendein Gemüse im Weg und hält den Strahl ab. Die Pflanzen dahinter bekommen nichts und dieses eine ersäuft praktisch.

Jetzt habe ich mir einen Kreisregner mit Stativ zugelegt. Die Verarbeitung ist sehr gut, das Material (Stahl, Messing, Edelstahl) sehr solide. Der sollte ewig halten. Und das Stativ erhebt ihn über die Pflanzen. Nichts steht mehr im Weg. Die beregnete Fläche ist sehr variabel einzustellen. Von Vollkreis bis winzig-schmales "Kuchenstück" aus dem Kreis sind alle Variationen stufenlos wählbar. Die Spritzweite lässt sich einfach einstellen mit einem Blech, das den Strahl nach unten ablenkt. Die Streuweite ist mit einer Schraube rasch verstellt. Ich bin schlichtweg begeistert und habe ihn gleich eingesetzt. Er funktioniert hervorragend. Dass ich darauf nicht schon früher gekommen bin.

Kreisregner mit Stativ (c) by Joachim Wenk
Kreisregner mit Stativ


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Früher habe ich die Plastikregner auf umgedrehte Eimer erhöht gestellt oder den Dorn in Rohre, gesteckt die ich in den Boden rammte. Alles sehr umständlich. Mit dem Stativ kann ich ihn mit einer Hand einfach hinstelle und verstellen wie immer es nötig ist.

Auf eines muß man allerdings aufpassen. Wenn man hinter dem Strahl steht und die Einstellungen vornimmt, geht das sogar im laufenden Betrieb. Wenn man ihn allerdings das erste mal in Betrieb nimmt und meint, das Wasser kommt nach vorne heraus und dreht dann den Wasserhahn voll auf, so ist man unter Umständen erst einmal pitsch nass. Der Strahl kommt natürlich auch vorne heraus. Allerdings ist das, was vorne ist und was hinten ist, wie öfter im Leben, Sache des Betrachters.....


Das Gewächshaus habe ich dann noch mit der Brause gegossen, bis das geschah, was mir bisher noch nie passiert ist.

Es kam kein Wasser mehr! Ist jetzt die Pumpe kaputt? Ist etwas am Druckbehälter defekt oder an der Ein-Aus-Mechanik an welcher wir vor kurzem gedreht haben? Oder ist der Brunnen leer? Jedenfalls war es alles andere als ein gute Gefühl was sich in mir breit machte.

Ich wartete auf Volker, der bei den Weihern zum Rasen mähen war, und wir gingen auf Suche. Bei der Gelegenheit haben wir wenigstens den sehr schweren Betondeckel des Brunnenschachtes wieder einmal gelüftet, so dass ich die lange gewünschten Fotos schießen konnte. Es sieht so aus als wäre der Brunnen die Ursache. Er ist so gut wie leer. Die Pumpe lief leer und die automatische Sicherung schaltete sie aus.

Der Brunnen ist 9m tief, was in dieser sehr sehr langen Trockenperiode nicht tief genug ist, ausreichend Grundwasser zu haben. Im Winter kein Regen oder Schnee. Im Frühjahr kein Regen. Ich habe schon vor dem Sähen den Gemüsegarten Bewässern müssen, dass ich Kompost verteilen konnte, so trocken war der Boden. Und jetzt auch kein Regen.

ausgetrockneter Brunnen (c)  by Joachim Wenk
ausgetrockneter Brunnen



Jedenfalls war das Gießen für heute beendet. Das Nötigste habe ich mit den Gießkannen und Fernwasser erledigt. Ich hoffte nur, daß sich wieder Wasser sammelt, damit die Kübelpflanzen bewässert werden. Die sind mit der Computergesteuerten Zeitschaltuhr ans Brunnenwasser angeschlossen. Das umzumodeln und an den Hahn mit Fernwasser anzuschließen wäre umständlich.

Gegen Abend ist dann wieder Druck im Behälter und es kommt Wasser aus der Leitung. Mein Verbot der Wasserentnahme blieb aber aufrecht. Das, was drin ist, muß für die Kübelpflanzen über diese nächsten beiden sehr heißen Tage genügen. Und dann hoffe ich auf die kommende  Woche, in der es wieder abkühlen soll und vor allem, in der Regen vorher gesagt ist.

Immerhin habe ich jetzt einmal wieder in den Brunnen sehen können. Auf dem runden Betondeckel ist die Jahreszahl 1958 eingeritzt. Ob da der Brunnen ausgehoben  oder nur die Abdeckung neu gemacht wurde, weiß ich nicht. Ich finde es faszinierend, wie schön der ausgemauert ist. Ich mag garnicht daran denken, wie das wohl gemacht wird.  Da muß ja jemand da unten stehen und mauern, bis er oben ist? Wird das Loch vom Durchmesser größer ausgehoben und dann hinter der Steinmauer wieder aufgefüllt? Bei der Tiefe glaube ich es ja fast garnicht. Schön ist es jedenfalls anzusehen, auch wenn man es eigentlich nie sieht. Sogar die Steine sind rund gehauen, dass es ein perfekter Kreis ist der schachtförmig in die Tiefe führt.

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